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Neues aus der Geoforschung: Ölproduktion übersteigt Höhepunkt, Nasa-Sensation widerle
REUTERSDer Wendepunkt ist erreicht: Die Erdöl-Förderung beginnt nach Ansicht von Experten zu sinken. Außerdem im Überblick zur Geoforschung: Die größte Explosion des 20. Jahrhunderts, eine sensationelle Nasa-Meldung scheint widerlegt, und Zypern fordert Mondgestein zurück.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...837620,00.html
- #60 10.06.2012 21:31 von
Ende des Industriezeitalters
Es ist völlig irrelevant, ob der Peak Oil jetzt erreicht ist, es erst in 10 Jahren sein wird oder gar schon früher überschritten war.
Tatsache ist, daß sich das Industriezeitalter, wie wir es kennen, unwiderruflich auf sein Ende zu bewegt. Es war eine kurze Blüte von maximal 300 Jahren auf der Basis von fossilen Energieträgern, die in Millionen Jahren entstanden waren und abgebrannt wurden wie eine Wunderkerze.
Wenn wir noch etwas retten wollen, dann geht dies nur durch eine maximale Schonung der restlichen Erdöl-, Erdgas- und Kohlevorräte, indem wir möglichst wenig davon verbrennen, weil wir sie als Ausgangsmaterialien für die Erzeugung von Kunststoffen usw. brauchen.
Eine effektive Schonung ist - wenn überhaupt - aber nur durch den massiv gesteigerten Einsatz der Elektrizität möglich. Diese wiederum kann bisher durch Wind und Sonne nicht wirtschaftlich und verläßlich genug erzeugt werden, sondern weitestgehend nur durch Atomkraftwerke. Uran ist da und anders als Öl, Kohle und Gas zu nichts weiter als zur Stromerzeugung zu gebrauchen.
Andere Völker haben das begriffen und bauen die Nutzung der Atomenergie energisch aus, solange die Wirtschaftskräfte das noch zulassen. Nur die Deutschen sägen den Ast ab, auf dem sie sitzen - einen Ast, der eh schon abstirbt -, statt auf einen stabileren umzusteigen. - #61 10.06.2012 21:53 von
Kein Quatsch
Öl ist pure Energie. Die jedes Jahr weltweit verbrauchte Energie-Menge aus Öl entspricht 5000 Kernkraftwerken. Zur Zeit gibt es etwa 700 Kernkraftwerke auf der Erde. Wieviel Windmühlen und Solarflächen und Speicherkraftwerke das sind, können Sie selbst ausrechnen (oder bei Tom Murphy nachlesen). Man wird diese Energie nicht finden, man muss sie erzeugen. Das erscheint selbst mit allen Arten erneuerbarer Energie zusammen kaum möglich.
- #62 10.06.2012 22:07 von
Was für ein erbärmliches Wissenschaftsbild...
Was für ein Wissenschaftsbild zeigt sich hier im Forum: Vier interessante Nachrichten aus der Wissenschaft, und praktisch alle Kommentare hier im Forum beziehen sich auf die mit Abstand langweiligste und nichtssagentste: Ob oder ob nicht die Fördermenge an Öl ihren Höhepunkt erreicht hat. Interessieren sich Spiegelleser für nix anderes als ob sie ihre Karre billig volltanken können? Erbärmlich ohne Ende.
Der Bericht über die widerlegte "NASA-Sensation" wäre dagegen wirklich eine Diskussion wert, zeigt sie doch wie Wissenschaft heute funktionieren kann: Egal wie schlecht die Daten sind, finde einen mächtigen Fürsprecher (der zB. gerade selbst Geld braucht), dann kannst du den letzten Mist öffentlichkeitswirksam publizieren. Jeder Biologie-Diplomand wäre mit solchen Daten in einer Laborbesprechung von seinen Kollegen ausgelacht worden; fehlende Kontrollen durch Behauptungen zu ersetzen ist nämlich zu recht bei allen vernünftigen Wissenschaftlern verpönt - deswegen können sie auch fast nie "Sensationen" publizieren... - #63 10.06.2012 22:23 von
Die Natur setzt die Grenzen
Schauen sie sich bitte den zeitlichen Verlauf der Fördermengen von England, Norwegen, Ägypten, Indonesien usw. an. Keines dieser Länder fördert aus freien Stücken weniger, sondern es fördert weniger, weil es nicht anders kann.
Noch gibt es Ausnahmen: Saudi-Arabien fördert an der Kapazitätsgrenze, wird die Fördermenge aber reduzieren, sobald der Ölpreis unter 100 $/bbl sinkt. Unter 100 $/bbl kommt der arabische Herbst auch zu den Saudis. Nächstes Jahr brauchen die Saudis aber 10% mehr Geld, und das Jahr drauf wieder 10% mehr, denn die Bevölkerung wächst, und ihr eigener Ölverbrauch auch.
In wenigen Jahren haben auch die Saudis ihre natürliche Fördergrenze erreicht - vielleicht auch morgen.
Peak Oil heisst nicht, dass der Zapfhahn leer ist, sondern die Geldbörse. - #64 10.06.2012 23:42 von
- #65 10.06.2012 23:50 von
der letzte Tropfen
ich frage mich, ob es wohl gut ist den letzten Tropfen aus der Erde zu pressen angesichts der Klimaerwärmung. Das finde ich eher dramatisch. Das wir uns nicht schämen, das Zeug immer noch nur zu verbrennen? Das Öl ist Grund für viele Tote durch Kriege oder Umweltschäden. Der Wohlstand, den uns das Öl gebracht hat, hat/hatte einen hohen Preis. Aber lasst uns diese Fakten ruhig ignorieren, es dann lebt sich einfacher damit.
- #66 10.06.2012 23:57 von
Häh? Sie meinen also, wenn die Menge vorhandenen Öls Null ist, dann hängt die Fördermenge immer noch nur von den "technischen Kapazitäten" ab?
Oder glauben Sie, dass wir dann plötzlich anfangen, Öl aus CO2 und Wasser zu synthetisieren? So gesehen hängt natürlich auch die Antimaterie-Fördermenge für interstellare Raumantriebe nur von den "technischen Kapazitäten" ab. - #67 11.06.2012 05:46 von
Bernd sagt:
Es wird von Kornupisten (Wachstums-Optimisten) immerzu übersehen, dass die Erdöl-Zivilisation erst wenige Jahrzehnte alt ist und industrielles Wachstum auf exponentiellem Wachstum basiert. Deshalb würde sich peak oil selbst wenn wir heute tatsächlich unerwartet über das doppelte oder vierfache an Volumen an konventionellem Erdöl verfügten, nur um 5 bis maximal 10 Jahre in die Zukunft verschieben. Exponentialfunktionen besitzen sehr unangenehme Eigenschaften, die ein mathematisch ungeschultes menschliches Bewusstsein nicht wirklich nachvollziehen kann: die moderne industrielle Zivilisation sitzt heute am raketenartig aufstrebenden Ende einer Hockey-Stick förmigen Wachstumskurve.
Die heute jährlich konsumierte Menge an Erdöl (30 Giga-Barrel) ist so gewaltig, dass selbst große Erdölfunde dagegen klein aussehen. Zudem lässt sich das im Fels befindliche konventionelle Erdöl nicht beliebig schnell fördern, sondern erst nach einer bis zu 10 Jahre dauernden Planungs- und Bohrphase. Die am leichtesten förderbaren Vorkommen werden bereits seit vielen Jahrzehnten gefördert und die meisten davon gehen rasch zur Neige (die gemittelte Depletionsrate liegt bei über 10 %). Alleine um diese Depletion alter Felder auszugleichen, wird von 2012 an alle 4 Jahre eine Förderkapazität von der Größe Saudi-Arabiens neu physisch online gehen müssen, was schon aufgrund der üblichen Planungs- und Bohrphase nicht möglich sein wird.
Tiefseeöl wie das von Tupi gehören zu den unkonventionellen Ölen, die einen sehr hohen technischen Aufwand erfordern und mit großen Risiken verschiedener Art verbunden sind. Ihr EROI (Energy Return on Investment) ist wie das des unkonventionellen Erdöls viel schlechter als beim konventionellen Erdöl.
Es führt deshalb kein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass wir Abschied nehmen müssen vom gewohnten verschwenderischen Umgang mit Erdöl, Energie und Ressourcen. Neue Formen der Elektrizitätsgewinnung wie vielleicht in Zukunft die Kernfusion, werden das Problem fehlender günstiger Treibstoffe, kultivierbarer Ackerböden oder mineralischer Dünger nicht lösen können. Die Erde ist nämlich auf Dauer nicht für eine lineare und exponentielle Industriekultur geeignet. Entweder lebt man im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit ihr oder ohne sie. Dem exponentiellen Wachstum und Verbrauch muss ein Ende bereitet werden. Was wir wirklich brauchen ist daher eine neue Zivilisationskultur, die intelligenter und einsichtiger wirtschaftet. - #68 11.06.2012 06:46 von
Angebot und Nachfrage
Es ist wie mit den Bauern und den Nahrungsmitteln. Die produzieren auch nur so viel, damit die Preise hoch bleiben. Natürlich kann der Mensch aus der Erde unbegrenzt Nahrungsmittel heraus pressen, natürlich ... (Ironie)
Ich wundere mich manchen mal schon, wie leichtfertig und über reale Sachzwänge hinweg der tiefe Glaube an die Leistungsfähigkeit des freien Marktes ist. Nicht die Fördermengen werden angepaßt, weil z.B. Raffineriekapazitäten sehr teuer zu erweitern wären, sondern über den Preios wird die Nachfrage kontrolliert.
Öl ist für uns immer noch sehr billig, wenn wir Arbeitskosten mit Energiekosten vergleichen, aber in der Dritten Welt sieht das anders aus. Dort wird der durch sinkende Ölproduktion steigende Preis ganz andere Auswirkungen haben und eine mögliche Folge sind z.B. Raubbau an Wäldern. - #69 11.06.2012 06:51 von
optional
oh man hat SPON wieder die gleichen Schreiberlinge für den Sommer eingestellt wie jedes Jahr. Diese Meldung kommt dochi mmer wieder. Vermutlich hat der Chefredakteur auch Investitionen in der Ölindustrie und hat Angst dass sie an Wert verlieren.
Lasst euch mal was neues einfallen
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