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Neuer Verkehrsplan: Ramsauer will mehr Fahrräder in Deutschland

DPAVorfahrt für Bikes: Verkehrsminister Peter Ramsauer will den Fahrradverkehr ausweiten. In Städten sei das Rad schon ein "Statusobjekt", künftig soll es anderen Verkehrsmitteln gleichgestellt werden.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...836680,00.html
  1. #90

    Ich habe bis vor kurzem

    Zitat von MtSchiara Beitrag anzeigen
    Städte mit einem hohen Radfahranteil (z.B. Freiburg mit ca. 30%) gelten als die Städte mit der höchsten Lebensqualität in Deutschland. Radfahrer leisten einen erheblichen Beitrug zur Reduzierung des innerstädtischen Verkehrs, Abgases und Lärms. Wenn in Freiburg die Menschen bei schlechtem Wetter auf das Auto ausweichen, bricht der innerstädtische Autoverkehr zusammen. Dort sind auch Fahrradanhänger für Kinder oder Gepäck eine Selbstverständlichkeit im Straßenbild. Als Radfahrer spürt man Wind und Sonne auf seiner Haut, das Leben ist entschleunigt und ruhiger, und man hat mehr Kontakt zu seiner Umwelt, da man nicht durch eine Blechschale von ihr getrennt ist. In Freiburg gibt es zentrale Fahrradverkehrsachsen die vom Straßenverkehr getrennt sind (z.B. Breisachradweg), und es gibt breite Fahrradstraßen, in denen Autofahrer nur geduldet sind.

    Will man auch in anderen Städten den Fahrradanteil auf 30% bringen und somit den Autoverkehr angenehm reduzieren, dann muß man auch dort zentrale Verkehrsachsen für Fahrräder vorhalten, aus denen die Autos herausgehalten werden.
    in Freiburg gelebt und wohne jetzt in Berlin. Ich kann das gesagte nur unterschreiben. Berlin ist eines der ganz großen Negativbeispiele. Diese Stadt ist komplett auf Autos ausgelegt. Fußgängerzonen - Fehlanzeige. Fahhradstraßen - Fehlanzeige.
    Trotz längerer Rot-Grüner und Rot-Roter Regierung passiert nix.
    Ich wohne in Schöneberg. Ein Stadtteil mit großem grünen Wähleranteil. Dieser Bezirk ist dermaßen autodominieert, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann.
    Die Mehrheit unserer Bevölkerung kapiert nicht, dass eine Autofreie Stadt die Lebensqualität massiv erhöht. Nicht nur die Luftqualität steigt, auch die Lärmemissionen sinken. Das hat großen Einfluss auf unsere Psyche.
  2. #91

    Politik ist so durchschaubar

    Zitat von MtSchiara Beitrag anzeigen
    (..)

    Will man auch in anderen Städten den Fahrradanteil auf 30% bringen und somit den Autoverkehr angenehm reduzieren, dann muß man auch dort zentrale Verkehrsachsen für Fahrräder vorhalten, aus denen die Autos herausgehalten werden.
    Keine Bange, wird nicht passieren:
    Dazu müßte man Gesetze erlassen, freiwillig tut sich da gar nix.
    Und wie die pseudo-liberalen Tea-Partyableger zu "Eingriffen des Staates in das Privatleben" stehen, ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt.
    Ramsauer hat´s ja offenbar schon verlautbaren lassen:
    Den Kommunen werde in dem Konzept empfohlen, "den Radverkehr in ihre Verkehrsentwicklungspläne aufzunehmen und ihn gleichgewichtig mit den anderen Verkehrsmitteln zu berücksichtigen".
    Die Kommunen also sollen gefälligst zusehen, wie sie die feuchten Träume der Universalniete umsetzen. Hilfe vom Bund ist da nicht vorgesehen.
  3. #92

    Was auch immer Sie durch den urbanen Dschungel bringt...

    Zitat von dale_gribble Beitrag anzeigen
    Hmm. Vielleicht sollten Sie dann mal ein wenig an sich arbeiten. Ich fahre seit 35 Jahren Fahrrad, meist in Grosstaedten. Ich bin auch ein typischer 'Normalradler'. D.H. rote Ampeln sind mir zu grossen Teilen Egal, ich fahre selbstverstaendlich ohne Helm und ich fahre je nach Verkehrssituation und Laune auf Strasse, Rad- und Fussgaengerweg.
    Noch nie ist mir etwas passiert.
    Ich werde auch nie "angeschimpft" und nur sehr selten angehupt.
    Man muss halt seine Augen (und Ohren!) offenhalten. Dann geht das schon.
    In 95% der Fälle genügten meine Sinne, um den ewigen Rechts-(und Links-)-ohne-zu-gucken-Abbiegern aus dem Wege zu radeln.
    In den übrigen 5% der Fälle war ich doch überrascht; nicht zuletzt weil ich gesehen wurde - und trotzdem weitergefahren wurde!

    Gerne auch bei zugeparkten Straßen, die vom Autofahrer nur noch wechselseitig befahren werden können.
    Hier hat es sich total eingebürgert, auch wenn man warten müßte, einfach loszufahren und schlichtweg auf den Radfahrer zuzuhalten!
    Der wird schon bremsen oder sonstwie verschwinden.
  4. #93

    Zitat von Rodelkoenig Beitrag anzeigen
    Also ich fahr ja auch oft mit dem Rad, aber ich halte es für sehr sinnvoll, dass Radfahrer auch auf dem Radweg zu fahren haben, wenn einer vorhanden ist. Denn genau dafür sind Radwege da.
    Fußgänger haben schließlich auch nicht auf der Straße zu laufen, sondern auf dem Bürgersteig und Autos umgekehrt genauso. Ein Autofahrer darf schließlich auch nicht auf den Radweg ausweichen, nur weil auf der Straße ein Schlagloch nach dem anderen kommt.
    Das Problem ist, dass Radfahrer keinen eigenen Verkersraum zur Verfügung haben.

    Entweder wird vom Fußweg ein schmaler Streifen (i.d.R. ca.1m) abgetrennt, oder sie müssen auf die Fahrbahn ausweichen, wo Konflikte mit Autofahrer vorprogrammiert sind.

    Würde Ramsauer es ernst meinen, was er natürlich nicht tut, würde er in den Städten, von jeder zweispurigen Straße eine Spur für den Fahrradverkehr einrichten.

    Da er aber vermutlich noch eine Weile Verkehrsminister bleiben will, ...
  5. #94

    Zitat von Dumb Bunny Beitrag anzeigen
    Tja, das war auch Lektion 1 in der Theorie zum Motorradführerschein. Das Problem ist nur: Wenn man doch was übersieht, ist man im Zweifelsfall tot, und der SUV-Fahrer hat eine Beule im Blech.
    Ja. Natuerlich. Fahrrad- und Motorradfahren ist ganz einfach gefaehrlich. Genau so wie Gardinenaufhaengen und Treppensteigen ohne Helm.
    Wenn ich auf mein Fahrrad steige bin ich mir dessen bewusst.
    Wenn zum Beispiel ein LKW links neben mir steht und rechts blinkt dann weiss ich was der vorhat. Dass bei sowas trotzdem staendig Menschen schwer verletzt werden oder gar umkommen ist extrem traurig aber fuer mich schwer fassbar.
  6. #95

    Radwegepflicht

    Zitat von Rodelkoenig Beitrag anzeigen
    Ein Autofahrer darf schließlich auch nicht auf den Radweg ausweichen, nur weil auf der Straße ein Schlagloch nach dem anderen kommt.
    Witzig, zumindest bei uns in der Ecke sind die Schlaglöcher auf dem Radweg und nicht auf der Strasse. Zum Parken scheint der Radweg aber gut benutzbar...

    Es vergeht nicht ein einziger Tag an dem ich auf meiner Strecke zur Arbeit nicht mindestens einmal den Radweg verlassen muss, weil ein Auto die Durchfahrt versperrt. Also da wäre ich jetzt mit den Vorwürfen als Autofahrer sehr vorsichtig.
  7. #96

    Zitat von bikesnob Beitrag anzeigen
    mehr verkehrsteilnehmer auf's fahrrad zu bekommen, sollte im interesse aller sein - auch dem der autofahrer. mehr radfahrer bedeuten nicht nur weniger schadstoffe, weniger lärm etc., sondern auch eine entlastung des straßennetzes und damit weniger staus für autofahrer. was wir brauchen ist keine debatte zu rechten und pflichten (ja, autofahrer haben mehr pflichten. ganz einfach deshalb, weil sie mehr verantwortung haben). was wir brauchen ist eine intelligente verkehrsplanung, die radfahren sicherer und attraktiver macht. beispiele gibt es genug. fahrradstraßen sind nur eines davon.
    warum nicht? vorher aber sollten sie aber die hartz-gesetze, und die arbeitswelt generll ändern. da sind nämlich anfahrwege von bis zu 2 stunden kein argument eine arbeit abzulehnen. sie können es natürlich tun, nur dann bekommen sie kein geld mehr. das reicht dann gerade noch zum zu fußgehen.

    das finde ich irgendwie klasse. den leuten wird seit jahren eingetrichtert, mobil bis zum letzten zu sein, ohne rücksicht auf persönliche zustände. jetzt kommt wohl noch durch die hintertür die forderung, für diese mobilität nicht mehr das auto zu nutzen.

    der ÖPNV würde übrigens zusammenbrechen, wenn es den individualverkehr nicht gäbe, und in berlin z.b. alle auf s/u/straßenbahn und busse ausweichten. da stünde ein bus hinter dem anderen im stau und bei der s-bahn stünde die bahn auch hintereinander auf den gleisen. und ob die u-bahn einen kürzeren takt als 3 minuten halten könnte ist ebenfalls fraglich.

    und dann brauchen sie natürlich in allen bussen und bahnen zusätzlich noch separate abteile für die räder, denn hier in berlin fahren die meisten nur bis zur nächsten haltestelle. und steigen dann mit dem rad in die s- oder u-bahn. ob räder in straßenbahnen mitgenommen werden dürfen weiß ich nicht. in bussen ist es jedenfalls verboten.
  8. #97

    Also Sie kapieren ja gar nichts

    Zitat von inci2 Beitrag anzeigen
    ich nehme an sie schreiben aus dem norden, aus hamburg, wg. des "moin".

    ich kann nur für berlin berichten.

    was verstehen sie unter "wirtschaftssrelevanten" straßen? sind das die, wo autos fahren? diese erfindung des teufels und ursache allen übels?

    in berlin sind alle straßen, also fahrbahnen und bürgersteige im gleich guten, bzw. schlechten zustand. radwege befinden sich entweder auf der fahrbahn oder auf dem bürgersteig. also sind diese wege ebenfalls im gleich guten, bzw. schlechten zustand.

    ich sehe nicht ein, warum es für radfahrer nun noch luxusversionen geben soll.

    in der letzten woche wurde in köpenick die seelenbinderstraße durch 2 breite abtrennungen (eine in jede fahrtrichtung) radwege geschaffen. der effekt, die radler radeln weiter auf dem bürgersteig und die pkws fahren nun im schneckentempo hinter der straßenbahn her. die fährt da nämlich in der straßenmitte.



    wieso wollen sie denn mit ihrem rad in die u-bahn? sie wollen doch fahrrad fahren! in berlin ist es so, daß man oft vor lauter rädern in der s-bahn kaum noch platz findet. etwas was mir unverständlich ist. ich dachte immer, radler wollen fahrrad und nicht s- oder u-bahn fahren.

    das tun aber die meisten, und die ihr rad nicht mit in die bahn nehmen, stellen es an den bahnhöfen ab. sind die meisten radfahrer etwa nur zu faul zum laufen? oder sind immer zu spät, und müssen dann im affenzahn zur s- oder u-bahn radeln?
    viele Leute kommen von außerhalb und verzichten auf ihr Auto. Das kommt im übrigen auch Ihnen zu gute, weil dadurch eine Menge Emissionen gespart werden. Bei einer Wegstrecke von dann vielleicht 30km pro Strecke ist es doch klar, dass die Wege teilweise mit dem Rad und teilweise mit ÖNV zurückgelegt werden. Das sollte ausgebaut und zum Konzept der Zukunft werden. Die S-Bahn könnte ja vielleicht extra Fahrradwaggons anschaffen.
  9. #98

    Zitat von crunchy_frog Beitrag anzeigen
    Kein Unterschied? Ich sehe fast nie ein Auto bei Rot über die Kreuzung brettern, sehr selten eines auf dem Radweg fahren und nie einen Rennwagen ohne Beleuchtung auf der Strasse fahren.

    Es gibt bestimmt auf allen Seiten schwarze Schafe, aber bei Fahrrädern ist es der Normalfall, einfach deswegen, weil die Gefahr für Gesetzesverstösse zur Verantwortung gezogen zu werden faktisch nicht vorhanden ist.
    Kein Unterschied? Ich sehe fast immer Autos bei Rot über Fussgängerampeln brettern, sehr oft eines auf dem Radweg (parken) und nie einen Rennwagen ohne Beleuchtung auf der Strasse fahren (hhmm, stimmt).

    Es gibt bestimmt auf allen Seiten schwarze Schafe, aber bei Autos ist es der Normalfall, einfach deswegen, weil die Gefahr für Gesetzesverstösse zur Verantwortung gezogen zu werden faktisch nicht vorhanden ist.
  10. #99

    Zitat von Dumb Bunny Beitrag anzeigen
    Tja, das war auch Lektion 1 in der Theorie zum Motorradführerschein. Das Problem ist nur: Wenn man doch was übersieht, ist man im Zweifelsfall tot, und der SUV-Fahrer hat eine Beule im Blech.
    Habe ich Ihr Problem richtig verstanden:

    Der SUV-Fahrer hat einen Blechschaden und ist jetzt sauer, dass er niemanden mehr dafür haftbar machen kann?


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