Es ist doch interessant, dass solche Untersuchungen mit entspr. Ergebnis immer dann kommen wenn wir besonders viele Autos in den USA verkaufen ...
AP/ Insurance Institute for Highway Safety"Mangelhaft" für Mercedes und Audi: Bei einem neuartigen, sogenannten "Small Overlap"-Crashtest, der in den USA erstmals durchgeführt wurde, haben ausgerechnet deutsche Hersteller besonders schlecht abgeschnitten. Die Testmethode allerdings ist nicht unumstritten.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...850495,00.html
Es ist doch interessant, dass solche Untersuchungen mit entspr. Ergebnis immer dann kommen wenn wir besonders viele Autos in den USA verkaufen ...
Hm ... ein echter Vergleich wäre doch gewesen, wenn man die durchschnittlich gängigsten Fahrzeuge nach Fahrzeugklassen getestet hätte, statt hier nur ausgesuchte Fahrzeuge anderer Herkunft schlecht zu machen.
Alles in allem aber sicherlich ein wichtiger Test, der ggf. verfeinert werden muss, um realitätsnäher zu werden.
1. Ende der 70er Jahre wurden in den USA behördliche Crashtests eingeführt, in Deutschland noch jahrelang absolute Wüste! In den USA wurde sogar zu dieser Zeit ein neues Auto wegen massiver Probleme dem Markt sofort entzogen, hier auch heute noch undenkbar!
2. Gegen 1987 hat der ADAC, als private Organisation, mit ersten Feldversuchen begonnen. Erst die EU hat den Euro NCAP durchgesetzt!
Seitdem gibt es immer wieder Disskussionen mit der NHTSA über die Testmodalitäten. Fakt ist aber: Kein europäisches Modell wird in den USA zugelassen, wenn sie nicht die US-Bestimmungen erfüllen.
Es waren einzelne Staaten in den USA die zuerst strenge Abgasvorschriften einführten, nicht Deutschland. Hier hatten sich unsere Prämienhersteller lange dagegen gewehrt. Erstaunlich: Fahrzeuge für die USA hatten bereits die Kats, in Europa wurden weiter die Stinker verkauft.
Dies sind nur Beispiele... Quellen kann man hier im Spiegel finden.
Wer nimmt die Daten auf? Die Polizei? In den Unfallberichten der Polizei gibt es keine statistischen Erfassung hinsichtlich der Überdeckung (nur 10%, 20%, 30% oder mehr). Woher nehmen die Statistiker also die Daten, die diese ablesen lassen, dass die Mehrzahl der Frontalcrashes bei 40% Überdeckung stattfinden? Nirgendwoher. Denn es gibt keine Daten.
Es ist eine schlichte Arbeitshypothese, also eine Annahme oder eine Vermutung. Und auf diese Annahme aufbauend, wird dann konstruiert. Was passiert, wenn die Annahme eben nicht zutrifft, sieht man ja bei diesen Crashtests.
Bei einem zentralen Frontalunfall prallen die Autos etwas voneinander ab. Der Unfall ist teilweise elastisch. Das ist aber noch schlechter für die Insassen, da ihre Autos nicht nur auf 0 km/h abgebremst werden müssen, sondern sogar eine negative Geschwindigkeit erreichen, zugegeben: eine kleine.
Es stimmt schon, dass eine doppelte Geschwindigkeit eine vierfache kinetische Energie bedeutet. Ein doppelt so schweres Auto muss eine doppelt so hohe kinetische Energie "abbauen" (insofern ist es idiotisch, mit unnötig schweren Autos unterwegs zu sein!).
Crashen zwei gleicher Autos mit identischer Geschwindigkeit frontal, dann müssen diese Autos insgesamt ihre zweifache eigene Bewegungsenergie "abbauen". Dafür haben sie den zweifachen Weg (zwei Knautschzonen) zur Verfügung. Dennoch entspricht das nicht dem Aufprall eines Autos mit gleicher Geschwindigkeit auf eine Wand.
Denn die Knautschzonen werden anfangs mit der doppelten eigenen Geschwindigkeit belastet. Das Material in den Knautschzonen verhält sich dabei anders als bei der einfachen Geschwindigkeit.
Übrigens ist das mit der vierfachen Energie der Grund, warum es ziemlich idiotisch ist, mit 100 km/h auf die linke Spur einer Autobahn zu wechseln, wenn dort jemand mit 150 km/h fährt. Der Bremsweg von 150 km/h auf 100 km/h ist ziemlich lang, ungefähr doppelt so lang wie der Bremsweg von 100 km/h auf 0 km/h. Und das gilt nur für eine Vollbremsung!
Nochmal, ich wollte eigentlich auf Folgendes hinaus:
Beim NCAP-Crashtest wird ein Zusammenstoß mit einem deformierbaren Hindernis bei 64km/h simuliert. Sprich: Auto kracht mit 64km/h auf anderes, STEHENDES Auto. Oder eben, zwei Autos prallen im Gegenverkehr aufeinander, sind dann aber erheblich langsamer als 64km/h (je Auto). Das ist doch völlig illusorisch und geht sowas von an der Wirklichkeit vorbei!
Der Test sollte lieber mit einem starren Hindernis durchgeführt werden, dann sähe es für die Autohersteller aber gaaaanz düster aus.
Den neuen US-Crashtest begrüße ich ganz ausdrücklich!
Das kommt davon, wenn hierzulande aufgeblasenes Marketing mit technologischer Expertise verwechselt wird. Deutschland ist das Land der Business Hampelmänner, wo durchidiotisierte Betriebswirte Kompetenz vortäuschen wo nichts ist. Seitdem sich die seit den 80'er Jahren herangezüchtete Höllenbrut von Betriebswirten in allen Unternehmen eingenistet hat, spielt Deutschland im technologischen Wettbewerb keine Rolle mehr. Da sind nur noch Nachwehen.