Weshalb darf der Mann noch Bücher schreiben?
DPALeben und Tod, alles eine Frage des Timings: In seinem neuen Roman "Die Zeit, die Zeit" treibt Bestsellerautor Martin Suter seine Figuren in ein Kammerspiel um Fragen der Vergänglichkeit. Mancher philosophische Taschenspielertrick könnte dem Leser dabei auf den Zeiger gehen.
http://www.spiegel.de/kultur/literat...851426,00.html
Weshalb darf der Mann noch Bücher schreiben?
Weil glücklicherweise in unserem Kulturkreis jeder Bücher schreiben darf*, der möchte und veröffentlichen kann, wenn sich Leser dafür finden.
*Natürlich mit Ausnahme von Büchern die gegen geltendes Recht verstoßen, wie z.B. Aufrufe zum Völkermord, Anleitungen zum Bombenbau etc.
Alles andere ist Geschmackssache ...
und sogar einige dieser Bücher sehr schätzen und durch sie gut unterhalten wurden.
Nur weil man einen Autoren bzw. sein Werk nicht mag, sollte man nicht seine Berechtigung etc. in Frage stellen, Bücher zu veröffentlichen. Es zwingt einen ja keiner seine Bücher zu lesen. Aber wenn er eine entsprechend große Leserschaft hat (und das hat Suter), dann ist es allemal einen Bericht auf einer Seite wie Spiegel Online wert.
Dass Suter nicht jedermanns Sache ist, ist doch vollkommen okay. Das muss er ja auch gar nicht. Aber wenn ich etwas nicht mag, dann muss ich mich ja nicht gleich bei einem positiven Bericht negativ äußern. Wieder mal typisch für dieses Forum und Deutschland. Hauptsache schlecht machen, meckern, etc.
Ich möchte mich da ganz u. gar der Meinung von Despair anschliessen.
Ich lebe nun seit vielen jahren in Schweden und muss sagen das es wohl eine Deutsche Eigenschaft u. Unsitte ist zu allem ein kommentar abzugeben ohne hinreichende Hintergrundsinformation.
Dennoch ist es so, dass sich Suters Bücher mittlerweile eigentlich ganz von selbst verkaufen.
Wozu also die viele Werbung dafür? (Auch eine Kritik ist Werbung!) Ich habe schon sehr staunen müssen, als ich im "Heute Journal" gestern Abend den langen Schlussbereicht über den Autor und sein neues Buch sah.
Zugegeben: Ich bin ein großer Suter-Fan, er beflügelt meine eigene Kreativität ungemein. Trotzdem sollten die Medien doch öfter mal auch links und rechts des Mainstreams schauen, was es da für schriftstellerische Perlen gibt.
...sollten schon von der Literaturkritik zu Kenntnis genommen werden, insofern geht das mit der Suter-Besprechung in Ordnung. Gleichzeitig haben Sie völlig recht, wenn Sie fordern, die Literaturkritik solle auch unentdeckte "Perlen" ihre Aufmerksamkeit schenken und die des Publikums darauf lenken. Ein guter Kritiker sollte auch ein guter "Scout" sein und unbekannte Talente aufstöbern und würdigen.