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Neuer Piratenchef Schlömer: "Wir brauchen keine Meinung zu Israel"

DPAEr soll die Piraten in den Bundestag führen: Der neue Parteichef Bernd Schlömer gilt als Integrationsfigur. Im Interview erklärt er, warum er gegen Frauenquoten ist - und warum die junge Partei nicht zu allem eine Haltung haben muss.

Parteitag der Piraten: Bernd Schlömer im Interview - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Diese Positionen der Partei und des vorübergehenden Oberpiraten. Statt stocksteif "Positionen" für ein Wahlprogramm zu erarbeiten (die dann nicht eingehalten werden können), lieber eine Struktur und einen Prozess einrichten, der die Klärung von Fragen möglich macht. Klar haben die Funktionäre in den Parlamenten eine Heidenangst vor Abgeordneten, die einen Sch.... auf Fraktonszwang geben, sondern selbst nachdenken und sich selbst überzeugen wollen. Wenn es z.B. was zu Israel zu entscheiden gibt, werden sich die Piratenparlamentarier darüber informieren, abstimmen und jeder Wähler kann das nachvollziehen. Mitmachen oder eben nicht.
  2. #2

    Eine der wichtigsten Dinge der Anfangszeit

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er soll die Piraten in den Bundestag führen: Der neue Parteichef Bernd Schlömer gilt als Integrationsfigur. Im Interview erklärt er, warum er gegen Frauenquoten ist - und warum die junge Partei nicht zu allem eine Haltung haben muss.

    Neuer Piratenchef Schlömer: "Wir brauchen keine Meinung zu Israel" - SPIEGEL ONLINE
    dürfte für die Piraten sein, sich nicht wie die Parteien der kap. Einheitsfront und deren Medien Gleichschalten zu lassen.
    Die Freiheit der Meinung sollte als wichtiges Grundprinzip unbedingt erhalten bleiben.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er soll die Piraten in den Bundestag führen: Der neue Parteichef Bernd Schlömer gilt als Integrationsfigur. Im Interview erklärt er, warum er gegen Frauenquoten ist - und warum die junge Partei nicht zu allem eine Haltung haben muss.

    Neuer Piratenchef Schlömer: "Wir brauchen keine Meinung zu Israel" - SPIEGEL ONLINE
    Der ist gut. Wenn die so weiter machen, kriegen die meine Stimme auch noch. Sonst bekam die immer die CDU/FDP. CDU hat sich sowieso ganz verschwerzt, 1. FDP 2. Pirat kann ich mir vorstellen.

    Ich finde die Art gut wie die sich nicht einlullen lassen. Die brauchen gar nix und müssen nix, genauso siehts nämlich aus. Ich kann dieses theatralische Theater in der Politik sowieso immer nicht ab, das man zu jedem Sack Reis der in China umfällt immer gleich eine Meinung haben muss und teilweise wochenlang Säue durch die Medien getrieben werden die eigentlich keine Sau interessieren müssten.

    Ich finde die ungekünstelte Sprache und die unkonstruierten Antworten gut. Endlich mal Aussagen die nicht von irgendso einem schmierigen Pressesprecher zusammengeschustert wurden nur damit es schön klingt aber nix aussagt.

    Dem seine Meinung zu Frauenquote und Rentenalter teile ich auch voll und ganz.

    Also dann, vorwärts Piraten, klar machen zum entern! (des Bundestages) :)

    Könnte mir vorstellen das die neoliberale Ansätze mittlerweile besser vertreten können als die FDP, die zwar vorgibt zu wollen, aber nichts tut und sich mittlerweile nur noch verzettelt und einen auf Volkspartei machen möchte. Sowas will ich nicht.
  4. #4

    Die Medien wollen immer alle Piratenpolitiker auf das Bild der etablierten Politiker festnageln: zu allem eine Meinung, aber von nichts eine Ahnung.
    Dabei haben wir alle noch den Panoramabericht vor Augen, als die Parlamentarier vor der extrem wichtigen Abstimmung über die Rettungsschirme gefragt wurden, wozu sie denn überhaupt ihre Zustimmung geben werden und viele keine Ahnung hatten.

    Wenn die Piratenpartei im Parlament vertreten ist, wird sie im Gesetzgebungsverfahren zu den Gesetzen eine Position erarbeiten, hoffentlich im Gegensatz zu den anderen Parteien durch Willensbildung bottom up, also demokratisch. Bis dahin ist es albern, einfach einen Katalog mit allen möglichen wichtigen und unwichtigen Problemen abzufragen und um eine Meinung zu bitten. Dann wird sich zeigen, ob sie schwächer oder stärker wird. Von der Piratenpartei wird vor allem erwartet, dass sie eine Demokratisierung von Politik und Gesellschaft vorantreibt und das System aus seiner Starre befreit, damit viele, die sich bereits von dieser Demokratie abgewendet haben, wieder zurückfinden
  5. #5

    Nicht zufassen. 99% aller Deutschen haben eine Meinung zu Israel selbstverständlich, weil Israel für sie mindestens so wichtig ist wie Berlin oder Hameln. Dafür haben 0% eine Meinung zu Bolivien. Woran das wohl liegen mag? Jedenfalls freut's mich, dass wenigstens die Piraten ausnahmsweise keine Meinung zu Israel haben. Sehr erfrischend.
  6. #6

    Dieses Interview macht die Piraten noch sympathischer. Interessant, mit welchen Grundannahmen der Spiegel-Journalist das Gespräch führt. Wo steht überhaupt geschrieben, dass man für alles und jedes eine Position haben muss. Haben das denn die anderen und wenn ja, halten die sich daran? Man bekommt wohl auch eine Zulassung als Partei, wenn man nicht zu allem, von den Medien gehypten Themen, eine Meinung hat. Schlimm übrigens die Überschrift des Artikel.
  7. #7

    Ich wünsche dem Vorsitzenden und uns allen, dass er diese coole Art beibehält und sich nicht zu allen möglichen Worthülsen drängen lässt. Die Journalisten sind nichts anderers als die Soldaten, die den Sperling zum Galgen führen wollen. Schon schlimm genug, dass es diesen Trauerklößen gelungen ist der freiheitlichsten Veranstaltung seit dem Hambacher Fest das Ritual der Naziverdammung abzunötigen. Als nächstes kommt jetzt das Existenzrecht Israels... das konnte er noch abwehren... und die Distanzierung von Günter Grass. Die Interviewer merken doch gar nicht mehr in was für festgelegten Bahnen sie die BürgerInnen gerne sehen wollen, aber das ist das Problem mit der Freiheit, sie ist ein wundersames Tier.
  8. #8

    Gut gemacht

    Ein sehr ordentliches Interview von Bernd Schlömer. Selten so eine dezidiert gute und reife Meinung vernommen in der bundesdeutschen Politik. Vor allem die Hektik- und Hatzresistenz, die da zutage tritt, ist Musik in meinen Ohren. Unaufgeregt den eigenen Stiefel durchziehen, Transparenz und Bürgerbeteiligung ausbauen, die Korruption von Union, FDP, SPD, Grünen abschaffen, soziale Diskrepanzen abmildern. Der scheint zu wissen, was er tut. Und er hat einen riesigen, nahezu unbestechlichen Thinktank zur Hand.

    Ich glaube wieder an die Demokratie.
  9. #9

    Kein Interessenskonflikt? Wie bitte?

    Die ach so rebellischen Piraten werden nun also von einem Regierungsbeamten aus dem Verteidigungsministerium angeführt - und der weist gleich mal jeglichen Interessenkonflikt zurück? Wie absurd das ist, zeigt doch schon dieses SPON-Interview: Mindestlohn? Israel? Lebensarbeitszeit? Etc.? Herrn Schlömer ist es nicht einmal peinlich, dass ihm außer den bekannten Piraten-Floskeln nichts bis gar nichts einfällt. Beamter eben, doch was sollte man von einem Ministeriums-Referent auch erwarten?


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