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Neuer Piratenchef Schlömer: "Wir brauchen keine Meinung zu Israel"
DPAEr soll die Piraten in den Bundestag führen: Der neue Parteichef Bernd Schlömer gilt als Integrationsfigur. Im Interview erklärt er, warum er gegen Frauenquoten ist - und warum die junge Partei nicht zu allem eine Haltung haben muss.
Parteitag der Piraten: Bernd Schlömer im Interview - SPIEGEL ONLINE
- #270 30.04.2012 12:05 von
- #271 30.04.2012 12:07 von
- #272 30.04.2012 12:14 von
Wohl eher nicht, denn diese Beschränkung der zeitlich beschränkten Kontrolle über Patente, ist ja Realität, und das auch aus guten Grund.
Die Idee, jemanden, der eine bestimmte nützliche Idee zuerst hatte, an den Gewinnen, die damit gemacht werden zu beteiligen, ist erstmal grundsätzlich richtig. Dabei Stand zu Anfang auch der Schutz des Erfinders im Vordergrund, der sonst gegenüber den Firmen, die ja meist benötigt werden um eine Erfindung auch kommerziell zu verwerten, kaum etwas hätte ausrichten können. Inzwischen werden Patente, auch solche von zweifelhaften Wert, als Waffen zwischen Firmen verwendet. Der Schutz des Erfinders tritt dabei immer mehr in den Hintergrund. Hier inzwischen entstandene Auswüchse einzuschränken, ist legitim und hat nichts mit Planwirtschaft zu tun. - #273 30.04.2012 12:15 von
- #274 30.04.2012 12:16 von
- #275 30.04.2012 12:27 von
Soweit ich unsere repräsentative Demokratie verstanden habe, soll ich jemanden wählen, der am ehesten MEINE Positionen vertritt. Wie soll ich denn nun eine Partei mit meiner Vertretung beauftragen, wenn ich deren Positionen zu wichtigen Fragen nicht kenne, da sie keine hat?
Da mag ja noch jeder "direkte Demokratie ftw" rufen, aber so lange wir in einer repräsentativen Demokratie leben, werde ich mich einfach weiter weigern, irgendwelchen potentiellen Mandatsträgern einen Blankoscheck auszustellen. "Not in my name". - #276 30.04.2012 12:27 von
Unter Jolly Roger ...
Bin ich Pirat? Nein, aber womöglich demnächst.
Habe ich eine Meinung zu Israel? Zufällig ja. Ein schönes Land mit überwiegend sehr (gast-) freundlichen Menschen, leider derzeit mit einer Regierungskoalition bestraft, für die das Wasser zu schade ist, mit dem man sie eigentlich das Klo runterspülen müsste. Also ein wenig wie in Deutschland. Und das verbindet heutzutage mehr, als die Shoah trennt.
Was aber, wenn meine Partei kollektiv eine andere Meinung vertritt? Was hätte ich davon? Und was hätte Israel von so einem Lippenbekenntnis, dass mehr dazu dienst, die "vierte Gewalt" im Staate zu befriedigen, als das es die Beziehungen zu Israel verbessert?
Parteien brauchen keine Meinungen, Menschen brauchen welche. Parteien benötigen nur einen Konsens der Meinungen ihrer Mitglieder und der Bürger, die sie vertreten. - #277 30.04.2012 12:28 von
Herrlich, diese unverbesserliche Leitwolfmentalität. Dass man Politik auch ohne Anführer machen kann und genau dies von den Piraten gerade angegangen wird, scheint vielen noch zu entgehen.
Das Wort Demokratie ist zumindst für mich unvereinbar mit dem Begriff Anführer, Führungsposition, usw.
Herr Schlömer bekleidet für das nächste Jahr ein vom Parteiengesetz (in seiner pyramidenstrukturfördernden Architektur) zwingend vorgegebenes Verwaltungsamt. Das ist dann aber auch schon alles - auch wenn man ihm natürlich wünscht, in dieser Zeit einige vernünftige Eingaben machen zu können. Dass in anderen Parteien dieses Verwaltungsamt real gleichgesetzt ist mit einer "Anführerfunktion", das genau ist eine der Ursachen, warum wir meiner Ansicht nach in dieser Republik einen herben Mangel an gelebter Demokratie haben. - #278 30.04.2012 12:29 von
Ihr Einwand
íst von ähnlicher gedanklicher Qualität, wie der von Studentenvertretern, die dann, wenn von 3000 Fakultätsmitgliedern 30 an einer Abstimmung teilnahmen, von Entscheidung einer Vollversammlung sprachen. Schließlich hätten die anderen ja auch kommen können.
Der Forist hatte mit Recht darauf aufmerksam gemacht, dass es sich um eine Art Etikettenschwindel handelt, wenn man die "Basisdemokratie" behauptet, aber nur die Avantgarde entscheiden lässt. Eine wirklich der Basis verpflichtete Partei müsste obligatorisch unter ihren Wählern die Zustimmung einer absoluten Mehrheit zu politischen Entscheidungen einholen. Wie das gehen soll - tja, das herauszufinden ist nun mal wirklich eine Aufgabe. - #279 30.04.2012 12:37 von
Gegenfrage:
Was hat "unsere" Marktwirtschaft denn noch mit Marktwirtschaft zu tun?
Aufstocker-Jobs und Wirtschafts-Subventionen, Bankenrettung, Griechenland-Rettungsschirm, Euro-Rettung....das sind Billionen-Ausgaben zu Lasten des europäischen Steuerzahlers, die komplett an der Marktwirtschaft vorbei gehen.
In einer echten Marktwirtschaft wären unsere Superreichen halt ziemlich pleite, die Banken wären komplett pleite. Und fertig wär der Lack.
Aber für den Fall haben wir ja "unser" Politbüro. Nur dass es eben von den Superreichen geleitet wird. Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Zur Rettung der Marktwirtschaft?
Oder vielleicht auch nur zur Rettung der Ausbeuter?
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