Das hat sie mit Sicherheit nicht, da sie von Guttenbergs Lüge vor dem Parlament offensichtlich nichts ahnt. Die demokratischen Standards, die von KTzG verletzt wurden, sind ihr nämlich geläufig.
Es handelt sich um ein klares Missverständnis, keine wohlerwogene andere "Meinung".
Dieser Vergleich ist abwegig.
1) Er hat seine Straftat weder eingestanden noch hat er gebüßt. Die Hofer Staatsanwaltschaft hat keine Anklage erhoben, weil sie sich ausschließlich auf die Frage des wirtschaftlichen Betrugs beschränkt hat. Guttenberg ist insofern zu glimpflich davongekommen, als er die Einstellung des Verfahrens nunmehr für seine Lüge von der angeblichen, völlig unglaublichen Unabsichtlichkeit seiner Plagiate kapitalisiert. Hierüber muss immer noch aufgeklärt werden, anders als bei einem Straftäter, dessen Straftat voll erkannt ist.
2) Guttenberg ist daher auch nicht das Opfer eines Mobbing; und die Menschen, die die Dinge beim Namen nennen, sind keine Mobber, sondern betreiben nötige Aufklärung. Dass er unschuldig verfolgt wird, ist allerdings der Eindruck, den er seit Ende Februar im Gegensatz zu den Tatsachen immer wieder zu erzeugen versucht. Er verfährt mit seinen rhetorischen Verdrehungen so raffiniert, dass Massen---auch Sie---diesen seinen Tricks aufgesessen sind.
Ihm wird mit Recht vorgehalten, dass er seine Promotionsleistung nicht erbracht sondern strategisch und absichtlich seine Fakultät irregeführt und sodann das deutsche Parlament mit seiner unfasslichen Schutzbehauptung von der angeblichen Unabsichtlichkeit belogen hat.
3) Er bedarf zum jetzigen Moment keines Mitleids wie dieser bestrafte Straftäter. Mitgefühl aber bedarf die deutsche Demokratie, deren Standards ihm nicht zum Opfer gebracht werden sollten.
4) Es handelt sich bei dem, was Kroes ihm geboten hat, nicht um eine politisch belanglose Arbeitsstelle; sondern das ganze Manöver stellt sich deutlich als Ansatz für einen politischen Karriere-Sprung für ihn dar.
Ich finde, die Missverständnisse von Frau Kroes zurückzudrängen, ist die Pflicht eines Demokraten.
Ich fürchte, Sie sind bedenklich irregeführt.
Hier dürfte die Wirkung von Guttenbergs rhetorischen Manipulationen zu erkennen sein, wonach eine jegliche, auch noch so sachliche Kritik an seiner essenziellen Unehrlichkeit zu verdammen ist, obwohl er uns diese täglich vor immer zahlreicherem Publikum aufdrängt.
Bitte erklären Sie mir, was geschehen müsste, damit Sie seinen Betrug an der Bayreuther Fakultät und seine Lüge vor dem Bundestag als solche erkennen.

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