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Neuer Energiewirtschaft: Der lange Weg zur Zivilisation 1.0
Homo sapiens hat es weit gebracht vom Jäger und Sammler bis zum Demokraten. Auch die nächsten Zivilisationsstufen werden große Anstrengungen erfordern, glaubt Autor Michael Shermer. Der Schlüssel dazu: ein weltumspannender freier Handel mit erneuerbaren Energien.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...669218,00.html
- #1 28.12.2009 13:45 von akraft
Weltumspannender freier Handel?
Freier Handel, der sich über die ganze Welt erstreckt? Nun ja, in gewisser Weise haben wir das ja bereits mit allen ach so "positiven" Folgen.
Die Grundproblematik bleibt doch die, dass ich nicht auf der einen Seite die Produktionspreise von Afrika zahlen kann und auf der anderen Seite erwarte, dass die Leute die Mieten in Deutschland zahlen können. Das funktioniert so nicht.
Gerade der globale Handel ist ein wesentlicher Risikofaktor, da bei ihm betriebswirtschaftliche Interessen mit volkswirtschaftlichen Auswirkungen kollidieren. Es ist extrem utopisch zu glauben, dass wir das kurz- oder mittelfristig in den Griff bekommen. - #2 28.12.2009 14:59 von
Da gibt's noch weitere Konfliktfelder...
Zitat Spiegel Online:
“Typ 1.0:
...
Alles Wissen ist digitalisiert und für jedermann zugänglich.
...
Und wer zeigt der unheuren Menge Halbgebildeter die Prioritätenskala innerhalb des Wissensbestandes? Wer verhindert Scheindemokraten, die um die Macht dieser Art Bildung wissen, vor der Rainer Kunze mit den Worten “Unwissende, damit ihr unwissend bleibt, werden wir euch schulen” gewarnt hatte?
Sicher wäre mit günstiger und ausreichend vorhandener Energie ein wesentliches potentielles Konfliktfeld weniger. Doch auch mit noch so vielen “Desertecs” lässt sich der Energiebedarf nur zu einem geringen Teil decken. Der Streit um günstige Erzeugerflächen ist schon jetzt absehbar.
Im Übrigen gibt es weitere Objekte der Begierde, die durchaus Anlass für Kriege sein können. - #3 28.12.2009 15:19 von
Träumer 2.0
Immer wieder herzerfrischend, wenn Träumer die Menschheit retten wollen und dabei die Realität einfach ausblenden.
Die Politik ist noch nicht einmal in der Lage, die Banker und Finanzmärkte zu bändigen. Und die Menschen werden auch in Zukunft einfach das machen, was ihnen den meisten Gewinn und höchsten Lebensstandard einbringt - und zwar hier und jetzt, ohne Rücksicht auf morgen. Betrachtet man die bisherige Geschichte, dann scheint das hervorragend zu funktionieren: Der jetzigen Generation (ganz gleich, wo sie lebt) geht es besser als allen Generationen zuvor.
Wer da lenkend eingreifen würde (nehmen wir mal an, das wäre möglich), läuft Gefahr, eine Menge Unheil anzurichten. Der Klimahype ist ein Beispiel dafür - auch wenn sich erst in 20 Jahren herausstellen wird, wie albern das Ganze wirklich war.
Oh Göttin, schütze mich vor Menschen, die es gut meinen... - #4 28.12.2009 15:25 von
Bevölkerungswachstum
Das unregulierte Bevölkerungswachstum ist die Ursache aller globalen Ernährungs-, Energie- und sonstigen Umweltprobleme.
Wer das unregulierte Bevölkerungswachstum als Ursache unserer globalen Probleme und Herausforderungen verschweigt hat wohl etwas Anderes im Sinn als Erhalt und Fortführung unserer Zivilisation und ist in einer Diskussion um die Zukunft derselben kaum ernstzunehmen. - #5 28.12.2009 15:32 von Galaxia
Tada!
Danke für diesen Weitsichtigen Beitrag auf SPON.
Hier ersetzen "Mahner" die Aufgabe von nicht vorhandenem "Weisen Rat" in unseren Schaltstellen.
Man stelle sich nurmal vor, wir wären schon 100% EE.
In der Realität verliert Deutschland jedes Jahr wegen einer lahmen Merkel, von dem was einst die Grünen vorangebracht haben und Heute als Standard gilt. Dies brachte uns die Weltführerschaft und den stärksten Wirtschaftsmotor (Siehe Beschäftigte EE in Deutschland).
Mehr als in der Machienen oder Autoindustrie, welcher Subventionierung wegen immer mehr dazu beiträgt Deutschland abzuwracken, weil alte starre - greise Alte Firmenlenkergewohnheiten an fast 200 Jahren alten technologien festhalten. Dabei ist Elektro so viel cooler als dieses stinkenden dreckigen Co-2 Schleudern.
Kann und wird Deutschland neue Akzente setzen und entschloßener auf EE umstellen in 2010?
Oder verliert man weiter an Boden und Wirtschaftspotential?
Viel hängt wohl davon ab inwiefern Deutschland sich bei EE vorhaben (zB Desertec und Zentral und Dezentralisierung von EE Gewinnung/Bereitstellung) einbringt und fördert.
Die Früchte dieser Unternehmeung könnten wir hier alle noch ernten und unseren Beitrag für die Stabilität Afrikas und dem globalen Emissionen (Weniger Flüchtlinge, weniger Terror).
Der nächste Wirtschaftsaufschwung kann nur mit EE gelingen, solange wir damit hadern, wird es keinen neuen Job Motor geben - nirgends.
Wo bleibt das Recht sich Selbstständig mit EE zu versorgen?
Wo bleibt die Infrastruktur für den EE Nah und Fernverkehr in Deutschland?
Wo bleiben die Pilotprojekte und Regulierungen für Co-2 Freie Innenstädte und mehr Lebensqualität?
Durch Deutschland muss ein Ruck gehen!
Auf ein erfolgreiches 2010. - #6 28.12.2009 15:46 von
Unbefriedigend!
Ob die "liberale" Demokratie in der heutigen Form zur Zivilisation 1.0 wird, das wage ich doch mal stark zu bezweifeln. Heutige Kennzeichen der westlichen Gesellschaften einfach in die Zukunft zu projizieren ist gleichermaßen arrogant und naiv.
Eine Zivilisation 1.0 wäre eine Welt, in welcher aufgrund der optimalen Nutzung aller Energieressourcen auch kein Mangel mehr herrscht. Erst wenn jeder Mensch dieser Welt über genug materielle und soziale Möglichkeiten verfügt ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu leben, dann sind wir auf der Stufe 1.0 angelangt. Nachhaltige Technologie, soziale Führsorge, Entfaltungsmöglichkeiten und die Partizipation eines jeden an Politik und Gesellschaft sind jedoch schwer umzusetzen in einer Welt der begrenzten Ressourcen und des Machtstrebens ihrer Eliten.
Die Probleme des noch jungen 21. Jahrhunderts sind so schwerwiegend, dass langfristig auch ein Rückfall in Despotismus möglich erscheint. Die Tendenz geht im Moment eher in Richtung Zwei-Klassen-Welt, in welcher die Eliten zunehmend die Demokratien aushebeln, durch subtile Einflussnahme auf die öffentliche Meinung und direkte Einflussnahme auf die Ministerialbürokratien. Die Parlamentarier wissen doch schon längst nicht mehr was sie dort zustimmen und verfallen einer Machtillusion. Das Primat des Handelns liegt längst nicht mehr bei der Politik.
Unsere heutige Zivilisation umgibt ein Schein aus schönen Worten. Das wichtigste dieser Worte ist "Freiheit". Doch in der Realität geht es um Geld und Macht. Und die Ironie an der Geschichte ist, dass jene die am lautesten nach der Freiheit schreien, am ehesten jene sind, welche ebendiese einschränken um Wohlstand und Kontrolle der eigenen elitären Kaste sicher zu stellen.
Daher weigere ich mich das Wort "liberale Demokratie" in Zusammenhang mit zivilisatorischem Fortschritt zu benutzen. Die liberale Demokratie mag ideel gesehen toll sein, aber das ist der Sozialismus ebenfalls. Die Zukunft der Menschheit kann aber immer nur darin liegen die Geschichte zu überwinden indem man sich von den Ideologien und Begriffen der Vergangenheit löst und neue Ideen entwickelt. Dieser Prozess ist im Westen bezüglich Gesellschaftsmodelle weitgehend zum Stillstand gekommen. Die technische Entwicklung schreitet voran, aber die ideele ist auf dem Stand von Adam Smith.
Ironischerweise ermöglicht es nun die Technik in Form von CTs etc. ins Hirn zu blicken und alte liberale Mythen vom Homo Oeconomicus zu widerlegen. Doch im Überfluss des Informationszeitalters finden solche Erkenntnisse kaum Gehör. Die Demokratie scheitert im Moment an der Fähigkeit der Informationsverarbeitung und dies öffnet Spielräume für Manipulationen.
Von den Eliten kann man Alternativen nicht erwarten, denn die liberale Demokratie ist ihre Spielwiese und bietet ihnen vielfältige Möglichkeiten das Spiel zu dominieren. Die Normalbürger sind hingegen zu desinteressiert und lassen sich beeinflussen. Allein die Technikentwicklung birgt noch gewisse Hoffnungen, könnte sich aber genauso gut auch destruktiv auswirken.
Die Zivilisation 1.0 ist jedenfalls weiter entfernt als sich der Autor vorstellt. Wir messen uns nur an Staaten wie Afghanistan, wenn es um zivilsatorischen Fortschritt geht. Gemessen an der Zukunft und den Möglichkeiten sind wir mit unserer liberalen Demokratie stark unterentwickelt. Wir sind nicht die Krönung der Geschichte, sondern der peinliche Beginn eines neuen Zeitalters. - #7 28.12.2009 17:20 von
Klartext
Danke für diesen Beitrag. Ich schlage vor, ihn zu jedem Jahreswechsel immer wieder zu veröffentlichen... solange jedenfalls, bis wir in der Zivilisation 1.0 angekommen sind.
Da ich selbst seit bald 40 Jahren an genau diesem Thema arbeite (und nein - nicht nur theoretisch!!), kann ich den Ansatz von Michael Shermer umfassend bestätigen und unterstützen.
Als Beitrag zu dem erforderlichen 'freien Wissensfluß' - und explizit zum Thema der Erneuerbaren Energie - habe ich vor zwei Jahren die bislang umfassendste Online-Publikation dazu veröffentlicht, mit inzwischen um die 2.500 Seiten voller Ideen und Umsetzungen, Plänen und Projekten zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Erneuerbaren Energie.
Am besten den Inhalt von Teil C durchscrollen, um einen schnellen Eindruck von Umfang und Tiefe des dargebotenen Materials zu bekommen:
http://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/inhalt_c.htm - #8 28.12.2009 22:45 von
Unsinn
Schon die Kernaussage der Erneuerbaren Energie ist Unfug. keine Energie ist Erneuerbar. Solarzellen müssen gebaut werden und nutzen sich ab, Windräder müssen gebaut werden und benötigen Wartung und nutzen sich ab.
Man kann das auch implizite sehen. In unserer Gesellschaft werden alle Ressourcen in Geld umgewandelt und dann weitergegeben. Wären die erneuerbaren Energien erneuerbar wären sie billiger, offenbar verbrauchen sie nur andere Ressourcen an anderer Stelle (Menschliche Zeit, Material, Fläche etc.)
Aber gehen wir von der These aus das es Energie, umsonst, für alle, ohne Nebenwirkung gibt. Es gibt zwar Utopisten unter den Menschen aber wir haben unsere konstruktive Quelle unterhalb der Destruktion angesiedelt, mit anderen Worten, unter Druck arbeitet unser Hirn am besten (Oh Scheiße, der Löwe will mich fressen. Ah ein Dornenzweig, prima).
In einer Gesellschaft ohne Ressourcen Knappheit und Frieden würden wir in Stillstand verfallen und dann zerfallen. Das ist in der Geschichte oft genug passiert.
Wir werden uns sicher im Sonnensystem ausbreiten, und sicher werden wir vorher, mit Fusion oder etwas anderem kleveren, Energie ohne Ende erzeugen. Aber die Welt wird deswegen nicht gerechter und die Menschen nicht besser. Und wenn wir uns weiterentwickeln und ausdehnen werden wir das nicht tun weil wir so nett sind sondern weil wir uns sonst gegenseitig umbringen, deshalb wird der Mensch sich alles nehmen was er will.
Im Prinzip sehen wir das schon heute. Energie und Essen um alle Menschen im Wohlstand leben zu lassen haben wir schon. Wir könnten mit Solartechnik in der Wüste usw. + koordinierter Landwirtschaft alle Probleme lösen, aber wir machen es nicht.
Das ist eben die Natur des Menschen. Ich denke es ist besser das anzuerkennen und an unserer persönlichen Verbesserung und Sozialen Struktur zu arbeiten als sich irgendeinen utopischen, altruistischen Mumpitz ein zureden.
Sorry für meine offenen Worte. - #9 29.12.2009 12:19 von
Konzept verfehlt...
... soweit mir bekannt, haben die Aussagen Sagans und Kardaschows zum Energiekonsum einer Zivilisation keinerlei politische Implikationen. Das hier ist das Überstülpen einer empfundenen Fortentwicklung der menschlichen Gesellschaft nach sehr selbstbezogenen Kriterien über ein Modell, dass bestenfalls zur technologischen Charakterisierung von Zivilisationen reicht. Ein exponentieller Energienutzungszuwachs zwischen den einzelnen genannten Stufen wirkt doch sehr konstruiert, besonders während der steinzeitlichen und antiken Phasen des Planeten mit nahezu unveränderter Bevölkerung.
Was man hingegen sehr gut aus dieser Skala lernen kann, ist, dass - keine übermäßigen Brüche oder Katastrophen vorausgesetzt - das derzeit exponentielle Wachstum des Energieverbrauchs der Menschheit in nur ein paar hundert Jahren das Niveau erreicht haben wird, dass die Menschheit genau so viel Energie verbraucht wie zu jedem Zeitpunkt von der Sonne die Erde trifft - gleich aus welcher Quelle.
Verfechter des obengenannten Modells argumentieren auch, dass ein solcher Energieverbrauch mit Kontrolle über Wetter und andere globale Phänomene einherginge, was wiederum spekulativ scheint. Viel interessanter ist die Frage, was die Menschheit bei fortgeschriebenem exponentiellem Wachstum ihres Energieverbrauchs in ein paar tausend Jahren tun wird, wenn der Bedarf die Leistung der Sonne erreicht hat.
Konsequenzen oder die Notwendigkeit für ein bestimmtes politisches System sehe ich in diesen Zusammenhängen hingegen überhaupt nicht.
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