dapdChristian Wulffs Rücktritt trifft auch die Kanzlerin. Angela Merkel hat den peinlichsten Bundespräsidenten in der Geschichte Deutschlands zu verantworten. Jetzt ist sie in derselben Lage wie nach dem AKW-Gau in Fukushima: Sie kann einen zentralen politischen Fehler korrigieren.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...816034,00.html
Zu Ihrem Punkt 1.: Kurz und bündig ist das einfach Quatsch. Schauen Sie sich mal an, wie die demokratisch vorbildliche Schweiz ohne diesen formalen Kokolores auskommt. Jeder Minister macht diese Show mal für ein Jahr nebenbei. Wenn sich der BuPräser übrigens weigert, ein Gesetz zu unterzeichnen, wird das vom Bundestag (auf Wunsch der jeweiligen Lobby - Ironie Ende -) einfach doch beschlossen. Gabs mal bei Heuss, wenn ich mich recht ensinne. Wurde damals bei uns im Sozialkundeunterricht in der Höheren Schule ausgiebig behandelt, um zu zeigen, wie der Staat in der Praxis funktioniert. Könnte bei Scheel auch noch mal vorgekommen sein - oder bei Rau?
Zu Ihrem Punkt 2.: Unter der untersten Gürtellinie, no comment!
Die gefühlten Tausend allein hier im Forum genannten Namen - und die Ablehnung, die diese sogleich bei anderen hervor rufen - zeigen wie schwierig die Suche eigentlich ist. Der Kandidat aller kann wohl nur jemand sein, der stromlinienförmig genug ist, um nirgendwo anzuecken, sich auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner bewegt und niemandem weh tut. Ob von so jemanden inspirierende Reden zu erwarten sind? Vielleicht ist Konsens am Ende doch nicht so toll?
Ilse Aigner for President!!!!!!!!! Das wäre es! Da kann man nicht viel falsch machen und mit ihren jungen Jahren hat sie bestimmt noch nicht so viele (finanzielle) Versuchungen wie ein Alt-Ministerpräsident gehabt. Das Wichtigste aber ist: Ein (unauffälliger und) stilvoller Abgang als Agrarministerin. Man sollte sie unbedingt jetzt weg loben!
Nach dem Rücktritt von Horst Köhler hat vier Wochen lang der Bremer Bürgermeister Jens Böhrnsen bewiesen, dass er das Amt hervorragend ausfüllen kann.
Es gibt ja hier einige gute kabarettistische Vorschläge. Das ist der Situation durchaus angemessen.
Ersthafter genannte Namen wie zum Beispiel Joachim Gauck, Margot Käsmann oder Katrin Göring-Eckardt verstehe ich dagegen überhaupt nicht. Was haben die geleistet? Postoral alleine reicht m.E. nicht aus. Reden können die auch nicht. Predigen möchte ich keine hören. Dafür ist die Kirche zuständig.
Wie ich es drehe und wende: mir fällt aus dem politischen Betrieb niemand ein, der sittlich und moralisch geeignet wäre.
Deshalb: jemanden aus der Kultur. Daniel Barenboim zum Beispiel. Dieser Mann ist im besten Sinne den Menschen zugewandt, hat Charme und Witz, ist gebildet und einer der herausragensten Humanisten in diesem Land.
Das Wort Saustall ist richtigerweise von dir genannt worden! Doch wer hilft dabei diesen Saustall auszumisten! Es werden immer wieder neue Ferkel eingestallt, und die entwickeln sich später wieder zu Sauen. Hilfreich wäre aber Parteispenden zu verbieten. Nebenjobs als Abgeordneter zu verbieten. Damit würde Lobbyismus weitgehend unterbunden. So wie derzeit, geht Demokratie immer mehr den Bach herunter! Kein Licht derzeit am Ende des Tunnels!
Breit wie ein Haus. Mutti stehen die Kleider, in denen die Presse in Griechenland, Italien, Spanien, Irland, England, Polen und, wie ich kürzlich sah, sogar Foristen aus Indien, sie gerne darstellen, doch sehr gut. Das passt schon. Und vergessen Sie doch endlich einmal diesen ganzen Quatsch mit der Würde und der Ehre und Menschenrechten und solchem Zeug. Mit der Würde des Amtes, der Griechen, des Rechtsstaats, der von der EUdSSR vergewaltigten Nationen, der Flugzeugpassagiere, der Eltern usw. - das ist alles common nonsense. Schon Anfang 2008 war der Bundesverfassungsgerichtspräsident einerseits nicht willens und / oder nicht im Stande, den Artikel 1 des GG öffentlich zu zitieren, ohne dabei die Pflicht aller staatlichen Gewalt zum Schutz der unverletzlichen Menschenwürde zu vergessen. Das distingierte und an sich sehr kritische Publikum hat sich daran nicht weiter gestört, es wohl für einen läßlichen Fehler gehalten oder noch nicht einmal bemerkt. Andererseits hat der Herr Bundesverfassungsgerichtspräsident ja auch bedauert, dass sein Gericht über keine Exekutivgewalt verfügt, "nicht den Gerichtsvollzieher schicken kann". Drei Jahre zuvor, drei Jahre vor der Wirtschaftskrise, mit der jetzt die ganze Welt ringt, in dem Jahr, in dem mit Frau Merkel als deutscher Kanzlerin das "vielleicht ein bisschen gefährlich" und "notfalls ehrlich reden, aber mein Ziel ist es" - Pragmatriarchat Richtlinie deutscher Politik wurde, hatte die Bundesjustizministerin auf Frage nach Gesetzen zum Schutz vor Korruption und Betrug öffentlich erklärt, sie "sehe keinen Handlungsbedarf, weil" sie "auf die selbstregulierenden Kräfte des Marktes vertraue". Wäre es nicht wunderbar gewesen, wenn sich die Märkte 2008 endlich selbst reguliert hätten? Mutti hat aber lieber die Planwirtschaft eingeführt. Sie sehen also, das System selbst legt es mit seinen Repräsentantinnen und Repräsentanten spätestens seit 2005 auf Subversion an. Der Rechtsstaat gilt seither zudem nicht nur als wirtschafts - , sondern auch als frauenfeindlich, da er einen disparate impact oder einen adverse impact der affirmative action nicht vorsieht. Eine Gemeingefährlichkeit ihrer Bundeskanzlerin scheint die Deutschen nicht weiter zu stören. Subversion und Zersetzung waren doch auch bei der Stasi schon das Mittel der Wahl bei der "operativen" Auseinandersetzung mit "feindlich - negativen" Kräften. Mutti sagt, sie kann sich nicht erinnern. Da ist sie wieder, die Kunst des Vergessens, die sogar so weit geht, dass Fotos angestrengt vergessen werden, die Frau Merkel beim unschuldigen Spaziergang in Grünheide zeigen. Vor siebzig Jahren waren es die Buben, jetzt sind eben 'mal die Mädchen dran. Die dürfen das. Fehlt eigentlich nur noch, dass das Amt des Präsidenten im Amt des Kanzlers aufgeht, wie am 2. August 1934.
So ein Land als Präsident zu repräsentieren, ist an sich eine Entwürdigung. Jeder, der es nicht als Präsident repräsentiert, hat mehr Menschenwürde. Und eine "Würde des Amtes" gibt es nicht. Ämter haben keine Würde. In Deutschland jedenfalls nicht. Da ist die Würde von Ämtern, sollte es so etwas jemals gegeben haben, schon lange verwirkt.
...und das wichtigste! ...die Medien werden dann endlich Ruhe geben da kein "konservativer" mehr auf dem Präsidentenstuhl hockt!!! Gysi beherrscht das allseits gewünschte Repertoir "politisch korrekter" Floskeln aus dem ff und wird somit den Medien keinen Anlass geben das Feuer zu eröffnen!!!! ...und das ist doch schon etwas!