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Neuer BR-"Tatort": Auf böse folgt böse

Was muss ein guter "Tatort" sein: Kunst? Kino? Nichts davon - der BR setzt auf Realismus. Und erzählt an diesem Sonntag mit minimalen Mitteln eine große Geschichte von Gewalt und Gerechtigkeit. "Nie wieder frei sein" ist das Vermächtnis der gerade verstorbenen Erfinderin des Duos Batic/Leitmayr.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,735216,00.html
  1. #60

    Ja,

    Zitat von unente Beitrag anzeigen
    Das "Ermittlerduo" dagegen agierte fast die ganze Zeit gegen fast alle möglichen Gesetze. Zuerst wird bei der Observierung gegen Gesetze verstoßen, dann die Verteidigerin beleidgt, der angenommene Entführer der Frau misshandelt, der Kollege deckt den Folterer dann auch noch - alles reinste Polizeistaatsmethoden aber am Ende sind sie dann doch die glorreichen Sieger.
    Ja, ich bin völlig Ihrer Meinung, dass das Ermittlerduo sich völlig daneben benommen hat, ich finde auch, dass man einen Menschen, der eine Frau nachweislich vergewaltigt hat, eine andere ermordet hat, dass man den doch bitte ehrlich und fair behandeln möge! Besonders dann, wenn er im Verdacht steht, dass er die Frau entführt haben könnte und ihr werweisswas antun könnte... finde ich auch eine echte Unverschämtheit diesen Mann dann noch zu bedrohen und das auch noch körperlich!

    Das erinnert mich sehr an den Fall von Magnus Gäfgen, dem ein Polizist auch die Folter angedroht hatte, damit er den Ort verrate wo er das womöglich noch lebende, damals von ihm entführte Kind versteckt hatte. Wer hier im Recht und im Unrecht ist, die Meinung sei jedem selbst überlassen, für mich überwiegt aber die Rettung des Opfers und nicht der Schutz eines Täters.
  2. #61

    Sprechen wir über die künstlerische Freiheit des

    Zitat von gaehn Beitrag anzeigen
    Ja, ich bin völlig Ihrer Meinung, dass das Ermittlerduo sich völlig daneben benommen hat, ich finde auch, dass man einen Menschen, der eine Frau nachweislich vergewaltigt hat, eine andere ermordet hat, dass man den doch bitte ehrlich und fair .....
    Regiesseurs oder über die Realität
  3. #62

    Überzogen

    Zitat von unente Beitrag anzeigen
    Ja, da hat sich der Drehbuchschreiber wirklich etwas Mühe bei der Entwicklung dieser Figur gegeben - aber das war schließlich die Zentralfigur des gesamten Filmes. Erst paukt sie den Angeklagten .....
    ......

    Na, ob es dabei wirklich Sieger gab? In der Tat wurde manches viel zu schwarzweiß dargestellt und die unterschwellige Botschaft, daß Gewalt (außer den Gesetzen stehende) Gewalt rechtfertigen kann, war nicht zu übersehen. Auch wirkten die beiden Kommissare, sonst doch eher gefühlig und allen menschlichen Abgründen gegenüber bemüht gelassen, völlig außer Kontrolle und unsortiert agierten.
    Für mich war die Thamtisierung schlüssig und wertvoll, die Umwetzung vielfach peinlich.
    rabenkrähe
    Geändert von ( um Uhr)
    Es gibt ein Leben vor dem Tod. Der wahre Pazifist ist bereit, mit der Waffe für seine Überzeugung zu kämpfen.....
  4. #63

    1111

    Zitat von Leuchtturm Beitrag anzeigen
    Einerseits hat sie professionel verteidigt und dennoch eine gewisse moralische Verantwortung übernommen, in dem Sie später von ihrem Recht Gebrauch machte und das Mandat niederlegte weil Sie von dessen Unschuld persönlich nicht überzeugt war.
    Nach der Verhandlung hatte sie kein Mandat mehr, oder?
    Das war doch Kinderkacke, genau wie der Richter.....

    Es war ein Filmchen, und ein schlechters.
  5. #64

    gähn weiter

    Zitat von gaehn Beitrag anzeigen
    ...Besonders dann, wenn er im Verdacht steht, dass er die Frau entführt haben könnte und ihr werweisswas antun könnte... finde ich auch eine echte Unverschämtheit diesen Mann dann noch zu bedrohen und das auch noch körperlich!...
    Es war ja 'nur ein Film', so dass wir alle Zeuge wurden, dass der beschuldigte "Entführer" gar kein Entführer war, weshalb auch Arm ausreißen und Augen ausstechen keinen einzigen Hinweis auf die Frau erbracht hätten. Aber schön zu sehen, wie verbreitet der Wunsch nach "Aussageerzwingungsfolter" noch immer in der Gesellschaft zu sein scheint - nicht im Film, in der Realität.
  6. #65

    Tatort ist kein Krimi !

    In jedem Tatort männerfeindliche Äußerungen . Ich sehe mir diesen Mist nur bis zu so einer asozialen Äußerung an und schalte dann sofort um. Nur um mir ein Bild zu machen .
    Ich habe den Verdacht,daß da eine Emanze oder Schwuchtel das Drehbuch schreibt .
  7. #66

    Ganz bestimmt,

    Zitat von El Barto Beitrag anzeigen
    Da ich seit vielen Jahren ein eingefleischter "Law and Order"-Fan bin, kam mir so manches recht bekannt vor...
    Ob da wohl jemand ein bisschen abgekupfert hat?
    denn dieser Tatort enthielt Handlungen mit Fakten, die so od. so ähnlich in div. - vor allem amerik. - Krimis schon mal konzeptionelle Abfolgen bildeten.
    Dramatische Kernaussage nach US-Recht:
    Niemand kann wg. der gleichen Tat ein zweites Mal angeklagt werden - und eine von der Unschuld der Mandantschaft überzeugte Anwaltschaft musste sich nach dem erkämpften Freispruch ohnmächtig die Verhöhnung des Täters gefallen lassen.
    Dass dgl. in der Realität durchaus auch vorkommt, ist ja nicht neu, jedoch - entsprechend angereichert, verpackt und überzeugend dargestellt - nicht weniger spannend.

    Dennoch empfand ich diesen Tatort - gemessen an deutscher Machart - als vergleichsweise stimmig, atmosphärisch dicht und in der Darstellerleistung authentisch.
    Man darf ja nicht vergessen, dass auch ein Tatort keine forensische Dokumentation darstellen, sondern Zuschauern spannende Unterhaltung in einem gestrafften Zeitrahmen bieten soll.
    Dass die zunächst knallhart-männlich mit unbewegter Miene auftretende Anwältin zum Schluss so tränenreich zusammenbrach, fand ich durchaus schlüssig:
    Als Pflichtverteidigerin und ziemlicher Frischling von der Uni wollte sie mit juristischem Können überzeugen, einer angestrebten Karriere kräftig Schwung geben.

    Nachdem sie jedoch erkannt hatte, dass sie sozus. einem "Monster" zum Freispruch verholfen hatte und von diesem dafür auch noch verhöhnt wurde, brach ihre junge Idealwelt zusammen. Psychisch angezählt war sie ja durch verbale Drohungen und den Überfall in der Tiefgarage ohnehin schon.
  8. #67

    ...

    Ich fand diesen Tatort sehr gut. Er war spannend und berührend.
    Allerdings kann keiner den Tatort Münster übertreffen, der ist einfach immer genial.
    Mit der beste Toatort war aber "Unter Uns" ein Frankfurter. Keiner ist so unter die Haut gegangen wie dieser.


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