Ausschließlich scheren sich User sicher nicht um eigene Interessen, aber primär. Insofern halte ich diese algorhitmische Ausrichtung auf eigene Interessen und Vorlieben schon für keine schlechte Sache. Zumal man am unteren Rand der Google-Suchergebnisse unter "Details zur Personalisierung" ein Suchergebnis "ohne Anpassungen" anklicken kann.
Social Networks bieten insofern so etwas wie die Möglichkeit zur Schaffung eigener Millieus wie überall sonst auch. Nur dass sie a) viel bessere, weil leichtere, indirektere und niedrigschwellige weltweit zugängliche Möglichkeiten zur Verbindung mit solchen Milieus bieten und b) auch ebenso viel bessere Möglichkeiten zur Verbindung mit Millieus, die nicht eigenen Neigungen und Vorlieben entsprechen.
Vielmehr nicht, sonden allenfalls AUCH. Der Möglichkeiten zur Überraschung gibt es ja insbesondere im Internet sehr viele. Ich komm ehrlich gesagt kaum hinterher hinter den ganzen täglichen Überraschungen, die das Internet täglich bietet. Zumal man für solche Überraschungen viel mehr tun muß als nur soziale Netzwerke zu nutzen. Die Kritiker der Sozialen Netzwerke tun ja gerade so und erwecken den unsinnigen Eindruck, als ob man nichts anderes mehr im Internet tun könnte, wenn man Soziale Netzwerke nutzt. Man kann natürlich auch neben Sozialen Netzwerken weiterhin in den großen bunten Weiten des Internets stöbern. Das Internet verlangt als interaktivstes aller bisherigen Medien vor allem eigene Aktivitäten bei seiner Aneignung und sind solche Überraschungen auch ganz eine Frage der eigenene Aktivität im Internet.will er nicht vielmehr überrascht werden?
Es stellt sich außerdem die Frage, womit wollen denn User überrascht werden? Ja auch mit Sachen, die sie in irgend einer Weise interessant finden. Wozu man sich wohl auch von der Vorstellung verabschieden muß, dass sich Internetnutzer nur für eine oder wenige bestimmte Sachen und Menschen interessieren würden - und von der Vorstellung, dass Netzwerke und Algorhitmen nur einen ganz engen Interessenkreis bedienen würden. Das halte ich für eine Mär von Leuten, die einen Beruf daraus gemacht haben, vor ganz schlimmen Problemen zu warnen, die es garnicht gibt.

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