Forum


 

Neue Websuche: Google macht dem freien Web Konkurrenz

AFPAntworten statt bloßer Verweise: Google will seine Suchmaschine grundlegend überarbeiten, mehr Inhalte direkt bei sich präsentieren, um Nutzer zu binden. Damit gerät der Konzern in Konkurrenz zum Rest des Webs.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...821472,00.html
  1. #10

    ...

    Zitat von Kiesch Beitrag anzeigen
    Gut, das Google reagiert indem sie mehr Inhalte selbst produzieren und weniger weiterleiten war vielleicht damit nicht beabsichtigt,
    Google produziert keine Inhalte. Bestenfalls liefert Google Antworten aufgrund Informationen die aus dem Web aggregiert werden.

    Zitat von Kiesch Beitrag anzeigen
    aber ich finde es durchaus eine gerechte Strafe.
    naja, wer am Ende gestraft ist steht noch nicht so ganz fest :-)

    Bis dato war es für Google und Webseitenbetreiber eine win-win Situation.

    Betreiber produzieren Content und bekommen von Google Besucher, die monetarisiert werden können und Google verdient dabei Milliarden mit Werbung.

    Welche Motivation sollte also ein Betreiber haben hochwertigen Content zu produzieren, wenn Google den Content aggregiert und selber anbietet? Ich vermute mal, da würde die Motivation so ziemlich gegen Null gehen.

    Zum Desaster könnte das für Google werden, wenn Facebook dann aufrüstet und Betreibern mehr Möglichkeiten zur Monetarisierung bietet, und/oder wenn Betreiber den Google-Robot einfach aussperren und stattdessen für Bing optimieren. Folge dürfte sein, Google kann immer weniger aktuelle Infos bieten und bei den Nutzern würde sich langsam aber sicher rumsprechen, dass es bei Bing die besseren Ergebnisse gibt.

    Es ist auch fraglich, ob Nutzer das wirklich wollen. Wolfram Alpha ist auch ambitioniert gestartet, fristet aber immer noch ein Nischendasein.
  2. #11

    Interessanter Ansatz für mehr inhaltliche Struktur

    Egal wie das nun im Einzelnen aussehen wird, dass die primär algorhitmische Suche nicht allein der Recherche-Weisheit lezter Schluss im Informations-Ozean Internet sein kann, sondern darüber hinaus stärkerer inhaltlicher Komponenten bedarf, ist mir eigentlich schon lange klar. Viele Onlinemedien, insbesondere Onlinenews oder auch Wikipedia, deren Aufgabe ist, Informationen und Fakten leserlich aufzubereiten und auf diese Weise Orientierung zu geben, mindestens Orientierungsmarken zu setzen, haben leider einen verhängnisvollen Hang sich auszumehren, anstatt die wichtigsten Fakten zu strukturieren und leserlich darzustellen. In dieser Hinsicht sind die hier im Artikel aufgegriffenen Kurzinformationen neben ebenfalls notwendiger verstärkter Anstrengungen für mehr Systematik im Internet grundsätzlich erstmal keine schlechte Idee.
  3. #12

    Zitat von Obi-Wan-Kenobi Beitrag anzeigen

    , und/oder wenn Betreiber den Google-Robot einfach aussperren und stattdessen für Bing optimieren..
    Kein Mensch wird Google aussperren. Warum auch. Google ist von den großen Web-Konzernen noch der beste. Die meisten Webmaster "mögen" Google.
  4. #13

    Zitat von yves1981 Beitrag anzeigen
    Kein Mensch wird Google aussperren. Warum auch. Google ist von den großen Web-Konzernen noch der beste. Die meisten Webmaster "mögen" Google.
    Inhaltliche Relevanz (sowohl was Inhalte angeht als auch was passende Werbung betrifft) ist, was Google damals groß gemacht hat, während andere Suchmaschinen das Prinzip der "paid inclusion" immer weiter getrieben haben.

    Dessen ungeachtet ist die Aussage im Artikel "keiner klickt auf die Anzeigen" - gelinde gesagt - Schwachsinn. Zum Beispiel wird das Verhältnis paid - organic für E-Commerce-Seiten eher bei 2:1 liegen.

    Der beste Content bringt nix, wenn er nicht gefunden wird. Dass Google inhaltliche Relevanz in den Vordergrund stellt, zeichnet es seit jeher aus. Man könnte argumentieren, dass Google gerade damit für mehr "Freiheit" bzw. "Gleichberechtigung" im Netz sorgt, da Inhalte und nicht das dicke Marketing-Budget (wie das eines Axel Springer-Konzerns) über die Sichtbarkeit entscheidet. Nicht zuletzt dadurch erlangten Blogs und nicht-kommerzielle Publikationen erst die Bedeutung, die sie jetzt haben und dem gewinnorientierten "Qualitätsjournalismus" wohl ein Dorn im Auge sind.
  5. #14

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Antworten statt bloßer Verweise: Google will seine Suchmaschine grundlegend überarbeiten, mehr Inhalte direkt bei sich präsentieren, um Nutzer zu binden. Damit gerät der Konzern in Konkurrenz zum Rest des Webs.

    Neue Web-Suche: Google will Antworten liefern - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    "Anstelle von Verweisen will Google Inhalte direkt anzeigen."

    Es ist mir unverständlich, wie ein Artikel über Internetthemen selbst elementare Begriffe wie "Link" nicht verwendet. Das erinnert mich an die Anfangszeit der Computer-BILD, die versucht wurde, für alle möglichen Begriffe einen Germanismus neu zu erfinden, um blos dem pöhsen Englischen ein Schnippchen zu schlagen(aber gleichzeitig stolt auf Germanismen in der Chemie sein). "Demos" und "Shareware" hießen dann plötzlich "Ausprobierspiel", Aus "Treibern" wurden "Geräteprogramme", usw.

    Kein Mensch verstand, was der Autor jeweils wollte, und der Verlag nahm recht schnell wieder Abstand vom Germanisierungsversuch. Die Originalbegriffe sind schon längst im Alltagsgebrauch der Menschen festgesetzt. So ist es auch mit Begriffen wie 'Link' und 'Internet'. "Verweise" findet man in Sachbüchern, in der Regel in Form einer Fußnote. Im Hypertext findet man 'Links' bzw. 'Hyperlinks'.

    Steht sogar im Duden:

    Duden | Verweis | Bedeutung, Rechtschreibung, Synonyme, Grammatik
    Duden | Link | Bedeutung, Rechtschreibung, Synonyme, Grammatik

    Ein Link ist in seiner Eigenart(sowohl von der technischen als auch von der semantischen Seite) etwas völlig anderes, als ein 'Verweis'.

    Versuche von Nichttechnikern, Germanismen einzuführen, ohne die Bedeutung der jeweiligen Begriffe voll zu erfassen, gibt es schon lange. Beispielsweise versuchte man, aus einem Viertakt-Explosionsmotor einen "Viertopf-Zerknalltreibling" zu machen - eine Wortkombination mit einer völlig anderen technischen Bedeutung.

    Ich bitte, von derartigem Abstand zu nehmen. Allenfalls den Begriff "Rechner" als Ersatz für 'Computer' haben Sprachwächter halbwegs getroffen und optimierten damit sogar den Silbenaufwand.

    Und hier noch ein Zitat aus einer anderen Stelle im Internet:

    "Die Liste lässt sich leicht erweitern. Eine "Website" dient dem "Netzauftritt", ist aber nicht das gleiche, "Corporate Identity" hat etwas mit "Unternehmensbild" zu tun, ist aber nicht damit identisch, Flatrate ist fast, aber nicht ganz eine "Pauschale" und warum sollten wir statt "World Wide Web" "Weltnetz" sagen? Für das Ding hat sich längst "Internet" durchgesetzt oder gar kurz und knackig: Bist du im Netz? Manche Probleme erledigen sich auch ohne das Zutun von Sprachwächtern."

    Ich verlinke mal nicht auf die Zitatseite, sondern verweise auf Google oder Bing. Einfach eine beliebige Wortkette des Zitats, in Gänsefüßchen eingerahmt, dort in das Suchfeld einfügen.

    PS: Sorry, dieser Zwischenruf musste mal sein. Weitermachen. :-)
  6. #15

    titel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Antworten statt bloßer Verweise: Google will seine Suchmaschine grundlegend überarbeiten, mehr Inhalte direkt bei sich präsentieren, um Nutzer zu binden. Damit gerät der Konzern in Konkurrenz zum Rest des Webs.

    Neue Web-Suche: Google will Antworten liefern - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Diese Entwicklung, in Kombination mit immer engerer Verzahnung und Abschottung der Kette Hardware-Software-Inhalte (wie wir es zur Zeit bei Mobilgeräten sehen), kann durchaus dazu führen, dass das freie Internet zerfällt in ein Apple-Netz, ein Google-Netz, ein MS-Netz, kontrolliert von den jeweiligen Großkonzernen.
  7. #16

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Antworten statt bloßer Verweise: Google will seine Suchmaschine grundlegend überarbeiten, mehr Inhalte direkt bei sich präsentieren, um Nutzer zu binden. Damit gerät der Konzern in Konkurrenz zum Rest des Webs.

    Neue Web-Suche: Google will Antworten liefern - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Sehr lustig, wenn man "Wetter Hamburg" eingibt und dann "Wetter Harburg" als Ergebnis bekommt! Danke für diese neue Technik!
  8. #17

    ...

    Zitat von yves1981 Beitrag anzeigen
    Kein Mensch wird Google aussperren. Warum auch. Google ist von den großen Web-Konzernen noch der beste. Die meisten Webmaster "mögen" Google.
    ich "mag" Google auch. Wenn aber Google auf Suchanfragen meine "Antworten" anzeigt, mir aber keine Besucher mehr schickt, mag ich Google nicht mehr so sehr. :-)
  9. #18

    Web 3.0?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Antworten statt bloßer Verweise: Google will seine Suchmaschine grundlegend überarbeiten, mehr Inhalte direkt bei sich präsentieren, um Nutzer zu binden. Damit gerät der Konzern in Konkurrenz zum Rest des Webs.

    Neue Web-Suche: Google will Antworten liefern - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt

    Sieht so das Web 3.0 aus?

    Es gibt keine einzelnen Seiten mehr, sondern nur noch Portale, die alles von überall her zentralisiert in einem Angebot darstellen. Dafür wird es APIs geben, die Informationsanbietern erlauben, ihre Inhalte großzügig solchen Portalen zur Verfügung zu stellen.

    Der Nutzer wird nicht mehr sehen, wo genau was herkommt, es sei denn er guckt in die Quellenangaben (sofern diese angezeigt werden). Das bringt Nutzen für einige Inhaltsanbieter, die somit ihren Traffic minimieren und ihre Reichweite maximieren können. Der Grund, warum soviel auf Facebook veröffentlicht wird. Aber auch Nachteile, da die eigenen Seiten damit nicht mehr besucht werden und evtl. Werbeeinahmen flöten gehen. Allerdings gilt das nur für Angebote, die sich mit Werbung finanzieren.

    Dazu kommt die weitere Sozialisierung des Netzes, irgendwo hat jeder einen Account und Kommentare, Postings, Meinungen werden in großen sozialen Netzwerken verteilt. Die alte Struktur des Netzes, löst sich damit komplett auf.

    Ich weiß nicht, ob das unbedingt gut ist, aber der Trend scheint in diese Richtung zu gehen und Google, Facebook und Co. haben heute schon Reichweiten wie kein anderer.
  10. #19

    Ein großer Nachteil dieses Ansatzes: Das Portal hat vollkommene Informationshoheit. Es kann entscheiden, welche Information unterdrückt und welche forciert wird. Facebook macht das ja schon so und filtert alles ihrer Meinung nach obzönes heraus (siehe Peter Glaser und Facebook: Facebook und der Schwanzhund | Panorama*- Berliner Zeitung) Bei Google gibt es aber auch solche Tendenzen, etwa durch "chillingeffects". Damit ist theoretisch auch Meinungskontrolle möglich.








TOP



TOP