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Neue Volkskrankheit: Menschen in reichen Ländern leiden häufiger an Depressionen

121 Millionen Menschen auf der Welt leiden unter einer Depression. Das ist das jüngste Ergebnis einer internationalen Großstudie. Vor allem Länder mit hohem Durchschnittseinkommen sind*betroffen. Anführer ist Frankreich - in China geht es den Menschen psychisch deutlich besser.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...776751,00.html
  1. #90

    .

    Zitat von Stichpunkt Beitrag anzeigen
    Das ist keineswegs dummes Zeug. Was würden sie zu Menschen sagen, die stundenlang aus dem Fenster starren und nichts mehr zustande bringen, die objektiv betrachtet eben nicht mehr funktionieren?
    Sie lassen zwei Dinge außer acht. In armen Ländern bleibt den Betroffenen gar keine Zeit, einen solchen Zusstand über längere Zeit hinweg zu "kultivieren". Da gibt's keinen Kündigungsschutz, weder auf der Arbeit noch für die Wohnung, da meldet sich recht schnell der Hunger. Und wer sich trotz all dieser Einflüsse immer noch nicht aufraffen kann, der landet in der Gosse und nicht in der Krankenstatistik.
  2. #91

    Depressionen, Allergien, Eßstörungen, Sucht ... es werden mehr und mehr und mehr

    Zitat von stormking Beitrag anzeigen
    Sie lassen zwei Dinge außer acht. In armen Ländern bleibt den Betroffenen gar keine Zeit, einen solchen Zusstand über längere Zeit hinweg zu "kultivieren". Da gibt's keinen Kündigungsschutz, weder auf der Arbeit noch für die Wohnung, da meldet sich recht schnell der Hunger. Und wer sich trotz all dieser Einflüsse immer noch nicht aufraffen kann, der landet in der Gosse und nicht in der Krankenstatistik.
    Schade, dass das Thema mottlerweile parallel in zwei Foren diskutiert wird. Ich möchte mich nicht wiederholen, nutze daher z.T. Links.

    1. Sprunghafte Zunahme - der wahrscheinlichste Grund "better awareness".
    - Bzgl. Depressionen arbeitet z.B. das extrem hilfreiche und um Aufklärung bemühte Bündnis gegen Depression (http://www.buendnis-depression.de/) mittlerweile fast flächendeckend. Vor fast genau 10 Jahren gab es erst den Startschuß dafür (http://www.buendnis-depression.de/de...ueckblick.php). Und zwar als Test- und Modell-Projekt bei uns in Nürnberg.
    - Mit dem Tod von Robert Enke vor 1 1/2 Jahren ging diese Information dann auch durch fast alle seriöse Medien
    D.h. so eine sprunghafte Zunahme von Diagnosen und Behandlungen ist erst einmal ein sehr positives Zeichen.

    2. Langfristige Zunahme, weltweit - möglicherweise der Grund "indirekte Folge der Erfolge der modernen Medizin"
    Einerseits arbeitet unsere Psyche nicht separat. Sondern sie ist untrennbar und vielfach rückgekoppelt vernetzt, mit unserem peripheren Nervensystem, unserem Hormonsystem, und hier allem voran mit unserem IMMUNSYSTEM. Die Kindersterblichkeit konnte in den letzten 100 Jahren von ca. 50% (überall ziemlich gleich) auf (bei uns) ca. 0,5% gedrückt werden, dabei maßgeblich Immunsystem unterstützende Maßnahmen wie Impfungen und Antibiotika. (siehe auch mein Beitrag "genetische Disposition" http://forum.spiegel.de/showthread.p...55#post8381955)
    - Durch die moderne Pädiatrie kommen viele Menschen heute in ein Alter, für das sie früher, ohne die moderne medizinische Versorgung, niemals eine Chance gehabt hätten
    - Durch Eliminierung der Kindersterblichkeit können heute auch Menschen ihr Erbgut an Nachkommen weitergeben, wozu sie früher auf Grund ihres Ablebens in der Kindheit nicht in der Lage gewesen wären.

    3. Unterschiede je nach Stand der Zivilisation - möglicher Grund "verspätet einsetzende Entwicklung der medizinischen Versorgung"
    Statistik über Kindersterblichkeit 2011: http://www.indexmundi.com/g/g.aspx?v=29&c=fr&l=de
    - Industriealisierte Länder: Deutschland (0,35%), Belgien (0,43%), Frankreich (0,33%), Israel (0,41%), Italien (0,34%), Japan (0,28%), die Niederlande (0,46%), Neuseeland (0,48%), Spanien (0,34%) und die USA (0,61%)
    - Schwellenländer: Brasilien (2,12%), Indien (4,76%), China (1,61%), Mexiko (1,73%), Südafrika (4,32%) sowie die Ukraine (0,85%)
    Wer möchte, kann sich hier (http://www.google.com/publicdata/exp...rsterblichkeit) die Zahlen für 1960 raussuchen. In Deutschland z.B. noch 4%, also so viel, wie in den Schwellenländern heute.

    Sicher ist eine solche Korrelation noch kein Beweis, zumindest aber sollte das den Anstoß dafür geben können, eine solche Möglichkeit mit wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen.

    Analoger Kommentar zu Mangelzeiten hier http://forum.spiegel.de/showthread.p...69#post8382669
  3. #92

    Nachtrag: anschauliches Diagramm

    Zitat von fpa Beitrag anzeigen
    Statistik über Kindersterblichkeit 2011: http://www.indexmundi.com/g/g.aspx?v=29&c=fr&l=de
    - Industriealisierte Länder: Deutschland (0,35%), Belgien (0,43%), Frankreich (0,33%), Israel (0,41%), Italien (0,34%), Japan (0,28%), die Niederlande (0,46%), Neuseeland (0,48%), Spanien (0,34%) und die USA (0,61%)
    - Schwellenländer: Brasilien (2,12%), Indien (4,76%), China (1,61%), Mexiko (1,73%), Südafrika (4,32%) sowie die Ukraine (0,85%)
    Wer möchte, kann sich hier ... die Zahlen für 1960 raussuchen. In Deutschland z.B. noch 4%, also so viel, wie in den Schwellenländern heute.

    Sicher ist eine solche Korrelation noch kein Beweis, zumindest aber sollte das den Anstoß dafür geben können, eine solche Möglichkeit mit wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen.
    So wird es noch eindrucksvoller. In dieser Grafil wird die Kindersterblichkeit von 1960-2009 gezeigt, und zwar von allen Ländern, die in jenem Artikel bzgl. der Depressionen genannt wurden. Mit <mouse-over> dem Ländername in der Legende kann man sich auch ein spezielles Land herausheben:
    http://www.google.com/publicdata/exp...ry&hl=de&dl=de

    Interessante wäre natürlich noch ein Link, dessen Betrachtungszeitraum nicht über 50 Jahre zurückreicht, sondern über 100 Jahre.
  4. #93

    ?

    Zitat von Harald Lennartson Beitrag anzeigen
    ... KNEIPEN sind bestimmt der genau richtige Ort zur Ermittlung der Menschheitsprobleme ... gaaaanz bestimmt.
    Die einfachen Menschen bringen die Dinge oft sehr ehrlich auf den Punkt.
    Intellektuelle tun da eher das Gegenteil.
  5. #94

    jaja...

    Zitat von Harald Lennartson Beitrag anzeigen
    ... ich kenne Leute mit Depressionen. Sind immer welche mit viel übrig gebliebener Zeit.
    Warum das so ist werden Sie erst verstehen wenn sie das Krankheitsbild verstehen.

    Allerdings mal wieder die typischen Vorurteile wenn ich Ihre Kommentare so lese..
    Nach dem Motto "Sind alle faul und selber schuld" etc.
  6. #95

    Depression durch Burnout

    Gerade in unserer Leistungsgesellschaft ist das Phänomen des Burnout sehr verbreitet. Die Folge sind meist schwere Depressionen. Am schwierigsten wird es wenn man sich selber ständig unter Druck setzt weil man in der Öffentlichkeit steht oder eine verantwortungsvolle Position hat und allen gerecht werden möchte.

    www.depression-kompakt.blogspot.com/


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