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Neue TV-Serie "Newsroom": Knallhart recherchiertes Märchen
HBOEndlich Nachschub für Fans der legendären Serie "West Wing": Ihr Schöpfer Aaron Sorkin präsentiert mit "The Newsroom" ein Drama über eine Nachrichtensendung, bei der die letzten aufrechten US-Journalisten zu arbeiten scheinen. Ach, wäre da nur nicht dieser oberlehrerhafte Tonfall!
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,840723,00.html
- #1 25.06.2012 16:19 von
- #2 25.06.2012 16:42 von
Ist eben so
Der bonbonrosa amerikanische Gutmensch geht nun selbst dem deutschen Journalisten auf den Senkel. Weil es ein Spiegelbild ist. Für den deutschen Tendenzjournlasiten mit der erhobenen Oberlehrerstimme, den rechthaberisch wedelnden Zeigefinger und den ewigen Wahrheiten.
- #3 25.06.2012 16:46 von
The West Wing
Also ich habe alle 7 Staffeln von "The West Wing" wirklich verschlungen.
Intelligente Dialoge, ein profundes Wissen des politischen Systems, komplexe Figuren mit innerer Zerrissenheit, Witz, Spannung - annähernd perfekt. Hinzu kam eine hervorragende Synchronisation.
Das deutsche Gegenstück im ZDF "Kanzleramt" mit R. Atzorn floppte zurecht.
Ich hoffe, dass "Newsroom" auch noch im Free-TV zu sehen sein wird. - #4 25.06.2012 19:16 von
"The West Wing" ist Fernsehen der absolut besten Sorte, unerreicht. Wie der Autor allerdings zu der folgenden behauptung kommt
"die Amtszeit des progressiven Präsidenten Josiah Bartlet (Martin Sheen), eines guten Menschen, der praktisch alles richtig machte, während draußen in der doofen Realität Bush junior, na ja, ist bekannt."
ist mir schleierhaft, denn in der Serie ging es allzuoft um die Kluft zwischen Idealismus und Realität, dem eigenen Anspruch und dem durchsetzbaren. "West Wing" zeigte Sorkins Ideal einer liberalen Administration im, seien neue Serie dürfte selbiges im Nachrichtenmillieu darstellen, die idealisierte Version der 24h-cable-news-networks. Die amerikanischen Kritiker haben die Serie übrigens als naiv, prätentiös etc. verrissen. - #5 25.06.2012 19:24 von
Was ist schlimm an ein wenig Pathos? Was ist schlimm daran, dass eine Nation wenigstens noch in ihren Filmen und Serien davon träumt, dass sie besser sein könnten, als sie es sind?
Ist mir immer noch lieber als ein visionsloses Mutterdrama in historischem Kontext mit Veronica Ferres in der Hauptrolle. - #6 26.06.2012 00:32 von
Warnung: sehr lang und tendentioes.
Gerade habe ich mir die Biographie im Spiegel von Herrn Kuzmany angesehen und ihn auch gegooglet. Da habe ich nichts gefunden dass er einmal in den US lebte -- die Amerikanischen Fernsehnachrichten und eine Serie ueber diese aus der Ferne zu beurteilen kann dann doch gefaerhlich (?) werden.
Natuerlich gibt es bei Sorkin immer wieder Mal laengerege Mono- oder Dialoge die didaktisch werden koennen.
Bisher habe ich in Newsroom davon wenig gesehen, im Original auf HBO, ist diese Serie in Deutschland synchronisiert?
Gleich am Anfang wird ein wichtiges Thema angesprochen, wie steht es um die USA als "the world's greatest country das hier von jedem Politiker immer heruntergebetet (?) wird -- sollte man es nicht machen oder dem widersprechen dann kann man seine Zukunft verabschieden.
Gerade dies hat News anchor McAvoy getan und wurde sofort von seinem Sender auf Urlaub versetzt.
Der Rest der Episode diskutiert die jetzige Situation der Nachrichten auf den Hauptsendern, ANC = ABC, NBC und CBS die noch immer die groesste Nachrichtenquelle in den US ist.
Meine Nachrichten auf NBC gestern abend waren: Sturm bedroht Florida und Louisiana, Wald Feuer in Colorado, dann noch etwas aus den US, dann Egypten (live), Syrien und der Abschuss des Turkischen Flugzeuges. Alles in den ersten acht Minuten. Nach der Werbung Brustkrebs, mehr Werbung und dann eine Amerikanische Schwimmerin die mit 35 (?) noch einmal an den Olympischen Spielen teilnimmt. Alles zusammen 20 Minuten.
Dabei war die auslaendische Berichterstattung bemerkenswert, oft wird das in ein bis zwei Minuten gemacht, wenn ueberhaupt, und dann oft nur wenn es die US direkt angeht.
Die letzten 5 Minuten sind immer 'uplifting', viel Gefuehl. Die folgenden waren jeweils fuenf Minuten Beitraege aus den letzten Monaten dir mir gerade einfallen: Hunde die von der US Army aus dem Irak 'gerettet' werden; Prince William erbt Millionen von der Mutter; eine Lehrerin die etwas macht was eigentlich selbstverstaendlich sein sollte; Spuerhunde von der Army die jetzt in die Rente gehen. Fuenf Minuten jewail von den 20 Minuetigen Hauptnachrichten!
Wie Sorkin sagte, die Hauptnachrichten sind pro Minute eine der groessten Gewinnquellen der Sender, $220 Millionen jedes Jahr, aber nur wenn sie seicht sind und ganz besonders ohne zuviel kritisches ueber den Status der US, ausser es ist nicht zu vermeiden.
Sorkin fragt ob man das anders machen kann. Wird das wirklichkeitsferne Publikum das ueberhaupt ansehen. Wie lange wird der Sender das mitmachen wenn die Seherschaft und die Gewinne schrumpfen. Wird der Nachrichtenchef das ueberstehen. Wann wird McAvoy von einem jungeren, besser aussehendem Blonden oder einer Blonden ersetzt (sein Vertrag lauft schon aus) und die Nachrichten von..... ersetzt.
Alles nicht aus der Luft gegriffen, es gibt fuer jedes ein Beispiel aus der Wirklichkeit das dem Publikum von Newsroom bekannt sein muesste.
Die Frage ist, koennte heute eine der Groessen der US Nachrichten ueberhaupt noch ueberleben (wie Reagan heute auf keinen Fall ein Kandidat der Republikaner sein koennte.)
Edward Murrow hat McCarthy das Handwerk genommen. Walter Cronkite hat dem Amerikanische Fernsehpublikum 1968 erklaert das Vietnam nicht gewonnen werden kann -- Praesident Johnson sagte damals dass nach dieser Sendung der Krieg verloren war.
Koennte ein news anchor heute noch so etwas machen wo sich jeder aus den Kabel Nachrichten nicht nur seine Meinung sondern auch seine eigenen Fakten heraussuchen kann. Der ehemalige Senator Daniel Patrick Moynihan sagte dass "Everyone is entitled to his own opinion, but not his own facts."
Im Januar dieses Jahres hat der Ombudsman der New York Times gefragt ob Journalisten die Luegen und Verzerrungen der Politiker dokumentieren und aufdecken sollen oder, wie viele Zeitungen und Sender es machen, eine Luege von Links mit der Luegenantwort von Rechts mit der gleichen Anzahl von Paragraphen oder Sendeminuten zu berichten, ohne die Fakten zuzusteuern.
Wenn die New York Times das fragen muss dan kann man sehen wie wichtig Newsroom ist, auch wenn es sicherlich nicht von dem wirklich anzusprechenden Publikum wargenommen werden wirt. Aber vielleicht kann das eine Amerikanische version der Britische sitcom "Drop the Dead Donkey" tun.
Peter
New York City
P.S. Eine Fernsehserie die "Newsroom" heisst und sich in einem newsroom abspielt? Da war ich doch gerade auch so ueberrascht wie der Herr Kuzmany.
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