Neue Studiengänge: Lehramt mit Notausgang

Bis vor kurzem endete das Lehramtsstudium mit dem Staatsexamen. Heute schließt es üblicherweise mit dem Master ab. Einfacher ist es dadurch nicht geworden, im Gegenteil. Für manche verlängert sich das Studium, der Wechsel an eine andere Nachbaruni*ist kompliziert.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...810802,00.html
  1. #1

    *-*

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bis vor kurzem endete das Lehramtsstudium mit dem Staatsexamen. Heute schließt es üblicherweise mit dem Master ab. Einfacher ist es dadurch nicht geworden, im Gegenteil. Für manche verlängert sich das Studium, der Wechsel an eine andere Nachbaruni*ist kompliziert.

    Neue Studiengänge: Lehramt mit Notausgang - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Keine Ahnung, warum man in Deutschland beim Lehramt auf Bachelor/Master studieren muss, denn mit diesem Wissen kann man im Ausland NICHT unterrichten - als Grundschullehrer! Jaaa, die dürfen nämlich seit ein paar Jahren auch kein Staatsexamen mehr machen.

    Was kommt dann in der Praxis raus: viel Theorie, kaum Praktika. Sogar das Referendariat wurde auf ein Jahr gekürzt (vorher 2). Und das ist dann also die Generation Lehrer von morgen?!
    Und das soll dem Bildungssystem in Deutschland zugute kommen?
    Prost Mahlzeit!

    Wer heute noch Kinder bekommt, sollte sie vorsorglich selbst unterrichten. Macht demnächst keinen Unterschied mehr.
  2. #2

    Grauen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bis vor kurzem endete das Lehramtsstudium mit dem Staatsexamen. Heute schließt es üblicherweise mit dem Master ab. Einfacher ist es dadurch nicht geworden, im Gegenteil. Für manche verlängert sich das Studium, der Wechsel an eine andere Nachbaruni*ist kompliziert.

    Neue Studiengänge: Lehramt mit Notausgang - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Die Deutsche Lehrerbildung hat total abgewirtschaftet. Der erste Schlag waren bereits die schulbezogenen Studiengänge, der zweite die Abschaffung der tatsächlich berufsvorbereitenden Pädagogischen Hochschulen, der drtte die Integration der Lehrerbildung in die Universitäten, der vierte die nachhaltige Beschädigung der schulpraktischen Ausbildung für die Berufsanfänger, der letzte waren Bachelor und Master (wegen der europäischen Integration!, dabei wechselt fast kein Lehrer das Land, wie soll das auch sinnvoll gehen?).
    Daneben werkeln 17 hilf- und ideenlose Ministerien und eine überflüssige KMK. Alle sind, weil sie die Stufe der Inkompetenz nach dem Peter-Prinzip erreicht haben, nur mit dem Dauer-Ändern funktionierender Dinge beschäftigt. Das Ergebnis ist jeweils, dass das versagt, was eben noch funktionierte und das Neue, weil es nicht schnell genug funktioniert, wird dann rasch wieder geändert.
    Entsprechend sind die Bildungsergebnisse.
    Bitte nicht die Spitzenplätze, da wo Deutschland sie hat, dem Bildungssystem oder den Lehrer/innen zurechnen sondern nur der Intelligenz der Schüler/innen.
  3. #3

    ....

    Zitat von GerhardFeder Beitrag anzeigen
    Die Deutsche Lehrerbildung hat total abgewirtschaftet. Der erste Schlag waren bereits die schulbezogenen Studiengänge, der zweite die Abschaffung der tatsächlich berufsvorbereitenden Pädagogischen Hochschulen, der drtte die Integration der Lehrerbildung in die Universitäten, der vierte die nachhaltige Beschädigung der schulpraktischen Ausbildung für die Berufsanfänger, der letzte waren Bachelor und Master
    Der letzte Sargnagel ist also ein System wo man auch tatsächlich mal in den pädagogischen Fächern geprüft wird und nicht so wie in den letzten 30 Jahren nur absitzen musste?

    Hätte ich mich nur paar Jahre eher Immatrikuliert müsste ich die Hälfe der Prüfung nicht mitschreiben, kein Wunder das unsere Betreuungslehrer weder pädagogisch noch fachlich Ahnung haben (und das schon an der gehobenen Berufsschule, wo man das Wissen wirklich braucht).

    Bis zum Master absolviert man 50 Unterrichtstunden, vorher waren es 0. Anders als die meisten Referendariatstunden, wird jede einzelne analysiert und ausgewertet.
  4. #4

    ...

    Der Ansatz "BAMA" ist ja mit Sicherheit nicht der Schlechteste ... Nur wurde er in Deutschland mal wieder bürokratisiert und mit unglaublich vielen Sonderregelungen hinterlegt, sodass ein universitärer Abschluss, der internationale Vergleichbarkeit herleiten sollte, noch nicht einmal einem nationalen Vergleich stand hält.
    Wann kommen unsere "Volksvertreter" endlich zu dem Schluss, dass der Föderalismus im Bildungswesen eine Todgeburt ist?

    Allerdings kann ich die durch SPON in netter Regelmäßigkeit propagierte "Überlastung" der Studenten nicht ganz nachvollziehen ... Wenn schon nicht mehr innerhalb des Schulsystems "ausgesiebt" wird und 75% aller Schulabgänger mit einer Hochschulreife in das Land strömen - na ja, dann muss diese Siebfunktion eben durch andere Bildunseinrichtungen übernommen werden. In diesem Fall durch die Universitäten. Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt und wenn man schon nicht mit dem Leistungsdruck an der Uni klar kommt, wie will man sich denn dann im späteren Berufsleben durchsetzen?
    Darüber hinaus wird BAMA mit Sicherheit eines reduzieren: den Dauerstudenten, der mit 35 Jahren immer noch dem Staat und der Gesellschaft auf der Tasche liegt und sich im 30 Semester damit brüstet, erst drei Scheine erworben zu haben und immer noch stud. phil. zu sein. Wozu ein Vordiplom (oder äquivalent ...)

    Der humbold'sche Studiengedanke hat sich ausgedacht, willkommen in einer globalisierten, leistungsgesteuerten Welt, in der man automatisch spürt, wenn man nicht in der Lage ist, die an einen gestellten Anforderungen zu erfüllen!!!
  5. #5

    Trend zur Privatschule vorbereitet

    Das staatliche Schulwesen bereitet schon lange seinen Ausstieg vor. Nach außen wird demonstrativ abgebaut, nach innen wird hart gemauert. Selbstverständlich werden die Lehrer-light-Ausbildungen auch Gehaltsabschläge nach sich ziehen...
    Zum GLÜCK gibt es Privatschulen, welche dann die Bestenauswahl treffen können und auf der Basis von Angestelltenverträgen eine neue, super leicht handhabbare Lehrerschaft führen dürfen.
    Ich weiß aber nicht was daran traurig sein soll: Die düsteren und trotzdem ewig lächelnden Direktoren und Schulräte des Staatssystems sind ja auch nicht gerade einfach zu verknusen.
    Also: Lehrer an Privatschulen zu werden kann auch hipp sein, irgendwie. Und natürlich profitieren in einigen Gegenden auch die Kinder und Jugendlichen von einem Wettbewerb zwischen Staat und Privatschule. Wenigstens so lange, bis der Wettbewerb entschieden ist. Und dann kommt die Tristesse der Armutsverwaltung hier und dort kommen Hochglanzprospekte und rose-oranges Licht um die schönen Posen der Bildung richtig - aber privat - zu inszenieren.
    So führt der Neid auf die Lehrer endlich mal dazu, dass unsere Gesellschaft einen Tuck amerikanischer wird. So what?
  6. #6

    Erklären Sie doch bitte mal die Vorteile

    Zitat von makake62 Beitrag anzeigen
    So führt der Neid auf die Lehrer endlich mal dazu, dass unsere Gesellschaft einen Tuck amerikanischer wird. So what?
    Ich bin zwar definitiv kein Lehrer, habe aber beruflich jahrelang sehr oft mit und in den USA zu tun gehabt. Mich würde mal interessieren, warum denn diese Gesellschaft hier ein wenig US-amerikanischer werden sollte und was das in Europa für Vorteile bringt?
  7. #7

    Nur mal ein Vorteil …

    Zitat von greentiger Beitrag anzeigen
    Mich würde mal interessieren, warum denn diese Gesellschaft hier ein wenig US-amerikanischer werden sollte und was das in Europa für Vorteile bringt?
    Nur mal ein Vorteil für angehende Professoren: in Amerika kannst du nach dem Dr. eine Professorenstelle antreten und dann dort, wenn du gut genug bist und es denn möchtest, für die Dauer deiner Karriere bleiben. Forschen musst du an den Forschungsunis auch – für die Beförderung zum »full professor« mindestens so viel wie in Deutschland für Habilitation bzw. die »echte« Prof.-Stelle nach Jahren von Juniorprof.- und Privatdozentenjobs. Aber du musst eben nicht dauernd umziehen, wirst von Anfang an ordentlich bezahlt und kannst dein Leben (mit Familie etc.) mit 25 beginnen statt mit 40 oder noch später wie in DE.
  8. #8

    Also im guten alten traditionellen Bayern sitzt das Staatsexamen bombenfest...