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Neue Studie zum BKA: Versorgungsanstalt für Ex-Nazis

SS-Größen in der Führungsetage, Kriegsverbrecher als Ermittler: Das Bundeskriminalamt war jahrzehntelang durchsetzt von Ex-Nazis, blieb deshalb viel zu lange auf dem rechten Auge blind. Eine neue Studie deckt auf, wie die braunen Seilschaften funktionierten.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...802215,00.html
  1. #40

    Glückwunsch ...

    zu diesem Text. Als Rede gehalten wäre Ihnen der tosende Applaus der "Kameraden" sicher ... aber das wissen Sie ja wohl.

    Aber hier geht es nicht um Kriminalität im Allgemeinen, sondern um die braune Unterwanderung des Staates BRD. Und das lässt sich nicht leugnen. Und die Blindheit auf dem "rechten Auge" ist auch Tatsache wenn nicht sogar System.

    Einem anderen Forumsteilnehmer gebe ich recht, der Aktionismus der letzten Wochen ist hier einfach nur peinlich und eine Frechheit gegenüber einigermassen Intelligenten Menschen ... man kommt sich fast vor wie in der Märchenstunde.

    Die rechte Ausrichtung der Polizei ging auch in der DDR nach der Wende sehr schnell. Selbst erlebt ... nach einer tätlichen Auseinandersetzung mit ein paar Nazis wurden wir emittelt und vernommen und, obwohl nur Zeuge, erkennungsdienstlich erfasst. Die Vernichtung der erfassten Daten (insbes.) Fotos nach Abschluss der Ermittlungen fand nicht statt. Stattdessen wurden die Fotos 2 Jahre später ein paar Nazis vorgelegt, deren Schuppen abgebrannt war.
    Die Ermittler sah man abends in angeregter Unterhaltung in einer beliebten Disco mit stadtbekannten "Edelnazis" (nicht die Schläger, sondern die gefährlichen).

    Unsere Klubs wurden mehrmals von Nazis angegriffen. Einmal wurde in Hoffnung auf den Rechtsstaat (passendes Wort) Anzeige erstatte. Ergebnis: Unsere Aussagen wurden ausschliesslich dazu verwendet Informationen über die "linke" Szene zu sammeln und dann dagegen zu ermitteln. Ein Nazischläger wurde nie ermittelt, obwohl sogar Namen genannt wurden. Daraufhin wurde weiterer Kontakt zur Polizei gemieden und zur "Selbsthilfe" gegegriffen. Damals recht erfolgreich, man schaffte es bis ins Radio. Aber eben nicht erfolgreich genug, wie die jüngsten Ereignisse zeigen, denn ich rede u.a. auch von Jena. (aber über die frühen 90er 90 ... 93, da waren die Uwes wohl noch Grundschüler).

    Zitat von colino3 Beitrag anzeigen
    Aber warum soll uns das nach so vielen Jahren interessieren. Die Nazis sind ja zum Glück lange weg ...
  2. #41

    Die Teufel und die Fliegen...

    Zitat von kugelsicher99 Beitrag anzeigen
    Dann dürfte ja wohl auch dem Letzten klar sein, warum der braune Sumpf in diesem Land fast ungehemmt schalten und walten darf.
    Klar das die NSU, zumal ja tatkräftig vom Staat flankiert,
    nicht gefasst wurde.
    Warum sollte die Organisation Gehlen, ach sorry, heißt ja jetzt Verfassungsschutz und das BKA denn auch gegen gleich gesinnte vorgehen.
    In der Not frisst der Teufel Fliegen...Allerdings ist die ehemalige Organisation Gehlen heute der BND und nicht das BfV (das hieß damals "Amt Blanck" by the way), und General Gehlen damals Verantwortlicher für die Aufklärung in der Abteilung "Fremde Heere Ost" hatte sich schon früh von den Nazis losgesagt, bereits während des Krieges. Die Alliierten betrauten ihn mit dem Aufbau einer Spionageorganisation gegen den Ostblock, da er die meiste Erfahrung hatte. Es gab zu seiner Zeit keine "Unschuldigen/Unbelasteten" die er hätte gebrauchen können, sprich die mit Aufklärungsarbeit vertraut waren. Gehlen hatte nach dem Krieg keine Chance, wollte er eine schlagkräftige Organisation aufbauen, mußte er EX-Nazis einstellen...

    Diese Problematik traf auch auf das BKA und das BfV zu. Es gab schlicht nur die Wahl zwischen Ex-Nazis und keiner (bzw. schnell enttarnter) Organisation, was aber gegen die ausdrückliche Anweisung der westlichen Besatzungsmächte gewesen wäre...das wird heut oft und gern vergessen...

    Oberst Remer (der Offizier der das Hitler Attentat vom Juni '44 niederschlug und die Verantwortlichen hinrichten ließ) drückte es nach dem Krieg einmal so aus: "Man kann Geschichte nur aus ihrer Zeit heraus verstehen niemals rückwirkend moralisieren."
  3. #42

    Zitat von 1Piantao Beitrag anzeigen
    was ist mit den öffentlich rechtlichen TV Sendern? Wieviel Nazifilz ist da noch aufzudecken? Oder warum bekommen wir (fast)wöchentlich irgendwelche Hitler Dokus serviert? Es wird uns immer eingetrichtert "wir dürfen unsere Vergangenheit nicht vergessen". Aber müssen wir diese "braune Brühe" deshalb wöchentlich vorgesetzt bekommen ?
    Obwohl das Thema zur Zeit etwas über repräsentiert ist und ich durchaus seit Jahrzehnten interessierter Zuschauer bin, erfahre ich doch immer wieder Neuigkeiten. Mit dem was ich schon wusste werden die Zusammenhänge immer deutlicher.

    Die Beweise werden immer deutlicher, dass da schon seit langem Behörden involviert sind. Gestern der Beitrag, der sich mit A. Speer beschäftigt, zeigt doch, dass viele etwas wussten und sich bewusst doof stellten.

    MfG. Rainer
  4. #43

    Neue Studie zum BKA: Versorgungsanstalt für Ex-Nazis

    Der schwarz-weiß-rote Edelschnorrer Otto-Ernst Remer war nie Oberst; er wurde stante pede nach dem Putschversuch von seinem angehimmelten Hauspenaten Adolf dem Schrecklichen vom Major zum Generalmajor befördert. Nach dem Kriege trat er im Parlament als Vorsitzender der Nazi-Fortsetzungspartei SRP als lautstarker Krakeeler auf und ließ sich von Ewiggestrigen feiern, die er dann um ihr Vermögen und ihre Güter betrog. Ein feiner Zeuge, dessen Schreibtisch immer das Hitler-Foto zierte.
  5. #44

    Das BKA ist wohl nicht die einzige

    staatliche Einrichtung in der Nazi-Funktionäre eine sichere Heimstatt fanden. Vom Bundeskanzleramt unter Adenauer und alle seine Ministerien über die Organisation Gehlen, die Verfassungsschutzämter, Polizei-Dienststellen bis zu den höchsten Gerichten waren alle durchsetzt von braunen Sumpfblüten mit bestens versorgten Pensionsansprüchen. Mich wundert, dass es als erstaunliche Erkenntnis vermittelt wird.
  6. #45

    Das ist die Frage....

    Zitat von storm8 Beitrag anzeigen
    In der Not frisst der Teufel Fliegen...Allerdings ist die ehemalige Organisation Gehlen heute der BND und nicht das BfV (das hieß damals "Amt Blanck" by the way), und General Gehlen damals Verantwortlicher für die Aufklärung in der Abteilung "Fremde Heere Ost" hatte sich schon früh von den Nazis losgesagt, bereits während des Krieges. Die Alliierten betrauten ihn mit dem Aufbau einer Spionageorganisation gegen den Ostblock, da er die meiste Erfahrung hatte. Es gab zu seiner Zeit keine "Unschuldigen/Unbelasteten" die er hätte gebrauchen können, sprich die mit Aufklärungsarbeit vertraut waren. Gehlen hatte nach dem Krieg keine Chance, wollte er eine schlagkräftige Organisation aufbauen, mußte er EX-Nazis einstellen...

    Diese Problematik traf auch auf das BKA und das BfV zu. Es gab schlicht nur die Wahl zwischen Ex-Nazis und keiner (bzw. schnell enttarnter) Organisation, was aber gegen die ausdrückliche Anweisung der westlichen Besatzungsmächte gewesen wäre...das wird heut oft und gern vergessen...

    Oberst Remer (der Offizier der das Hitler Attentat vom Juni '44 niederschlug und die Verantwortlichen hinrichten ließ) drückte es nach dem Krieg einmal so aus: "Man kann Geschichte nur aus ihrer Zeit heraus verstehen niemals rückwirkend moralisieren."
    .... denn im Grunde traf das für das gesamte Land zu, nicht nur für BKA, BND und BfV. Bei den Juristen wissen wirs ja schon lange, aber im Grunde war jeder Leiter eines E-Werkes oder einer Milchsammelstelle unersetzbar, man brauchte sein Erfahrung, egal ob NS-Mitglied oder nicht. Eine effektive Entnazifizierung hätte quasi den Austausch eines ganzen Landes bedeutet. Aber Austausch womit? Interessanterweise benutzen die Konservativen gerne dieses Argument, um ihre Hände in Unschuld zu waschen: Wir konnten ja gar nicht anders. Um im selben Atemzug fortzufahren: Aber am Ende war es ja gar nicht so schlimm. Die paar Unverbesseerlichen.... beides ist gleichermassen verlogen. Und dann ist doch noch die Frage zu stellen, ob es wirklich niemand besseren gab als nur Nazis. Oder ob man einfach zu bequem oder gar unwillig war zu suchen...
  7. #46

    Zitat von Pupsie Beitrag anzeigen
    Sie argumentieren mit Wolffsohn? Autsch!
    Nun, selbst der SPIEGEL hielt das für durchaus interessant und glaubjhaft, zudem ist das das Resultat einer wissenschaftlichen Untersuchung der Bundeswehr-Hochschule.
    DER SPIEGEL*39/1995 - Die nützlichen Idioten
    Rein wissenschaftlich/fachlich dürfte dagegen also nicht viel einzuwenden sein, gegenteilige Untersuchungen sind mir nicht bekannt.
    Im Übrigen interessiert es mich wenig, wer etwas sagt, sondern nur, ob es Hand und Fuß hat, was er sagt.
  8. #47

    Naziland

    Zitat von kugelsicher99 Beitrag anzeigen
    Dann dürfte ja wohl auch dem Letzten klar sein, warum der braune Sumpf in diesem Land fast ungehemmt schalten und walten darf.
    Klar das die NSU, zumal ja tatkräftig vom Staat flankiert,
    nicht gefasst wurde.
    Warum sollte die Organisation Gehlen, ach sorry, heißt ja jetzt Verfassungsschutz und das BKA denn auch gegen gleich gesinnte vorgehen.
    Nein die Geschichte läuft ganz anders, es waren nicht nur paar Nzis im BKA, es ging viel weiter, denn das Land BRD wurde mit Nazis aufgebaut und das im Interssen der alten Faschisten.
    Schon die USA hatte ein großes Intersse daran alles gegen Kommunisten zu tun, die damals ihre Verbündeten im Kampf gegen Hiltler waren.
    Und ihnen ging es nie darum den Faschisten ein Ende zu bereiten, die Frage hieß nur, "Bist du gegen die Kommunisten?" und das waren ja die Nazis.
    Und darum brauch man sich auch nicht zu wundern, wenn es heute ihnen aus dem Ruder gelaufen ist.
    Die staatlichen Behörden haben die Nazis ständig beschützt und benutz.
    Wer heute noch abwiegelt und sich versucht herauszureden, der könnte doch auch lieber zugeben, dass er auch ein Nazifreund ist, oder den Faschismus nach wie vor nachjad aber nicht um ihn zu vernichten, sondern ihn huldigen.
    Der Faschismus ist nicht aus den Köpfen vieler herauszubekommen, viele Deutsche haben das dritte Reich immer noch in sich.
    HR
  9. #48

    Sie haben recht!

    Zitat von arti67 Beitrag anzeigen
    Die Aussagen sind nicht wirklich neu. Zu empfehlen sind in diesem Zusammenhang die Bücher des ehemaligen BKA-Kriminaldirektors und "Nestbeschmutzers" Dieter Schenk. Im Vorwort zu "BKA-Die Reise nach Beirut" ist das sehr gut beschrieben. Unerträglich finde ich nach wie vor, dass die Postanschrift des BKA in Meckenheim bei Bonn "Paul-Dickopf-Str." lautet. Vielleicht hätte man mal besser den großartigen Kriminalisten und Polizisten Horst Herold ehren sollen.
    Nur ist es zu kurz gegriffen, das BKA als alleinige Institution herauszugreifen. All dies konnten nur funktionieren, wenn faktisch alle Institutionen mitmachen, also wurde die Bundesrepublik flächendeckend als Versorgungsanstalt für Ex-Nazis umgebaut.
    Und dies, ich bleibe dabei, war neben dem Kriegsausgang der Hauptgrund für die lange Teilung Deutschlands.
    Auch viele, die mit den Kommunisten nun wirklich nichts anfangen konnten, wollten bei der Restauration der Ex-Nazis nicht mitwirken.
    Wenn dies Eingang in unsere Geschichtsbücher findet und gebührend aufgearbeitet ist, ist ein weiterer Schritt in Sachen Wiedervereinigung getan.
  10. #49

    prozess des institutionalisierten vergessens

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    SS-Größen in der Führungsetage, Kriegsverbrecher als Ermittler: Das Bundeskriminalamt war jahrzehntelang durchsetzt von Ex-Nazis, blieb deshalb viel zu lange auf dem rechten Auge blind. Eine neue Studie deckt auf, wie die braunen Seilschaften funktionierten.

    Neue Studie zum BKA: Versorgungsanstalt für Ex-Nazis - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama
    Die Nazi-Größen sind zu Recht hingerichtet oder lange inhaftiert worden.
    Es gibt jedoch nicht nur die braune Tradition bei Deutschlands Spitzenpolizisten, es gibt sie auch bei Deutschlands Spitzenjuristen unmittelbar nach dem Ende des Krieges!
    Die Witwe des hingerichteten (besser:ermordeten) Pädagogen Adolf Reichwein musste jahrelang um eine Pension für sich und ihre Kinder kämpfen!
    Die Witwe des Blutrichters Freisler bekam ihre Pension sofort, er war ja Spitzenbeamter des Deutschen Reiches gewesen!
    Nicht zu vergessen die vielen "mittleren" Täter, die in der BRD Kriminalbeamte, Schulleiter u. ä. werden konnten, sie hatten ja nur ihre Pflicht getan!

    Erwin Fortelka


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