Abstrus ist das überhaupt nicht. Das Problem zur Bestimmung von Ursache und Wirkung haben Sie immer. In erster Linie würde ich bei Ihrem Gedankenspiel in Betracht ziehen, dass die Gruppe, die weniger Verbrechen begeht, vielleicht gerade deswegen weniger Verbrechen begeht, weil diese Gruppe mit hoher Wahrscheinlichkeit Gefängnisstrafen befürchten muss (unabhängig davon, ob das gerecht ist, oder nicht). Also würde ich zunächst einmal annehmen, das Gefängnisstrafen eine gewisse abschreckende Wirkung haben (genau wie Blitzer eventuell so eine Wirkung haben!).
Die Datenlage spricht ersteinmal dafür, dass Blitzer eine abschreckende oder erzieherische Wirkung haben bzw. die Unfallrate senken (so wie die Überschrift leider gegenteilig suggeriert), auch wenn der Effekt einer Scheinkorrelation nicht ausgeschlossen ist. Oder verkürzt: Die Datenlage ist so, dass da weniger Unfälle verzeichnet werden, wo mehr geblitzt wird. Es ist naheliegend und sinnvoll, hier zunähst einen kausalen Zusammenhang anzunehmen. Und es ist wenig plausibel anzunehmen, dass die eine Gruppe stärker beblitzt wird, weil diese eine geringere Unfallrate aufweist, sondern das Gegenteil ist plausibler: Nämlich dass die eine Gruppe eine geringere Unfallrate aufweist, weil diese stärker geblitzt wird.
Vor allem: Ob es auch gerecht oder sinnvoll ist, dass die eine Gruppe beim Blitzen schärfer überwacht wird als die andere Gruppe, ist ein anderes Thema!

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