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Neue Studie: Viele Niedriglöhner arbeiten 50 Stunden plus

DPASie bekommen weniger Geld als andere Arbeitnehmer - und müssen länger schuften, um ihre Existenz zu sichern. Jeder vierte Geringverdiener arbeitet laut einer Studie wöchentlich 50 Stunden oder mehr. Viele riskieren dabei ihre Gesundheit.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...834351,00.html
  1. #170

    der richtige Vergleich bürgt für Fortschritt ...

    Zitat von nethopper01 Beitrag anzeigen
    Wo ist das Problem, wenn sogenannte Niedriglöhner mehr als 50 Stunden arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen? Wir sollten von unserem hohen Ross herunterkommen. Viele Staaten in Europa sind pleite, die Umverteilungsmentalität im eigenen Lande und der EU stößt an ihre Grenzen. Überall in der Welt wird oft mehr als 50 Stunden gearbeitet. Schauen Sie sich die Kollegen in Indien, in China, oder in Weissrussland an. Da sind 14 Stunden normal. Und auch dort gibt es nach unseren Massstäben NIedriglöhner: Hochqualifizierte Fachkräfte mit Uni-Abschluss und einem Lohnniveau wie hier HartziV Empfänger.
    Genau, immer schön an den Schlechteren, ja, an den aller Schlechtesten orientieren! So entsteht der wahre Fortschritt in der Welt, gelle? Das ist das Geheimnis des Erfolges!
    [ironics]

    btw.: 83% der deutschen Uni-Lehrkräfte schuften schon auf Hartz-IV-Niveau. Das wussten Sie nicht? Nun sind Sie sicher zufrieden und stolz über den "Fortschritt" in Deutschland, gelle?
    :->
  2. #171

    Beitrag zur Allgemeinbildung

    Und der Renner in der deutschen Industrie sind momentan Arbeitnehmer aus Asien und sonstige Nichteuropäer.

    Und warum:
    Wenn von denen einer seinen Billigjob wieder verliert, dann ist der ganz schnell wieder in seinem Heimatland. Oder zumindest gibts halt Null Kohle vom Staat.

    Schreiben und Lesen nicht so wichtig.
    Geprochenes Deutsch reicht schon. Der Rest wird antrainiert. Einziges Mango ist die Gefahr von Arbeitsunfällen. Da müssen die Vorarbeiter schon ein wenig wachsam sein.
  3. #172

    Skandalöse Zustände

    Und die ganze Wahrheit ist noch sehr sehr viel schlimmer...
  4. #173

    Was Sie ausser acht lassen !

    Zitat von CommonSense2006 Beitrag anzeigen
    Die Tatsache, dass 20 von 27 in eine bestimmte Richtung marschieren, bedeutet noch lange nicht, dass die auch das richtige tun. Genausogut könnten Sie behaupten, dass alle Regierungen des Euroraums Griechenland auch weiterhin unterstützen wollen und das es deshalb richtig sei...

    Sie meinen, dass durch die Einführung eines Mindestlohns .....
    Sie haben völlig vergessen zu erwähnen, auf welchen Niveau denn die Löhne in Deutschland sind ! Deutschland ist ein Niedriglohnland ! Was den Lohnzuwachs angeht, sind wir innerhalb der EU das Schlusslicht. In der Zeit von 1986 bis 2006, das sind zwanzig Jahre (!), ist der Durchschnittslohn von € 1.315,40 auf € 1.320,42 gestiegen. Der internationale Währungsfonds (IWF) hat am 10. 5. 2012 ein höheres Lohnnieveau und eine Angleichung der Löhne wie sie in Frankreich und Italien sind, gefordert. Und wenn Sie sagen, dass in der Slowakei der Mindestlohn um den Faktor drei niedriger ist, dann vergessen Sie bitte nicht, dass die Lebenshaltungskosten dort auch um einiges niedriger sind. Und noch etwas ganz wichtiges: Die Qualität der dort produzierten Waren ist nicht die gleiche wie in Deutschland.

    Und wenn die großen Konzerne dann immer in Billiglohnländer gehen, dann kann ich mich nur amüsieren; ich erinnere dann gerne an die Fa. Nokia. Die hat auch ihr Werk in Bochum dicht gemacht. Die deutschen Löhne seien ja viel zu hoch und Deutschland überhaupt zu teuer. Sie haben dann die Produktion nach Rumänien verlagert. Dort haben sie dann 2011 auch dicht gemacht. Nach Konzernangaben war das Werk dort auch zu teuer geworden und man hat nach Asien verlagert. Ich kann Nokia nur viel Vergnügen wünschen. Wenn man in Asien Qualität produzieren lassen will, dann müssen sie nach Japan gehen. Und Japan ist kein Billiglohnland mehr, es ist auf dem etwa gleichen Niveau wie Deutschland. Wie lautet so ein alter Spruch: Qualität hat seinen Preis und ist letztendlich immer noch am billigsten. Und die meisten Verbraucher haben das auch schon begriffen. Und einige Firmen auch ! Varta und Sennheiser haben ihre Produktion wieder nach Deutschland zurückgeholt.

    Und den Mindestlohn brauchen wir noch aus einem anderen Grund: Wir haben eine schlechte Binnenkonjunktur ! Um die anzukurbeln braucht der Verbracuher Geld. Das hat er im Moment nicht. Aus vielerlei Gründen. Aber die Binnenkonjunktur bestimmt auch die Steuereinnahmen und die Einnahmen aus den Sozialabgaben. Und die bestimmen letztendlich dann auch das Budget für Bildung und Ausbildung.
  5. #174

    Ergänzung !

    Zitat von colan Beitrag anzeigen
    Kann Ihnen nur zustimmen!
    Berufliche Qualifikation/ mit Abschluss= höherer Lohn, eventuell weniger Arbeitszeit
    Ohne die nötige Qualifzierung-Weniger, aber bei Mehrstunden Lohnausgleich

    Was ....
    Sie haben vergessen, dass unter den Menschen, die wenig verdienen sehr viele alleinstehende Frauen mit Kindern sind. Und für die ist eine berufsbegleitende Weiterbildung nahezu unmöglich ! Hier muss vor allem Abhilfe geschaffen werden. Wir müssen wieder ein Lohnniveau erreichen, dass eine Arbeitskraft pro Familie so viel verdient, dass davon eine Familie leben kann. Sonst machen wir, langfristig gesehen, unsere Familien kaputt bzw. unsere ganze Volkswirtschaft, weil dann Kinder einfach zu teuer sind. Im Moment sind wir auf dem besten Weg dorthin.
  6. #175

    ...das Leben als Humankapital, als Kostenfaktor ...

    Zitat von naklar? Beitrag anzeigen
    Und der Renner in der deutschen Industrie sind momentan Arbeitnehmer aus Asien und sonstige Nichteuropäer.

    Und warum:
    Wenn von denen einer seinen Billigjob wieder verliert, dann ist der ganz schnell wieder in seinem Heimatland. Oder zumindest gibts halt Null Kohle vom Staat.

    Schreiben und Lesen nicht so wichtig.
    Geprochenes Deutsch reicht schon. Der Rest wird antrainiert. Einziges Mango ist die Gefahr von Arbeitsunfällen. Da müssen die Vorarbeiter schon ein wenig wachsam sein.
    ... ist die wahre Bestimmung des Menschen im neoliberalen Zeitalter: mobil, flexibel, emsig, unkompliziert, kaum Zeit, wenig Geld -->> netter Nebeneffkt: außer Arbeit keine Interessen, kaum Privatleben ... das Idealbild des Menschen im Dienste der Wirtschaft ... der perfekte homo oeconomicus ...
  7. #176

    .

    Zitat von dumpfi Beitrag anzeigen
    Glaube 9,26 sind mittlerer studentlohn.

    Wow, fuer 6 Euro arbeiten. Total laecherlich sowas. Warum tun die Leute sich das an? Glaube kaum dass man mit H4 schlechter dasteht. Vor allem wenn nebenbei schwarz noch was geht.

    Nunja, wer sich ausbeuten lassen will, nur zu.
    Mag sein, dass Sie gerne Schwarzarbeit machen. Es gibt andere wie unsereiner, der davon nichts hält. Ausserdem können Sie mal einen H4-Sachbearbeiter erzählen, wie lächerlich so 6 Euro/Stunde so sind, wenn Sie zugleich H4 beziehen würden. Vielleicht lacht er Sie nur aus, vielleicht haben Sie danach auch ne Sanktion am Hacken. Jedenfalls ist das kein Ablehnungsgrund!

    Aber davon abgesehen muss man auch von irgendwas leben und wenn man nunmal keine Lust hat, sich vollkommen auf die "Gemeinschaft" zu verlassen, bleibt kaum was anderes übrig als solche Jobs anzunehmen, um zumindest halbwegs über die Runden zu kommen. Noch dringender wird es, wenn da zusätzlich noch Nachwuchs im Hintergrund ist, der auch versorgt werden möchte. Wollen Sie da lieber im Rahmen ihrer Möglichkeiten selber für sorgen oder wollen Sie alles der Solidargemeinschaft überlassen ?? Mir ist schon klar, dass die Bedingungen ziemlich bescheiden sind, aber die Wahl ist nicht immer da!
  8. #177

    Zitat von ungortoq Beitrag anzeigen
    Über solche Fragen dürfen Sie gerne mal mit Ihrem zuständigen Jobcenter diskutieren. Was aus deren "Kunden" wird, ist den Jobcentern völlig egal.
    Leider wissen die "Kunden" nicht, welche Rechte sie haben und wie sie diese einfordern koennen.
    Ich weiss jetzt nicht wie ich das formulieren soll, damit es nicht abwertend klingt, aber "gebildete Leute", die in Hartz IV geraten (z.B. meine Lebensgefaehrtin) schaffen das immer irgendwie, "unbeschadet" in den Genuss von ALG II zu kommen.
    Es liegt glaube ich sehr am Auftreten gegenueber des Sachbearbeiters.
    Wenn man denen gleich klarmacht "mit mir nicht", dann klappt das auch.
    Wenn man natuerlich als Bittsteller da auftaucht, dann wird man ausgenommen wie eine Weihnachtsgans und von einem Mistjob in den anderen gezwungen.
  9. #178

    Zitat von korox Beitrag anzeigen
    Mag sein, dass Sie gerne Schwarzarbeit machen. Es gibt andere wie unsereiner, der davon nichts hält.
    Aehem.
    Was soll man denn sonst als Alleinerziehende Mutter mit 2 Kindern machen?
    Sich durch die Buerokratiemuehle drehen lassen und auf die 10 Euro Stundenlohn aus dem Putzjob auch noch Steuern zahlen?
    Weltfremd.
  10. #179

    Zitat von fontipex Beitrag anzeigen
    Eine sehr lesenswerte Reportage zum Thema, wie ich finde: Beschreibt den Alltag einer Raumpflegerin, für die es völlig normal ist, ca. 80 Stunden in der Woche arbeiten: "Die Ausputzerin", erschienen im SZ-Magazin.

    Die Ausputzerin - Gesellschaft/Leben
    Respekt! Ich erlaube mir mal nen kleines Zitat daraus:

    "Sie kenne viele Menschen, sagt sie, die ähnlich hart arbeiten wie sie. Die zwei, drei Jobs haben, um sich ihr Leben finanzieren zu können, als Kfz-Mechaniker, im Sicherheitsdienst, im Supermarkt. Die bloß nicht runter wollen, nicht zu Hartz IV, in die Trägheit, ins menschliche Aus. Wie ein Monster hat sich Hartz IV im Leben der Menschen aufgebaut. Hartz IV heißt Stillstand, Arbeit heißt Fortkommen, Teil der Gesellschaft sein."

    Damit hat sie vollkommen recht! Arbeit ist die elementare Grundbasis unserer Gesellschaft, aus der alles andere entspringt.








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