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Neue Studie: Viele Niedriglöhner arbeiten 50 Stunden plus

DPASie bekommen weniger Geld als andere Arbeitnehmer - und müssen länger schuften, um ihre Existenz zu sichern. Jeder vierte Geringverdiener arbeitet laut einer Studie wöchentlich 50 Stunden oder mehr. Viele riskieren dabei ihre Gesundheit.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...834351,00.html
  1. #140

    Noch falscher !

    Zitat von CommonSense2006 Beitrag anzeigen
    Ihre Analyse ist richtig, aber die Schlussfolgerung ist falsch. Richtig ist: Die Industrie mit ihrem hohen Produktivitätsfortschritt zahlt ständig steigende Löhne, im Dienstleistungsgewerbe ist kaum Produktivitätsfortschritt und die Löhne stagnieren. Andererseits fordert die Industrie auch immer höhere Qualifikationen, das Dienstleistungsgewerbe eben nicht. Da das Angebot an relativ unqualifizierter Arbeit recht hoch ist, können die Löhne da auch kaum steigen.

    Die richtige Schlussfolgerung ist also: Qualifiziert so viele Menschen so gut wie möglich, dann werden auch die verbleibenden, nicht qualifizierten (oder nicht qualifizierbaren) in Zukunft höhere Löhne verlangen können.

    Gesetzlicher Mindestlohn dagegen arbeitet gegen die Märkte und wird zu weiteren Verzerrungen führen: Arbeit wird ins Ausland verlagert (wo möglich), der Mindestlohn wird umgangen, Scheinselbständigkeiten werden zunehmen und was es an Möglichkeiten noch so gibt, die Leute sind da recht findig, wenn es um das Umgehen einer gesetzlichen Vorschrift geht.
    Der gesetzliche Mindeslohn ist notwendig ! Und wenn die Industrie und Wirtschaftsverbände immer vom Untergang des Abendlandes schreien, wenn der Mindestlohn käme, dann ist das Blödsinn. In 20 (in Worten: zwanzig) der 27 Mitgliedstaaten der EU gibt es den Mindestlohn. Deutschland hinkt also hinterher, der Mindestlohn in Deutschland ist überfällig. Eine Verlagerung ist dadurch auch nicht mehr so ohne weiteres möglich. Und die Verlagerung nach China hat ja dann die allseits bekannten Nebenwirkungen, wie miserable Qualität gepaart mit Gesundheitsgefährdung.

    Aufhören muss die Gier der Oberschicht ! Die Mittel- und Unterschicht hat Einkommen, die in den letzten Jahren nahezu stagniert haben, die der Oberschicht sind um 93 % gestiegen. Das ist unser Problem ! Und die Firmen lassen sich das alles auch noch subventionieren, denn etwas anderes ist das Aufstocken doch nicht. Die Agenda 2010 war eine Reform zugunsten der Industrie und Wirtschaft und auf Kosten der Geringverdiener.
  2. #141

    Zitat von limrz Beitrag anzeigen
    Hochlöhner (idR Führungspersonen) und Selbständige wären froh, lediglich 50 Stunden in der Woche zu arbeiten.
    Nicht wenige Selbständige müssen ebenfalls für einen Gewinn, der einem Niedriglohn vergleichbar ist, tun.

    Wären die von Ihnen hochgelobten Fürhungspersonen auch bereit, ebenso viele Stunden zu arbeiten, wenn sie dafür ebenfalls nur einen Niedriglohn erhalten würden? Vermutlich würden diese Sie bei einem solchen Ansinnen lauthals auslachen - schließlich gehört man doch nicht zum Pöbel!
  3. #142

    ?

    Zitat von CommonSense2006 Beitrag anzeigen
    (...) Richtig ist: Die Industrie mit ihrem hohen Produktivitätsfortschritt zahlt ständig steigende Löhne, im Dienstleistungsgewerbe ist kaum Produktivitätsfortschritt und die Löhne stagnieren. Andererseits fordert die Industrie auch immer höhere Qualifikationen, das Dienstleistungsgewerbe eben nicht. Da das Angebot an relativ unqualifizierter Arbeit recht hoch ist, können die Löhne da auch kaum steigen.

    Die richtige Schlussfolgerung ist also: Qualifiziert so viele Menschen so gut wie möglich, dann werden auch die verbleibenden, nicht qualifizierten (oder nicht qualifizierbaren) in Zukunft höhere Löhne verlangen können.
    Genau dieser marktwirtschaftlichen Pseudologik widersetze ich mich: Was am Ende einer vollindustrialisierten Gesellschaft übrig bleibt, ist der Dienst vom Menschen am Menschen - Dienstleistung in seiner Reinform, ausgerechnet das, was mies bezahlt wird - weil es sich nicht rationalisieren lässt, weil Menschen so herrlich irrational sind, diese Irrationalität sie menschlich macht.

    Wollen wir wirklich erst diese Menschlichkeit durch den homo oeconomicus verdrängen lassen, bevor wir merken, was wir dann verloren haben, oder ist unser Intellekt kollektiv fähig dieser Entwicklung gegenszusteuern - und dem Wert menschlicher Arbeit auch einen materiellen Mindest-Gegenwert fest zuzuordnen?

    Deshalb habe ich ja auch geschrieben, dass der einheitliche gesetzliche Mindestlohn eben keine marktwirtschaftliche Aufgabe ist: die Märkte werden ihn erst leisten können, nachdem Gesellschaft so kaputt, degeneriert ist, zerstört durch die Pseudo-Logik einer selbstgeschaffenen Marktwirtschaft.

    Deshalb brauchen wir eine Untergenze: nur oberhalb von ihr darf der Markt zur Geltung kommen: Weil Menschen nicht marktgerecht sind - die können nicht einfach, wie andere Güter, aus dem Markt ausscheiden.

    Das wird unsere Aufgabe sein: Niedriglöhner müssten die Bediener von Maschinen auf der einfachsten Ebene sein, deren Leistung muss weniger Wert sein als andere Menschen beraten, versorgen, pflegen, betreuen. Heute ist es umgekehrt, weil wir den Markt über den Menschen gestellt haben. Das sollten wir ändern. Haben wir die Kraft, und den Willen dazu?
  4. #143

    Lese-Empfehlung

    Eine sehr lesenswerte Reportage zum Thema, wie ich finde: Beschreibt den Alltag einer Raumpflegerin, für die es völlig normal ist, ca. 80 Stunden in der Woche arbeiten: "Die Ausputzerin", erschienen im SZ-Magazin.

    http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/34252
  5. #144

    Aus BWL Sicht leider anderstherum

    Zitat von Xircusmaximus Beitrag anzeigen
    Ein Unternehmen das seine Lohnkosten nicht ohne staatliche Hilfe tragen kann ist nicht marktfähig.
    Wenn die Konkurrenz vom Staat subventioniert wird, dann ist ein Unternehmen ohne staatliche Hilfe nicht marktfähig.

    Es wird sich das Untenehmen am Markt durchsetzen dass die grössten Staatssubventionen erhält.

    Das haben wir denjenigen zu verdanken, die dauernd die freie Martwirtschaft postulieren. Denn wenn ein Unternehmen in Schwierigkeiten gerät dann sind die Löhne der Mitarbeiter zu hoch. Erzeugt ein Unternehmen Gewinn dann haben es alle Mitarbeier dem Unternehmer zu verdanken.
  6. #145

    banale BWL - Kenntnisse

    Zitat von olleolaf Beitrag anzeigen
    Das ist doch mal eine selten blöde Aussage.
    Durch die Aufstockerei werden die Löhne gnadenlos nach unten gedrückt.
    Faire Löhne, faire Preise ist die Devise.
    Ohne Eingriffe des Staates.
    Man möge mich nicht in die Ecke der fdP-Wähler stellen.
    Sie haben ganz recht, wenn schreiben, dass Lohnerhöhungen nicht die Preise erhöhen, denn sie erhöhen zunächst mal die Produktionskosten.

    Falls die Produktionskosten für das Produkt damit höher werden als der dafür am Markt erzielbare Preis, dann geht der produzierende Betrieb ohne Eingriffe des Staates = Subventionen mit etwas Zeitverzögerung pleite, es sei denn, er verlagert seine Produktion in ein Land, wo er kostengünstiger produzieren kann, oder er substituiert Arbeiter durch Roboter= Rationalisierungsmaßnahmen.

    Faire Löhne, faire Preise, faire Pleite
  7. #146

    stimmt nicht

    Zitat von 1801 Beitrag anzeigen
    Und hätten sie eine bessere Ausbildung könnten sie die wenigen buchhalterischen Aufgaben oder Aktualisierung der HP in wenigen Kleinunternehmens in wenigen Monatsstunden erledigen.

    Mit etwas Strukturierung ihres Unternehmens erkenne ich dann den halben Arbeitsumfang.
    Würden sie ihre Leute besser bezahlen, würden diese sich eher mit ihrem Laden identifizieren und viele ihrer Aufgaben übernehmen können.

    Und abschliessend sei mir die Frage gestattet, ob denn neben dem Schild,
    "Hunde verboten" auch eines mit "H4 und Aufstocker bleiben draussen" hängt.
    Kleinunternehmen?
    Wir beschäftigen 42 Mitarbeiter.
    Ich habe 2 Ausbildungen. HoFa und Betriebswirt. Ich weiss sehr genau wie man Buchhaltung macht. Und vor allem effektiv.
    Wie Sie meinen Arbeitsumfang reduzieren wollen ohne den Betrieb zu kennen, das bleibt Ihr exclusives Geheimnis. Ich arbeite nun mal voll mit im Betrieb. Weil es mir Spass macht und es mein Traum war.

    Aber wenn manche Forumsnörgler anzweifeln, Selbstständige würden nicht überdurchschnittlich viel arbeiten, gehe ich davon aus das sie selber nie eigenständig ein Unternehmen geführt haben.

    Selbstständig= selbst und ständig.

    Und unsere Mitarbeiter werden leistungsgerecht bezahlt. Das aber der Spüler weniger verdient als der gelernte Koch oder Servicemitarbeiter ist doch logisch.
    Wer nichts gelernt hat, der verdient auch weniger.

    Ein H4ler kommt nicht zum essen zu uns. Das wird er sich nicht leisten können.
    Tut er es dennoch, ist er herzlich willkommen.

    Zumal es ihm nicht auf der Stirn steht.
  8. #147

    Gewinnmaximierung vergessen

    Zitat von MiniDragon Beitrag anzeigen
    Sie haben ganz recht, wenn schreiben, dass Lohnerhöhungen nicht die Preise erhöhen, denn sie erhöhen zunächst mal die Produktionskosten.

    Falls die Produktionskosten für das Produkt damit höher werden als der dafür am Markt erzielbare Preis, dann geht der produzierende Betrieb ohne Eingriffe des Staates = Subventionen mit etwas Zeitverzögerung pleite, es sei denn, er verlagert seine Produktion in ein Land, wo er kostengünstiger produzieren kann, oder er substituiert Arbeiter durch Roboter= Rationalisierungsmaßnahmen.

    Faire Löhne, faire Preise, faire Pleite
    Sie haben einen wichtigen Bestandteil weggelassen, den Gewinn. Wenn ein Unternehmen den Gewinn nicht ständig maximieren will, um den Forderungen der Finanzindustrie nachzukommen. Faire Löhne, faire Preise, angemessener Gewinn, keine Pleite.
  9. #148

    Zitat von grommeck Beitrag anzeigen
    Wo ist das Problem - so funktioniert der Kapitalismus nunmal.
    Dann ist ganz offensichtlich der (reine) Kapitalismus das Problem!

    Es ist längst überfällig, wieder zu der Gesellschaftsform einer sozialen Marktwirtschaft zurückzukehren!
  10. #149

    Sehe ich ebenso, denn :

    Zitat von cicatriz Beitrag anzeigen
    als Hartz4 Empfänger solche Arbeit zu verweigern. Herade auch als Mensche mit qualifizierter Ausbildung ruiniert man sich mit solchen Jobs jegliche Zukunft.
    Die Arbeitgeber lachen sich doch -- mittlerweile nicht mal mehr hinter geschlossenen Türen-- halb pieselig über die Deppen, die diese Arbeitsplätze annehmen.

    Nur durch Austrocknen -- Nichtarbeit -- können wir diesen Sektor zurückfahren.
    Ich habe mich mittlerweile mit ALG II " arrangiert ".. Den vollen Arbeitslosensatz, und ein Ehrenamt, um das Jobcenter
    " Ruhigzustellen " und soviel " Nachbarschaftshilfe " leisten,
    wie es für ein auskömmliches Einkommen braucht.

    Die großen Unternehmen haben ihre " Steuervermeidungsmodelle "-
    legitimiert von unseren korrupten Politikern.
    Das Recht gilt für jedermann. Ich brauche keinen AG, der an meiner Arbeit mitverdient( wie ein Schmarotzer ). Das Unternehmerrisiko, welches dies legitimieren würde ist ja voll auf die Schultern der AN übertragen worden.
    Somit erlaube ich mir, dies auch mit dem Gewinn meiner Hände Arbeit
    zu praktizieren.
    Ich hoffe, das " Unternehmerkonzept " findet immer mehr Nachahmer !

    P.S. Nach 32 jährigem guten Einkommen und mittlerweile 3 Jahre
    arbeitslosigkeit incl. erkrankung ( 80 % MDE ) ist das mein Fazit.

    Und, mir geht es sehr gut dabei! :))
    Denn es heißt ja so schön : ....Hauptsache die arbeiten....








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