Zitat von
CommonSense2006
Ihre Analyse ist richtig, aber die Schlussfolgerung ist falsch. Richtig ist: Die Industrie mit ihrem hohen Produktivitätsfortschritt zahlt ständig steigende Löhne, im Dienstleistungsgewerbe ist kaum Produktivitätsfortschritt und die Löhne stagnieren. Andererseits fordert die Industrie auch immer höhere Qualifikationen, das Dienstleistungsgewerbe eben nicht. Da das Angebot an relativ unqualifizierter Arbeit recht hoch ist, können die Löhne da auch kaum steigen.
Die richtige Schlussfolgerung ist also: Qualifiziert so viele Menschen so gut wie möglich, dann werden auch die verbleibenden, nicht qualifizierten (oder nicht qualifizierbaren) in Zukunft höhere Löhne verlangen können.
Gesetzlicher Mindestlohn dagegen arbeitet gegen die Märkte und wird zu weiteren Verzerrungen führen: Arbeit wird ins Ausland verlagert (wo möglich), der Mindestlohn wird umgangen, Scheinselbständigkeiten werden zunehmen und was es an Möglichkeiten noch so gibt, die Leute sind da recht findig, wenn es um das Umgehen einer gesetzlichen Vorschrift geht.