Neue Studie: Viele Niedriglöhner arbeiten 50 Stunden plus

DPASie bekommen weniger Geld als andere Arbeitnehmer - und müssen länger schuften, um ihre Existenz zu sichern. Jeder vierte Geringverdiener arbeitet laut einer Studie wöchentlich 50 Stunden oder mehr. Viele riskieren dabei ihre Gesundheit.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...834351,00.html
  1. #130

    Wie soll das gehen??

    Zitat von dr.hammer Beitrag anzeigen
    Wenn die Vollbeschäftigung im Jahre 2015 (Prognose für 2015: Ökonomen sagen Vollbeschäftigung voraus - SPIEGEL ONLINE)
    erreicht ist, werden unsere niedriglöhner dann auch wieder normale 40 Std./Wo. arbeiten.
    Die Wanne ist voll, uhuhuhu.Es wird doch schon seit Jahrzehnten auf Halde produziert. Kaum fertiggestellt, schon weggeschmissen!!! Da schwimmen sogar Tausende von Turnschuhen im Pazifik rum. Die Versicherung hat schon bezahlt.
  2. #131

    Ausbildung

    Zitat von shark65 Beitrag anzeigen
    Sie haben scheinbar wenig Ahnung, davon aber sehr viel.
    Wir haben uns vor 5 Jahren im Gastgewerbe selbstständig gemacht.
    ...
    Heute lebt mancher von denen von H4 und jammert über unsere bösen Politiker weil es ihm finanziell schlecht geht. Und glauben Sie mir, von mir gibts da kein Mitleid.
    Und hätten sie eine bessere Ausbildung könnten sie die wenigen buchhalterischen Aufgaben oder Aktualisierung der HP in wenigen Kleinunternehmens in wenigen Monatsstunden erledigen.

    Mit etwas Strukturierung ihres Unternehmens erkenne ich dann den halben Arbeitsumfang.
    Würden sie ihre Leute besser bezahlen, würden diese sich eher mit ihrem Laden identifizieren und viele ihrer Aufgaben übernehmen können.

    Und abschliessend sei mir die Frage gestattet, ob denn neben dem Schild,
    "Hunde verboten" auch eines mit "H4 und Aufstocker bleiben draussen" hängt.
  3. #132

    Zitat von zudummzumzum Beitrag anzeigen
    Hat sich mal jemand gefragt, warum gerade in den personalintensiven Wirtschaftsbereichen für die Beschäftigten kein Geld zu verdienen ist? Wenn es darum geht Maschinen zu bedienen und damit die menschliche Produktivität zu verzigfachen, sind wir auch bereit hierfür Geld auszugeben. Aber wo Mensch auf Mensch trifft, sozusagen im Kernbereich einer Gesellschaft, versagen unsere Marktmechanismen zu Gunsten einer Geiz-ist-geil-Mentalität.

    Es scheint so, als wollten wir gerne besch***en werden durch irgendwelche selbsternannten Voodoo-Zauberer, die ihre Handgriffe an Tastaturen als schwierig, das sich Abgeben mit Mitmenschen als leicht und demnach gering qualifiziert abtun. Ist freundlich Kellnern wirklich um so viel leichter als im Chemielabor Proben in irgendwelche Roboter zu stecken und wieder rauszunehmen? Wo es nix zu rationalisieren gibt, wo es keinen Produktivitätsfortschritt zu verteilen gibt, ist Arbeit nichts wert.

    Dieses Problem lässt sich nicht tarifvertraglich oder gar auf Ebene des Einzel-Arbeitsvertrags lösen, sondern wir müssen uns endlich gesamt-gesellschaftlich aufmachen, eine Antwort zu finden: wir brauchen den einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn. Anscheinend sind wir anders nicht fähig, unseren Mitmenschen die finanzielle Anerkennung zukommen zu lassen, die sie verdienen.
    Ihre Analyse ist richtig, aber die Schlussfolgerung ist falsch. Richtig ist: Die Industrie mit ihrem hohen Produktivitätsfortschritt zahlt ständig steigende Löhne, im Dienstleistungsgewerbe ist kaum Produktivitätsfortschritt und die Löhne stagnieren. Andererseits fordert die Industrie auch immer höhere Qualifikationen, das Dienstleistungsgewerbe eben nicht. Da das Angebot an relativ unqualifizierter Arbeit recht hoch ist, können die Löhne da auch kaum steigen.

    Die richtige Schlussfolgerung ist also: Qualifiziert so viele Menschen so gut wie möglich, dann werden auch die verbleibenden, nicht qualifizierten (oder nicht qualifizierbaren) in Zukunft höhere Löhne verlangen können.

    Gesetzlicher Mindestlohn dagegen arbeitet gegen die Märkte und wird zu weiteren Verzerrungen führen: Arbeit wird ins Ausland verlagert (wo möglich), der Mindestlohn wird umgangen, Scheinselbständigkeiten werden zunehmen und was es an Möglichkeiten noch so gibt, die Leute sind da recht findig, wenn es um das Umgehen einer gesetzlichen Vorschrift geht.
  4. #133

    Zitat von gell_da_schaugts Beitrag anzeigen
    Sind die 9,26 € jetzt der mittlere Stundenlohn oder die zwei Drittel des mittleren Stundenlohns? Ich vermute letzteres, bin aber nicht ganz sicher.
    Glaube 9,26 sind mittlerer studentlohn.

    Wow, fuer 6 Euro arbeiten. Total laecherlich sowas. Warum tun die Leute sich das an? Glaube kaum dass man mit H4 schlechter dasteht. Vor allem wenn nebenbei schwarz noch was geht.

    Nunja, wer sich ausbeuten lassen will, nur zu.
  5. #134

    Zitat von eerleser Beitrag anzeigen
    Meine Tochter, Realschulabschluß, ausgebildete Land- und Baumaschinenmechanikerin, Lehrzeit 3 1/2 Jahre, IHK-Abschluß, Schweißerschein, Staplerschein, Hydraulikschein ...

    Vollzeit 45 Stunden, Stundenlohn 6 Euro brutto (seit 1.1.12, davor 5,75 Euro), Wochenendbereitschaft 5 Euro (pro Tag!), Urlaubstage werden nur mit 8 Stunden vergütet, Feiertage werden NICHT bezahlt.

    Ach ja, für die "Allesbesserwisser", sie könnte sicher irgendwo 500 km weg im Westen oder in Holland einen Job finden. Aber ob es dass dann wirklich bringt?
    Mehr Geld bestimmt. Und den geringen Stundenlohn beklagen Sie doch.
  6. #135

    Zitat von J.M.Mierscheid Beitrag anzeigen
    ...Aber wir sollten in der Tat mal von unserem hohen Ross runterkommen, allerdings sollte dabei das Ziel im Vordergrund stehen, dass "unsere" - größtenteils vorbildlichen - sozialen Errungenschaften für andere Länder der Maßstab sein sollte der angestrebt wird und nicht umgekehrt...
    Wenn's bezahlbar ist, warum nicht.
  7. #136

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie bekommen weniger Geld als andere Arbeitnehmer - und müssen länger schuften, um ihre Existenz zu sichern. Jeder vierte Geringverdiener arbeitet laut einer Studie wöchentlich 50 Stunden oder mehr. Viele riskieren dabei ihre Gesundheit.

    Jeder vierte Geringverdiener arbeitet 50 Wochenstunden oder mehr - SPIEGEL ONLINE
    dann jetzt mal eine Geschichte aus dem wahren Leben...

    nach 2 Jahren Arbeitslosigkeit hatte ich einen Job gefunden.Als CNC-Dreher für 10,50
    6 Monate davon wurde die Hälfte des Lohnes von der Arge übernommen.
    nach 9 Monaten war ich wieder arbeitslos,da der Chef zuviele Leute eingestellt hatte.Also wieder ALG2.
    Bei der Arge hatte ich 150€ Schulden gemacht,um anfangs die Zugfahrkarte und ein zweites Fahrrad zu kaufen.Das Geld durfte ich dann,als ich wieder im ALG2-Bezug war,wieder zurückzahlen.
    In der Internet-jobbörse waren zu 95% Jobangebote von Zeitarbeitsfirmen.
    Dabei habe ich mehrmals die Erfahrung gemacht,daß mehrere ZA-Firmen den gleichen Arbeitsplatz angeboten haben.(Daher die Mär von den vielen freien Stellen?Durchaus möglich)
    Probearbeiten ohne Bezahlung ist absolut üblich geworden.(früher gab es da mal 3Mon Probezeit MIT Bezahlung)
    Hintenrum hat dann eine ZA-Firma mit meinem Fallmanager gekungelt,daß ich für diese ZA-Firma gratis probearbeiten sollte...
    Anfang dieses Jahres hat sich meine Lebensgefährtin selbstständig gemacht,also fand ich es am besten,dort mitzumachen.Also zum Amt,ob die denn vielleicht die ersten Monate einen Lohnzuschuss zahlen würden...O-Ton;"Dann würden wir ja Ihre Selbstständigkeit finanzieren,das geht natürlich nicht."
    Aber auf der anderen Seite jahrelange Aufstocker-Jobs finanzieren,das geht natürlich.
    Noch eins...daß unterbezahlte Menschen am meisten arbeiten ist klar,die haben am meisten Angst vor Hartz4.Bekommt man doch täglich auf RTL und in der bild präsentiert,was das für Asis sind.
    Meiner Meinung nach gehört das Wort asozial neu definiert,Ausserdem sollte das Aufstocken ersatzlos gestrichen werden.Wer für 4,50 arbeitet,der soll auch davon leben müssen.Dann haben sich die Billigjobs ganz schnell erledigt.
  8. #137

    sie wollen es so...

    die deutschen niedriglöhner wollen es mglw. ganz genauso haben.
    denn, wenn nicht würden sie:

    sich gewerkschaftlich organisieren
    sich beim sozialverband anmelden
    für ihre rechte kämpfen

    leider sind sie nicht so helle und lassen denken.

    deutsche erfolge in europa rechnen sie sich zu, auch wenn sie weniger in der tasche haben. immer noch besser wie in griechenland, denken viele.
    aber nicht so gut wie es sein könnte.
    die wenigen die geld haben (und damit lt verfassung die verantwortung),
    bestimmen den kurs in deutschland

    und´s stimmvieh macht´s mit.
    selbst schuld...
  9. #138

    Mit der Einstellung

    Zitat von Xircusmaximus Beitrag anzeigen
    .
    sich die Leute versklaven lassen. Für ein Einkommen, daß bei max 40 h die Woche, nicht mindestens 30% über HATZ IV liegt, würde ich mir morgens den Wecker nicht stellen.
    wird bestaetigt,dass Hartz 4 doch bequem ist.Wenn die Portugiesen diese Einstellung haetten,wuerde bei einem Lohn von 475.- ,niemand aufstehen,aber da es kein Hartz 4 gibt,muss man.Zeitarbeitsargenturen zahlen noch weniger.Thailaender,die von nicht portugiesischen Firmen in das Land geholt werden(die EU gelder kassieren),zahlen diesen fuer 10 Stunden Arbeit 22.50!So etwas nennt sich Globalisierung.
  10. #139

    Zitat von pirx64 Beitrag anzeigen
    Unabhängig wie ich jetzt zu der Sache stehe ist die Argumentation scheinheilig: Wie oft wird auf Frankreich und die Streik/Streitkultur verwiesen. Da gilt das Argument "in anderen Ländern" und hier bei der Antwort des Foristen nicht?!? Entweder gilt das Argument immer oder nie, entscheidet Euch.
    Das Streikverhalten der Franzosen beruht auf einem Recht, das auch hierzulande gilt. Außerdem habe ich mit keiner Silbe geschrieben, dass man sich nicht in anderen Länder umgucken dürfe, wie dort das Leben gestaltet wird. Wir dürfen gerne unseren Verstand benutzen und von anderen lernen. Warum auch nicht? Man sollte seine Argumentation jedoch nicht ausschließlich darauf stützen, indem man einen fremden Istzustand beschreibt, ohne diesen auf die eigenen Wertevorstellungen und Gedanken hin zu reflektieren, die zudem, wie im beschriebenen Fall, seit Jahrzehnten etabliert sind und ein Verständnis einer halbwegs fortschrittlichen Gesellschaft aufzeigen, die das Fundament unseres Zusammenlebens bilden. Es gibt Gesetze und soziale Errungenschaften, wie bspw. diejenigen, die die Abschaffung der Kinderarbeit oder eine maximale Arbeitsdauer regeln oder beschreiben, die unbedingt - also ohne Bedingungen - erfüllt werden sollten, ohne sie jedes Mal auf ihre Rechtmäßigkeit hin überprüfen zu müssen - vgl. auch das Grundgesetz.

    Gruß