Neue Studie: Viele Niedriglöhner arbeiten 50 Stunden plus

DPASie bekommen weniger Geld als andere Arbeitnehmer - und müssen länger schuften, um ihre Existenz zu sichern. Jeder vierte Geringverdiener arbeitet laut einer Studie wöchentlich 50 Stunden oder mehr. Viele riskieren dabei ihre Gesundheit.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...834351,00.html
  1. #100

    Die sind doch selbst schuld!

    "Die sind doch selbst schuld!" wurde uns über Jahre eingetrichtert. Die haben nicht gut gelernt und bekommen dafür nun die Quittung. Heute werden auch bestens ausgebildete Studenten oder Fachkräfte in solchen Verhältnissen beschäftigt.

    Nun gut - durch Spaltung der Gesellschaft und des Arbeitsmarktes lässt sich das evtl. noch 1-3 Jahre aufrecht erhalten, aber spätestens dann kommt es zum Knall, weil die Alten ausscheiden und die Neueintritte vermehrt in diesen Verhältnissen sein werden. Somit ist zu erwarten, dass der Anteil dieser Arbeitsverhältnisse rasant ansteigt. Dann kommt es zum Knall - die Saat aber wurde von denjenigen gelegt, die immer vor den anderen Parteien warnen. Sie warnen aber nicht, weil sie es besser können oder etwas verändern wollen, sondern weil sie an der Macht bleiben wollen!

    Populistische Rattenfänger (das ist meine Meinung) sind nicht nur in den Extremlagern zu finden - obwohl uns das die Medien immer wieder Glauben machen wollen!
  2. #101

    Neues Denken erforderlich

    Zitat von kein Ideologe Beitrag anzeigen
    ja soll man die Kinder auch noch zur Asozialität anhalten? Die Situation, daß sich das Nichtarbeiten lohnt, ist ein Wohlstandsgeschwür, ich kann mir nicht vorstellen, daß solche Lebensmodelle noch weitere 30 Jahre finanziert werden. Es ist aber verdammt schwer, nach vielleicht 10 Jahren Alimentation auf arbeiten umzusteuern.
    Wir haben in diesem Land reichlich Leute, die einfach aus Anständigkeit arbeiten. Die verdienen Respekt, nicht solche dumme Häme.
    Sie wollen dass Menschen um der Arbeit willen arbeiten. Warum eigentlich?

    Es gibt ein gigantisches Überangebot an Waren und Dienstleistungen, dass es eigentlich keinen Sinn macht, diese Überproduktion noch weiter zu steigern.

    Während sich zumindest "Höchstperformer" und "Geringverdiener" um ihre Gesundheit arbeiten und noch andere gar keine Arbeit haben, stagniert der Absatz an Gütern und Dienstleistungen.

    Ist ja auch kein Wunder. Die einen, die mit des Geld, kaufen nichts, weil sie sowieso schon alles dreifach haben und die anderen haben unbefriedigte Bedürfnisse, aber kein Geld.

    So kann das nicht (mehr) funktionieren. Neue Denkansätze zum Leben und Arbeiten scheinen mir dringend erforderlich.
  3. #102

    Zitat von dr.hammer Beitrag anzeigen
    Wenn die Vollbeschäftigung im Jahre 2015 (Prognose für 2015: Ökonomen sagen Vollbeschäftigung voraus - SPIEGEL ONLINE)
    erreicht ist, werden unsere niedriglöhner dann auch wieder normale 40 Std./Wo. arbeiten.
    Das dieses nicht so ist sieht man doch schon heute

    Wir haben weniger ein Arbeitsplatzproblem als vielmehr ein Lohnniveauproblem
    Und daran ändert auch nahezu Vollbeschäftigung nichts, da dann nicht dank Arbeitskraftmangel die Löhne steigen, sondern eben die Arbeitsplätze verlagert werden.
    Und gerade im unausgebildeten Sektor werden menschen immer für Hungerlöhne arbeiten da diese nicht wissen/gelernt haben sich zu wehren
  4. #103

    Zitat von nethopper01 Beitrag anzeigen
    Wo ist das Problem, wenn sogenannte Niedriglöhner mehr als 50 Stunden arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen? Wir sollten von unserem hohen Ross herunterkommen. Viele Staaten in Europa sind pleite, die Umverteilungsmentalität im eigenen Lande und der EU stößt an ihre Grenzen.
    Genau sowas wollten wir lesen.

    Jeder der hier lebt und ggf. das Territorium verteidigen muß, hat auch Anspruch auf die Erträge. Die Erträge sind so hoch, dass niemand Nidriglöhne beziehen müßte, die verteilung ist nur unausgeglichen.

    Wenn die Arbeiten kein Geld wert sind, dann sollten diese nicht erledigt werden. Wir brauchen ein BGE.
  5. #104

    Zitat von M_Natas Beitrag anzeigen
    Keine politische Partei verlangt 25€ als Mindestlohn. Das ist eine glatte Lüge..........................
    nein eine polemische Übertreibung. Wobei Sie hier im Forum auch ernst
    gemeinte 20€ finden, sicher nicht von dem Seeheimer Kreis nahestehenden Foristen. Der reale Kern ist, daß die Forderung nach 10-12€ die politisch durchsetzbaren 6€ verhindert. Das ist zwar unlogisch, wer einen Mindest(!)Lohn von 10€ fordert logisch nicht gegen einen Mindestlohn von 6€ sein kann. Die Aussage "nicht unter 6" ist in der Forderung "nicht unter 10" eingeschlossen. Aber in Wirklichkeit nützen natürlich Aufstockerlöhne den Leuten, die diese für ihre politische Propaganda brauchen. Sie wären ja schön blöd, an einem breiten Konsenz mitzuarbeiten. Und 5€ kriegen Sie auch mit der FDP durch, wenn es drauf ankommt.
  6. #105

    Zitat von kein Ideologe Beitrag anzeigen
    wer nennt das ein Erfolgsmodell? Arm mit Arbeit wird allgemein abgelehnt. Es sind die Populisten mit ihren "mindestens 20€"-Forderungen, die einen vernünftigen Mindestlohn blockieren. Mit 8,50 hätte man den ganzen Schmuddelbereich begrenzt, mit 5€ immer noch den vorsätzlichen Aufstockungsbetrug (Harz-Schwarz+Proformalohn) deutlich eingedämmt. Ohne Auswirkungen auf den anständigen Teil des Niedriglohnsektors. Und da würde letztlich auch keine FDP mehr querschießen. Aber nein, 25€ oder Mittelwert als Mindestlohn usw..,
    Ein Mindestlohn führt jedoch auch dazu das sich Preise schlicht erhöhen
    Ganz so einfach ist es daher nicht

    Macht Zeitarbeit teurer als normale Arbeit
    und erhöht Sozialabgaben bei Niedrigstlöhnen-die bei etwas höheren Löhnen dann absinken und erst dann wieder linear ansteigen.

    Und schon lohnt sich Dumpinglohn nicht mehr richtig
  7. #106

    Was ist Arbeit ?

    Zitat von Dramidoc Beitrag anzeigen
    Die eine verachtet man und die ander nimmt man nicht ernst. Ich will diese Veränderung, denn jeder hat es verdient von seiner Arbeit zu leben.
    Wirklich jeder ?

    Und bedenken Sie bitte auch, dass für manche das, was Sie Arbeit nennen , nicht Arbeit sondern Vergnügen ist, weil bestimmte Tätigkeiten auch Spaß machen. z.B.: Lernen, Forschen, Geld machen, Kinder zeugen.....
  8. #107

    Zitat von janne2109 Beitrag anzeigen
    das tun auch sehr viele "Hochlöhner",
    Richtig, wird übrigens auch im Artikel erwähnt. Aber Hochlöhner verdienen (wie der Name schon nahe legt) zum einen auch entsprechend und sind zum anderen auch aus meist persönlicher Motivation "mit ihrer Arbeit verheiratet", während der Niedrigöhner weder an seiner Arbeit hängt noch freiwillig soviel arbeitet.

    Zitat von theresarain
    Hmmmmm,
    "So lange Arbeitszeiten wie bei den Niedriglöhnern gibt es ansonsten nur am oberen Ende der Einkommensskala, also bei Gutverdienern in Vollzeit".

    Ich kenne einige Leute im Medien- und Verlagsbereich und da ist es ähnlich. Und die verdienen, trotz Studiums, miserabel. Ein Bekannter, der Freiberuflicher bei einem TV-Sender ist, kommt auf eher 60 Wochenstunden und übernachtet regelmäßig im Büro. Von den vielen unbezahlten oder völlig unterbezahlten Praktikanten und Volontären mit 60-Stundenwochen in dem Bereich gar nicht zu sprechen. Und den X Scheinselbständigen.
    Das ist eine Misere, die kaum jemals erwähnt wird. Dass da Leute mit Studium und sehr guter Ausbildung oft genauso schlecht verdienen und ebenso lange arbeiten müssen, wie die meist schlecht ausgebildeten "Niedriglohnarbeiter" (also eigentlich selbst welche sind), findet in den Medien kaum Erwähnung. Warum eigentlich nicht? Zuviel persönliche Betroffenheit?
    Zumindest bei vielen Fernsehsender, aber auch einigen Zeitungen ist das Produkt ein derartiger, volksverblödender Müll, das man allgemein wenig Mitleid für evtl. Nöte dort Arbeitender aufbringt.
    RTL, Sat 1, BILD, etc. - sorry, Leute die da freiwillig Arbeiten und ansatzweise mit dem Endprodukt zu tun haben tun mir nicht wirklich leid. Insbesondere bei Praktikanten zwingt diese ja niemand, sich dort für lau totzuackern.
    Vieleicht sollte man den Leuten auch schon zu Studienbeginn ganz klar sagen was sie erwarten wird, wenn sie unbedingt "irgendwas mit Medien" machen wollen.

    Dazu kommt noch, das besagte Leute in der Medienwelt ja vermutlich oftmals zumindest ihrer Tätigkeit an sich gerne nachgehen (Stichwort Selbstverwirklichung&Co.), auch da sieht's bei Niedriglöhnern anders aus.
    Wenn also schon eine "Arme Schweine" Reportage, dann wenigstens bei denen, die auf ganzer Linie übel dran sind, und nicht bei denen, die sich das mehr oder weniger freiwillig antun.
  9. #108

    Zitat von dasgelobteland Beitrag anzeigen
    Aber gut, laut Alterspyramide 2050, wenn gute "junge" Arbeitskraft fehlen wird, werden die ganzen Arbeitgeber sich wieder umstellen müssen und die Arbeitnehmer umwerben damit sie in ihre Firma arbeiten kommen.
    Es werden keine Arbeitskräfte fehlen. Es fehlen maximal Pflegekräfte um die Leute zu pflegen, die sich bis 70 nicht totgearbeitet haben.
    Weniger junge Leute bedeuten auch weniger Konsum.

    Außerdem stehen wir in Mitteleuropa ja ziemlich alleine da, überall verdoppelt sich die Bevölkerung jedes Jahr (gefühle Zahlenangabe), da wird ein paar Leuten immer was einfallen um die Schleusen zu öffnen.
  10. #109

    Das wollen wir (zumindest hier im Forum)...

    Zitat von tgu Beitrag anzeigen
    Der Staat soll und hat die Pflicht Mindestlöhne einzuführen. Wenn jemand Vollzeit beschäftigt ist, muss er mit dem Lohn den er bekommt über die Runden kommen. Wenn der dafür aber Zuschüsse vom Staat braucht, dann lebt der Arbeitgeber schließlich direkt vom Staat, also von UNS. Er beutet damit nicht nur den Niedriglöhner aus, sondern UNS. Wollen WIR das?
    .. nicht, aber 70% des Volks, das die Murksel gut findet, will es.
    Und die Murksel hat als Vorbild Margret Thatcher, die Ikone der sozialen Kälte, eine asoziale Figur, für die es keine Gesellschaft gibt, sondern nur Individuen.