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Neue Statistik: Zahl der Organspender sinkt

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation schlägt Alarm: Immer weniger Menschen spenden im Todesfall ihre Organe. Die Folge: 12.000 Menschen warten auf Rettung. Dabei könnte eine Veränderung der Gesetze Abhilfe schaffen - wie eine britische Studie jetzt zeigt.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...601499,00.html
  1. #130

    ?

    Zitat von eikfier Beitrag anzeigen
    ...mal angenommen, ein Sülzkotelett ist Ihnen eine ausgesprochen widerliche Mahlzeit und es sagt Ihnen aber eine Amtsperson, daß Sie - sobald der letzte Happen gegessen ist - von der nebenan schon mit laufendem Motor bereitstehenden Dampfwalze plattgemacht würden...würden Sie nun dadurch zum Sülzkotelett-Freak werden oder es doch eher nur als Mittel zur Fernhaltung der Dampfwalze empfinden?
    Nur soviel zum Thema:"...daß die Sache mit dem Leben doch nicht so schlecht ist"!

    Wenn Sie mit vielen Menschen über dieses Thema sprechen, spüren Sie bald heraus, daß wir Menschen eigentlich den Tod als Unvermeidliches schon akzeptieren können, aber Probleme mit dem Sterbevorgang oder der Sterbemechanik haben und uns daher fast alle einen schnellen Tod ("am besten tot umfallen!") erhoffen, der durch aufwendige Transplantationen doch nur zeitlich nach vorne geschoben wird.
    Erkundigen Sie sich doch mal bei wiederholt Transplantierten, z.B. dem sympathischen Niki Lauda, der ja öffentlich darüber spricht.
    Mit jeder neuen Niere steigt doch bestimmt seine Angst vor dem nun immer wahrscheinlicher werdenden Tod, vermute ich stark und was hätte er nun tatsächlich verloren, wenn er schon bei seinem Rennunfall gestorben oder gar nicht erst geboren wäre? - Null Komma Nix!
    Fazit: jeder stirbt für sich allein und soll - soweit es überhaupt möglich ist - für sich selbst individuell entscheiden dürfen, aber wozu braucht es da Organisationen, die andere behelligen?
    Für die zwar verständliche Individualentscheidung eines Anderen, mir fremden Menschen, bin ich aber nicht bereit mich mit immensen organisatorischen Aufwand stören zu lassen ! - (mit Steinmeier und Frau, das geht völlig in Ordnung!)
    Tut mir leid - aber ich weiß nicht was Sie mir eigentlich sagen wollen.

    Steht das widerliche Sülzkotelett für das Leben?
  2. #131

    die Ur Ur Enkel von Frankenstein

    Zitat von Porgy Beitrag anzeigen
    Warum muss noch Anspruch auf die gesunden Organe eines Toten erhoben werden, warum müssen dessen Organe mit ihm zusammen im Grab verfaulen, wenn sie doch einem Lebenden helfen könnten? Das Leid z.B. von Dialyse-Patienten ist so groß, dass mir nicht einleuchtet, dass man im Todesfall (und nur darum geht es ja) das Recht hat, diesen Menschen seine Nieren oder anderen Organe vorzuenthalten, nur um vollständig ins Grab oder ins Krematorium zu kommen.
    Also ganz ehrlich, wenn ich solche Meinungen höre/lese, dann überkommt mich eine Wut und dann werde ich erst recht ständig einen ablehnenden Organspenderausweis bei mir tragen. Wie kann man sich nur dazu versteigen, ein solches Anspruchsdenken auf die Organe hirntoter Menschen an den Tag zu legen - nur weil jemand sich vorher keine Gedanken um einen Widerspruch machte? Kein Wunder, wenn die Spendenbereitschaft nachlässt, wenn immer mehr ersichtlich wird, dass hier ein Markt entstehen soll. Die Ärzte setzen dazu auch noch traumatisierte Angehörige unter Druck, nur um an die Organe des Sterbenden zu kommen.

    Wie soll das weitergehen? Wenn die medizinische Technik endlich so weit ist, dass man auch Gehirne transplantieren könnte, hat dann der sterbende alte Multimillionär auch ein Anrecht auf den gesamten Körper eines hirntoten jungen Mannes, nur damit sein Gehirn nicht sterben muss? Das wäre doch letztendlich der Gipfel der medizinischen Frankensteinforschung.
  3. #132

    Wider der Schlachterei

    Zitat von Jochen Kissly Beitrag anzeigen
    Hier werden Menschen ausgeweidet - mit Medizin hat das nichts zu tun.

    Ich spende nicht.
    Volle Zustimmmung und das steht auf meinen Organspendeausweis auch drauf, dass ich _nicht_ spende.
  4. #133

    Paranoia oder berechtigtes Misstrauen?

    Als 17-jährige suchte ich wegen Rückenschmerzen meinen Hausarzt auf. Er überwies mich zur Klärung an Fachärzte der Urologie und Orthopädie.

    Der Besuch einer angesehenen urologischen Praxis in Bonn endete dann in einem Gefühlschaos für mich. Der Urologe eröffnete mir, dass eine meine Nieren krank sei und diese unverzüglich operativ entfernt werden müsse. Weitere Erklärungen gab er mir, trotz Nachfragen, nicht. Er tröstete mich nur mit der Aussage, dass ich auch mit einer Niere ohne weitere Beeinträchtigungen leben könne.
    Schon am nächsten Tag sollte ich mit meiner Mutter erneut in der Praxis vorsprechen um einen OP-Termin zu vereinbaren. Als "Belegarzt" wollte er die OP in einer Privatklinik selbst vornehmen. Die Annehmlichkeiten dieser Privatklinik schilderte er mir -im Gegensatz zur Diagnose- ungefragt sehr ausführlich.

    Dieser Aufforderung bin ich nicht nachgekommen sondern habe noch am gleichen Tag meinen Hausarzt erneut aufgesucht. Dieser war geschockt und empfahl mir einen anderen Urologen aufzusuchen, diesem aber nichts von der bereits gestellten Diagnose des Fachkollegen zu berichten.

    Der zweite Urologe stellte eine Blasenentzündung fest, die -mit entsprechenden Medikamenten behandelt- nach ein paar Tagen verschwunden war. Die Rückenschmerzen hatten einen anderen Ursprung. Das wurde kurze Zeit später von einem Orthopäden diagnostiziert und erfolgreich behandelt.

    Ich war neugierig und wollte den ärztlichen Bericht des Urologen (den diese üblicherweise an den Hausarzt senden) einsehen. Allerdings hatte mein Hausarzt diesen, trotz mehrfacher Bitten um Übersendung, niemals erhalten. Weil ich so jung und unerfahren war habe ich dann nicht weiter nachgehakt. Letztendlich war ich einfach nur froh, dass ich nicht operiert werden musste sondern diese erschreckende Diagnose wohl eine Fehldiagnose war.

    Jahre später entnahm ich einem Zeitungsartikel, dass der angesehene Urologe ein Duzfreund des Dr. Alfred Gütgemann war, der damals in Bonn Nierentransplantationen (und auch die erste Lebertransplantation) vornahm. Das diese ein juristisches Nachspiel hatte kann man hier nachlesen:
    http://www.kultur-in-bonn.de/magazin...213012402.html

    Dieser Professor war an der Privatklinik, in der ich operiert werden sollte, auch beteiligt. Kann man es mir verdenken, dass ich seitdem den Verdacht, dass man mir eine gesunde Niere entnehmen und jemand anderem transplantieren wollte, nie mehr ganz loswerden konnte? Ich bin mir sicher, dass mein Hausarzt diesen Verdacht mit mir teilte, obwohl er das nie expressis verbis formulierte.

    Meine Nieren funktionieren beide bis heute, mehr als 30 Jahre später, immer noch ausgezeichnet.

    Mein Vertrauen in Ärzte ist seither ziemlich erschüttert und das hat dazu geführt, dass ich - obwohl ansonsten sehr mitfühlend für die Leiden anderer Menschen - meine Organe NICHT für eine Transplantation nach meinem (Hirn-)Tod zu Verfügung stellen möchte. Mit einer Regelung, bei der nur spendewilligen Patienten auch ein neues Organ eingepflanzt würde, wäre ich durchaus einverstanden.
  5. #134

    Ich spende auch nicht mehr!

    Bis vor kurzem hatte ich noch einen Organspendeausweis....
    nun nicht mehr. Ich rauche nicht, trinke kaum Alkohol und ernähre mich gesund.
    Wenn ich mich aber in meinem Umfeld umsehe und Menschen, die an Diabetes und Nierenproblemen leiden, dabei beobachte, wie sie sich 'ne Kippe anzünden, das Bier aufmachen und schon mal eine Packung belgische Pralinen bereitstellen für die Fernsehsendung... man hat doch jetzt diesen tollen automatischen Insulingeber. Das ist doch furchtbar!!
    Bloß nicht mit der eigenen Lebensführung auseinandersetzten und etwas ändern solange es noch möglich ist. Die Anderen, Ärzte und Spender, werden es schon richten.

    Da es mir leider nicht obliegt genau festzulegen WER meine Organe bekommen darf, habe ich meinen Ausweis vernichtet. Das tut mir zwar aufrichtig leid für die Menschen, die Ihre Krankheit nicht selbst verschuldet haben, vor allen Dingen für die kleinen Kinder. Aber von denen könnten ja viele gerettet werden, wenn die Mediziner bereit wären die Organe zu teilen und von einer Spenderniere für einen Erwachsenen ein Stück für ein Kind abzunehmen. (Das aber unter Vorbehalt, denn ob der Bericht den Tatsachen entspricht, weiß ich aber nicht genau.)

    Meine Organe stehen jedenfalls erstmal nicht mehr zur Disposition. Und je länger diese Diskussion anhält, umso weniger Spendenbereitschaft kann ich bei mir entdecken, denn diese teilweise rücksichtslose Einforderung von Organen und der damit einhergehende Entzug der Selbstbestimmung widert mich an.
  6. #135

    ....

    Zitat von recklette Beitrag anzeigen
    Ich drücke Ihnen und den anderen Mitforisten beide Daumen, das es auch bei Ihnen irgendwann mal nötig wird...

    Insbesondere die vielen Besuche der Dialysestation werden ihnen viel Freude bereiten.
    In anderen Ländern leben zig Mio. Menschen Zeit ihres Lebens unter unwürdigsten Bedingungen, und Sie drücken hier auf die Tränendrüse wegen Menschen, die in einem wohlhabenden Land leben, und denen es am Ende ihrer etwas geringfügig kürzeren Lebenszeit, genau wie den meisten Menschen eben, ziemlich schlecht geht?
    Mich beeindrucken Sie damit nicht.
  7. #136

    Würde

    Zitat von blue0711 Beitrag anzeigen

    Wenn ich von der Würde des Menschen ausgehe, akzeptiere ich unbenommen auch jegliche irrationale Überzeugung jedes Menschen zu sich selbst...

    Die Widerspruchsregelung ist auch insofern nicht tragbar, als dass sie sehr wohl zwingt... sich mit dem Tod auseinanderzusetzen... auch dann greife ich wieder in sein Leben unzulässig tief ein...

    Dass es gesellschaftliche Strömungen gibt, die das ernsthaft zur Disposition stellen, widert mich an.
    Ich kann diesem Beitrag nur in vollem Umfang zustimmen.
    Leider verträgt sich der fürsorgende Sozialstaat immer weniger mit dem Ideal von Freiheit und Würde des einzelnen Menschen. Die verordnetete Sozialpflichtigkeit greift zunehmend nicht nur nach dem Geldbeutel bzw. Hab und Gut der Bürger, sondern zunehmend nach dem Bürger selbst, sozusagen mit Haut und Haar. Es ist sicher nur noch eine Frage der Zeit, bis die Deutschen auch eine Widerspruchsregelung aufgezwungen bekommen, die Ärzte- und Patientenlobbys arbeiten daran, schöne neue Welt..
  8. #137

    ...mich stört die speziell Propagandaaktion...

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Tut mir leid - aber ich weiß nicht was Sie mir eigentlich sagen wollen.

    Steht das widerliche Sülzkotelett für das Leben?
    ...ja, in meinem Beispiel!
    Weil ich die Erfahrung gemacht habe, daß nicht wenige Menschen das Leben eigentlich gar nicht so prima finden wie sie es eigentlich laut Erziehung und Kultur finden SOLLTEN und den in ihnen wohnenden Trieb zur Selbsterhaltung durchaus als störend empfinden, aber den SterbeVORGANG als noch störender und Angst machender fürchten.

    Auch ein Goethe machte sich darüber schon enstprechende Gedanken:
    "oh, wär´ich nie geboren!" läßt er seinen Faust, den Begünstigten, stöhnend resümieren...
    Fazit: mich stört die egozentrische Transplantationspropaganda, die jedem, der noch ohne Freigabeausweis herumläuft, in aggressiver Weise ein schlechtes Gewissen einreden möchte wie z.B. auch Sie es taten in Ihrem von mir kommentierten Beitrag...
  9. #138

    Unfassbare Vorurteile werden hier als Fakten verkauft...

    Zitat von kahame Beitrag anzeigen
    Bis vor kurzem hatte ich noch einen Organspendeausweis....nun nicht mehr. Ich rauche nicht, trinke kaum Alkohol und ernähre mich gesund.
    Wie kommen Sie zu dieser Erleuchtung, dass Patienten die Organe benötigen allesamt fettleibige Kettenraucher und Alkoholiker sind. An Verallgemeinerungen sind ihre Thesen ja gar nicht mehr zu übertreffen. Wie erklären Sie sich die kranken, auf Transplantationen wartende Menschen, die nicht in ihr Raster fallen?
    Informieren Sie sich doch wenigstens bevor Sie diese abstrusen Halbwahrheiten in die Gegend posaunen!
  10. #139

    Hetzerei gegen Organtransplantationen nutzen niemanden

    Zitat von unente Beitrag anzeigen
    Also ganz ehrlich, wenn ich solche Meinungen höre/lese, dann überkommt mich eine Wut und dann werde ich erst recht ständig einen ablehnenden Organspenderausweis bei mir tragen.
    Entschuldigung, aber es zwingt Sie doch niemand. Wenn Sie sich dagegen entscheiden, ist das doch völlig in Ordnung. Aber unterlassen Sie eine Stimmungsmache und Hetzerei gegen das Transplantieren von Organen der Tausende von Menschen das Leben rettet.

    Die Formel lautet: Wenn Sie bereit sind ein Organ im Notfall zu nutzen (sollte eines ihrer Organe nicht mehr funktionieren), dann sollte man auch bereit sein zu spenden. Mehr nicht.


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