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Neue Stämme: Die Turbo-Evolution der Königslachse

Normalerweise dauert es Jahrtausende, bis sich Tiere in unterschiedliche Stämme aufspalten. In Nordamerikas Flüssen aber wurden Königslachse ausgesetzt, die sich schon nach wenigen Generationen deutlich voneinander unterscheiden. Entstehen dort neue Fisch-Arten?

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...806331,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Nordamerikas Flüssen aber wurden Königslachse ausgesetzt, die sich schon nach wenigen Generationen deutlich voneinander unterscheiden.
    So erstaunlich ist das nicht. Evolution findet ständig statt. Normalerweise wird sie nicht bemerkt, weil die allermeisten Variationen sich nicht äußerlich auswirken oder in großen Populationen statistisch untergehen. Zudem sorgt die Selektion in einem Habitat für eine einheitliche Auswahl der Populationen. Bei kleinen Populationen in unterschiedlichen Habitaten mit fehlender Selektion kommt die Variation aber ungehemmt zur Entfaltung. Zudem ist heute bekannt, dass keineswegs tausende von Generationen notwendig sind für merkliche Veränderungen. Epigenetische Mechanismen können sehr schnell wirksam werden und genetische Veränderungen induzieren. Das alte Dogma der Genetik ist löchrig geworden.
  2. #2

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    So erstaunlich ist das nicht. Evolution findet ständig statt. Normalerweise wird sie nicht bemerkt, weil die allermeisten Variationen sich nicht äußerlich auswirken oder in großen Populationen statistisch untergehen. Zudem sorgt die Selektion in einem Habitat für eine einheitliche Auswahl der Populationen. Bei kleinen Populationen in unterschiedlichen Habitaten mit fehlender Selektion kommt die Variation aber ungehemmt zur Entfaltung.
    Müsste es nicht genau umgekehrt sein? Also bei unterschiedlichen Habitaten mit jeweils unterschiedlichen Lebensbedingungen.
    Da müsste doch gerade eine starke Selektion dazu führen, dass die Populationen sich in den jeweiligen Habitaten genetisch voneinander entfernen, da in dem einen Habitat diejenigen Gene sich letztendlich durchsetzen, die an dieses Habitat angepasst sind bzw. Vorteile bringen, und in dem anderen Habitat mit anderen Lebensbedingungen sind halt andere Gene mit den sich daraus ergebenden Vorteilen diejenigen, die sich letztendlich durchsetzen.

    Demzufolge müsste eben gerade eine starke Selektion dazu führen, dass eine Art sich durch räumliche Trennung in mehrere Populationen in zwei oder mehrere Arten aufspaltet.

    Oder hab ich irgendwo einen Dehnkfehler?
  3. #3

    Evolution?

    In ihren Überlegungen ist die Grundsätzlich falsche Annahme zu sehen, dass es so etwas wie Evolution geben würde.
    Unser Herr hat zu unsere Freude eine neue Fischart dort ausgesetzt und nun haben die ach so klugen "Wissenschaftler" wieder etwas zu grübeln.
    Denken sie da mal drüber nach...
  4. #4

    Zitat von Waldesmeister Beitrag anzeigen
    Müsste es nicht genau umgekehrt sein? Also bei unterschiedlichen Habitaten mit jeweils unterschiedlichen Lebensbedingungen.
    Da müsste doch gerade eine starke Selektion dazu führen, dass die Populationen sich in den jeweiligen Habitaten genetisch voneinander entfernen, da in dem einen Habitat diejenigen Gene sich letztendlich durchsetzen, die an dieses Habitat angepasst sind bzw. Vorteile bringen, und in dem anderen Habitat mit anderen Lebensbedingungen sind halt andere Gene mit den sich daraus ergebenden Vorteilen diejenigen, die sich letztendlich durchsetzen.

    Demzufolge müsste eben gerade eine starke Selektion dazu führen, dass eine Art sich durch räumliche Trennung in mehrere Populationen in zwei oder mehrere Arten aufspaltet.

    Oder hab ich irgendwo einen Dehnkfehler?
    Sie haben beide recht. Wenn die Selektion durch Fressfeinde, z.B. gegen sehr farbige, leuchtende Fische, wegfällt, wirkt sich die Selektion durch Fortpflanzungsvorteile für die besonders farbigen Fische positiv aus. Beides ist Selektion; es muss nicht immer "blutig an Zahn und Klaue" vor sich gehen.
  5. #5

    Zitat von Waldesmeister Beitrag anzeigen
    Demzufolge müsste eben gerade eine starke Selektion dazu führen, dass eine Art sich durch räumliche Trennung in mehrere Populationen in zwei oder mehrere Arten aufspaltet.
    Es ist natürlich nicht so einfach, wie man es hier darstellen kann. Allein die Selektion ist ein ungeheuer vielseitiger Prozess mit vielen Einflussgrößen. Da sind die Nahrungsquellen, die Räuber, das Klima, die sexuelle Auswahl und Konkurrenz. Selektion findet auch innerhalb des Organismus statt. Es gibt die allopatrische Artbildung, das ist die Trennung der Habitate oder die Isolation von Teilpopulationen (z.B. Inselbildung durch Abtrennung vom Festland), oder als Gegensatz die sympatrische Artbildung innerhalb eines Habitats, z.B. durch Änderung der sexuellen Präferenzen oder von Nahrungspräferenzen in Teilpopulationen.

    Schnelle Evolutionsprozesse werden auch im Umfeld des Vulkans Mt. St. Helens beobachtet, dessen Ausbruch eine ganze Landschaft zerstört und umgestaltet hat.
  6. #6

    Zitat von forkeltiface Beitrag anzeigen
    In ihren Überlegungen ist die Grundsätzlich falsche Annahme zu sehen, dass es so etwas wie Evolution geben würde.
    Unser Herr hat zu unsere Freude eine neue Fischart dort ausgesetzt und nun haben die ach so klugen "Wissenschaftler" wieder etwas zu grübeln.
    Denken sie da mal drüber nach...
    Ja, so wird es sein.
    Ich finde es allerdings wirklich drollig, dass es (unabhängig davon ob Sie das ernst meinten oder nicht) Menschen gibt, die an einen Gott glauben, der ganz offensichtlich seit Jahrtausenden nichts besseres zu tun hat, als der Menschheit so etwas wie Evolution zu vorzugaukeln und dem darob leider die Zeit, allen Menschen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, fehlt ....
  7. #7

    Der Denkfehler ...

    ... liegt schon beim Autor des Berichts.
    Er beschreibt den ursprünglichen Königslachs ganz richtig als Seefisch, der seine Fortpflanzung im Süßwasser erledigt. Durch die Ansiedlung einer jugendlichen Population in den großen Seen (also im Süßwasser) wurde diese massiv unter Anpassungsdruck gesetzt, da Lachse dieses Alters ihr Leben üblicherweise auf hoher See fristen. Eine gewisse evolutionäre Radiation ist dabei zwangsläufig, da nicht von vornherein klar ist, welche Anpassungsleistungen den meisten Erfolg versprechen. Es ist auch durchaus denkbar, daß mehrere unterschiedliche Merkmalsanpassungskombinationen zum Erfolg führen. Auf die Probe gestellt werden diese jetzt insbesondere durch die Abnahme des Nahrungsangebots, so daß von den derzeit sechs Gruppen möglicherweise nur zwei (oder am Ende sogar gar keine) übrig bleiben werden.
  8. #8

    alles in Lot auf'm Boot beim Königslachs

    Da hat mal wieder einer sensationsheischend schreiben wollen. War denn doch nich so'ne Nummer der Artikel. Alles, was die Autoren des wissenschaftlichen Artikels beschreiben, bewegt sich im grünen Bereich: von den Tieren der Ausgangspopulation (hunderttausende) haben sich Tiere mit unterschiedlichen genetischen Merkmalen (Mikrosatelliten sind genetische Erkennungsmerkmale, die sich binnen weniger Generationen verändern können, sowie selten natürlichen Auswahlprozessen ausgesetzt und daher in natürlichen Beständen meist in grosser Vielfalt vorhanden sind) unterschiedlich auf neue Lebensräume verteilt. Aufgrund unterschiedlicher Wege durch eine Vielzahl von Stationen menschlicher und natürlicher Auslese (Die Auswahlgeschwindigkeit pro Generation ist bei Lachsen vieltausendfach von der bei Schweinen, Rindern oder anderen Haustieren, die wir tatsächlich bereits über die Artgrenze schieben!) haben die neuen Bestände unterschiedliche Anteile an den verschiedenen Mikrosatelliten. Durch schnell einsetzende Standorttreue der Neuankömmlinge sowie anfänglich sehr kleine Bestände verschieben sich die Verhältnisse der Mikrosatelliten in jedem Bestand weiter durch Zufallsprozesse in unterschiedliche Richtungen, wobei der Mensch in einigen Beständen (mit seinerseits weiter veränderten Fischen) besetzt, während sich andere rein natürlich entwickeln. Tadaa, wir haben Bestände, die unterschiedliche genetische Fingerabdrücke aufweisen (ähnlich, wie sich in vielen deutschen Dörfern die Menschen früher sehr ähnlich sahen und durchaus am Gesicht nach Dorf oder Region zuzuordnen waren. - Ein Produkt sogenannter Gründereffekte und Isolation - mit neuen Arten hat das hoffentlich erstmal nix zu tun:). Auch beim Lachs sind wir weit von neuen Arten entfernt, da sollte sich der verantwortliche Schreiberling mal etwas vorsehen - ebenso wie der Urheber eines Kommentars hier im Forum. Der Herrgott hätte ne neue Art eingestzt, um Wissenschaftler zu ärgern: Die Tätigkeit von Menschen als Gotteswerk zu bezeichnen wäre früher als Gotteslästerung hochnotpeinlich bestraft worden. Möchtegernbibeltreue sollten sich vielleicht mal auch mit der Biologie und ihren Methoden - und deren Grenzen auseinandersetzen, bevor sie ihresgleichen als ungebildete Blödmänner in den Schmutz ziehen! Oder wie erklärst Du jetzt, dass die von Dir neue Art genannte Population von mir eben als als solche nicht existent dargelegt wurde? Hast ausgerechnet Du den achsoschlauen Biologen (die garkeine sind) zu sehr vertraut? Wissenschaft und Glauben sind zwei verschiedene Paar Schuh! Die Evolutionstheorie ist als solche kein Glauben, wird es nie sein und will es auch nicht.
    Und dies noch: Der Huronensee heisst so wie er heisst, auch wenn heut Englisch immer schicker klingt;) Und die Königslachse sind nicht zum Vertreiben anderer Fische ausgesetzt worden, sondern um diese zu ersetzen (bzw. um andere zu kontrollieren). Wenn direktes Kopieren, dann bitte richtig übersetzt! Dankeschön!
  9. #9

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Epigenetische Mechanismen können sehr schnell wirksam werden und genetische Veränderungen induzieren. Das alte Dogma der Genetik ist löchrig geworden.
    So? Was besagt das alte Dogma der Genetik denn?

    Richtig ist: Epigentische Effekte lassen sich bei höheren Tierarten nicht vererben und die natürliche Selektion reicht völlig aus um die im Artikel beschriebenen Beobachtungen zu erklären. Das ist bei anderen Tierarten auch schon vor langer Zeit beobachtet worden.








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