Neue Stämme: Die Turbo-Evolution der Königslachse

Normalerweise dauert es Jahrtausende, bis sich Tiere in unterschiedliche Stämme aufspalten. In Nordamerikas Flüssen aber wurden Königslachse ausgesetzt, die sich schon nach wenigen Generationen deutlich voneinander unterscheiden. Entstehen dort neue Fisch-Arten?

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...806331,00.html
  1. #30

    Kurze Zeiträume und Sterbewelle

    Zitat von Irek Beitrag anzeigen
    Ich bezweifle diese Schlussfolgerung, weil die Zeiträume zu kurz sind um Überhaupt zu irgendwelcher Selektion führen zu können. Das wäre nur dann möglich wenn die Umstellung von einer Sterbewelle bei den Finken begleitet wurde und nur wenige Exemplare überleben würden. Das wurde aber nicht beobachtet.
    Machen wir mal ein Rechenbeispiel:
    Sagen wir ein Finkenpaar zieht pro Jahr vier Junge auf, und macht das für vier Jahre. Das gibt dann pro Finkenpaar 16 Nachkommen, oder eine verachtfachung der Population.
    In zehn Generationen wäre das dann eine ver 8^10 -fachung (etwa das Milliardenfache). Wenn die Population stabil bleibt, heißt das, das fast alle (99.999999907%) Vögel sterben, bevor sie sich fortpflanzen können.
    Merke: Nur weil die Kadaver gleich von Aasfressern und Parasiten zersetzt werden und deshalb nicht massenhaft herumliegen, heißt das nicht, das Tiere nicht ständig massenhaft sterben.

    Bei Lachsen mit ihren 3000-14000 Eiern ist das Verhältnis entsprechend noch extremer.
  2. #31

    Zitat von dr3w Beitrag anzeigen
    Machen wir mal ein Rechenbeispiel:
    Sagen wir ein Finkenpaar zieht pro Jahr vier Junge auf, und macht das für vier Jahre. Das gibt dann pro Finkenpaar 16 Nachkommen, oder eine verachtfachung der Population.
    In zehn Generationen wäre das dann eine ver 8^10 -fachung (etwa das ....
    Ihre Rechnung ist falsch. Das Finkenpaar hinterlässt im Schnitt genau ein weiteres Paar, es sterben also 14 Vögel (und zwar BEVOR sie sich fortpflanzen) und zwei überleben = pflanzen sich fort. Ihre Milliarden Vögel sterben nicht, sondern werden nie geboren.
  3. #32

    danke

    Zitat von neoptolemos Beitrag anzeigen
    Ihre Rechnung ist falsch. Das Finkenpaar hinterlässt im Schnitt genau ein weiteres Paar, es sterben also 14 Vögel (und zwar BEVOR sie sich fortpflanzen) und zwei überleben = pflanzen sich fort. Ihre Milliarden Vögel sterben nicht, sondern werden nie geboren.
    Das stimmt, danke für die Korrektur.

    Ich sollte genauer formulieren, dass von der Milliarde *potenzieller* Individuen nach zehn Generationen nur ein Paar lebt, und dass damit eine rapide verlaufende Auslese unter hohem Anpassungsdruck nur sehr spezielle von einer Milliarde möglicher genetischer Variationen überlebt.

    Es ging mir darum, dem Argument entgegenzutreten, dass das nicht möglich sei, nur weil die sterbenden (14) oder nicht geborenen (Milliarden) nicht sichtbar sind.
  4. #33

    Evolutionisten

    Zitat von dr3w Beitrag anzeigen
    Das stimmt, danke für die Korrektur.

    Ich sollte genauer formulieren, dass von der Milliarde *potenzieller* Individuen nach zehn Generationen nur ein Paar lebt, und dass damit eine rapide verlaufende Auslese unter hohem Anpassungsdruck nur sehr spezielle von einer Milliarde möglicher genetischer Variationen überlebt.

    Es ging mir darum, dem Argument entgegenzutreten, dass das nicht möglich sei, nur weil die sterbenden (14) oder nicht geborenen (Milliarden) nicht sichtbar sind.
    Es gibt diese potentielle genetische Varianten, wie Ihnen schon Herr "neoptolemos" erklärt hat nicht. Die existieren nur in einem Kopf von einem Statistiker. In Wirklichkeit überlebt in einer Generation nur ein Paar und ob die ausgerechnet die Richtigen Gene trägt ist fraglich weil ein Überleben hängt nicht in erster Linie von der Überlegenheit des besagten Schnabels sonder ist ein Ergebnis des Zufalls, Erst in einem großen Auswahl des Individuen kann sich so eine positive Eigenschaft durchsetzen. Es ist aber ausgeschlossen dass so etwas in nur einer Generation passiert wie man bei der Darwinfinken beobachtet.

    Bei den Lachsen haben wir auch mit einer Situation zu tun wo nach geltenden Meinung der Evolutionisten keine solche Spaltung der Population möglich wäre.

    Man muss bedenken dass die Lachse dass größte Teil ihren Lebens in dem gleichen See verbringen wo sie Alle dem gleichen Selektionsdruck ausgesetzt sind. Es mussten sich also solche durchsetzen die dem Ökosystem See am besten angepasst sind und die werden also theoretisch die gleiche genetische Ausstattung haben.

    So aber scheint die Natur nicht zu funktionieren. Sie funktioniert so wie ich vorgeschlagenen habe