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Neue Stämme: Die Turbo-Evolution der Königslachse

Normalerweise dauert es Jahrtausende, bis sich Tiere in unterschiedliche Stämme aufspalten. In Nordamerikas Flüssen aber wurden Königslachse ausgesetzt, die sich schon nach wenigen Generationen deutlich voneinander unterscheiden. Entstehen dort neue Fisch-Arten?

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...806331,00.html
  1. #10

    Zitat von super_nanny Beitrag anzeigen
    So? Was besagt das alte Dogma der Genetik denn?
    Schauen Sie hier: Zentrales Dogma der Molekularbiologie

    Es gibt verschiedene neuere Entwicklungen der Biologie wie die Epigenetik, EvoDevo und DST (developmental systems theory), die stärkere Einflüsse aus der Umwelt auf die Entwicklung erkennen, auch mit Veränderungen des Genoms. Selbstverständlich kann man hier nur darauf hinweisen und nicht Einzelheiten darstellen. Das Fazit ist, dass die Evolutionstheorie damit einen neuen Schub bekommt und manche dunkle Stellen - insbesondere der Variation - aufgehellt werden. Selbst die Kreationisten bei Wort&Bild geraten zunehmend in Erklärungsnöte.
  2. #11

    Erstaunlich anpassungsfähig!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Normalerweise dauert es Jahrtausende, bis sich Tiere in unterschiedliche Stämme aufspalten. In Nordamerikas Flüssen aber wurden Königslachse ausgesetzt, die sich schon nach wenigen Generationen deutlich voneinander unterscheiden. Entstehen dort neue Fisch-Arten?

    Neue Stämme: Die Turbo-Evolution der Königslachse - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
    Ich entnehme aus dem Artikel, dass diese Lachsart ziemlich anpassun gsfähig ist. Offensichtlich würde das Experiment genauso verlaufen sein, wenn man es vor 100 oder 500 Jahren durchgeführt hätte. Die Anlagen für diese Anpassung sind in dem Lachs schon seit jeher vorhanden.
    Mit Evolution hat das überhaupt nicht zu tun. Da die beschriebene Anpassung derart schnell verläuft, bleibt keinerlei Zeit für eine Selektion im darwinistischen Sinne.
  3. #12

    Naja vor allem handelt es sich ersteinmal um Speziation, und zum anderen kann dies auch einfach nur der simple Gründereffekt sein.
  4. #13

    Zitat von dr_phil Beitrag anzeigen
    Naja vor allem handelt es sich ersteinmal um Speziation, und zum anderen kann dies auch einfach nur der simple Gründereffekt sein.
    Speziation ist Evolution. Die Ursachen für die Evolution sind vielfältig. Was besagt denn der "Gründereffekt" anderes als die Entstehung einer neuen Art?
  5. #14

    Steck den Kopf nicht in den Sand !

    Zitat von forkeltiface Beitrag anzeigen
    In ihren Überlegungen ist die Grundsätzlich falsche Annahme zu sehen, dass es so etwas wie Evolution geben würde.
    Unser Herr hat zu unsere Freude eine neue Fischart dort ausgesetzt und nun haben die ach so klugen "Wissenschaftler" wieder etwas zu grübeln.
    Denken sie da mal drüber nach...
    Wunderbar, ein Glück bist du kein Wissenschaftler.
    Wenn die Wissenschaft so argumentieren würde, würden wir heute bestimmt noch mit Kutschen fahren.
    Denk da mal drüber nach :P
  6. #15

    Wer macht mich klug?

    Zitat von fischereibiologe Beitrag anzeigen
    Der Huronensee heisst so wie er heisst, auch wenn heut Englisch immer schicker klingt;)
    Laut wiki: (Huronsee) "Huronsee"
  7. #16

    Zitat von super_nanny Beitrag anzeigen
    Richtig ist: Epigentische Effekte lassen sich bei höheren Tierarten nicht vererben und die natürliche Selektion reicht völlig aus um die im Artikel beschriebenen Beobachtungen zu erklären.
    Die natürliche Selektion ist zweitrangig für die Evolution. Sie kann nur da angreifen, wo Alternativen vorhanden sind, sonst bedeutet Selektion gleich Aussterben. Die Alternativen werden durch die Variation geschaffen, also durch Mutationen, aber genau hier gibt es neuere Entwicklungen, wie ich sie im vorigen Posting genannt habe.

    Neuere Erkenntnisse der Evolutionsbiologie deuten darauf hin, dass der genetische Apparat sehr viel flexibler ist als bisher angenommen. Konkret bedeutet das, dass im Verlauf der Entwicklung des Individuums mehrere Varianten möglich sind, ohne Beteiligung des Genoms, sondern auf Grund von Bedingungen der Umwelt. Die Schlussfolgerung ist offensichtlich: solche Bedingungen gelten nicht nur für Individuen, sondern für Populationen. Somit verbreiten sich solche Variationen sehr viel schneller als individuelle Mutationen. Die zweite Schlussfolgerung ist, dass für solche Variationen ein Grund vorliegt und somit die Fitness a priori gegeben ist, also die Selektion quasi ausgeschlossen wird. Durch die Verbringung der Fische in verschiedene Habitate scheint genau das hier vorzuliegen.

    Es gibt dazu ganz lapidare Beispiele, die bisher jedoch nicht unter evolutionären Gesichtspunkten betrachtet wurden, z.B. die Physiotherapie oder der Leistungssport nutzen genau diese Plastizität für ihre Zwecke. Die offene Frage ist selbstverständlich, ob und ggf. wie diese Variationen den Weg in das Genom finden, um genetisch fixiert und vererbbar zu werden.
  8. #17

    Wie züchtet man

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Es gibt dazu ganz lapidare Beispiele, die bisher jedoch nicht unter evolutionären Gesichtspunkten betrachtet wurden, z.B. die Physiotherapie oder der Leistungssport nutzen genau diese Plastizität für ihre Zwecke. Die offene Frage ist selbstverständlich, ob und ggf. wie diese Variationen den Weg in das Genom finden, um genetisch fixiert und vererbbar zu werden.
    einen Weltrekordler im 100m-Lauf, Zuchtziel 8,5s auf 100m, ist das die Devise?
  9. #18

    Zitat von eskommt Beitrag anzeigen
    Die Anlagen für diese Anpassung sind in dem Lachs schon seit jeher vorhanden.
    Mit Evolution hat das überhaupt nicht zu tun. Da die beschriebene Anpassung derart schnell verläuft, bleibt keinerlei Zeit für eine Selektion im darwinistischen Sinne.
    Lustiger Widerspruch. Blöderweise sind "Anlagen für diese Anpassung", man könnte es auch genetische Variabilität nennen, einer der Schlüsselfaktoren der Evolution. Ebenso ist die Schnelligkeit kein hinreichendes Argument gegen evolutionäre Veränderungen, die angesprochene Zahl an Generation kann dafür durchaus ausreichend sein. Letztlich beschreibt Evolution sowieso lediglich die Veränderung der Allelfrequenzen zwischen Generationen, sprich eine Generation kann im Prinzip bereits ausreichen.

    Ihr Einwand macht höchstens hinsichtlich der Frage Sinn, ob Veränderungen effektiv genetisch und nicht plastisch sind. Da bei der vorliegenden Studie aber nicht Merkmale des Phänotyps untersucht wurden, sondern direkt die genetische Struktur, lässt sich diese Problematik eigentlich ausschliessen. Die populationsgenetische Analyse ergab offenbar eine Aufspaltung in 2+ Populationen, weshalb alles in allem nichts dagegen spricht, von evolutionären Prozessen zu sprechen.
  10. #19

    Zitat von TheophrastusBombastus Beitrag anzeigen
    Wie züchtet man einen Weltrekordler im 100m-Lauf, Zuchtziel 8,5s auf 100m, ist das die Devise?
    Nach welchen Kriterien züchten Sie denn Ihre Kinder? Hätten Sie nicht gern eine/n Olympiasieger/in, eine/n Opernsänger/in oder sonst ein Vorzeigekind?








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