GobikeCooles Design, Tablet-PC am Lenker: Mit einem neuen Citybike-System hängt Kopenhagen alle anderen Städte ab. Dänemark wird damit seiner Rolle als Radlerparadies gerecht - und setzt neue Standards für den urbanen Verkehr.
http://www.spiegel.de/reise/staedte/...-a-867385.html
Das mussten sie auch, den Autos sind in Dänemark mit einer Sondersteuer belegt und kosten alleine schon in der Anschaffung rund das Doppelte wie in DE... die laufenden Kosten sind auch deutlich höher.
Wenn da kein Ausgleich geschaffen wird, lähmt dass das ganze Land.
Trotzdem, wenn es nicht gerade stürmt und schneit ist das Fahrrad-System in Kopenhagen absolute Spitze.
Einen etwas anderen Weg ging schon vor Jahrzehnten Amsterdam, die haben ein großes U-Bahnnetz gebaut (den ÖPNV allgemein stark ausgebaut) und die Stadt für Autos sehr unatraktiv gemacht - so kosten Parkplätze sehr viel Gebühr. Fahrräder hatten die aber in Holland eh schon, daher wohl das etwas andere Modell. Aber der Trend beider Städte geht in die selbe Richtung; Amsterdam hat da einen Vorsprung und es funktioniert auch, sogar mit den Touristen.
Beispielsweise werden die Radewege in Kopenhagen zuerst geräumt. Ein nettes Video über die Situiation im Winter finden Sie hier: Rad fahren im Winter! » URBANOPHIL
Im zugehörigen Artikel steht, dass ca. 80% der Kopenhagener auch im Winter weiter mit dem Rad fahren.
Würde mir wünschen, dass bei uns die Radwege überhaupt geräumt werden, denn gefährlich sind die Spurrillen im Schnee, die dadurch entstehen. Außerdem reagieren die Autofahrer auch nicht unbedingt freundlich, wenn man auf die Straße ausweicht. Aber mit der richtigen Kleidung und entsprechender Bereifung ist der Winter auch bei uns kein Problem. Zum Glück sind solche Extremsituationen ja recht selten und der Autoverkehr bricht bei solchen Extremwetter ja auch bei uns nur zu oft zusammen.
Von der metrischen Entferung ein Steinwurf, ideologisch sind wir in der Steinzeit. Bis jetzt hat kein Politiker in D das Thema urbaner Verkehr und Rad auf seiner Agenda stehen. Die Grünen biedern sich beim Autobahnbau an und Ramsauer orgasmiert bei den Zuschüssen für Autobahnen die dann eh von Privaten übernommen werden. Und Otto Normalverbraucher? Autofetischisten wie eh und jeh. Und ich? Freu mich auf das Radfahren in die Arbeit bei -21C, Kleidung ist im Büro deponiert wo auch geduscht wird!
Schonmal nachgeschaut wo Kopenhagen eigentlich liegt? Mehr oder weniger umgeben vom (im Winter wärmeren) Meer, da sind solche Bedingungen eher die absolute Ausnahme.
Ich war im Oktober da und es war faszinierend, wie selbverständlich da jeder aufs Rad steigt, obwohl man auch mit dem Auto gut vorankommt. Aber so eine Grundeinstellung bildet sich nur langsam heraus - und eine solche Förderung der Infrastruktur durch die Stadt braucht einen lange Atem. Den hätte man in D wohl nicht - abgesehen von der Autolobby, die dann lauthals aufschreien würde.
Die Räder sind toll und haben ein wunderbares Design, keine Frage. Jedoch werden die Räder alleine noch keinen Umschwung zum Fahrradfahren in Städten bewegen können. Hier in London gibt es ähnliche Fahrräder zum ausleihen (Barclay-Bikes). Die kosten 1 Pfund die Stunde und es gibt viele Stationen überall in London. Allerdings sind Londons Straßen überhaupt nicht für Fahrräder geeignet. Es ist die Infrastruktur die sich ändern muss bevor das Fahrrad wieder an Gewicht gewinnt. Meine Erfahrungen in London habe ich hier gebloggt: Of Good and Bad Design #2
Soweit ich weiß ist jedoch Kopenhagen von Seiten der Infrastruktur deutlich weiter als London. Auch Deutschland sehe ich da besser entwickelt. Für ein tragfähiges Mobilitätssystem in Städten sehe ich jedoch langfristig die Eindämmung von Autos und den Bau von seperaten Fahrradwegen als die größte Herausforderung.
Bevor es ins Wochenende geht, mein ganz grosses Danke an die Spon-Redaktion fuer diesen Beitrag!
Hier geben viele ihren Senf dazu, ohne jemals in Kopenhagen gewesen zu sein. Entsprechnd unqualifiziert hört sich das dann an.
An die Schönwetterfraktion: Eine fahradfreundliche Stadt scheint viele ihrer Bewohner zu animieren, auch bei weniger gutem Wetter zu radeln. Der Beweis ist vor Ort zu besichtigen.
An die entweder/oder Fraktion: Darum geht es doch gar nicht. Niemand wird gelyncht, weil er mit dem Auto in die Stadt fährt - oder bei Eis und Schnee mit dem Rad.
Als ich kürzlich las, dass die alten "Einkaufswagenprinzip"-Räder abgeschafft werden, war ich entsetzt - um so beruhigter bin ich, dass es weiter geht - wenn auch leider kostenpflichtig.
Endlich! Die Fahrräder, als auch das Leihsystem waren in Kopenhagen auch dermaßen unterirdisch, dass man lieber zu Fuß ging, als sich so ein Citybike anzutun. Außerdem wurden die überall stehen und liegen gelassen und waren technisch häufig wirklich nur noch schrottig. Glückwunsch, dass Kopenhagen da endlich investiert!