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Neue Sinus-Studie: So fühlt Deutschlands Jugend

DKJSWie ticken die Erwachsenen von morgen? Für eine Studie wurden deutsche Jugendliche nach ihrem Lebensgefühl gefragt. Ergebnis: Der Leistungsdruck steigt, die Kluft zwischen den sozialen Schichten vertieft sich. Doch jeder geht damit sehr unterschiedlich um.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...824073,00.html
  1. #20

    ...

    Zitat von james-100 Beitrag anzeigen
    Wir hinterlassen unseren Kindern und Kindeskindern ein Land, in dem Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Solidarität immer weniger wert ist.

    Der Befund ist so falsch nicht. Doch die Gründe dafür sind komplex: weil tendenziell immer mehr Aufgaben an das Gemeinwesen (Staat, Kommunen etc.) delegiert werden, schwindet beim Einzelnen das Gefühl für soziale Verantwortung.

    Kein Wunder bei dieser Regierung und der asozialen "Elite". Wir zerstören den Erfolg einer sozialen Marktwirtschaft unserer Eltern und Großeltern. Und das völlig ohne Not, nur weil einige zu gierig sind und den Hals nicht voll genug bekommen kann.
    Einspruch (siehe oben): die gesamte Gesellschaft wird materialstischer, die "Gier" durchzieht alle Schichten. Die Sozialausgaben machen den mit Abstand größten Einzelposten unseres Bundesbudgets aus. Was die einen (teilweise gierig) verdienen, wollen ihnen die anderen (teilweise gierig) wegnehmen und umverteilen. Was wir damit zerstören, ist eine vernünftige Lebenseinstellung, zu der auch Verantwortung gehört.
  2. #21

    [QUOTE=Mühlhiasl

    Wie Sie sich selbst ausrechnen können, kann eine "statistisch repräsentative" Menge an qualitativen Interviews auch gar nicht mit vernünftigem Aufwand bewältigt werden. Das wäre auch nicht sinnvoll. Und eine Befragung, z.B. mit Fragebogen, könnte nie so auf den Probanden eingehen wie ein Interview.

    Aber da Sie so gut informiert sind, wissen Sie das ja alles ...[/QUOTE]

    dann muss die frage erlaubt sein, was eine studie zum ausdruck bringen möchte, deren erfassungsmethoden nicht repräsentativ sind, die jedoch im titel der studie den anspruch auf gesamtheit erhebt?

    wenn man sich die kooperationspartner und referenzen des institutes ansieht, könnte man auf bestelltes cheerleading tippen.
  3. #22

    Der 2. kalte Krieg findet im Wohnzimmer statt

    Zitat von theodorheuss Beitrag anzeigen
    aber ich möchte Heutzutage kein Jugendlicher sein. Ich selbst, 1960 geboren, hatte auf 4 Bewerbungen 3 Zusagen und konnte mit Fleiß und Disziplin meinen Weg gehen. Der Spaß kam auch nicht zu kurz. Wenn ich mir anschaue mit was für einem Scheiß die heutige Jugend konfrontiert wird: Euro Finanzkrise, Multikultimoslemproblematik, Billigsttagelöhner, kaputte Schulsysteme, "Generationenvertrag", Überschuldung, Vereinsamung, kaputte Familienstrukturen, Leistungsdruck ab Stunde Null, keine Vorbilder in Politik oder kulturellem Leben, Egoismus und Raffgier wohin man schaut, verlogene Einheitsparteienpolitiker, Alkohol und Pornos überall abrufbar und umnipräsent schon für die Jüngsten, überforderte Eltern weil Vater UND Mutter malochen gehen müßen um die Butter aufs Brot zu verdienen, anstehende Verteilungskämpfe zwischen Alt und Jung, Arm und Reich, Gesund und Krank. Sorry liebe Mitforisten aber das habe ich in meiner Jugendzeit nicht erleben müßen. Da gabs auch Probleme aber nicht SOLCHE Existentiellen!
    Die Eltern keine Vorbilder mehr (Vorbilder | Freies in Wort und Schrift), wie sollten sie auch, wenn sie sich nur noch an Karriere und Kohle, statt an das Wohlergehen ihrer Kinder denken können. Wir alle wollen immer nur noch alles oder gar nichts. Das Beste ist immer noch nicht gut genug.

    Wir haben unsere Kinder aber leider auch schon so oft gewaschen, dass sie heute keine Abwehrkräfte mehr entwickeln können.

    Als WIR uns in den 70er Jahren als junge Erwachsene noch Auszeiten im Englischen Garten gönnten, wurden wir auch schnell als Hippies und Penner verschrien und doch haben wir unseren Weg (beruflich) mehr oder weniger gut gemacht, aber wir sind nicht ausschließlich hinter dem Geld hergehechelt und haben doch zum Teil Arbeitszeiten ausgehalten, bei denen heute schon ein Burn-Out winkt.

    Und wir hatte auch noch Ideale im politischen Spektrum, aber dann kamen Gas-Gerd und Joschka, die sich an die Wirtschaft verkauften. 16 Jahre Helmut Kohl haben diesem Land nicht besonders gut getan, aber die Jahre danach wurden die Technokraten die neuen Vorbilder und dass rächt sich jetzt.
  4. #23

    Abrissbirne

    Zitat von james-100 Beitrag anzeigen
    Wir hinterlassen unseren Kindern und Kindeskindern ein Land, in dem Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Solidarität immer weniger wert ist. Kein Wunder bei dieser Regierung und der asozialen "Elite". ...Wir zerstören den Erfolg einer sozialen Marktwirtschaft unserer Eltern und Großeltern....
    Richtig. Nach einem kontinuierlichen zivilisatorischen Fortschritt bis in die 80er, dreht sich der Wind, mit den "Yuppies" und dem Börsenwahn, und seit Rot-Grün unter Schröder ging es dann flott bergab. Bis wir uns schließlich dieses technokratisch-neoliberale Elend von Schwarz-Gelb eingehandelt haben.
    Die Jugend darf zusehen wie eine joviale Dame im Hosenanzug mit ruhiger Stimme "Sparpakete" im In- und Ausland verteilt. Die nichts anderes bedeuten als die, denen es ohnehin nicht gut geht, und die an den aktuellen Krisen ursächlich am wenigsten Schuld tragen, diese Zeche zahlen. Da lernt man was fürs Leben.
    Bei einem Erdbeben gibt es sofort Katastrophenhilfe, aber die tägliche Katastrophe für alleinstehende Mütter, Rentner, Kranke, Arbeitslose in Griechenland, - wird kühl als Sachzwang betrachtet und abgehakt. Und unser deutsches Bürgertum, so stolz und selbstgewiss trägt das mit. Oder doch nicht so selbstgewiss? Die ARD hat Gauck ja als den bezeichnet, der das "verunsicherte Bürgertum beruhigen soll". Ja, diese Pille hat es ja nun bekommen.
  5. #24

    Zitat von spydergyrl Beitrag anzeigen
    An Ihnen selbst ist es, Ihren Kindern die genannten Werte vorzuleben und nahezubringen. Bei meinen jedenfalls klappt es.
    Erziehung ist das eine. Der Nutzer Theodorheuss hat die Situation aber richtig zusammengefasst.
    Der Leistungsdruck ist von Anfang an voll da. Wer nachlässt, fällt durch.
    Das Motto "Zeit ist Geld" ist überall zu finden. Pausen gehen nicht, wenn man erfolgreich sein will und Karriere machen will.
    Und die Arbsitssuche ist auch nicht unbedingt leichter. Ich habe Studiert, bin nicht ganz 24 Jahre alt und habe bei mittlerweile fast 20 Bewerbungen gerade einmal 3 Einladungen zu Vorstellungsgesprächen bekommen. Und das liegt eher nicht an den Bewerbungen, da ich diese unter anderem mit einem Personalchef zusammen geschrieben habe.
    Problem ist eher die Einstellung der Bosse. Die wollen doch nur 20 Jährige mit Doktortitel, 10 Jahren Berufserfahrung und niedriger Gehaltsvorstellung.
    Und genau das war zur Zeit meiner Eltern anders. Man hat der Jugend die Zeit gegeben, die sie einfach benötigt, um in ihre Rolle innerhalb der Gesellschaft hereinzuwachsen. Heute wird erwartet, dass man nach dem Schulabschluss / Studium sofort alles beherrscht und alles alleine erledigen kann. Und das geht einfach nicht.
  6. #25

    Komische negative Kommentare

    Ich habe mich beim Lesen des Artikels gefragt, was die Autoren gegen realistische, vernünftige Jugendliche haben?

    Sie orientieren sich am Machbaren, planen voraus, streben nach Wohlstand, .. Warum ist das ein Spießer, das ist doch eine gesunde Lebenseinstellung?

    Es geht ihnen darum, einen Platz in der Erwachsenenwelt zu finden - der Traum ist die "Normalbiografie", ... Auch hier, was hat der Wunsch in unserer chaotischen Welt normal zu sein mit Vergreisung zu tun?

    Ich glaube, dass die Jugend heutzutage viel mehr Probleme mitbekommt als es noch vor 40 Jahren der Fall war. Das hat zur Folge, dass für sie Sicherheit ein höheres Gut ist, als es das noch für die 60er Generation war. Viele Aussteiger von damals haben sich ihre Aussteigerphasen doch nur geleistet, wiel ihnen der gute Platz in der Gesellschaft doch eh sicher war. Heute werden Kinder und Jugendliche doch immer früher zum Konkurenzkampf um gute Noten und damit um Ausbildungsplätze und Studienplätze herangezogen.
    Insofern ist das Studienergebnis in keiner Weise verwunderlich.
  7. #26

    Hola,

    die Sozialforschung bedient sich sicherlich nicht nur qualitativer Methoden, da haben Sie durchaus Recht. Allerdings sind 72 qualitative Interviews zu wenig, um überhaupt von einer repräsentativen Studie zu sprechen.

    Sinnvoll wäre es, das Ganze hier als Pilotstudie zu handeln, mehrere 10.000 quantitative surveys nachzuschießen und das Ganze dann mit netten 1000 plus qualitativen Interviews abzurunden (ausgewählt aus den bisherigen participants, allerdings randomly selected bitte). Dann würde ich von einer repräsentativen Studie sprechen.

    Nett wären natürlich auch focus groups.

    Fazit: Als Pilotstudie geeignet, für alles andere zu dünn.

    Gracias
    trdafg



    QUOTE=Mühlhiasl der Waldprophet;9903575]Die Sozialforschung bedient sich nicht ausschließlich quantitativer, auf repräsentativen Stichproben beruhenden Methoden. Interviews (im Gegensatz zur Befragung) sind ein übliches Verfahren in der qualitativen Sozialforschung.

    Wie Sie sich selbst ausrechnen können, kann eine "statistisch repräsentative" Menge an qualitativen Interviews auch gar nicht mit vernünftigem Aufwand bewältigt werden. Das wäre auch nicht sinnvoll. Und eine Befragung, z.B. mit Fragebogen, könnte nie so auf den Probanden eingehen wie ein Interview.

    Aber da Sie so gut informiert sind, wissen Sie das ja alles ...[/QUOTE]
  8. #27

    Ist schon ein mutiger Statistikansatz

    Zitat von mibarina Beitrag anzeigen
    Die Anzahl der Interviews ist für die Repräsentativität nicht allein entscheidend. Wenn die Stichprobe sorgfältig nach Repräsentativitätsgesichtspunkten zusammengestellt wurde (d.h. sie stellt einen "Mikrokosmos" aller Jugendlichen dar) und innerhalb verschiedener Untergruppen / Schichtungen zufällig ausgewählt wurde, dann kann eine Stichprobe mit 72 Personen u.U. bessere Ergebnisse liefern als eine mit 1000. Eine Umfrage im Bekanntenkreis dagegen ginge gar nicht.
    Offensichtlich wurden in der Studie Interviews erhoben und (qualitativ) ausgewertet. Wenn das mit Sorgfalt gemacht wird, ist es eine Heidenarbeit. Das sollte man nicht von vornherein abwerten.
    wenn man 72 Personen als Stichprobe aus Millionen zieht und dann noch 7 Gruppen bildet.

    Wieso kann dieses tolle Verfahren nicht bei Wahlen verwendet werden.

    also 30 Berliner bestimmen das Abgeordnetenhaus.

    Das wäre mal billig und sexy.

    Oder man öffnet den Wahlomaten für 1 min um 15:00 (wo die guten arbeiten, die chiller ausgechillt und die hartzer ausgeratzt haben, also alle sind da) im Internet und was dann reinkommt ist die Stichprobe.

    Vermutlich ähnlich signifikant, wie die Jugendstichprobe. Wow.

    Hätten es neun gruppen werden sollen, hätte man ca. 80 befragen müssen. Auch nicht die Welt.
  9. #28

    Zitat von spydergyrl Beitrag anzeigen
    begrüßenswert wenn sich die Autorenschaft künftig wertender Beigaben wie "Neo-Spießer" und "frühvergreist" enthalten könnte. Was die Herrschaften persönlich von den Jugendlichen halten ist irrelevant

    Für die Beurteilung der Qualität der "Studie" ist es aber sehr relevant...
    In einer Zeit, in der "Studien" zum überwiegenden nur als Teilfunktion des Polit- und Wirtschaftsmarketing existieren, ist das doch hilfreich.
  10. #29

    Zitat von celsius234 Beitrag anzeigen
    wenn man 72 Personen als Stichprobe aus Millionen zieht und dann noch 7 Gruppen bildet.

    Wieso kann dieses tolle Verfahren nicht bei Wahlen verwendet werden.

    also 30 Berliner bestimmen das Abgeordnetenhaus.

    Das wäre mal billig und sexy.

    Oder man öffnet den Wahlomaten für 1 min um 15:00 (wo die guten arbeiten, die chiller ausgechillt und die hartzer ausgeratzt haben, also alle sind da) im Internet und was dann reinkommt ist die Stichprobe.

    Vermutlich ähnlich signifikant, wie die Jugendstichprobe. Wow.

    Hätten es neun gruppen werden sollen, hätte man ca. 80 befragen müssen. Auch nicht die Welt.
    Bitte verschont uns vor solchen STUDIEN. Dass der Mist überhaupt einen Artikel wert ist. Wenn schon, dann irgendwo verstecken, und nicht ganz oben auf der Seite...


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