Zitat von
hengels
Ich bin im Netz aktiv seit Mosaik frei verfügbar gemacht wurde und habe somit schon ein paar Trends und Serviceangebote im Netz kommen und gehen sehen (wer spricht z. B. heute noch von CompuServe?). Ich habe auch seit 5 Jahren einen Facebook Account und mir als Web-Citizen ist es so ziemlich egal, was Facebook mit den Daten macht, die dort gesammelt wurden. Die ganze Paranoia der Halbwissenden kann ich nicht nachvollziehen.
Meine Sicht der Dinge ist simpel: Facebook ist ein kostenfreies Service-Angebot, was sich unter anderem durch Werbung refinanzieren muss, um existieren zu können (ähnlich wie wie Google).
Wenn mir der Kram nicht passt, muss ich den Service nicht nutzen. Wer glaubt, dass eine solcher Kindergarten wie Facebook essentiell fürs Leben und seine solzialen Kontakte ist, so dass er/sie auf einen Account nicht verzichten kann, sollte ein Visitation beim Psychiater einplanen. Vielleicht kann der ja helfen. Wessen soziales Leben von Facebook abhängt - tja, was soll man zu so armen Schweinen sagen... ?
Die Definition "sozial" in sozialen Netzwerken ist für mich so ziemlich dasselbe, wie wenn man öffentliches Urinieren mitten auf einem belebten Marktplatz als "sozial" bezeichnen würde.
Wer nicht den Mut, die emotionale Unabhängigkeit und die Fantasie hat, sein Leben wertvoller zu gestalten, als seine Zeit mit nichtssagender elektronischer Pseudo-Kommunikation zu vernichten, der sollte sich nicht darüber beschweren, wie das Privatunternehmen Facebook die Daten seiner Netzwerk-Lemminge organisiert und weiterverarbeitet.
Die schiere Größe von Facebook ist kein tragfähiger Grund, einem Privatunternehmen vorzuschreiben wie es seinen kostenfreien Service ausgestaltet. Hätte Facebook 100 Mitglieder würde niemand dieses Gestaltungsrecht anzweifeln.
Facebook sollte optional kostenpflichtige Accounts einführen, wo sichergestellt ist, dass die Daten nicht werblich etc. weiterverarbeitet werden. Wer es dann ernst meint mit dem Schutz seiner "Privatspähre" (lustiger Begriff im Web mit seinen offenen Datenprotokollen) kann dan ja dafür bezahlen. Ich bin überzeugt, die Zahl der Kritiker implodiert dann. Alles haben wollen - und nix dafür bezahlen - das wollen die Web-Maden. Faul konsumierend und intellektuell sediert am Computer sitzen und sich der Illusion von Leben ergeben (wow - z. B. mehr als 500 Freunde bei Facebook!!!). Das sich dabei das rechte Lebensglück nicht so recht einstellen will, kann man ja als Schönheitsfehler abhaken.
Facebook reflektiert letztlich nur die geistige Armut seiner regen Nutzer. Das generelle Niveau der Kommunikation liegt gerade etwas überhalb von dem Geschnatter von Affen. Die Mehrzahl der Postings ist ebenfalls an Armseligkeit kaum zu überbieten. Damit verraten die Facebook-Daten letztlich nur ein einziges aussagekräftiges Merkmal über seine regen Nutzer: Soziale Intelligenz! Wer sich ausgiebig bei Facebook tummelt, hat diese mit Sicherheit nicht. Ob sich mit diesen Daten mehr Sinnvolles anfangen lässt, als virtuelle landwirtschaftliche Farmen (FarmVille) zu betreiben, lasse ich mal dahingestellt.