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Neue Pisa-Studie: Teenager an die Testbögen

dapdWird diesmal alles besser? Ab Montag brüten in Deutschland wieder Tausende Schüler über dem neuen Pisa-Test. Auch wenn die Ergebnisse erst Ende 2013 veröffentlicht werden, äußert die Bildungsgewerkschaft GEW schon jetzt Kritik und verlangt, das Testen möglichst bald einzustellen.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...829160,00.html
  1. #1

    Schulpolitik

    Selbst 10 Jahre als Lehrerin in einer Privatschule, war es für mich erschreckend. 8 Jahre öffentliche Schule hatten alle hinter sich. Doch Dreisatz, Prozentrechnung, Texaufgaben lesen und verstehen - Fehlan-zeige.
    Solange Deutschland die Kleinstaaterei nicht überwindet und Geschichte nicht 1945 in den Lehrplänen aufhört, wird sich an den Ergebnissen nicht viel ändern. Wir sind im 21. Jahrhundert. Muss da jeder Gymnasiast, nur weil es die Bayern und Baden Würtemberger u.a. mit Latein gequält werden? Nur wenige brauchen es. Deutschland ist in der globalen Welt ein kleines Land, erlaubt sich aber 16 Schulsysteme, wo die Bayern die Hamburger und Berliner Abschlüsse nicht anerkenne. Einheitliche Lehrpläne und vergleichbare Prüfungen braucht das Land. Seht nach Finnland. Ach ja, das geht ja nicht, die hatten seinerzeit ja in der DDR abgeguckt. Das geht ja gar nicht. Hier unterscheidet man ja zwischen bildungsnahen und bildungsfernen Schichten. Ein Glück durfte ich in der DDR lernen und studieren. Heute wäre ich ja sowas von bildungsfern, ferner geht es überhaupt nicht.
  2. #2

    412. Wiederholung

    Wenn es gelingt, die Pisaressourcen (-millionen) in das öffentliche
    Bildungssystem zu pushen und die beteiligten "Wissenschaftler" vor die Klassen zu stellen, dann geht es uns allen besser: Eltern, Schülern,
    Lehrern. Fangt an ! Heute !
  3. #3

    .

    Zitat von ritotschka Beitrag anzeigen
    Wir sind im 21. Jahrhundert. Muss da jeder Gymnasiast, nur weil es die Bayern und Baden Würtemberger u.a. mit Latein gequält werden?
    Sorry, aber in Bayern muss bei weitem nicht jeder Gymnasiast Latein lernen (nur die, die es freiwillig wählen), und ich kenne jede Menge Leute aus BaWü, die Abi haben und kein Latein können. Also ist es in BaWü wohl auch nicht Pflicht.

    Zitat von ritotschka Beitrag anzeigen
    Deutschland ist in der globalen Welt ein kleines Land, erlaubt sich aber 16 Schulsysteme, wo die Bayern die Hamburger und Berliner Abschlüsse nicht anerkenne.
    Auch das ist Unsinn. Selbstverständlich werden die Abschlüsse aus Hamburg und Berlin in Bayern anerkannt. Da gibt es KMK-Verträge.

    Zitat von ritotschka Beitrag anzeigen
    Einheitliche Lehrpläne und vergleichbare Prüfungen braucht das Land. Seht nach Finnland. Ach ja, das geht ja nicht, die hatten seinerzeit ja in der DDR abgeguckt. Das geht ja gar nicht. Hier unterscheidet man ja zwischen bildungsnahen und bildungsfernen Schichten. Ein Glück durfte ich in der DDR lernen und studieren. Heute wäre ich ja sowas von bildungsfern, ferner geht es überhaupt nicht.
    Nach Finnland sehen geht nicht, weil wir die Ressourcen nicht haben. Eine Klassenfrequenz von 15 Schülern können wir uns schlicht und einfach nicht leisten....
  4. #4

    Nein, das sehen Sie falsch...

    Zitat von ensarah Beitrag anzeigen
    Nach Finnland sehen geht nicht, weil wir die Ressourcen nicht haben. Eine Klassenfrequenz von 15 Schülern können wir uns schlicht und einfach nicht leisten....
    ...wir wollen es uns nicht leisten und genau daran krankt unser Bildungssystem. Wir könnten schon, aber unsere Politik setzt andere Prioritäten und wir alle lassen sie gewähren.
  5. #5

    Zitat von ensarah Beitrag anzeigen
    Eine Klassenfrequenz von 15 Schülern können wir uns schlicht und einfach nicht leisten....
    Das stimmt, die Klassen müssten sogar 10 SuS stark sein, damit wir nicht 10% unserer Jahrgänge ohne Schulabschluss ins Leben entlassen, so wie bisher.
    Wenn wir die Parole vom Fördern des individuellen Lernens ernst nehmen möchten, dann ist das eher die Gruppengröße, die verantwortlich zu handhaben ist.

    Zur Finanzierung: trägt sich nach etwa 10-15 Jahren selbst.
  6. #6

    Schüler sind keine Objekte, die wir laut Sozialwissenschaftler in Modelle einordnen können. Die Stärken und Schwächen jedes einzelnen zu erkennen und sie entsprechend zu fördern ist Aufgabe der Schule und damit der Lehrer. Diese Aufgaben kann und darf man nicht an die Eltern delegieren. Bei meinen Enkeln erlebe ich das gerade hautnah.
    Und noch etwas muss ich los werden. Wenn es um Jauch oder Gottschalk geht, da finde ich hunderte Einträge. Wenn es um unser wichtigstes "Investionsgut", die Bildung unserer Kinder geht, dann verirrt sich eine handvoll Menschen zu diesem Thema. Das verstehe ich nicht. Hier müsste es einen Massenaufschrei geben über das, was in diesem Land alles falsch läuft. Wettbewerb zwischen Schulen und Ländern ist Schwachsinn. Jeder Schüler und jede Schülerin hat das Recht auf optimale Förderung und jeder Lehrer, jeder Lehrer hat die Pflicht.
  7. #7

    Klassenstärke

    Zitat von gangker2 Beitrag anzeigen
    Das stimmt, die Klassen müssten sogar 10 SuS stark sein, damit wir nicht 10% unserer Jahrgänge ohne Schulabschluss ins Leben entlassen, so wie bisher.
    Wenn wir die Parole vom Fördern des individuellen Lernens ernst nehmen möchten, dann ist das eher die Gruppengröße, die verantwortlich zu handhaben ist.

    Zur Finanzierung: trägt sich nach etwa 10-15 Jahren selbst.
    Eine solche Klassenstärke könnten wir uns schon leisten. Wir, oder besser, unsere gewählten Verantwortlichen wollen es nicht. Im Interesse unserer Zukunft, unserer Kinder müssen wir es aber tun.
  8. #8

    Bildungsgewerkschaft

    Die Einstellung der Bildungsgewerkschaft ist richtig.
    Es kann doch nicht sein, dass Bildung - und ihre Defizite - auf den Prüfstand kommen.

    Hierdurch wird ein völlig unnötiger Leistungsdruck aufgebaut.
  9. #9

    Zitat von ritotschka Beitrag anzeigen
    Schüler sind keine Objekte, die wir laut Sozialwissenschaftler in Modelle einordnen können. Die Stärken und Schwächen jedes einzelnen zu erkennen und sie entsprechend zu fördern ist Aufgabe der Schule und damit der Lehrer. Diese Aufgaben kann und darf man nicht an die Eltern delegieren. Bei meinen Enkeln erlebe ich das gerade hautnah.
    Und noch etwas muss ich los werden. Wenn es um Jauch oder Gottschalk geht, da finde ich hunderte Einträge. Wenn es um unser wichtigstes "Investionsgut", die Bildung unserer Kinder geht, dann verirrt sich eine handvoll Menschen zu diesem Thema. Das verstehe ich nicht. Hier müsste es einen Massenaufschrei geben über das, was in diesem Land alles falsch läuft. Wettbewerb zwischen Schulen und Ländern ist Schwachsinn. Jeder Schüler und jede Schülerin hat das Recht auf optimale Förderung und jeder Lehrer, jeder Lehrer hat die Pflicht.
    Ich kann kaum glauben, dass Sie Lehrerin sind.
    Aus meiner Praxis: Gestern hatten - wieder einmal - zehn Kinder von 24 Kindern ihre Hausaufgaben nicht - und das kurz vor einer Klassenarbeit! Lehrer wie Sie sollten endlich einmal den Leuten hier erzählen, wie es um mit die Förderwilligkeit weiter Teile unserer Schüler bestellt ist - hierüber erfährt man doch herzlich wenig in den diversen Abhandlungen.

    Pflichtgefühl, Fleiß, Ordnung - das sind Tugenden, die mindestens 50% unserer Kinder weitestgehend nicht interessieren; deren Gedanken kreisen während des Unterrichts um ganz andere Dinge, verpasste Unterrichtsinhalte werden nicht mehr nachgeholt, über benötigte Qualifikationen macht man sich allenfalls um eine Minute vor Zwölf Gedanken. Das sind die Dinge, mit denen man als Lehrer Tag für Tag konfrontiert wird. Müßig zu sagen, dass Elterninformationen über derlei Verhalten ihrer Kinder weitestgehend mit einem Schulterzucken quittiert werden.








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