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Neue Pisa-Studie: Teenager an die Testbögen

dapdWird diesmal alles besser? Ab Montag brüten in Deutschland wieder Tausende Schüler über dem neuen Pisa-Test. Auch wenn die Ergebnisse erst Ende 2013 veröffentlicht werden, äußert die Bildungsgewerkschaft GEW schon jetzt Kritik und verlangt, das Testen möglichst bald einzustellen.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...829160,00.html
  1. #10

    fama errat

    Zitat von gangker2 Beitrag anzeigen
    Das stimmt, die Klassen müssten sogar 10 SuS stark sein, damit wir nicht 10% unserer Jahrgänge ohne Schulabschluss ins Leben entlassen, so wie bisher.
    Wenn wir die Parole vom Fördern des individuellen Lernens ernst nehmen möchten, dann ist das eher die Gruppengröße, die verantwortlich zu handhaben ist.

    Zur Finanzierung: trägt sich nach etwa 10-15 Jahren selbst.
    Die Schule entlässt niemanden ohne Schulabschluss.
    Da die Schulpflicht in dem Schuljahr endet, in dem der Schüler 18 Jahre alt wird, kann es passieren, dass Schüler die Schule von sich aus ohne Schulabschluss verlassen. Der Weg dahin sieht im regelfall so aus, Vorschule mit 6, Einschulung ins erste Schuljahr mir 7 Jahren, Wiederholung (meist) des dritten Schuljahres, so dass der Besuch der Primarstufe einen Zeitraum von 6 Jahren umfasst. Die Einschulung in die Sekundarstufe fidet folglich im 12. Lebensjahr statt. Selbst bei Erreichen der 10. Klasse ohne weitere Probleme ist der Schüler 18 Jahre alt, Im besten Fall hat er dann seinen Hauptschulabschluss nach Klasse 10.

    Meist gelingt es diesem Schülerklientel trotz Förderangeboten aber nicht in die 10. Klasse versetzt zu werden, so dass die 9. Klasse wiederholt werden muss. Wenn diese Personengruppe dann nach der Wiederholung den Hauptschulabschluss nach Klasse 9 nicht erreicht, so liegt das häufig an so um die 200 bis 300 Fehlstunden, wovon im besten Fall 10% bis 15% entschuldigt sind.

    Fazit: Es ist richtig, dass Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen, falsch ist, dass die Schulen Schüler ohne Abschluss entlassen. Diese Schüler entlassen sich selber. Ich kann falsch liegen, aber es müsste in aller erster Linie Sache der Eltern sein, ihre Kinder zum Schulbesuch zu bewegen und sie nicht vom Förderunterricht per Entschuldigung zu befreien. Ist aber auch gemein, dass der Förderunterricht für die benachteiligten in den Randstunden stattfindet, während die leistungsstärkeren Schüler entweder nach Hause gehen dürfen oder sich freiwillig an AGs beteiligen. Das ist ja so was von diskriminierend!
  2. #11

    Zitat von ritotschka Beitrag anzeigen
    Wenn es um unser wichtigstes "Investionsgut", die Bildung unserer Kinder geht, dann verirrt sich eine handvoll Menschen zu diesem Thema. Das verstehe ich nicht. Hier müsste es einen Massenaufschrei geben über das, was in diesem Land alles falsch läuft.
    Verfolgen Sie mal politische Umfragen, z. B. im Vorfeld von oder kurz nach Wahlen. Da steht Bildungspolitik für viele Bürger ganz weit oben. Allerdings ist man sich keineswegs einig, wie es denn besser zu machen ist. Und ich habe den Eindruck, dass viele einfach die Sch... voll haben, dass ihre Kinder immer wieder als Versuchskaninchen missbraucht werden. Dann lieber alles beim Alten lassen.

    Geringe Klassenstärke - weil Sie gerade davon sprachen - ist auch kein Allheilmittel. Ein schwacher Lehrer, krankheits- und schwangerschaftsbedingte Ausfälle und eine chaotische Vertretungsorganisation können schon mal dafür sorgen, dass von 17 (!) Grundschülern 6 (eigentlich) nicht reif für den Übergang in die 5. Klasse sind. (Bei dem Lärmpegel innerhalb dieser Klasse wäre ich allerdings reif für die Klapsmühle gewesen ...)
    Sie schreiben, Sie seien entsetzt über mangelnde Rechenfähigkeiten. Aber zentralisierte Bildungspolitik und inhaltlich verbreiterter Geschichtsunterricht werden daran auch nichts ändern.
    Was also tun?
  3. #12

    Wer trägt W

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Es ist richtig, dass Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen, falsch ist, dass die Schulen Schüler ohne Abschluss entlassen. Diese Schüler entlassen sich selber. Ich kann falsch liegen, aber es müsste in aller erster Linie Sache der Eltern sein, ihre Kinder zum Schulbesuch zu bewegen und sie nicht vom Förderunterricht per Entschuldigung zu befreien.
    Genau das ist der Knackpunkt: Wer trägt die Verantwortung für das schulische Scheitern von Kindern?
    Es trifft zu, dass einige Eltern falsche Vorbilder sind und sie ihren Kindern nicht vermitteln, dass diese wegen Ihrer Zukunftschancen - also wegen sich selbst - in die Schule gehen und selbst lernen wollen müssen.
    Es ist auch richtig, dass nicht wenige SuS im Alter von 14,15 oder 16 Jahren noch vollkommen naiv sind und nicht gelernt haben, einen Zusammenhang zwischen Schulerfolg und späterem Lebenserfolg herzustellen. Viele glauben tatsächlich ans berufliche/finanzielle Schlaraffenland nach der Schule!

    Ich gebe nur zu bedenken, dass diese Verantwortungslosigkeit der Eltern/Schüler in Kombination mit Schulstrukturproblemen von uns Lehrern leider auch zu leicht zu vorschnellen Antworten führt. Und vorschnelle Antworten erlauben es Kollegen oder auch mir selbst die eigene professionelle Verantwortung abzugeben.
    Ich habe es immer ein kleines Stückchen als Scheitern der Schule angesehen, auch als Scheitern von mir selbst, wenn ein Schüler ohne Schulabschluss abgegangen ist. Diesem Jugendlichen/Kind konnten wir nicht helfen, egal wessen Schuld es ist.
  4. #13

    Zitat von gangker2 Beitrag anzeigen
    .......
    Ich gebe nur zu bedenken, dass diese Verantwortungslosigkeit der Eltern/Schüler in Kombination mit Schulstrukturproblemen von uns Lehrern leider auch zu leicht zu vorschnellen Antworten führt. Und vorschnelle Antworten erlauben es Kollegen oder auch mir selbst die eigene professionelle Verantwortung abzugeben.
    Ich habe es immer ein kleines Stückchen als Scheitern der Schule angesehen, auch als Scheitern von mir selbst, wenn ein Schüler ohne Schulabschluss abgegangen ist. Diesem Jugendlichen/Kind konnten wir nicht helfen, egal wessen Schuld es ist.
    Man könnte ja sagen, es ist die Aufgabe der Schule, Schüler bis zu einem Abschluss zu bringen. Das hieße 9., 10., oder 11. Klasse. Wenn der Schüler das nicht schafft, kann er "seinen" Abschuss eine Stufe tiefer beenden, aber so Mätzchen wie Monatelang Schule schwänzen, sind ein Fehler des Lehrers, der Schule.

    Hier hat die Kultusminister-Riege versagt. Es wird nicht gelingen die Einsicht in die Notwendigkeit durch Zureden zu erreichen, also muss es für die Familie unbequem und Teuer werden. Denn anderseits bestimmt der schlechteste Schüler und die Mieseste Familie den Bildungsstandart in Deutschland.

    Helfen würde sicherlich dem Satz Geltung zu verschaffen, Leistung muss sich wieder Lohnen, das bedeutet, jeder der sich anstrengt ein Ziel zu erreichen, muss da mehr bekommen, als der, der sich schon in der 4-6 Klasse ausgeklinkt hat. Durchaus auch Förderprogramme für Lehrer, aber auch zielgerichtete Leistungskontrolle. Vor allem die Hierarchien überprüfen und auch in den oberen Rängen Leistungen einfordern.

    MfG. Rainer
  5. #14

    ach was

    Zitat von Rainer Helmbrecht Beitrag anzeigen
    ..., aber so Mätzchen wie Monatelang Schule schwänzen, sind ein Fehler des Lehrers, der Schule.

    MfG. Rainer
    Und nun verraten Sie mir als Unterrichtsvollzugsbedienstetem einmal, wie ich das Schwänzen abstelle.

    Das mir zur Verfügung stehende Instrumentarium sieht nur die Benachrichtigung der Eltern über die unentschuldigten Fehlstunden vor. Des Weiteren muss ich die Schulleitung informieren, die über weitergehende Maßnahmen (Ordnungs- und Erziehungsmaßnahmen) zu entscheiden hat. Im Regelfall wird das Jugendamt benachrichtigt. Dazu müssen die "abgehängten" Stunden akribisch aufgelistet werden und mit der Ist-Stundentafel - nicht dem gültigen Stundenplan -abgeglichen werden. Das macht bei hochdifferenzierten Systemen (Gesamtschule), in denen im 8. bis 10. Jahrgang kaum im Klassenverband unterrichtet wird richtig Spaß, da das Klassenbuch hierbei nicht zu gebrauchen ist.

    Darüber hinaus wird Attestpflicht verhängt. Kommt es trotz Attestpflicht zu Verstößen gegen die Schulpflicht, wird die Bezirksregierung eingeschaltet, die nach eigenem Ermessen - und wemm alle pädagogischen Maßnahmen nicht nur erfolglos sondern auch lüchenlos dokumentiert worden sind - ein Bußgeld gegen die Erziehungsberechtigten und die Schüler, sofern sie älter als 14 Jahre alt sind, verhängen kann.

    An einer Schule, die ich zufälliger weise gut kenne, haben in einer Klasse, die ich ebenfalls recht gut kenne, 55% der SuS Attestpflicht, die so nach 40 unentschuldigten Fehlstunden im Quartal verhängt worden ist.

    Aber ernsthaft interessieren und vom Stundenabhängen abhalten tut es nicht, genausowenig wie die Tatsache, dass die sonstige Mitarbeit in den Stunden, die unentschuldigt versäumt worden sind, mit einem "Ungenügend" bewertet wird.

    Btw, das fehlen bestimmter SuS im Unterricht wird häufig von lernbereiten und interessierten SuS als Bereicherung empfunden. Ich mache diese sus regelmäßig darauf aufmerksam, dass das politisch nicht korrekt und auch kein zeichen von hoher sozialer Kompetenz ist - auch wenn sie recht haben.
  6. #15

    Zitat von gangker2 Beitrag anzeigen
    Das stimmt, die Klassen müssten sogar 10 SuS stark sein, damit wir nicht 10% unserer Jahrgänge ohne Schulabschluss ins Leben entlassen, so wie bisher.
    Wenn wir die Parole vom Fördern des individuellen Lernens ernst nehmen möchten, dann ist das eher die Gruppengröße, die verantwortlich zu handhaben ist.

    Zur Finanzierung: trägt sich nach etwa 10-15 Jahren selbst.
    Meiner Meinung nach könnte man schon vieles verbessern wenn Lehrer so wie andere Arbeiter nicht ständig abwesend wären. Mein Sohn ist auf einem Gymnasium und hat so viele Ausfallstunden das ich mich Frage wie soll das besser werden!
    Selbstverständlich müssten unsere Politiker nicht immer nur bei Wahlveranstaltungen mit diesem Thema auf Stimmenfang gehen sondern auch tatsächlich mehr Geld in Bildung investieren.


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