aber auch: Ein Trottel bleibt ein Trottel
APDie Welt diskutiert über die neuen Mohammed-Karikaturen im französischen Satireblatt "Charlie Hebdo": Darf man das, ausgerechnet jetzt? Natürlich, rechtfertigt sich Chefredakteur Charbonnier. Er sagt: "Eine Zeichnung hat noch nie getötet."
Charlie-Hebdo-Chefredakteur rechtfertigt neue Mohammed-Karikaturen - SPIEGEL ONLINE
aber auch: Ein Trottel bleibt ein Trottel
Mohammed muss so lang durch den Kakao gezogen werden bis die Muslime gelernt haben vernünftig damit umzugehen.
PR? Klar, sicherlich ein Gedanke dahinter. Grundsätzlich aber eine richtige Aktion, die ich mir so auch von anderen Zeitungen und Magazinen wünschen würde. Solidarität ist gerade jetzt gefragt um klarzumachen, dass wir unsere aufgeklärte, demokratische Gesellschaftsordnung nicht opfern, sobald irgendeine anachronistische Ideologie zu marodieren beginnt. Mohammedkarikaturen jetzt, bis den Protestierern die in China genähten Flaggen ausgehen!
Ich bin Zwiegespalten zwischen "Das darf man!" und "Muss das sein?" Ich denke dabei an die Opfer, die es durch diese Karikaturen geben wird. Andererseits sage ich mir, jedes Bild und jeder Film hält den Islamisten genau das vor Augen, was sie selbst einfordern, aber selbst zu geben nicht bereit sind: Toleranz. Zum Glück leben wir in einer Welt, wo Meinungsfreiheit gilt und die Beleidigung von religiösen Gefühlen eine untergeordnete Rolle spielt, solange der lebende Mensch nicht angegriffen wird.
Vielleicht ist es richtig, über den Weg der Karikatur die Krise zu lösen. Vielleicht ist es falsch, es ist nicht vorhersehbar.
Doch sollten wir uns fragen, ob man nicht auf beiden Seiten gleiche Maßstäbe anlegen müsste. Wen verletzen denn Karikaturen wirklich? Die Gläubigen? Wohl eher die Gezeigten.
Würden sich Götter und Propheten, falls sie es denn wirklich gibt, denn wirklich an Spott und Karikaturen von Menschen stören, die nicht einmal an sie glauben? Wohl kaum.
Er sagt: "Eine Zeichnung hat noch nie getötet." und hat damit recht.
Nicht die Zeichnung tötet, sondern die Manipulation der Betrachter wird durch die Zeichnung zum Töten geführt, wie wir leidvoll erfahren konnten, um mal wieder die Nazikeule zu schwingen, denn sonst hört ja keiner mehr zu.
Diese Erfahrung sollte doch für jeden denkenden Menschen eine Warnung sein, sich nicht manipulieren zu lassen, von keiner Seite und mit keinem noch so schönen Worten und Bildern.