Die Forschung an Batterien, der Aufbau spezieller Tankstellen: Elektrofahrzeuge stellen die Autoindustrie vor Milliardenkosten.*Jetzt fordert Daimler-Chef Zetsche Hilfe von der Regierung - nur so ließe sich der Anbruch eines neuen mobilen Zeitalters beschleunigen.*
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...728594,00.html
Vielleicht ist es mangelndem Einblick geschuldet, aber kriegt die Autoindustrie nicht so schon genug Staatshilfen?
Steuerliche Besserstellung von Dienstwagen, Abwrackprämie....
Wobei das erste gerade die Dickschiffbauer wohl davon abgehalten hat, kleinere, umweltfreundlichere und billigere Autos zu bauen.
Mir will nicht in den Sinn, wieso der Steuerzahler jetzt das kollektive Versäumnis der heiligen deutschen Kuh Automobilindustrie, die sich um die Entwicklung von E-Autos nicht sonderlich geschert zu haben scheint, ausbaden soll.
Das ist schon treist. Vielleicht sollten die Vorstände von Daimler erstmal einen Teil ihrer millionenschweren Gehälter investieren.
Wie wär es, wenn man mal die Gewinne investieren würde? Das sind ja viele Milliarden, wenn man so hört was in der Berichtssaison so gemeldet wird. Aber nein die Vorstände wollen lieber die Dividendenthese weiter nähren, damit die Aktie steigt und damit auch die Optionsprogramme der Vorstände. Dann wird wieder alles auf die Analysten geschoben, da die Aktie ja nach der Gewinnthese angeblich nicht steigen würde.
Ich auf jeden Fall investiere lieber in eine Firma, die ihre Zukunft in die Hand nimmt und nicht immer nach dem Staat schreit. Es gab da in der Vergangenheit mehr wie genug (Abwrackprämie, Steuervergünstigungen usw.)
Außerdem hätte man auch mal anstatt Nebensächlichkeiten um ein uraltes Motorkonzept herumzubauen auch mal was Neues entwicklen können (andere Branchen machen das ja auch).
Des Weiteren hätte man den wirklich total daneben liegenden Werbespot auch nicht machen brauchen, denn es wird wohl kaum ein deutscher Verbraucher so blöd sein und auf diesen Greenwashing^10 Werbespot hereinfallen. Ich bin ja wirklich kein Öko, aber der Spot hat derzeit echt die Greenwashing-Krone verdient.
Ein Fahrzeug hat der Spiegel in seiner Aufstellung vergessen:
Die Mercedes-A-Klasse!
Diese war ursprünglich als Elektrofahrzeug konzipiert, schon 1997 liefen in Kalifornien 25 Fahrzeuge im Probebetrieb, die mit einer Batterieladung mehr als 220km Reichweite im realen Straßenverkehr erreichten:
> http://www.umweltbrief.de/pdf/Merced...tric_zebra.pdf
Auch dieses Projekt wurde (wie der EV-1) nach erfolgreicher Lobbyarbeit gegen das kalifornische Zero-Emission-Gesetz eingestampft - die A-Klasse kam letztendlich nur mit Verbrennungsmotor auf den Markt. Die Elektroversion verwendete übrigens eine NiClNa-Hochtemperaturbatterie mit einer Kapazität von 30kWh, die bei der damaligen Mercedes-Tochter AEG Mitte der 90er zur Serienreife entwickelt wurde. Diese Batterie zeichnete sich durch äußerste Robustheit, Verzicht auf Komponenten aus exotischen Materialien und gute Recycelbarkeit aus - eine Zebra-Batterie trieb das Solar-Taxi an, welches 2007 die Erde umrundete (der Spiegel berichtete darüber):
Anstatt nach Subventionen zu rufen sollte Daimler-Benz einfach mal in den eigenen Archiven nachschauen und die dort verborgenen Schätze heben - es könnten wahrscheinlich viele Millionen an Entwicklungsgeldern gespart werden...
cu/
Sergeij
Mensch, da hat Herr Zetsche ja Glück, dass er seine Autos auch im Ausland verkaufen kann. Sein Argumntation ist daher eigentlich gar keine. Wenn im Ausland die Käufe von Elektroautos subventioniert werden, dann profitiert er davon genauso, als wenn dies in Deutschland geschehe.
Nennen wir es doch einfach ausgleichende Gerechtigkeit. Der deutsche Steuerzahler hat die Automobilkonzerne der ganzen Welt mit der Abwrackprämie alimentiert und nun sind halt mal andere Volkswirtschaften dran.
Es nimmt Herrn Zetsche doch keiner ab, dass er es sich leisten könnte auf die Entwicklung von Elektroautos zu verzichten. Wenn er sie nicht bauen will, dann kaufen wir sie halt von den Japanern. Globalisierung herrscht eben auch auf dem Automarkt. Deutsche Autos für den deutschen Markt, dass ist ja so alt, dass es schon nicht mehr wahr ist.
Ziemlich begrenzter Horizont muss man feststellen.
Es ist zwar durchaus richtig, zu fordern, dass der Staat Forschung für Batterien betreibt, aber doch nicht nur für Autobatterien.
Strom wird sich mehr und mehr als gängige Energieform durchsetzen, er ist einfach zu "praktisch".
Aber doch nicht nur für Autos, und was soll die Forderung in Bezug auf die Tankstellen. Das ist doch ein rein kommerzielles Problem (und ich werde mein E-auto, so es einmal eines gibt, das den Namen verdient, eh zu Hause auftanken).
Was der Staat, und meiner Meinung nach nicht nur ein Staat, sondern die Gemeinschaft der entwickelten Staaten tun sollte, ist endlich ernsthaft in die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Stromspeicherung zu investieren (und nicht nur Batterien).
Für jeden, der ernsthaft einen steigenden Anteil der EE an der Stromproduktion anvisiert, muss Stromspeicherung in allen (effizienten) Formen eine condition sine qua non sein.
Ich kann mich noch genau an einen Beitrag im deutschen Fersehen erinnern in dem Zetsche vor ca. 1 1/2 Jahren einen zum E-Auto umgebastelten Smart als Lösung für die Zukunft präsentierte.
Merkel war bei der Präsentation auch zu sehen.
Sie sollte das Ladekabel anstecken fand aber den Stecker am Auto nicht.
Ich wurde damals richtig zornig über diese Präsentation und bin noch Heute angefressen.
Ein Konzern der von sich behauptet so tolle Autos zu bauen wie Daimler und dann der Welt eine Hinterhofbastelei wie diesen Smart als Zukunft zu präsentiert, der glaubt wohl wirklich die Leute sind Idioten.
Und eine Kanzlerin die sich für sowas hergibt, gibt sich damit eine unentschuldbare Blöße.
Die Autoindustrie ist zu wichtig für Deutschland als dass sich ein deutscher Kanzler in der Öffentlichkeit so ahnungslos zeigen darf.
Hätte sie kompetente Berater die ihr zeigen wo's langeht wäre ihr dies nicht passiert.
Möglich auch, dass sie Zetsche vertraut hat, da er ja Repräsentant eines Autobauers mit einigem Ansehen ist.
Das sich Zetsche traut derart öffentlich die Kanzlerin zu verarschen zeigt aus welchem Holz er ist.
Das passt auch genau zu seiner Forderung nach Staatshilfen für Elektroautos.
Wenn man sieht was für Luxuskarren Daimler in den letzten Jahren gebaut hat und wieviel Forschungsgelder und Kapazitäten das gekostet hat, jetzt auf einmal zu behaupten es wäre kein Geld da um bessere Entwicklungen als diesen Smart auf die Beine zu stellen ist verlogen.
Wenn man in's Hintertreffen gekommen ist, dann eben aus eigener Schuld, weil man lieber oben erwähnte Autos baute als wirklich einmal über die Automobile Zukunft nachzudenken und dementsprechend zu handeln!
Jetzt Forderungen nach Staatshilfe zu stellen, zielen nur darauf ab billig, ohne Gegenleistung für die Allgemeinheit von der das Geld kommt, Kohle abzusahnen.
Als nächstes wird uns Daimler ganz sicher in allen Medien vertickern, dass umweltfreundliche Autos teurer herzustellen sind als die Autos bisher.
Was übrigens sehr sicher alle Autohersteller versuchen werden.
Ich glaube dies ist aber nur eine Lüge die dazu dient Gewinne zu optimieren
Mit dieser Taktik und willfährigen, ahnungslosen politschen Helfern, samt ebensolchen Käufern ihrer Autos hoffen Daimlers Manager sicher auf eine goldene Zukunft wie sie schöner nie war.
Mann, ich bin nur Elektriker, aber dieses eklige Spiel ist so leicht zu durchschauen, dass ich mich wieder übers neue wundere wie blöd manche Leute doch sind, immer noch auf die verschlagenen Spielchen der Manager einzusteigen.
Grüße
regenrennen