Europas Banken brauchen offenbar schon wieder deutlich mehr Geld, um die Gefahr einer Kreditklemme abzuwenden. Wie die "Financial Times" berichtet, planen die größten Geldinstitute der Eurozone, ihre Notkredite bei der Notenbank auszuweiten - auf bis zu eine Billion Euro.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...812341,00.html
Die 500 Mrd. btw. die Billion dienen im Moment faktisch einen anderen Zweck. Die Banken sind pleite - und ihre Geralgeldkonten haben keine Deckung - und es gibt enorm viele Leute die inzwischen Bargeld haben wollen - oder Geld aus Europa heraustransferieren - folge - die Banken müssen mal echtes Geld besorgen - was sie sonst ja nie brauchen!
Kredite werden da nicht vergeben - das Interbankensystem liegt faktisch brach , und Kredite vergeben die Banken nicht aus "EZB-Geld" sondern nur aus Buchgeld - das hat ja keinen Wert - aber im Moment würden sie es über den Internbankenmarkt nicht zurückbekommen, und das ist ihnen zu risiko-Reich!
Banken verleihen kein Geld aus "Beständen" - sie erschaffen nur neues Buchgeld ohne Deckung - die Zeiten wo irgendwo "Kredite aus Geld anlage" erzeugt wurden sind längst vorbei!
DER SPIEGEL*39/1972 - Geld aus dem Nichts
Geld aus dem Nichts | Telepolis
Ich glaube kaum, daß Sie mich vom Gegenteil überzeugen können, diese Dinge gehören nun wirklich zum Basiswissen, das jeder Volkswirt vermittelt bekommt
Die EZB ist jederzeit inder Lage - den Willen vorausgesetzt- die Geldmenge, die sie an die Geschäftsbanken vergibt zu regulieren, sie kann binnen Wochenfrist, gewaltige Geldsummen aus den Märkten nehmen.
Durch ein offensive Mindestreservepolitik ist die Geldversorgung der Geschäftsbanken ebenfalls stark beeinflußbar
Die Möglichkeit der Geschäftsbanken "Geld zu schöpfen" ist abhängig von ihrer Liquidität und ihrem Eigenkapital.
Nach den Basel III Vorgaben, sind die meisten Kredite mit ca. 10% EK zu unterfüttern, daß heißt, Liqidität vorausgesetzt, kann jede Bank max. das 10 fache ihre EK "Geld schöpfen"
Fazit: Die EZB hat genügend Stellschrauben, um die potentielle "geldschöpfung" im Lande nach belieben zu kontrollieren
Eien andere Sache ist, was die Banken daraus machen, wenn sie ihr Kreditportfolio herunterfahren oder liqude Mittel bei der EZB hinterlegen, schöpfen sie ihre Möglichkeitnn nicht aus. Die Commerzbank betreibt gegenwärtig diese Politik, um Basel III konform zu sein, reduziert sie ihre risikogewichtetes Kreidtportfolio, d.h. sie reduziert ihre "geldschöpfung"
Dies ist durch die EZB schon schwieriger zu beeinflußen
So, so, na dann schauen wir mal.
Grundsätzlich richtig.
Leider nicht ganz. Nach Basel III ist die Vorgabe der Mindestkernkapitalrate ab 2013 nur 3.5% und wird bis 2019 auf 4.5% erhöht, der Rest ist kein hartes Kernkapital
Laut Mindestreserve-Vorschriften der EZB ist diese am 18 Januar von lächerlichen 2% auf noch lächerliche 1% gesenkt worden. Das heisst die Bank kann nicht das 10 fache sondern das 100!-Fache schöpfen.
Welche? Sie weicht sämtliche Regularien immer weiter auf. Sie vergibt im Moment unendlich viel Geld zu 1% an die Banken. Dieses Geld kann sie nicht einfach so wieder holen. Wie denn auch?
Kurz gesagt, Operation gelungen, Patient gestorben.
Sie haben in der Theorie ja schon recht, nur läuft der Hase nicht den Weg, den er laufen sollte.
1 Billion zu 1% durch die EZB an die Banken
1.5 Billionen als "Euro-Schutzwall"
Alles geschöpftes Geld...
Da Sie es genau nehmen, möchet ich auch exakte Zahlen sprechen lassen
Die Kennzahl "Minimum Total Capital plus conservation
buffer steigt bis 2019 von 8% auf 10,5% (das sagte ich bereits in meinem letzten Posting
Die aussagefähigere Kennzahl "Minimum common equity plus capital
conservation buffer" steigt von 3,5% auf 7% Dies ist hartes Kernkapital
Der Ihnen verwendet Wert "Minimum Tier 1 Capital" steigt von 4,5% auf 6%
(Quelle Basel III: A global regulatory framework for more resilient banks and banking systems, December 2010 (rev June 2011))
Grundsätzlich können Geschäftsbanken also nur in diesem Rahmen Geld verleihen und dies ist somit sehr genau kontrollierbar.
Ihnen unterläuft ein weiterer Irrtum, unabhängig vom Mindestreservesatz, können die Banken nur im Rahmen ihrer Basel III Quoten Geld verleihen, dabei handelt es sich also je nach Risikogewichtung des Portfolios um Faktoren von 9,5-15, keinesfalls 100 wie Sie fälschlich behaupten.
Die EZB vergibt nicht unendlilch viel Geld, sondern verwendet gegenwärtig Zinstender, die zu einem gegebenen Satz die Nachfrage befriedigen, es handelt sich ganz sicher um eineendliche Summe
Ihre Frage, wie die EZB das Geld wieder hereinholen kann ist sehr einfach zu beantworten, indem sie nach ihrem Ermessen auslaufende Tender nicht erneuert. Der weitaus größte Teil der Offenmarktgeschäfte sind im Bereich von 2 Wochen bis 3 Monate!
Ein weiterer Irrtum ist die Aussage, daß der "Schutzwall" ebenfalls "geschöpftes Geld" wäre. Hierbei handelt es sich um Garantie und Versprechen, keinesfalls um vorhandenes Geld. Selbt wenn Bweträge Fällig würden, so müßten die Staaten dies Summen vom Kapitalmarkt holen, nicht von der EZB
Diese EZB-Kredite sind aus dem Nichts geschaffenes Computergeld. Mit diesem Nichts kann man allerdings Staatsanleihen kaufen und hat damit quasi Anspruch auf einen Anteil an den Steuergeldern eines Staates.
Dieser Anspruch ist kein "Nichts" mehr, sondern reales Geld wert. Deshalb gibt es die billigen EZB-Kredite (1% Jahreszins) auch nicht für jedermann. Wär ja noch schöner...
Hallo Schleswig...
Es ist meiner Ansicht kein Zufall daß ausgerechnet einen Tag nach dem Beschluss des Fiskalpakts diese Megaspritze aufgelegt wurde. Ziele der EZB ist weiterhin unter der Hand die Zinsen für die Problemländer zu senken. Und natürlich handelt es sich dabei um einen Vorgang der sehr nahe an illegaler Staatsfinanzierung grenzt, zumal es ja die unverhohlene Hoffnung Draghis ist, daß die Banken das geliehene Geld in Staatsanleihen, bsw. Italiens, investieren.
Das ist die eigentliche Nachricht heute, nicht die Griechen und nicht China. Nur wird das unter ferner liefen laufen weil es so am Image der starken Kanzlerin kratzt. Das war der Preis für den Fiskalpakt. Für diese Summen haften dann alle. Was den Fiskalpakt anbelangt halte ich ihn für ziemlich löcherig und wirtschaftlich auch schädlich. Kommt der Franzose Hollande ist er eh so gut wie ausgehöhlt und faktisch hinfällig...
Und wieso nicht erfüllt...
Zitat aus dem Artikel...
Die Zinsen bsw. für die zehnjährigen Anleihen der kriselnden €-Staaten sind ja erheblich gesunken. Der 500 Mia. € Kredit hat sehr wohl funktioniert...Die Hoffnung, dass der Riesenkredit im Dezember die Märkte nachhaltig beruhigt, hat sich jedenfalls nicht erfüllt. Die Banken parkten im Gegenteil große Summen bei der EZB - die kurzfristigen Einlagen, die sogenannte Angstkasse, war Mitte Januar auf den Rekordstand von mehr als 500 Milliarden Euro gestiegen.
Gruß an die Waterkant...
PS:Auch interessant...
Schuldenkrise: Banken-Ansturm auf Billig-Kredit der EZB erwartet | FTD.de
.... sie kennen sich nur aus in Teilbereichen, mit denen sie zu tun haben.
Wirtschaftswissenschaftler malen das Schreckgespenst der Inflation oder
gar der Hyperinflation an die Wand. Denn je mehr Geld gedruckt wird,
umso größer ist die Gefahr der Inflation. Sie begründen die Inflation
mit der ausufernden Geldmenge. In der Realität stimmt das aber nicht
wie das Beispiel Japan in den letzten 25 Jahren deutlich zeigte.
Japan hatte über Jahre mit einer Deflation zu kämpfen. Trotz riesiger
Geldmengen fielen die Preise, die doch nach der Lehre der Volkswirte
rasant hätten steigen müssen. Das ist jetzt fast 25 Jahre her, lange genugalso, um endlich Inflation geworden zu sein.
In den USA brachen nach 2007 Banken zusammen und nur die Flutung
der Geldmärkte mit neuen Billionen rettete das Weltfinanzsystem. Aber
trotz all dieser Geldüberschwemmung ist eine Tendenz zur Inflation nicht
festzustellen. Die Teuerung bleibt im niedrigen einstelligen Bereich.
Die Geldmengen haben zu keiner großen Teuerung in den Preisen
der Waren, die in der Realwirtschaft hergestellt werden und dem
Lebensunterhalt der Menschen dienen, geführt. Es stiegen nicht die Preise für Brot oder Autos in einem Ausmaß, das die Bezeichnung Inflation
verdient gehabt hätte. Die Preissteigerungsraten wären sogar noch
niedriger gewesen, wären da nicht die Energiekonzerne, die
monopolistisch die Preise bestimmen können.
Die Inflation, die tatsächlich stattfand, war die Inflation der
Vermögenswerte, also der Werte, die von der Realwirtschaft abgekoppelt
sind. Es stiegen die Preise der Aktien, der Verbriefungen (ABS - asset backed securities) und der Ausfallversicherungen (CDS - credit default swaps) auf Verbriefungen und Staatsanleihen.
Wie soll Inflation an Warenmärkten entstehen, wenn die Anbieter
weltweit sich mit Verkaufsangeboten unterbieten, ja unterbieten müssen, um in der Konkurrenz bestehen zu können?
Die Gefahr der Inflation wird an den Warenmärkten erst dann aufkommen, wenn ein hoher Grad weltweiter Konzentration und Monopolisierung
erreicht ist. Aber davon ist die Weltwirtschaft weit entfernt, weil in den aufstrebenden Nationen wie China, Indien, Russland, Vietnam und Brasilien
die Regierungen den Aufbau nationaler Industrien unterstützen und damit die Konkurrenz zu den etablierten Industrienationen fördern, was die
Preise niedrig hält.
Die Gefahr der Deflation ist deshalb höher als die der Inflation, weil immer mehr Waren zu immer niedrigeren Preisen auf die Märkte drängen.
siehe
Wo bleibt die Inflation? - The Intelligence