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Neue CSU: Mythos und Volksglauben

Die CSU hat eine neue Führung – und sich in den vergangenen neun Monaten nebenbei selbst neu erfunden. Dennoch ist ihr Dauer-Erfolg kein politisches Naturgesetz. Entscheidend wird sein, wie ihre Akteure künftig im Bund reüssieren. Gesichert ist das keineswegs.

http://www.spiegel.de/politik/debatt...508665,00.html
  1. #1

    Huber passt: für die CSU: Provinziell!

    Huber ist als Vorsitzender der CSU ein Segen für die Konkurrenzparteien: Langweilig und provinzielll!
    Die Bedeutung der Regionalpartei CSU wird mit Huber weiter sinken und das ist auch gut so!
  2. #2

    Die CSU

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die CSU hat eine neue Führung – und sich in den vergangenen neun Monaten nebenbei selbst neu erfunden. Dennoch ist ihr Dauer-Erfolg kein politisches Naturgesetz. Entscheidend wird sein, wie ihre Akteure künftig im Bund reüssieren. Gesichert ist das keineswegs.

    http://www.spiegel.de/politik/debatt...508665,00.html
    Nuin, Frau Pauli hat es ja sehr deutlich formuliert und so war es dann auch: Ein Parteitag mit wenig Inhalten, aber viel pathetischem Geplänkel. Wo sollen die Inhalte auch liegen, außer jenseits der Politik selbst- in der Fortführung einer Wirtschaftspolitik, die in Bayern ja auch als das wichtigste galt und gilt. Auch wenn Stoiber, der auch gerne Verantwortlichkeit auf privatrechtliche Ebenen und Freiräume verlagert, als einer der großen Privatisierer der Republik auch irgendwann in die bayerische Geschichte eingehen wird: Die CSU scheint durch Abgang ihres großen Vorsitzenden nachhaltig irritiert sich ganz auf den dominanten Mann aus Brannenburg verlassen zu haben: Er wirds schon genauso machen, genauso können und alles wird so weitergehen. Es ging auch so weiter, nur womit? Stoiber wird weiter in einer Troica mit Huber und Seehofer das Fortbewegen auf derselben Linie garantieren,die Fäden ziehen die vermutlich auch nur er selbst kennt..
    Mobbingopfer Pauli mahnt mit Recht mehr soziale Verantwortung, mehr Sorge um den Bürger und weniger automatisierte Verwaltung oder Schulbildung an. Sie wird sicher bald die Partei wechseln, da ihre Inhalte- oder eben Inhalte überhaupt??- nicht zu der Unternehmerpartei CSU passen.- Damit wird sie recht behalten, denn es sind die Probleme der Zeit an sich,auch die der Globalisierung, zu denen auch einige Aktiva aus Bayern und auch einige von Stoiber nach Bayern geholte global players ganz erheblich beitragen
  3. #3

    CSU - Altbacken und Muffig wie eh und je !

    Auch nach

    Die CSU ist eine Partei, bei der die überwiegende Anzahl der Mitglieder keine eigene Meinung vertritt, sondern nur das vertreten, was die Parteioberen ihnen vorkauen. Viele Mitglieder sind Herrschaftsgläubig und unterwürfig.

    Einzige Ausnahme seit langem: Frau Pauli, die es wagte, den Sonnenkönig Stoiber vom Thron zu stoßen, und insbesondere in den Führungsetagen tabubehaftete Dinge und Themen anzusprechen. Dafür zolle ich Ihr höchsten Respekt.

    Dies erinnert mich in mancherlei Hinsicht an die Verhältnisse in den Wendejahren im Herbst 1989, wo Gorbatschow folgenden Satz sagte:

    "Das Leben stellt neue Aufgaben, und es gilt, die Bedürfnisse und Stimmungen der Bevölkerung rechtzeitig zu erfassen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben."

    Und Frau Pauli war ein Sprachrohr für die Bedürfnisse und Stimmungen der bayerischen Bevölkerung. Herr Stoiber vermochte dies leider nicht zu erkennen.
  4. #4

    ... Selbstzweifel versus Heimatliebe ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die CSU hat eine neue Führung – und sich in den vergangenen neun Monaten nebenbei selbst neu erfunden. Dennoch ist ihr Dauer-Erfolg kein politisches Naturgesetz. Entscheidend wird sein, wie ihre Akteure künftig im Bund reüssieren. Gesichert ist das keineswegs.

    http://www.spiegel.de/politik/debatt...508665,00.html
    Naaa, die CSU hat's nicht nötig, sich neu zu erfinden.
    Das ist Wunschdenken von Saupreißn!
    Die Erfolgsgeschichte dieser Partei spricht dafür.

    Aber im Ernst:
    Was das Phänomen CSU ausmacht, was sie im Inneren zusammenhält, ist nicht nur das folkloristisch Intrigenhafte, nicht das Posten- und Ämtergeschachere, nicht das "gegenseitige Morden" und nicht das hypoktitisch-Anständige, sondern auch die Heimatliebe und das bodenständig-Konservative ... Gemütszustände, die sich den aufgeklärten und von Selbstzweifel geplagten Saupreißn schwer erschließen lassen.

    So bleibt denn auch die CSU für alle "preußischen Barbaren" und deren Nachkommen ein schwer zu lösendes Änigma für heute und für morgen wohl auch.
    Möge uns dieses "Bergvolk" erhalten bleiben!


    Toskana
  5. #5

    ... die Sicht der Dinge ...

    Zitat von boam2001 Beitrag anzeigen
    Auch nach

    Die CSU ist eine Partei, bei der die überwiegende Anzahl der Mitglieder keine eigene Meinung vertritt, sondern nur das vertreten, was die Parteioberen ihnen vorkauen. Viele Mitglieder sind Herrschaftsgläubig und unterwürfig.
    (...)
    Und Frau Pauli war ein Sprachrohr für die Bedürfnisse und Stimmungen der bayerischen Bevölkerung. Herr Stoiber vermochte dies leider nicht zu erkennen.
    So sind nun mal dumme und egoistische Menschen erschaffen:
    Sie messen den Wert einer Partei daran,
    wie gut es ihnen persönlich geht!
    Um es mit Ihren Worten auszudrücken:
    Den "Herrschaftsungläubigen" geht es ja nicht besser.
    Vergleichen Sie Bayern mit den restlichen Bundesländern
    (BW ausgenommen),dann wissen Sie es.

    Und dass der mediengeilen und selbstverliebten Dame
    um die Bedürfnisse der bayerischen Bevölkerung geht,
    diese Sicht der Dinge hat nur Unterhaltungswert, mehr aber nicht.


    Toskana
  6. #6

    Die CSU - eine Erfolgsgeschichte ohne Beispiel

    Der SpON-Autor kratzt nur an der Oberfläche. Denn die CSU lebt keinesfalls allein vom Mythos.

    Diese Partei ist eine beispiellose (Ausnahme kommt gleich) Nachkriegs-Erfolgsgeschichte, die sich rein rationalen Beurteilungskriterien entzieht. Nur die Südtiroler Volkspartei kann auf eine fast noch eindrucksvollere Geschichte zurückschauen.

    Beide Parteien zeichnen sich dadurch aus, dass sie beneidenswert frei von Ideologie sind und das Lebensgefühl des Kulturraums, den sie regieren, verinnerlicht haben.

    Die Menschen erkennen mehrheitlich in der CSU den Volkscharakter Bayerns wieder:

    Bauernschläue gepaart mit Geschäftstüchtigkeit, hohe soziale Intelligenz, Pragmatik, Wertebewußtsein, dabei aber nie fundamentalistisch eng, sondern geprägt vom "Leben und leben lassen". Gleichzeitig aber verlässlich und staatstragend.

    Natürlich verhielten und verhalten sich die CSU und ihre Mandatsträger nicht immer und nicht überall in Bayern so. Das zu erwarten, wäre auch unrealistisch. Natürlich gab und gibt es auch Filz und Mismanagement. Aber wo wäre das nicht so?

    Eine Stärke der CSU besteht eben gerade darin, dass sie immer dann, wenn so etwas existenzbedrohend zu werden droht, die Stimmung der Bürger geradezu seismologisch erfasst. So war es nicht Frau Pauli, die Stoiber stürzte, sondern er selbst, als er - feige, wie ich meine - den Job in Berlin ausschlug. Es waren die anhaltend schlechten Umfragen, es war dieses Volksgespür, das Stoiber hier indiskutabel gehandelt hatte, das seinen Abgang herbei führte. Die CSU nahm das auf und setzte es um.

    Es ist diese Fähigkeit der CSU, selbstreinigend umzusteuern, die der Wähler dann auch honoriert. Dabei haben die Bayern durchaus ein Gespür für Gerechtigkeit. Stoiber musste gehen - ja - aber, das heißt nicht, dass er kein guter MP gewesen ist. Deshalb wird seine Arbeit von 77 % der Befragten positiv gewürdigt.

    Und wo blieb bei all dem die bayerische Opposition? Wo waren die Herren Maget und Stiegler? Warum konnten sie nichts entgegensetzen? Ganz einfach:

    Aus Mangel an Substanz. Leichtmatrosen halt.

    Es gibt keine Garantie für die Fortdauer dieser Erfolgsgeschichte. Aber solange die CSU dieses Gespür für die Basis behält, ist sie nicht zu schlagen.
  7. #7

    Auf den Punkt gebracht

    Zitat von toskana2 Beitrag anzeigen
    So sind nun mal dumme und egoistische Menschen erschaffen:
    Sie messen den Wert einer Partei daran,
    wie gut es ihnen persönlich geht!
    Um es mit Ihren Worten auszudrücken:
    Den "Herrschaftsungläubigen" geht es ja nicht besser.
    Vergleichen Sie Bayern mit den restlichen Bundesländern
    (BW ausgenommen),dann wissen Sie es.

    Und dass der mediengeilen und selbstverliebten Dame
    um die Bedürfnisse der bayerischen Bevölkerung geht,
    diese Sicht der Dinge hat nur Unterhaltungswert, mehr aber nicht.
    100 % Zustimmung. Ich hätte es nicht besser formulieren können. Faru Pauli ist Geschichte.
  8. #8

    CSU hat es sehr einfach

    Wetr in Bayern wohnt, sieht die Sache genauer. Die CSU hat es sehr einfach. Ihre Stärke ist die Schwäche der anderen Parteien.
    Die CSU-Politik vollzieht sich nach dem Muster "manus manum lavat" ( eine Hand wäscht die andere). Will heissen, wenn man dieser Partei zugehört, hat man etliche Vorteile. Man darf bauen, wo es anderen versagt bleibt. Man "steigt" als Beamter" oder Ang. im ÖD schneller und man wird als Agrarier bei Fördermitteln bevorzugt. Oder man bekommt als Handwerker einmal einen kommunalen Auftrag zugeschustert.Nicht zuletzt die Eitelkeiten: Orden und Ehrenzeichen aller Provenienz erhalten CSUler viel häufiger.
    Und wo die vielen Wählerstimmen herkommen?
    Kirchen, Bauernverband, Handwerksinnungen, Traditionsvereine aller Schattierungen, Landessportbund, Landesfeuerwehrverband, Rotes Kreuz, Caritas, Diakonie, Beamtenbund, und viele andere Verbände benehmen sich wie Vorfeldorganisationen der CSU.
    Auch der Bayerische Rundfunk, die meisten Verlagshäuser bis hin zu den Heimatzeitungen liefern "Hofberichterstattung" ab.
    Eine echte Gegenöffentlichkeit gibt es nicht.
    Wie ich weiss, haben viele gute Leute sowohl in der SPD als auch der FDP versucht, "ihren Parteioberen" einen Weg aufzuzeigen, wie man die CSU "mit ihren eigenen Waffen schlagen könnte". Sie sind nach meiner Kenntnis alle an der Ignoranz ihrer jeweiligen (unfähigen) Parteioberen gescheitert.
    Wie soll man gegen so einen "Machtblock'" wie die CSU "anstinken", wenn man die halbe Zeit benötigt, um sich mit "Ignoranten", Hemmschuhen und Unfähigen" in den eigenen Reihen, die möglicherweise nicht einmal parteiloyal sind,
    herumzuschlagen.
    Gestatten Sie mir eine Metapher aus dem religiösen Bereich: Nach der Lehre Buddhas besteht ein großer Unterschied zwischen Schein und Wirklichkeit.
    Der Schein: CSU = Bayern.
    Die Wirklichkeit Bayern ist weit, weit mehr als die 170.000 Mitglieder der CSU, wovon ein Viertel Karteileichen sind oder Leute, für die Dritte die Beiträge bezahlen.

    Aber, wie gesagt: Mancher Luftballon zerplatzt, wenn ein klitzekleines Nädelchen ranhält.

    Damit Sie nicht denken, da schreibt irgendein Phantast: Es gibt in Bayern zahlreiche Gemeinden, wo die CSU 60, ja 70 % Wähleranteil hat - und doch wurde ein Parteifreier oder ein SOZI Bürgermeister.

    Fast ein Drittel der bayerischen Landräte sind keine CSUler.
    Und warum geht es in München, Nürnberg, Augsburg, Bamberg, Straubing, Freising, Fürth, Ansbach, Coburg, Burghausen, Aschaffenburg und wie kürzlich in Weiden andersherum?
    Die richtige Person, das richtige Programm, die passende (glaubwürdige) Programmaussage und die gute performance.
    So etwas müsste doch auch auf Landesebene zu schaffen sein.

    Aber mit minderem Personal wie einem Herrn maget oder einem Herrn Stiegler geht es, bayerisch gesagt, "gewies net".
  9. #9

    Bayerische Sichtweisen

    Zitat von bulgarin Beitrag anzeigen
    Wer in Bayern wohnt, sieht die Sache genauer.
    Richtig. Ich wohne auch in Bayern.
    Die CSU hat es sehr einfach. Ihre Stärke ist die Schwäche der anderen Parteien.
    So nicht ganz richtig.
    Man darf bauen, wo es anderen versagt bleibt. Man "steigt" als Beamter" oder Ang. im ÖD schneller und man wird als Agrarier bei Fördermitteln bevorzugt. Oder man bekommt als Handwerker einmal einen kommunalen Auftrag zugeschustert.
    Unsinn.
    Kirchen, Bauernverband, Handwerksinnungen, Traditionsvereine aller Schattierungen, Landessportbund, Landesfeuerwehrverband, Rotes Kreuz, Caritas, Diakonie, Beamtenbund, und viele andere Verbände benehmen sich wie Vorfeldorganisationen der CSU.
    Auch der Bayerische Rundfunk, die meisten Verlagshäuser bis hin zu den Heimatzeitungen liefern "Hofberichterstattung" ab.
    Noch mehr Unsinn.
    Damit Sie nicht denken, da schreibt irgendein Phantast: Es gibt in Bayern zahlreiche Gemeinden, wo die CSU 60, ja 70 % Wähleranteil hat - und doch wurde ein Parteifreier oder ein SOZI Bürgermeister.
    Das ist ein Beleg für demokratische Vielfalt und nicht für die von Ihnen oben behaupteten Punkte. Wobei Sie verschweigen, dass Freie Wähler dem konservativen Klientel zuzurechnen sind. Und dass in den Kommunen in Bayern auch von SPD-Bürgermeistern im Ergebnis CSU-Politik gemacht wird.
    Fast ein Drittel der bayerischen Landräte sind keine CSUler.
    Das entspricht etwa dem Kräfteverhältnis bei den Landtagswahlen. So what?
    Und warum geht es in München, Nürnberg, Augsburg, Bamberg, Straubing, Freising, Fürth, Ansbach, Coburg, Burghausen, Aschaffenburg und wie kürzlich in Weiden andersherum?
    Weil Bürgermeisterwahlen Personenwahlen sind. Ist doch gut so. Und nochmal: Diese SPD-Bürgermeister machen im Ergebnis CSU-Politik.
    So etwas müsste doch auch auf Landesebene zu schaffen sein.
    Nein. Weil die Bayern in der Mehrheit wissen: Nur eine starke CSU vertritt bayerische Interessen in Berlin im erforderlichen Maß.
    Aber mit minderem Personal wie einem Herrn maget oder einem Herrn Stiegler geht es, bayerisch gesagt, "gewies net".
    Da, freilich, sind wir uns einig.








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