Vor dreißig Jahren gab es in Hamburg eine ideale Gesamtschule, die es heute leider in der Form nicht mehr gibt. Zu der Zeit herrschte Aufbruchsstimmung. Viele betuchte Linke, darunter Bürgerschaftsabgeornete, Ärzte, Richter und auch Leute aus der Wirtschaft schickten ihre Kinde auf diese Schule, weil sie an sie glaubten.
Zudem ließen sich aus dem ganzen Bundesgebiet Lehrer an diese Schule versetzten weil sie dabei sein wollten.
So wurde die in einem armen Stadtteil gelegene Schule ordentlich aufgemischt. Die aus dem Einzugsgebiet stammende Schülerschaft wurde durch Schüler bereichert, die eigentlich aufs Gymnasium gegangen wären.
Und was soll ich Ihnen sagen - das funktionierte!
Ich kann ihnen zahlreiche Beispiele nennen, bei denen die Biografien bilderbuchartige Verläufe genommen haben. Diese sind heute Ärzte, Anwälte oder Unternehmer. Obwohl sie Arbeiterkinder oder Ausländerkinder waren.
Aber was für den Einen positiv ist, ist für den Anderen natürlich auch eine Bedrohung. Von daher gehen große Teile der Diskussion um eine bessere Schulausbildung in Deutschland am Problem vorbei.
Denn Eines hat die denkwürdige Auseinandersetzung über die Primarschule in Hamburg gezeigt. Viele Argumente für die Separierung von Schülern sind einfach nur von der Angst der Mittelschicht vor dem Abstieg motiviert.
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