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Neue Arbeitswelt: "Die Generation Y ändert die Unternehmen"

CorbisSie wollen die Welt verbessern, aber nur ein bisschen. Sie wollen hart arbeiten, aber eher nicht Boss werden. Die Generation Y irritiert viele Vorgesetzte. Thomas Sigi, Personalvorstand bei Audi, spricht im Interview über die 1980 bis 1995 Geborenen: "Machtspielchen kommen auf den Prüfstand."

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...848764,00.html
  1. #1

    "Die Jungen wollen nicht mehr so oft umziehen, und im Ausland waren sie meist schon während des Studiums. Diese Einstellung ist völlig gegenläufig zum Bedarf der Unternehmen."

    Wer bis Anfang-Mitte Dreißig aufgrund von Studium, Job, Ausbildung etc. regelmäßig im 1-2 Jahresrhythmus umgezogen oder die Stadt wechseln musste, hat zwangsläufig irgendwann keine Lust mehr darauf. Soziale Netzwerke hin, Fernbeziehung her. Das ist wenig erfüllend und viele wollen einfach irgendwann mal Wurzeln schlagen, Familien gründen oder schlicht ihre Freundschaften vor Ort behalten. Da kann die Industrie endlose Flexibilität fordern wie sie will. Das funktioniert bei den meisten (behaupte ich jetzt mal) nur bis zu einem gewissen Grad. Im Übrigen: Insgesamt eine ziemlich sinnfreie Kategorisierung von individuellen Menschen als Generationsgemeinschaft...
  2. #2

    !!!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie wollen die Welt verbessern, aber nur ein bisschen. Sie wollen hart arbeiten, aber eher nicht Boss werden. Die Generation Y irritiert viele Vorgesetzte. Thomas Sigi, Personalvorstand bei Audi, spricht im Interview über die 1980 bis 1995 Geborenen: "Machtspielchen kommen auf den Prüfstand."

    Generation Y: Audi-Personalvorstand Thomas Sigi im Interview - SPIEGEL ONLINE
    Beeindruckend. Ich habe selten mal erlebt, dass eine Studie und ein Interview derart treffend meine Befindlichkeiten wiedergeben.
  3. #3

    Jo!

    "Insgesamt sind die Jungen eben sehr pragmatisch und kooperativ"

    Konfliktscheu und angepasst könnte man auch sagen. Wenn ich mir die Leutchen aus meiner Generation so ansehe, dann haben Sie das System Neuliberal vollends verinnerlicht: Nur nicht auffallen!

    - Übrigens aus meiner Sicht auch ein Grund, warum es bei Olympia nicht so klappt: So Typen wie Harting findet man nur noch selten!
  4. #4

    Herr Sigi, natürlich sind Führungspositionen bei Audi unattraktiv

    Vor über zehn Jahren wollte ich mich auf eine Position bei Audi bewerben, für die Audi auf einer Karrieremesse in München die Werbetrommel rührte.
    Ich vereinbarte einen Termin für ein Bewerbungsgespräch, und alles lief super. Statt der vereinbarten halben Stunde sprach ich mit dem Abteilungsleiter fast eine Stunde. Das ist normalerweise immer ein gutes Zeichen...
    Als dann ein Personalmanager dazu kam (ich meine, dass das jemand anderes war), sah er mich lächelnd an, während der Abteilungsleiter ihm erkiärte, dass ich doch wohl ein recht guter Kandidat für den Posten wäre.

    Das Gesicht des Personalers versteinerte beim Blick auf meinen Lebenslauf. Damals war ich gerade 36 Jahre alt geworden. Und der Personaler sagte mir ins Gesicht "Das ist ja schön und gut, Herr X, wenn Herr A soviel von Ihnen hält. Aber ich sage es Ihnen gleich direkt: Sie sind bestenfalls ein Wackelkandidat. Wir bei Audi haben ein Limit von 35 Jahren für Führungspositionen.

    Das schockt einen schon, wenn man jetzt schon mit 36 unverblümt gesagt bekommt, dass man doch längst zum alten Eisen gehört.
    So, und jetzt wundern Sie sich, Herr Sigi, dass die 1980 aufwärts geborenen heute kein Interesse an Ihren Führungspositionen haben? Woran mag das wohl liegen - die werden wohl gemerkt haben, dass sie bei Audi in spätestens drei Jahren zum alten Eisen gehören werden!
    Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus, Herr Sigi!
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie wollen die Welt verbessern, aber nur ein bisschen. Sie wollen hart arbeiten, aber eher nicht Boss werden. Die Generation Y irritiert viele Vorgesetzte. Thomas Sigi, Personalvorstand bei Audi, spricht im Interview über die 1980 bis 1995 Geborenen: "Machtspielchen kommen auf den Prüfstand."

    Generation Y: Audi-Personalvorstand Thomas Sigi im Interview - SPIEGEL ONLINE
    Wo soll diese Generation sein? In der vorliegenden Beschreibung erkenne ich die jungen Menschen, die mir im Berufsleben begegnen jedenfalls nicht wieder. Unabhängig davon ob jemand in der Lehre oder im Studium ist oder bereits eines oder gar beides abgeschlossen hat, schaffen es vielleicht 10% dem Bild, das der Artikel vermittelt, gerecht zu werden. Harte Arbeit? Die leisten fast nur Ältere und ein paar lobenswerte junge Ausnahmen. Und das jemand nicht "Boss" werden möchte liegt heute meistens an der Scheu vor der Verantwortung die man damit gegenüber den Mitarbeitern, Unternehmen und den fachlichen Aufgaben übernimmt. "Überfordert mich nicht!" Es sagt so keiner, denn es ist ja keine Bewusstwerdung damit verbunden, aber dieses Motto leben heute weit mehr Menschen im Berufsleben als noch vor 20 Jahren.
  6. #6

    wtf?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie tritt sehr selbstbewusst auf - auch, weil der demographische Wandel und der Fachkräftemangel es für Unternehmen notwendig machen, stärker auf sie einzugehen.
    Generation Y? Hauptsache ein Pappschild mit Label drauf. Da ist es dann auch wurscht, dass die Generation völlig inhomogen geworden ist. Ein paar Personaler beurteilen irgendwelche Karrierehäschen und man denkt man hätte "die Generation" im Blick.

    Aus meiner Erfahrung sind viele jungen Menschen mit der Angst vor Hartz IV, massivem Druck und kaum Luft zur Selbstentfaltung aufgewachsen. Da dreht es sich von Anfang an nur um Verwertbarkeit.
    Ich würde da zwar keine "Generation H" daraus machen, aber ich bin ja auch kein Personaler.
  7. #7

    Zitat von bansky Beitrag anzeigen
    Im Übrigen: Insgesamt eine ziemlich sinnfreie Kategorisierung von individuellen Menschen als Generationsgemeinschaft...
    Ja, v.a. die Jahrgaenge von 1980 bis 1995 in einen Topf zu werfen, ist ziemlich seltsam.
    z.b. Jahrgang 1986 ist zum teil noch ohne PC, Handy,Internet, eigenen Fernseher etc. aufgewachsen. Den ersten Computer gab es in der Familie da war ich 13 und so wirklich was anstellen konnte man mit dem noch nicht.
    Handy kam auch gerade auf gegen Ende des Jahrtausends.
    Das Internet in seiner weiten Verbreitung und mit high speed Anschluessen gab es erst Anfang der 0er Jahre.

    Ich bin mir noch der Zeit bewusst, das es kein Handy, Computer oder Internet gab.
    Da musste z.b. mit der Mama noch genau ausgemacht werden, zu welchem freund man geht, und wann man vom Fussball wieder zuhause ist.
    Nehme ich jetzt jemanden Jahrgang 1995, dann sieht es ganz anders aus. Die wirklcihe Veraenderung in Informationstechnologie hat diese Generation nicht mehr mitbekommen.
    Meines Wissens werden Generationen in 7-10 Jahrenszyklen eingeteilt, 25 Jahre in einen Topf zu schmeissen halte ich schon fuer sehr gewagt.
  8. #8

    Zustimmung

    Schön, dass Audi seine eigenen Mitarbeiter selbst gefragt hat. Bin 1987 geboren und seh das genauso, finde mich eigtl vollkommen im Artikel wieder. Hab dazu neulich auch von einem anderen Digital Native einen Artikel gelesen: http://bit.ly/wiEd3z. Läuft ziemlich auf dasselbe hinaus, wenn auch mehr auf die technologische Seite bezogen.
  9. #9

    Herrlich

    Aha. Der Vorstand gibt eine Studie in Auftrag. Das hätte auch der HR Praktikant gekonnt. Meine Güte, was für ein Gewäsch. Man sollte den Führenden einfach mal beibringen, mit ihren internen Verblödungstrategien sich extern nicht unbedingt zu empfehlen. Aber der PR-Verantwortliche hält sich selbstverständlich zurück, wenn der Herr Vorstand mal ran will. Aus Angst? Aus Freude an dessen Selbstdemontage? Herrlich!








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