Hach, wenn doch die Lösung wirklich so einfach wäre, wie uns der Spiegel hier glauben machen will.
HTTPS einfach überall, fertig.
Tja, vielleicht wäre dem Redakteur mangels Kenntnis zu verzeihen. Aber hier gehört Recherche eines Journalisten dazu!
HTTPS setzt ein Zertifikat voraus, welches widerum eine eigene IP voraussetzt.
Erstens: Ein signiertes Zertifikat kostest Geld, mehr Geld wie eine Domain. Das wird schonmal einen Großteil der (zumeist privaten) Webseitenbetreiber von der Nutzung verschlüsselter Verbindungen abhalten, denn kaum einer will seine Nutzer mit dem Warnhinweis jedes Browsers vergraulen (Diese Seite verwendet ein unsigniertes Zertifikat: Von der Benutzung wird abgeraten!)
Zweitens: Jedes Zertifkat setzt eine eigene IP voraus. Und da gefühlt 90% der Internetangebote auf shared Webspace gehostet werden, wo man sich eine IP mit 50 anderen Kunden seines Anbieters teilt, fällt damit ein anderer gewichtiger Grund gegen HTTPS auf!
Dann gebe es da immer noch die Möglichkeit über SSL-Proxies Webseiten abzurufen. Welcher Anbieter will seine Domain aber bitteschön als z.B. www.ssl-proxy.de/Domain.vom.Anbieter.de bewerben???
Tja, vielleicht ist HTTP über SSL doch nicht so leicht seitens der Betreiber zu verwenden, wie es der Artikel suggeriert?



