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Netzwelt-Ticker: Erstbegutachter finden "Hobbit" zu realistisch

Warner Bros.Schluss mit Bildrucklern in Mittelerde, aber nicht alle Betrachter sind überzeugt. Außerdem im Überblick: Kaspersky sieht Apple in Sicherheitsfragen "10 Jahre hinter Microsoft", und Apple-Chef watscht Windows 8 als "Mischung aus Toaster und Kühlschrank" ab.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...829915,00.html
  1. #1

    Soap-Opera Effekt - das geht gar nicht. Zum Glück werden die das nach genügend miesen Previews am Computer noch etwas ausbügeln..
  2. #2

    Soap-Effekt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schluss mit Bildrucklern in Mittelerde, aber nicht alle Betrachter sind überzeugt. Außerdem im Überblick: Kaspersky sieht Apple in Sicherheitsfragen "10 Jahre hinter Microsoft", und Apple-Chef watscht Windows 8 als "Mischung aus Toaster und Kühlschrank" ab.

    Netzwelt-Ticker: Erstbegutachter finden "Hobbit" zu realistisch - SPIEGEL ONLINE
    Bevor ich meinen ersten LCD-TV gekauft habe, hatte ich von diesem "Soap-Effekt" nie etwas gehört. Als ich den TV das erste Mal anmachte, fuhr James Bond in einem Auto vor einem Styroporeisberg...das ging gar nicht. Nachdem ich die FPS runtergestellt hatte, war das Bild 1a. Die sollen bloß nicht den Film durch zu viel "Realität" versauen :/
  3. #3

    Nur weil bisher die Bildqualität mies war, soll sie so bleiben, weil man sich dran gewöhnt hat? Nein, danke. Wenn Unschärfe, Rauschen, miese Farben, instabiles Bild und Ruckeln wirklich so entscheidend für das Kinoerlebnis sind, kann man sie auch digital reinrechnen. So wie man bei digitaler Musikwiedergabe problemlos die Störgeräusche des Plattenspielers und des Verstärkers ergänzen könnte - das war ja damals absolut dieselbe Argumentation: Nur diese Fehler würden den Medienkonsum authentisch machen, Musik ohne diese Fehler sei steril und unnatürlich. Wenig überraschend gibt es heute niemanden, der nur aufgrund romantischer Anwandelungen eine solch niedrigere Qualität akzeptiert oder gar aktiv herbeiführt. Höchstens, dass man alle Jubeljahre wieder aus Nostalgie die Platten aus dem Keller holt, bis sie dann doch irgendwann entsorgt werden.
  4. #4

    Zitat von Europas Beitrag anzeigen
    Nur weil bisher die Bildqualität mies war, soll sie so bleiben, weil man sich dran gewöhnt hat? Nein, danke.
    Es geht ja nicht um die Bildqualität. Der Seifenoper-Effekt ist in jeder Auflösung - ob in SD, Full-HD oder 4k - gegeben. 'Haus am Eaton Place" sieht auch im Kino kacke aus.

    Der filmisch-epische Eindruck geht bei hoher Bildrate einfach flöten - ob's an der Sehgewohnheit oder biologischer Natur des Zuschauers liegt - wir werden - buchstäblich - sehen.
  5. #5

    Zitat von kaiser-k Beitrag anzeigen
    Der filmisch-epische Eindruck
    Wie manifestiert sich dieser für Sie?

    Ich kann den Verlust nicht nachempfinden - der ja angeblich auch schon durch die Digitalprojektion auftreten sollte. Auch da hat sich ja nicht bewahrheitet, dass durch die qualitative Verbesserung nach einer kurzen Gewöhnung für Altseher ein Verlust des "Kinogefühls" eintritt. Und die junge Generation, die nichts anderes mehr kennt, lacht einen aus oder schaut einen betreten an, wenn man von früher schwärmt und das dann tatsächlich in Altkinos noch zeigen kann.

    Es ist eine reine Gewohnheitssache. Hier auf Befindlichkeiten einzelner Nostalgiker Rücksicht zu nehmen, ist vergebens. Daher glaube ich auch nicht, dass es da, wie es im ersten Kommentar anklingt, je einen Weg zurück geben wird.
  6. #6

    Zitat von shatreng Beitrag anzeigen
    Bevor ich meinen ersten LCD-TV gekauft habe, hatte ich von diesem "Soap-Effekt" nie etwas gehört. Als ich den TV das erste Mal anmachte, fuhr James Bond in einem Auto vor einem Styroporeisberg...das ging gar nicht. Nachdem ich die FPS runtergestellt hatte, war das Bild 1a. Die sollen bloß nicht den Film durch zu viel "Realität" versauen :/
    Der Soap-Effekt hat gerade nicht mit der Realität zu tun – das ist ja gerade der Punkt!

    Dieser Effekt tritt dadurch auf, daß in Fernsehern meist noch relativ einfache Signalprozessoren eingebaut werden, mit denen aus einer niedrigeren Bildrate, die tatsächlich vom Sender oder von der DVD oder BluRay kommt, eine deutlich höhere Bildrate durch mathematische Interpolation berechnet wird.

    Damit können die Hersteller zwar mit "100Hz" oder gar "200Hz" protzen, was aber ziemlicher Mumpitz ist, weil die wirkliche Bildrate nach wie vor nur 50, 25 oder 24 Bilder pro Sekunde hat und nicht 100 oder 200.

    Dieses künstliche Aufblasen der Bildrate hat rein gar nichts mit einer realistischeren Darstellung zu tun, sondern verschlechtert die Darstellung in vielen Fällen sogar noch: Durch den sogenannten "Soap-Effekt" zum Beispiel.

    Der Hobbit wird dagegen tatsächlich mit vollen 48 Bildern pro Sekunde aufgenommen, es müssen also gar keine fiktiven Zwischenbilder nachträglich berechnet werden, sondern es ist alles echt.

    Statt des "Soap-Effekts" sollte das sonst übliche Geruckel und die Bewegungsunschärfe, mit der dem sonst gegenzusteuern versucht wird, deutlich verringert sein.

    Und das sollte tatsächlich sehr viel mehr wie die reale Welt aussehen und nicht wie eine artefakt-verseuchte Fernsehsendung.

    Das ist eine wesentlich wichtigere Verbesserung als eine noch weitere Erhöhung der Pixel-Auflösung.
  7. #7

    Zitat von kaiser-k Beitrag anzeigen
    Der filmisch-epische Eindruck
    Zitat von Europas Beitrag anzeigen
    Wie manifestiert sich dieser für Sie?
    Hm, so wie sich ein Eindruck nun mal in meinem Kopf manifestiert: Eindrücklich?

    Es ist eine reine Gewohnheitssache. Hier auf Befindlichkeiten einzelner Nostalgiker Rücksicht zu nehmen, ist vergebens. Daher glaube ich auch nicht, dass es da, wie es im ersten Kommentar anklingt, je einen Weg zurück geben wird.
    Hier wird wohl ein wenig aneinander vorbei argumentiert - es geht nicht um Befindlichkeiten einiger Nostalgiker, so wie bei dem Wechsel von der Platte zur CD, sondern um einen bereits seit langem bekannten Effekt, der beim Zuschauer auftaucht, wenn man mit verdoppelter Bildrate produziert, so wie auch in diesem Fall beim Testpublikum in Las Vegas, das sicherlich nicht aus einem Haufen Nostalgiker bestand.
  8. #8

    Zitat von Konstruktor Beitrag anzeigen
    Der Soap-Effekt hat gerade nicht mit der Realität zu tun – das ist ja gerade der Punkt!

    Der Hobbit wird dagegen tatsächlich mit vollen 48 Bildern pro Sekunde aufgenommen, es müssen also gar keine fiktiven Zwischenbilder nachträglich berechnet werden, sondern es ist alles echt.
    Schoen wenn es so waere. Ist aber nicht so. Als ich mir meine Canon 5DMarkII kaufte, die damals noch ausschliesslich 30 bilder pro sekunde fuer Video aufnahm konnte ich den Unterschied kaum glauben. Ein Firmware update kam schnell herbei und nun sind auch 24 Bilder pro Sekunde moeglich. Es hat nichts mit Interpolarisation zu tun. Mehr als 24 Bilder pro Sekunde sehen einfach nich gut aus.

    Es ist ein Irrweg zu denken, dass eine realistischere Darstellung besser ist. Film und Foto leben nicht von realistischen darstellungen, sondern davon die realitaet zu ueberhoehen. Versuchen Sie es sich mal so vor Augen zu fuehren:

    Jedes Foto und jede Projektion von bewegten Bildern ist immer eine Kruecke die versucht Realitaet zu imitieren. Foto und Film versuchen uns in eine andere Realitaet zu versetzen mit der wir uns identifizieren koennen. Um diesen Eindruck zu ermitteln muss die Darstellung ueberspitzt werden. Die Farben und der Kontrast werden erhoeht, die Nacht wird hellen und die Tage dunkler. (oder umgekehrt je nach gewuenschtem effekt)

    Genau das gleiche prinzip gilt auch fuer die Bildrate. Eine hoehere Bildrate ist eben nicht gleich eine hoehere Realitaet. Die Realitaet erstellt sich naehmlich nicht auf der Leinwand sondern im Kopf des Betrachters.

    Aus diesem Grund haben wir bei Action Szenen wackelnde Kameras und schnelle Schnitte. Eine realistischere Darstellung waere wohl ein Stativ zu nehmen und einen Autounfall beispielsweise ungeschnitten darzustellen, aber diese entspraehce nicht der Wahrnehmung.

    Cameron ist hier auf einem Irrweg. Vielen wird es egal sein denn sie haben einfach kein Auge dafuer, ebenso wie die meisten iPod nutzer mit der grauenvoll schlechten Klangqualitaet der standard Kopfhoerer zufrieden sind. Nur wenn ich audiophil bin, kann ich mir bessere Kopfhoerer kaufen. Wenn im Kino filme mit 48 b/s laufen kann ich nur den Kinosaal verlassen.
  9. #9

    Zitat von niela Beitrag anzeigen
    Es ist ein Irrweg zu denken, dass eine realistischere Darstellung besser ist. Film und Foto leben nicht von realistischen darstellungen, sondern davon die realitaet zu ueberhoehen.
    So isses: Wir empfinden ja auch die Schärfentiefe einer SLR-Kamera viel hochwertiger, als das Alles-Scharf einer kleinen Snapshot-Digital-Klickse - egal wie viele Megapixel das Ding auch haben mag.

    Letztendlich kann man nur empfehlen: Anschauen und selber sehen.


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