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Netz-Regulierung: Es geht um mehr als Googles Suchmaschine

Man kann doch nicht das Googeln verbieten - so wehren reaktionäre Netzbewahrer Ideen für eine Regulierung des Quasi-Monopols ab. Doch es geht um mehr als die Websuche: Wollen wir, dass ein Unternehmen Zugang, Inhalte und Infrastruktur im Web anbietet -*und die Nutzung analysiert?

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...775833,00.html
  1. #40

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    Zitat von sappelkopp Beitrag anzeigen
    ...faszinierend, wie Menschen große Unternehmen - in diesem Fall Google, aber das gilt auch für Apple - voller Inbrunst verteidigen, als wären das Unternehmen so etwas wie eine Kirche.
    Ich nutze Google auch, meine aber, dass man dem Unternehmen gehörig auf die Finger klopfen sollte. Das ganze hat nämlich mit Macht zu tun. Und die Dinge, die wir alle nutzen, eigentlich nur Abfallprodukte.
    Natürlich, richtig. Fakt ist dennoch, dass der größte Datensammler entgegen medialer Suggerierung weder Google noch Facebook ist, sondern der Staat. Und der treibt auch nach wie vor am meisten Schindluder mit den Daten seiner Bürger. Warum wird darüber kaum berichtet. Liebe SPONtis, hakt doch msal bei den Einwohnermeldeämtern nach, wie sie es mit dem gerichtlich verordneten Verbot des Datenhandels halten. DAS wäre mal ein hübscher Aufmacher.

    Bislang gibt es keine wirklichen Gründe, Google auf die Finger zu klopfen - oder kennen Sie einen? Immer her damit.
  2. #41

    ...

    Zitat von na_ja_ Beitrag anzeigen
    wo ist das problem mit google?
    im gegensatz zu microsoft nutzt google seine marktbeherrschende stellung nicht unlauter aus. google stellt sich fair dem wettbewerb. google kauft weder konkurrenzfirmen auf, um deren produkte auf eis zu legen, noch gremien (iso), drängt keine mitbewerber unlauter vom markt (netscape) oder erpresst händler (vobis). google setzt auf allgein zugängliche webstandards (etwas, das ms über 10 jahre untergrub) wie html5, java und webm. ms und apple fördern dagegen nur eigene, unfreie formate (doc, wma, wmv, h264) und verklagen andere, wegen trivialpatentverletzung (auch etwas, das google nicht macht).

    was an google, genauso wie an apple, ms, facebook (ganz besonders facebook), sony, rewe, ... krankt ist, dass sie unverschämt daten sammeln. wer sich bei netzwerken wie google+, facebook oder studivz mit realer identität anmeldet, möchte mit nachdruck dass diese in umlauf gelangen und die kontolle darüber verlieren. wer sich agbs von google-mail ansieht weiß, dass doogle die mail mitliest und analysiert. aber man muss sich dort nicht anmelden (trotzdem wäre eine greifende reglementierung wünschenswert).
    anders steht es beim allgemeinen surfen oder beim betrieb von ortungsdiensten aus. ein surfer kommt einer dort installierten überwachung nicht aus, möchte jedoch meist nicht ausgewertet und analysiert werden. daher sollten webseitenbetreier keine externen, zusammenführenden analysescripte, wie googles analytics, facebooks like-button oder googles 1+button einbinden dürfen. durch diese können komplette surfprofile angelegt werden, weil die eingebundenen scripte die ip-adressen an zb. facebook melden, auch wenn der button gar nicht gedrückt wird. wenigstens national oder europaweit könnte dies unterbunden werden. webseiten, die derartige scripte einbinden handeln fahrlässig und entgegen dem wohl ihrer besucher. ich möchte anmerken, dass es sehrwohl anständige, wirklich soziale netzwerk-portale gibt und auch ein 1+like-button nicht zwangsläufig die ip-adressen weiterreichen muss. facebook tut dies - google wahrscheinlich auch.

    um der gefährlichen, bereits etablierten praxis des datenhandels engegenzuwirken, brauchen wir eine effiziente datenschutzregelung, die datenhandel unter strafe stellt und die vorhaltezeit der kundendaten begrenzt.
    damit wird es für datensammler schwer:
    - adblock plus
    - ghostery
    - noscript
    - cookie monster
    - flashblock
    - facebook block (funktioniert leider noch nicht ganz zuverlässig)
    - better privacy
    Auch hier nochmal der Hinweis, wie Sie schon richtig sagen: Im Netz kann jeder User Gegenmaßnahmen ergreifen bzw. Datensammlern fernbleiben.

    Im Real Life geht das nicht. Die Einwohnermeldeämter und weitere Behörden sind Datensammler und emsige Datenhändler. Hiergegen kann sich der Bürger nicht wehren, und es wird leider auch nicht medial thematisiert.
  3. #42

    ...

    Zitat von hanstreffer Beitrag anzeigen
    Geben Sie einfach mal das Wort fotobuch ein.

    Dann sehen Sie, wie google seine Macht "missbraucht" bzw. nutzt. Obwohl es hunderte von Artikeln zum Thema Fotobuch gibt, werden auf den ersten Seiten nur Fotobuchanbieter gelistet, die wahrscheinlich auch bei google analytics das Werbewort bezahlt haben.

    Das ist völlig unnormal. Wenn auch organische Seiten gelistet wären, dann wären dort nicht nur Anbieter sondern auch Magazin- und andere Artikel zu diesem Thema.

    Probieren Sie es einfach aus und denken Sie sich den Rest!
    Sie haben offensichtlich weder die Funktionalität von Analytics noch von Adwords / Adsense verstanden, von SEO ganz zu schweigen...
  4. #43

    dezent wirbt besser

    Zitat von hupfhupf Beitrag anzeigen
    Wie schon gesagt, steige ich gerne um (bin ja auch von anderen Suchmaschinen auf google umgestiegen). Von mir aus kann der neue Anbieter gerne aus Projekten einer (staatl. gefoerderten) Uni enstehen, aber nicht dadurch, dass andere mit Vorschriften, Zensur, etc. kuenstlich verdraengt.
    sehe ich genau so.
    allerdings würde ich auch von google gehen, wenn ich erfahren würde, dass sie zensieren (neben den dingen die sie deutschland zensieren müssen), oder die treffer nicht mehr stimmen, weil zb. die obersten treffer unazusgezeichnete werbelinks sind.
    qualität ist der grund für googles erfolg. wenn sie diese für kurzzeitige mehreinnahmen aufgeben werden sie viele user und vor allem vertrauen verlieren.

    noch ein wort zu werbung im netz. ich kann sie nicht ausstehen. es gibt webseiten, dort bestimmt werbung das design, blinkt und schiebt sich in den vordergrund. dort habe ich noch nie (mit absicht) drauf geklickt. seit ich werbeblocker kenne installiere ich sie bei jedem. da hab ich auch kein schlechtes gewissen gegenüber den portalbetreibern, den dieser ausufernde flash-trash ist einfach unverschämt. das netz ist zum wissensaustausch entwickelt worden. worauf ich hinaus will: es gibt jedoch auch werbung, die sich als solche ersichtlich ist, sich zurück hält und meist angibt wohin sie führt. dort clicke ich des öfteren bewusst. google und auch andere suchmaschinen bieten diese art der werbung an. wenn ich glaube, dass man mich austricksen oder überrumpeln will werde ich nicht darauf eingehen. wirbt man um mich mit informationen, gehe ich auch darauf ein. ich glaube, das geht vielen ähnlich und erklärt mitunter den erfolg der werbung auf google.
  5. #44

    ...

    Zitat von Qual Beitrag anzeigen
    Also mir machen Menschen die hier keine Bedrohung erkennen Angst. Aber die Mehrheit findet's gut, also wird's in die Richtung weitergehen. Vielleicht haben wir ja in 150000 Jahren eine Königin und unsere persönliche Aufgabe besteht einzig in deren Fütterung bis zu unserem Tod. Die Mehrheit fühlt sich doch heute schon allein gut, wenn sie sich selbst ausbeutet. Da ist die Unterdrückung allerhöchstens mal zur Unterhaltung geeignet.
    Dabei hatten wir so einen guten Ansatz. Wir hatten mal die Aufklärung! Heute versteht kaum noch wer deren Bedeutung. Stattdessen hält man sich für gut und richtig weil man Bio kauft.^^

    Meine persönliche Konsequenz besteht darin dass ich hier keine Kinder hinterlasse.
    Ergo gibt es nach Ihnen 2 Möglichkeiten:

    1) in einigen Jahrzehnten beherrscht Google die Welt

    2) in einigen Jahrzehnten wird man über die heutige Google-Panikmache ebenso lachen wie anno dazumal über die Theorie, Zugfahren würde den Augen schaden, weil ja die Landschaft so schnell vorbeirast.


    Google hilft mit, die Medienwelt rasant zu verändern. Dass das all jenen nicht passt, die zu print-only-Zeiten eine Meinungsführerschaft hatten, ist logo.
  6. #45

    @ Hupfhupf

    Zitat von hupfhupf Beitrag anzeigen
    Wie schon gesagt, steige ich gerne um (bin ja auch von anderen Suchmaschinen auf google umgestiegen). Von mir aus kann der neue Anbieter gerne aus Projekten einer (staatl. gefoerderten) Uni enstehen, aber nicht dadurch, dass andere mit Vorschriften, Zensur, etc. kuenstlich verdraengt.

    Um "Zensur" geht es gar nicht.
    Es geht darum ggf. eine wettbewerbliche Marktstruktur aufrecht zu erhalten.
    Dabei ist auch erst mal egal wie gut die Produkte von Google sind.
    Es geht allein um den funktionierenden Wettbewerb - und dem drohen natürlich Risiken durch eine Marktstruktur, die von einem großen Quasi-Monopolisten beherrscht wird.

    Allerdings sehe ich selbst bei Google auch keinen dringenden Handlungbedarf unter einem wettbewerblichen Aspekt.
    Jedenfalls scheint sich Google weder beim Innovationswettbewerb, noch beim Preiswettbewerb auf einem Monopol auszuruhen. Google ist sogar extrem innovativ und dabei sogar kostenlos; jedenfalls für die Endnutzer.

    Man muss natürlich beobachten wie sich das entwickelt. Denn auch Google würde wohl bei einem gesicherten Monopol träge werden und versuchen Marktmacht zu Lasten der Verbraucher auszuspielen. Da vertraue ich weder einem coolen Image noch einem Motto wie "don't be evil", sondern schlicht der Erfahrung, dass sich Marktbeherrscher eben so - durchaus nachvollziehbar - verhalten.

    Aber der Autor verkennt meiner Meinung nach, dass sich Google sehr wohl einem starken Wettbewerb ausgesetzt sieht.
    Die Marktabgrenzung als "der" Beurteilungmaßstab für Marktmacht gerät ihm nämlich viel zu eng.
    Zwar ist Google absolut dominierend bei den Suchmaschienen. Aber auch dieser "Markt" wird durch andere Unternehmen auf nur scheinbar "anderen Märkten" bedroht. Es gibt noch kein "sicheres Monopol" solange z.B. Facebook droht das Internet zu internalisieren, solange z.B. Microsoft versucht dagegen zu halten indem sie nun auch vermehrt auf das Internet setzen und Dienste wie Skype aufkaufen und solange aus dem Nichts Phänomene wie Twitter auftauchen.

    Der potentielle Wettbewerb durch solche Unternehmen ist - auch auf dem Markt für Suchmaschienen, oder besser personalisierte Werbung - enorm.

    (Noch) kein echtes Problem.
    Aber eine strenge Fusionskontrolle - natürlich auch für Deals wie "Microsof kauft Skype" u.s.w. - solte nun schon stattfinden.

    Denn ein Unternehmen "dem das Internet gehört" will sicher keiner !
  7. #46

    Versuchen Sie doch einmal

    nur eine Woche lang auch Google zu verzichten und ausschliesslich andere Suchmaschinen zu nutzen!
    Wir haben es probiert!
    Google ist eben auch qualitativ der Spitzenreiter!
    Mag sein, dass die Daten sammeln, wie alle anderen Anbieter auch, das werde ich bei wohl keinem nutzvollen Dienstleister dieser Art wohl verhindern können ... Jedenfalls, solange ich so taugliche Dienste kostenlos in Anspruch nehme.
    Also: Bing, Yahoo und oekologosch korrekte Alternativen kann man ja versuchen, einen seriösen Betriebsablauf stört solches Experiment erheblich!
    Derzeit scheint Netzregulierung nur ein Kampf um Macht und Einfluss zu sein, Erfolg durch Qualität macht den Verantwortlichen wohl zu Recht Angst.
  8. #47

    Plussen

    Zitat von mörk Beitrag anzeigen
    Und zum Schluss, liebe SPONtis: [...] also seid bitte nicht so dreist, hier mit "journalistischer Qualität" zu argumentieren.
    +2 :)
  9. #48

    ...

    Zitat von Rainer Unsinn Beitrag anzeigen
    Ja das wollen wir. Vor allem wollen wir das alles so bleibt wie es ist!

    Diese ganze Kritik an Google ist heuchlerisch. Google gibt mir ettliche Dienste kostenlos. Dazu ist Google unpolitisch und ideologisch neutral.

    Wenn Google jetzt staatlich reglementiert wird, kommen an seine Stelle irgendwelche geldgeilen, deutschen D....firmen die mein Nutzerverhalten ganz genau so analysieren, dazu für jeden Pippifax Geld verlangen und in untertänigster politischer A....kriecherei alles filtern und zensieren was irgendwelchen Vollhorsten nicht passen könnte.

    Nein Danke. Finger weg von Google!
    Sie übersehen das Wesentliche an dem Beitrag, weil es nämlich nicht drin steht...

    Der Spiegel arbeitet mit Microsoft und Apple zusammen, und Google findet das Blatt anscheinend zu lächerlich als dass man sich mit Geldbeträgen für Anzeigen dort Einfluss auf den redaktionellen Teil schaffen will. Wer diese Netz Seite hier im Spon regelmässig beobachtet der hat das längst begriffen und wundert sich über solchen Artikel ncht im Geringsten.
  10. #49

    ...

    Zitat von Hugh Beitrag anzeigen
    Zugang? Hab ich nicht über Google, sondern über meinen Provider.
    Inhalte? Liefert mir nicht Google, sondern SPON, FR, heise, ARD, etc. etc.
    Infrastruktur? Stellt auch nicht Google bereit, sondern mein Provider, die Hoster der Websites, die Eigentümer der Knotenserver, die Kabelnetzbetreiber, die Datenbankhoster etc.
    Und wenn ich dann mal was suche, dann, ja dann kommt Google ins Spiel, denn es bietet mir die bisher beste Suchmaschine. Und wenn ich mit den Ergebnissen nicht zufrieden bin, dann schau ich eben in anderen Suchmaschinen nach. Gibt doch etliche zur Auswahl (ich hab 13 außer Google in meinem Verzeichnis).

    Hätte der Autor sich schon bisher gegen Monopole gewandt, wofür er mir zumindest nicht bekannt ist, eher das Gegenteil, (wer ist es, der hier auf Spon immer PC = Microsoft propagiert? obwohl es auch noch andere Betriebssysteme für den PC gibt, nicht nur Windows), dann hätte ich ihm seine Besorgnis abgenommen.

    So ist es für mich nichts weiter als hysterisches Googlebashing, das den sich in ihrem Monopol bedrohten Apple und Microsoft und ihren Hörigen dient.
    Sie haben mit allen in ihrem Beitrag recht, ausser dem Wort hysterisch... sowas planen die ganz cool.... schliesslich macht es sich sowohl kurz-, als auch langfristig bezahlt.


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