Nerdistans Ende: Das Internet gehört den Normalos

Noch immer gelten die Nerds als treibende Kraft im Internet - dabei waren es die Normalos, die den Alltag ins Netz und das Netz in den Alltag brachten. Weil es ihnen die perfekten Werkzeuge für das Überleben im Alltag bot. Die Nerds von heute dagegen sind offline, glaubt Felix Knoke.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...667650,00.html
  1. #10

    Na und?

    Nein umgekehrt ist es richtig:

    Die Normalos sind die Nerds von heute - die Gesellschaft hat sich "nerdisiert".
    Na und? Es gab schon schlimmere Entwicklungen.
  2. #11

    alle Nerds sind beleidigt, och je...

    Der Autor hat doch völlig recht. Früher, in den Achtzigern, waren Nerds die Typen, die niemand zur Party eingeladen hat, weil sie 1.) nervten 2.) sche1ße aussahen 3.) sich nur mit ihrem C64 oder Amiga beschäftigt haben und damit Langweiler hoch 10 waren. Mitte der Neunziger, die C64 Kinder hatten mittlerweile studiert, witterten sie Morgenluft: Das Internet wurde bekannt und ihr Wissen gefragt. Allerdings wussten sie diesen Umstand nicht zu nutzen und verschenkten alles. Sie waren für ein paar Jahre die coolen Bescheidwisser und bekamen gute Jobs. Dann platzte die Dotcom Blase. Heute sind die Nerds wieder auf ihre Plätze verwiesen und machen für uns, die Leute denen statt Neonröhren die Sonne ins Gesicht scheint, die Langweiler-Arbeiten, damit wir noch leichter den nächsten Urlaub buchen können. Der Autor liegt goldrichtig!
  3. #12

    Komisches Verständnis

    Es gab überall Vorreiter, in der Kunst, in der Entdeckung von Kontinenten und im Internet.

    Irgendwann kommt dann immer die Riege der Unkreativen, der Durchschnittlichen, in diesem Umfeld Austauschbaren, der Nutzer.
    Das macht nichts, das ist ein normaler Vorgang. Ärgerlich wird das Ganze - wie hier - wenn dann nach all den Jahren die Salieris der Welt auftauchen und sich über die Mozarts lustig machen.
  4. #13

    blacklist

    Zitat von Euronymus Beitrag anzeigen
    Der Autor hat doch völlig recht. Früher, in den Achtzigern, waren Nerds die Typen, die niemand zur Party eingeladen hat, weil sie 1.) nervten 2.) sche1ße aussahen 3.) sich nur mit ihrem C64 oder Amiga beschäftigt haben und damit Langweiler hoch 10 waren. Mitte der Neunziger, die C64 Kinder hatten mittlerweile studiert, witterten ......
    Wundern Sie sich bitte nicht, wenn in 20 Jahren die globale KI sie auf Platz FF FF FF FF der Warteliste für ein Spenderorgan verweist. Das geschieht aus rein medizinischen Gründen und hat nichts damit zu tun, dass Ihr Name + eine Prüfsumme aus Ihrer DNA in der Datei blacklist.csv auftaucht, die unter /etc/glai/ liegt.
  5. #14

    Die Nahrungskette

    Zitat von Euronymus Beitrag anzeigen
    Heute sind die Nerds wieder auf ihre Plätze verwiesen und machen für uns, die Leute denen statt Neonröhren die Sonne ins Gesicht scheint, die Langweiler-Arbeiten, damit wir noch leichter den nächsten Urlaub buchen können. Der Autor liegt goldrichtig!
    Nicht schlecht ausgedrückt, aber den wirklich Klugen war schon immer klar, dass nur die Dummen in dieser Welt das Geld verdienen.

    Getröstet werden sie dann allerdings dadurch, dass das Geld letztendlich doch immer bei den Ex-Frauen landet.
  6. #15

    ich mag beides

    Zitat von Christian81 Beitrag anzeigen
    Ein weiterer wichtiger Grund ist die weitestgehende Verdummung von grossen Teilen der Internetlandschaft durch Einführung des virtuellen Ballermanns in Form von Myspace/Youtube. Diese Seiten dominieren die Wahrnehmung des Grossteils der Nutzer deren Hauptziel im Netz Entertainment hier auf grossartige Weise befriedigt wird. Der Blick zur Seite, auf die Expertennetzwerke/Foren/Newsgroups fällt da tatsächlich aus begründetem Desinteresse und tatsächlicher Unfähigkeit sich mit der ganzen Bandbreite des Internets auseinanderzusetzen einfach aus. Die Stadtbibliothek direkt neben Disneyworld hat sicher vergleichbare Wahrnehmungsprobleme
    Also ich mag beides, erst mal Wissen bei der Wikipedia reinschaufeln und dann bei youtube nachgucken, was "cute kitten" alles ergibt.

    Der Gedanke das irgendetwas zurückerobert werden muss oder überhaupt etwas verloren gegangen ist, ist mir persönlich absolut fremd. Den grössten teil meiner Nerd-haftigkeit hat sich immer schon im eigenen Gedankenkosmos beim lesen und verstehen von Literatur abgespielt. Das ich keine Befriedigung daraus ziehe möglichst viele mir unbekannte Menschen im virtuellen Ballermann zu "Freunden" zu machen stellt mich aber längst noch nicht in die offline Ecke.
    Weder im übertragen noch wörtlichen Sinn.
    Dir schon, aber guck Dir doch manche Verlautbarungen aus der Ecke des CCC und anderer Organisationen an. Wie hat The Pirate Bay gross getönt? The Net is ours, not theirs? Es gibt unter den Nerds einfach ein paar Schwachköpfe, die ein Problem damit haben, dass der "Pöbel" durch ihren Spiegelsaal latscht. Viele trauern im Grunde einer kurzen Zeit hinterher, als das Netz offen genug war, dass jeder dran teilhaben konnte, es aber noch wenig staatlich reguliert war. Andere wiederum trauern der Zeit der SUN-Workstations hinterher, als sie - booohaaa! - Uuuunix haben durften, während der Pöbel an Windows 3 saß.

    Ich finde das einfach nur lächerlich. Computer haben mein Leben bereichert und das von anderen Menschen, wie kann ich da anderen Zeiten hinterhertrauern, als das ein Privileg weniger war.
  7. #16

    Die folgenden Fehler traten bei der Verarbeitung auf:

    Nerds agieren mittlerweile unsichtbar, weil sie die Folgen von Datensammelwut und Überwachungswahn jetzt schon kennen.

    Was macht der Normalo? Statt sich der Fachkenntnis der Nerds in technischen Fragen zu erinnern und dessen Argumente zu durchdenken, wählt er Schäuble, von der Leyen und Co.
  8. #17

    Ein schöner Beitrag

    Zitat von Christian81 Beitrag anzeigen
    Das erste Problem ist wohl die generelle Definition von Nerd. In dem Artikel werden Nerds weitestgehend auf ihre Begeisterungsfähigkeit für Technik reduziert.
    ...
    Obwohl der Artikel völliger Unsinn ist hab ich mich beim lesen aufjedenfall sehr unterhalten gefühlt.
    Ich habe mich auch unterhalten gefühlt, vor allem die Linksammlung fand ich gut.

    Daß Nerds offline sind, ist Unsinn. Wenn der Verfasser offenbar keine gefunden hat, sagt das weit mehr über ihn aus als über diese Menschen.

    "Lustig" finde ich es immer wieder, wenn Leute Technik ganz selbstverständlich jeden Tag benutzen, aber nicht verstehen, "wie man sich blos für so'n Zeug interessieren kann!" Diese Äußerungen sind dann meist mit so einem seltsamen "Unbehagen" gepaart.
    Hey, wenn andere sich "keinen Kopf" um dieses "Zeug" machen würden, dann gäbe es vieles von dem ganzen tollen "Spielzeug" gar nicht!
    Das ist vielen nicht bewußt, und das reicht sogar weit in akademische Kreise rein. Gerade dort schlägt einem als "Techniker" oft eine unglaubliche Arroganz entgegen. Eine wahrheitsgemäße Antwort auf die Frage, was man den beruflich mache, genügt meist schon!
  9. #18

    1

    Zitat von Euronymus Beitrag anzeigen
    Der Autor hat doch völlig recht. Früher, in den Achtzigern, waren Nerds die Typen, die niemand zur Party eingeladen hat, weil sie 1.) nervten 2.) sche1ße aussahen 3.) sich nur mit ihrem C64 oder Amiga beschäftigt haben und damit Langweiler hoch 10 waren. Mitte der Neunziger, die C64 Kinder hatten mittlerweile studiert, witterten .....
    http://de.wikipedia.org/wiki/Commodore_64
    Ich bin auch ein C= Kind. Erst VC-20, dann C64er, C128, Amiga 500, Amiga 2000.

    Aber in den 90zigern war ich weit ab vom Studium, ich bin ein Jahr älter als der Brotkasten.
    Nebenbei habe ich in der Grundschule, Nachbarschaft und später viele Leute kennengelernt durch diese Rechner.
    War bei ihnen wohl eine spaßbefreite Zone auf dem Schulhof, bei uns sah man viele Jungens mit ihren Diskettenboxen rumlaufen. Datasetten kenne ich auch noch zu gut.

    Ein Hobby, andere spielten in ihrer Freizeit Fußball, gucken TV, spielten mit He-Man Figuren.

    Der Rechner war für die verregneten Tage da, oder für die spätere als das kleine Wäldchen leider der Einfamilienhaussiedlung weichen musste.

    Es gibt noch Zwischenstufen und nicht nur Schwarz und Weiß.

    Und an der "Web 2.0" Kirmes haben viele verdient, die Erfinder von StudiVZ und Youtube nagen bestimmt nicht am Hungertuch.

    Der eine interessiert sich eben für Autos oder Motorräder, Pandabären oder $Sportart, Synchronschwimmen oder leitet voller inbrunst seinen Kegelclub.

    Dann kämen noch die Musiker, die sich noch unterteilen, Drummer, Gitarristen, Bassisten, Keyboarder...

    Neben der Technik an Amps, Tretminen, PA's kommen noch die musikalischen Tiefen ala Subdominanten und Terzen dazu.

    Oder die religiösen mit ihren Bräuchen. Die Märklinfans und Schumifans, die Treckies und Mangafans. Oder meine Oma die ihr leben gern kocht.

    Leute die ihr Hobby leben und bestenfalls zum Beruf gemacht haben, beneide ich echt.

    Es gibt halt überall Freaks :O).
  10. #19

    muss ich mir merken, ist eine interessante aussage

    Die Normalos sind die Nerds von heute