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Negativer Placeboeffekt: Schwarzsehen macht Schmerzmittel wirkungslos

Die eigene Erwartung beeinflusst, wie gut ein Medikament wirkt. Fürchtet sich ein Patient gar vor drohenden Schäden durch die Behandlung, ist der Effekt besonders dramatisch: Dann versagen selbst starke Schmerzmittel.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...746106,00.html
  1. #1

    guter Schamane, schlechter Schamane?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die eigene Erwartung beeinflusst, wie gut ein Medikament wirkt. Fürchtet sich ein Patient gar vor drohenden Schäden durch die Behandlung, ist der Effekt besonders dramatisch: Dann versagen selbst starke Schmerzmittel.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...746106,00.html
    Also ist die Psychokomponente -sowohl positiv wie negativ- nun doch ein erheblicher Bestandteil der Heilung. So wie wir auch meist erst p s y c h o s o m a t i s c h krank werden. Das zu Erkennen kann (wieder) Aufgabe eines "weißen" Shamanen werden. Mit und ohne Federhut - von mir aus ruhig weiterhin im weißen Kittel und dem Dr. med. zusätzlich in der Tasche. Doch ohne Menschenkenntnis geht es gar nicht!

    PS: Zum Thema eine interessante Aufsatzsammlung von Christine Stecher 'Die Weisheit der Schamanen'
  2. #2

    Negativer Placeboeffekt

    Ich bin ja kein Mediziner. Aber rein theoretisch muss ja auch ein tatsächlich wirkendes Medikament eine (zusätzliche) Placebowirkung haben. Denn der Patient weiß ja nicht, ob er ein echtes Medikament bekommt, oder ein Placebo. Wenn also ein Placebo diese Wirkung hat, warum sollte sie bei einem echten Medikament verschwinden?

    Wenn aber der Patient nicht von der Wirkung des Medikaments überzeugt ist, kann sowohl im Fall eines Plazebos, als auch eines wirksamen Medikaments die Placebowirkung logischerweise verschwinden. Für mich hört es sich so an, als wäre manchmal die zusätzliche Placebowirkung nötig, damit ein Medikament hilft. Aber einen negativen Plazeboeffekt (oder gar Nocebo) würde ich das nicht nennen, weil das den Eindruck erweckt, als stünde etwas anderes dahinter, als der bereits bekannte Plazeboeffekt.
  3. #3

    Placeboeffekt?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die eigene Erwartung beeinflusst, wie gut ein Medikament wirkt. Fürchtet sich ein Patient gar vor drohenden Schäden durch die Behandlung, ist der Effekt besonders dramatisch: Dann versagen selbst starke Schmerzmittel.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...746106,00.html
    Zitat aus dem Spiegel-Artikel:
    "Zwar sank das Schmerzempfinden bereits, wenn die Probanden nichts erwarteten, allerdings fiel es nur von durchschnittlich 66 auf 55. Sobald die Teilnehmer sich darauf einstellen konnten, dass sie ein Medikament bekamen, sank es dagegen auf den Wert von 39. Fürchten sie dagegen stärkere Schmerzen durchs scheinbare Absetzen des Mittels, stiegen die Schmerzen auf der Skala wieder bis auf 64."

    In der Praxis habe ich derartige Behandlungsmethoden noch nicht erlebt.
    Wenn ich eine schmerzhafte Zahnbehandlung habe, lege ich Wert auf eine vernünftige Betäubung. Und da ich einen Zahnarzt habe, der dies nach meinem Eindruck gut hinbekommt, habe ich während der Behandlung auch keine Schmerzen.
    Ich habe allerdings vor Jahren bei Anfertigung einer Brücke in einer Uni-Klinik auch einmal erlebt, dass mit der Betäubung trotz mehrstündiger Behandlung äußerst sparsam umgegangen wurde. Da die Wirkung der Betäubung nach einer Stunde spürbar nachließ, habe ich mehr und mehr Schmerzen gespürt. Gutes Zureden seitens der Ärztin hat mir jedenfalls nicht geholfen. Da gab es keinen Placebo-Effekt, sondern wegen der nachlassenden Wirkung des Betäubungsmittels immer stärkere Schmerzen.

    Ich hatte auch mal einen Schulterbruch, der eigentlich unkompliziert war, aber bis zur Heilung mehrere Wochen starke Schmerzen verursacht hat, insbesondere nachts. Während dieser Zeit habe ich zwangsläufig Schmerzmittel gebraucht, um schlafen zu können.

    Nach ca. einem Monat merkte ich selbst, dass jetzt eine Salbe reicht und habe die Schmerzmittel nicht mehr genommen. Mit dem "Placebo-Effekt" hat dies in meinen Augen nichts zu tun, sondern mit der Wirksamkeit des Schmerzmittels.

    Tröstliche und aufmunternde Worte sind ja schön und gut und eine positive Lebenseinstellung der Heilung sicherlich förderlich. Aber die Schmerzn konnten sie jedenfalls in meinem Falle nicht beeinflussen. Dies führe ich ausschließlich auf die Wirkung der Schmerzmittel zurück und habe diese -nachdem ich auch mit der Salbe eine schmerzstillende Wirkung verspürt habe- sofort abgesetzt.

    Auch eine noch so starke Psyche ist nach meinem persönlichen Eindruck nicht in der Lage, Schmerzen aufgrund einer Zahnbehandlung oder eines Knochenbruchs zu ignorieren.
  4. #4

    _

    Der Titel klingt wie ein Slogan der GEZ ;)
  5. #5

    Zitat von berlinerin95 Beitrag anzeigen
    Zitat aus dem Spiegel-Artikel:
    "Zwar sank das Schmerzempfinden bereits, wenn die Probanden nichts erwarteten, allerdings fiel es nur von durchschnittlich 66 auf 55. Sobald die Teilnehmer sich darauf einstellen konnten, dass sie ein Medikament bekamen, sank es dagegen .....
    Ich stimme Ihnen zu 100% zu. Je mehr man über seine Krankheit/sein Leiden weiß, desto besser kann man die Wirkungsweise von Medikamenten verstehen und den Nutzen solcher einschätzen. Ich finde daher 2 Dinge viel wichtiger, als sich immer mit diesem diffusen Placeboeffekt zu beschäftigen:
    1) Aufklärung des Patienten durch den Arzt und den Patienten selber (Internetrecherche, Kontaktaufnahme mit anderen Patienten, die das selbe Leiden haben (auch über's Internet)). Je mehr man über sein Leiden weiß, desto besser kann man sich selber und dem Arzt helfen, dies zu heilen.
    2) Die Forschungsabteilungen der Pharmaindustrie sollten stärker versuchen, die eigentlichen Ursachen von Krankheiten/Schmerzen zu bekämpfen anstatt an den Symptomen herumzudoktern. Der Grund, dass sie eher das Letztere tun, liegt wohl im (kurzfristig gesehen) größeren Profit für die Firmen.
  6. #6

    Olle Kamellen...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die eigene Erwartung beeinflusst, wie gut ein Medikament wirkt. Fürchtet sich ein Patient gar vor drohenden Schäden durch die Behandlung, ist der Effekt besonders dramatisch: Dann versagen selbst starke Schmerzmittel.
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...746106,00.html
    Für die Naturwissenschaft ist die Funktionsweise des Menschen noch immer ein Buch mit sieben Siegeln. Das liegt daran, dass sie von den falschen Voraussetzungen ausgeht und so das Pferd von hinten aufzäumen will.
    Wer aber vom Primat des Geistes ausgeht, weiß, dass Glaube alles ist. Etwas wirkt nur, weil wir bewusst oder unbewusst an eine Wirkung glauben. Wo wir das nicht tun, geschieht auch nichts.
    Man kann also, wenn man ein vom Materialismus gereinigtes Bewusstsein hat, ohne jede Medikamente auskommen und sich selbst von allen Krankheiten allmählich, u.U. auch plötzlich heilen. (s. auch Glaube, Krankheit und Heilung
  7. #7

    Haben Sie den Artikel gelesen??

    Zitat von drsven Beitrag anzeigen
    Ich stimme Ihnen zu 100% zu. Je mehr man über seine Krankheit/sein Leiden weiß, desto besser kann man die Wirkungsweise von Medikamenten verstehen und den Nutzen solcher einschätzen. Ich finde daher 2 Dinge viel wichtiger, als sich immer mit.....
    Hier geht es nicht nur um eingebildete Wirkung (Placebo-Effekt) sondern auch um eingebildete NICHT-Wirkung (Noceb-Effekt). Bei Patienten, die sich als chronisch Kranke auf der Verliererstrasse sehen, führt die negative Erwartung dazu, dass auch etwas was normalerweise wirkt, bei ihnen versagt. Das ist ein Teufelskreis! Genau genommen bedeutet diese Studie, dass Depressive ein grosses Problem haben, gegen das praktisch sehr wenig hilft, ausser einer positiven Erwartung.
    Es ist gut ein Optimist zu sein!! ;-)
  8. #8

    xxx

    Zitat von drsven Beitrag anzeigen
    Ich stimme Ihnen zu 100% zu. Je mehr man über seine Krankheit/sein Leiden weiß, desto besser kann man die Wirkungsweise von Medikamenten verstehen und den Nutzen solcher einschätzen. Ich finde daher 2 Dinge viel wichtiger, als sich immer mit .....
    fein, dass sie so nonchalent einen ganzen berufsstand abqualifizieren, als unfähig und bestechlich hinstellen.
    die forschungsabteilungen der pharmaindustrie erforschen - himmel - doch nicht die ursachen von erkrankungen.
    das geschieht in unikliniken, abteilungen von krankenhäusern.

    sicher, die ärzte sind ja gar nienienicht daran interessiert, patienten zu heilen oder leiden zu lindern, alles brutale sadisten, gell?

    mit wievielen ärzten haben sie denn schon jemals zusammengearbeitet? ich kann sie nicht zählen in meiner jahrzehntelangen tätigkeit im pflegeberuf.

    mir ist noch niemals auch nur ein fall untergekommen, wo ärzte leiden von patienten verlängert haben, warum denn? das prinzip der rationalität und bettenausnutzbarkeit ist ihnen nicht bekannt, oder?

    vielleicht ist das in ihrem land so, in meinen jedenfalls nicht.
  9. #9

    xxx

    Zitat von hansulrich47 Beitrag anzeigen
    Hier geht es nicht nur um eingebildete Wirkung (Placebo-Effekt) sondern auch um eingebildete NICHT-Wirkung (Noceb-Effekt). Bei Patienten, die sich als chronisch Kranke auf der .....
    worauf der artikel nicht eingeht, ist, dass das gehirn ein schmerzgedächtnis besitzt und das wird bereits beim kleinsten wiederkehrenden an der gleichen stelle sitzenden schmerz aktiviert und schlägt dann wild aus.

    wie auch immer, schmerzempfinden ist absolut individuell.








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