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Nebenwirkungen: Behörde fordert kleinere Packungen für Schmerzmittel

DPAFür alle Fälle gewappnet: Viele Menschen kaufen Schmerzmittel in der Apotheke gerne auf Vorrat. Damit soll jetzt Schluss sein. Wegen möglichen Nebenwirkungen sollen ASS, Ibuprofen und Co. künftig nur noch in kleineren Packungen rezeptfrei verkauft werden.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...841074,00.html
  1. #80

    Zitat von karhu1 Beitrag anzeigen
    ... als Unternehmer verdiene ich doch mehr wenn ein Kunde eine 100er Packung kauft anstatt 3 Apotheken abzuklappern und nur 60 Tabletten zu kaufen, möglicherweise aber 20 von der Konkurrenz.
    Quatsch. In kleineren Packungen kostet das Medikament mehr. Und Sie bekommen ja auch Kunden von der "Konkurrenz".

    Zitat von karhu1 Beitrag anzeigen
    Hier geht es darum Patienten davor zu schützen unnötige Schmerzmittel in sich hinein zu stopfen.
    Da gibt es einfachere Möglichkeiten. Siehe z.B. Zigrarettenpackungen: Wie wäre ein großes Schild mit der Aufschrift "Die regelmäßige Einnahme dieses Medikaments kann tödlich sein" auf der Packung? Dann ist es die freie Entscheidung des Patienten wie er mit dieser Information umgeht.

    Abgesehen davon ist es eigentlich sowieso die Aufgabe der Apotheker auf die Gefahren der Medikamente eindringlich hinzuweisen! Hier müssten über Testkäufe einfach mal Kontrollen durchgeführt werden, ob die Apotheken ihren Verpflichtungen dahingehend überhaupt nachkommen. Wenn Apotheker solche Medikamente ohne eindringliche Warnung an die Patienten abgeben, sollte dies mit hohen Geldstrafen geahndet werden und im Wiederholungsfall die Apotheke geschlossen werden.

    Aber solche Maßnahmen kommen aufgrund guter Arbeit der Lobby nicht auf den Tisch. Stattdessen wird geschaut, wie man noch mehr Geld aus dem Menschen pressen kann.
  2. #81

    Hier könnte Ihre Werbung stehen

    Zitat von okjar Beitrag anzeigen
    ich bin bei Ihnen und frage mich, welche legale Möglichkeit des Widerstandes gibt es?
    Ganz einfach: Solche Medikamente bringe ich mir bei Bedarf aus dem Urlaub mit - auch hier verschreibungspflichtige, die ich als Notfallmedikamente als notwendig erachte (wie z.B. Doxycyclin, falls im Urlaub kein Arzt schnell genug im Zugriff sein sollte; glücklicherweise aber noch nie gebraucht). Ich weiß, ich weiß, alles schwer verboten, aber ich seh's als zivilen Ungehorsam.
  3. #82

    Leute, uns ist ja wohl allen klar, dass es hier um nichtselektive COX-Hemmer geht.

    Fuer diese gilt - auch lege artis angewandt - folgende einfache Faustregel, als "Siebener-Regel" bekannt:

    Jeder siebte behandelte Patient bekommt Magenschmerzen. Von diesen bekommt wiederum jeder Siebte ein Magengeschwuer. Und daran stirbt wieder jeder Siebte an einem Magendurchbruch.

    Die Conclusio daraus kann sich jetzte jeder selbst ausrechnen; ich selbst hatte schon zwei NSAR-induzierte Ulcera ventriculi, meine Mutter waere beinahe an einem durchgebrochenen NSAR-induzierten Ulcus ventriculi verstorben - nur Gott und ein aeusserst faehiger Allgemeinchirurg hatten etwas dagegen ...
  4. #83

    Na Sie sind mir ein Experte

    Zitat von mhampel Beitrag anzeigen
    Quatsch. In kleineren Packungen kostet das Medikament mehr. Und Sie bekommen ja auch Kunden von der "Konkurrenz".

    Da gibt es einfachere Möglichkeiten. Siehe z.B. Zigrarettenpackungen: Wie wäre ein großes Schild mit der Aufschrift "Die regelmäßige Einnahme dieses Medikaments kann tödlich sein" auf der Packung? Dann ist es die freie Entscheidung des Patienten wie er mit dieser Information umgeht.

    Aber solche Maßnahmen kommen aufgrund guter Arbeit der Lobby nicht auf den Tisch. Stattdessen wird geschaut, wie man noch mehr Geld aus dem Menschen pressen kann.
    Preiserhöhungen im freiverkäuflichen Markt in der Apotheke sind fast unmöglich, weil es viele Firmen gibt, die vor allem über den Preis konkurrieren. Darüber hinaus bleiben die Kosten für Verpackung, Distribution bei einer kleine Packung gleich also sinkt die Marge. Die Lobby der Pharmaindustrie ist deswegen GEGEN diese Änderung.

    Sie wollen jetzt Zigaretten mit Medikamten vergleichen? Das ist ja wohl lächerlich!
  5. #84

    Falsch

    Zitat von qoderrat Beitrag anzeigen
    Falsch. Als Unternehmer A verdiene ich mehr, wenn ich eine 20-er Packung für die hälfte einer 100-er Verpackung verkaufe. Der Kunde kauft dann zwar noch eine zweite Packung bei Unternehmer B und eine dritte bei Unternehmer C, aber andersrum läuft das genauso. Am Ende hat sowohl Unternehmer A, B und C drei Packungen verkauft und etwa den 1,5-fachen Umsatz gemacht. Der Gewinn dürfte bei einer kleineren Packung sogar noch höher sein.

    Hier geht es nur darum, chronische Schmerzpatienten zu melken, das ist sogar für mich als nicht Betroffenen offensichtlich, ich nehme höchstens 2 Mal im Jahr eine Kopfschmerztablette.
    Chronische Schmerzpatienten bekommen die Medikament vom Arzt verordnet. Hier geht es um freiverkäufliche Medikamente für den eher akuten Einsatz.

    Preiserhöhungen sind in dem Konkurrenzumfeld schwierig und bei einer kleinen Packung sinkt die Marge. Wenn Sie z. B. eine Packung Creme herstellen sind die Produktionskosten zwischen einer 50g Tube oder 100g Tube fast identisch. Es ist also besser die grosse Packung zu verkaufen.
  6. #85

    [QUOTE=MartinS.;10444050][QUOTE=hman2;10441776]
    Zitat von bvoll Beitrag anzeigen
    Als zulässige Tagesgesamtdosis werden 60 mg/kg Körpergewicht angegeben. 150 mg/kg pro Tag können bereits zu Leberversagen führen. Das ist tödlich!
    Ein 80 kg Mann darf pro Tag also 4,8 g einnehmen, bei 12 g spielt er bereits mit dem Leben.
    Es geht gar nicht um Vorsatz und Suizidabsichten... das lässt sich auf diese Art ohnehin nicht beeinflussen. (was bringt es, wenn sich weniger Menschen mit Schmerzmitteln......
    Klar, Kollektivstrafe ist ja schon immer das beste Mittel gewesen.
    Ich leide ja auch darunter, dass der Bußgeldkatalog seit Jahren angehoben wird, da ein paar "Möchtegern - Schumis / -Vettels" meinen, die Straße gehöre ihnen. Ich habe es satt, ständig wegen der Blödheit anderer Menschen "mit bestraft" zu werden.
  7. #86

    Zitat von bvoll Beitrag anzeigen
    Als zulässige Tagesgesamtdosis werden 60 mg/kg Körpergewicht angegeben. 150 mg/kg pro Tag können bereits zu Leberversagen führen. Das ist tödlich!

    Ein 80 kg Mann darf pro Tag also 4,8 g einnehmen, bei 12 g spielt er bereits mit dem Leben.
    Es hat auch schon Menschen gegeben die sich mit 4g Paracetamol die Leber total zerschossen haben. Das Problem ist ja immer, man weiß nicht ob die eigene Leber nicht schon nen Vorschaden hat.
    ASS ist genauso schlimm.

    Ich nehm solche Schmerzmittel nicht mehr in Tagesdosis, und bei ASS lass ich komplett die Finger von. Ibuprofen,Novamin und dann lieber mal frühzeitiger mit einem Opioid eskalieren (Tramal fällt nicht unters BTM).

    Andererseits muss ich immer wieder betonen, liebe Patienten: wenn ihr ins Krankenhaus kommt, haben wir ein Auge auf die Dosierung, auf die Leber- und Nierenwerte und passen schon auf. Ich hab immer wieder das Problem dass Patienten im Krankenhaus bei der Frage nach Schmerzen verneinen, weil es nur leichte Schmerzen sind, und sie Angst vor den Schmerzmitteln haben.

    Im Krankenhaus ist es aber besser gar keine Schmerzen zu haben, selbst leichte Schmerzen sind schlecht. Patienten mit leichten Schmerzen husten weniger, weil sie dann stärker werden, bewegen sich weniger, sind schlechter gelaunt. Das verschlechtert alles die Prognose in nicht unerheblichen Maße.
    Im Krankenhaus bitte immer ehrlich sein und auch leichte Schmerzen schon angeben wenn man gefragt wird, bitte die Einschätzung der Nebenwirkungen dann den Profis überlassen.
  8. #87

    [QUOTE=wll;10444879...Es werden ja auch keine Packungsgrößen bei Lebensmitteln limitiert, weil sich manche Leute einen Wanst anfressen - und da reden wir über ein Vielfaches an Toten und gesundheitlich Geschädigten...[/QUOTE]Die Diskussion geht genau in die Richtung. Butter soll besteuert werden, weil manche Leute zu dick sind. Frau Aigner verlangt "halbe Portionen" in Gaststätten.
    Nöh, das geht alles in diese Richtung - das wird alles kommen. Wir dürfen nur eines - möglichst lang malochen.

    Wobei die größte Gesundheitsgefahr definitiv in der Politik unserer Regierungsdarsteller liegt, ob Lohndebatten oder anderes. Ohne diese Hampel wären wir alle viel gesünder.
  9. #88

    Es geht zunächst einmal darum, das Bewustsein zu schärfen, dass diese Mittel nicht ungefährlich sind und mit Bedacht eingenommen werden sollten.
    Wer denkt schon großartig darüber nach, bevor ein Aspirin oder ... genommen wird? Und bei ausbleibenden Erfolg noch eins?
    Viele tun dies, viele jedoch auch nicht.
    Die oft vorherrschende Meinung ist vielmehr, dass frei erhältliche Schmerzmittel weitgehend harmlos sind und in beliebigen Mengen konsumiert werden können. Ansonsten wären sie schließlich rezeptpflichtig.
    Die nun angedachte Regelung ist ein symbolischer Akt, mehr nicht. Man muss nicht wegen jedem Kopfschmerz direkt zum Arzt rennen. Wenn dieser jedoch länger anhält, ist dies durchaus ratsam. Nichts anderes versucht die nun angedachte Regelung zu vermitteln.
    Hier jetzt gleich irgendeine Verschwörung irgendwelcher "raffgierigen" Konzerne/Apotheken/Ärzte/Krankenkassen herzudichten halte ich für abstrus. Kann es nicht sein, dass es den entsprechenden Personen im BFARM einfach nur um die Sache geht?
  10. #89

    Zitat von Ingmar E. Beitrag anzeigen
    Es hat auch schon Menschen gegeben die sich mit 4g Paracetamol die Leber total zerschossen haben. Das Problem ist ja immer, man weiß nicht ob die eigene Leber nicht schon nen Vorschaden hat.
    ASS ist genauso schlimm.

    Ich nehm solche Schmerzmittel nicht mehr in Tagesdosis, und bei ASS lass ich komplett die Finger von. Ibuprofen,Novamin und dann lieber mal frühzeitiger mit einem .....
    Danke für Ihren Beitrag.
    Zwischen all den Verschwörungstheorien eine angenehme Abwechslung, auch mal die Kommentare von Fachleuten zu lesen.


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