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Nebenwirkungen: Behörde fordert kleinere Packungen für Schmerzmittel

DPAFür alle Fälle gewappnet: Viele Menschen kaufen Schmerzmittel in der Apotheke gerne auf Vorrat. Damit soll jetzt Schluss sein. Wegen möglichen Nebenwirkungen sollen ASS, Ibuprofen und Co. künftig nur noch in kleineren Packungen rezeptfrei verkauft werden.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...841074,00.html
  1. #90

    Zitat von karhu1 Beitrag anzeigen
    ... als Unternehmer verdiene ich doch mehr wenn ein Kunde eine 100er Packung kauft anstatt 3 Apotheken abzuklappern und nur 60 Tabletten zu kaufen, möglicherweise aber 20 von der Konkurrenz.
    Hier geht es darum Patienten davor zu schützen unnötige Schmerzmittel in sich hinein zu stopfen.
    Es gibt aber nicht nur einen Konsumenten, daher müssen Sie schon mit einem Erwartungswert rechnen. D.h. das was Sie bei einem Kunden verlieren der woanders kauft, gewinnen Sie durch einen Kunden der ursprünglich nicht zu Ihnen wollte, aber aus demselben Grund kam, aus dem jemand anderes ging...

    Zitat von infonix123 Beitrag anzeigen
    Es geht wohl eher darum, dass die Leute nicht "auf Vorrat" bei Online-Apotheken kaufen. Denn auf Grund der kleineren Packungsgrößen lohnt sich der Kauf wegen der Versandkosten nicht mehr. Also Verdrängung und Absicherung von Absatz.
    Haben Sie schon mal Post versandt?
    Sie können sich locker 1.000 Packungen zuschicken lassen und zahlen dann zwischen 5 und 9Euro.

    Btw: Wenn eine Packung halb so groß ist wie früher und Sie deshalb zwei kaufen müssen, ändert sich die Päckchengröße trotzdem nicht.

    Zitat von karhu1 Beitrag anzeigen
    .... vor Jahren in Grossbritannien die Abgabe von Paracetamol in Apotheken beschränkt und die Packungsgrössen verkleinert und damit die Selbstmordrate mit Paracetamol deutlich gesenkt. Scheint so dass Menschen wenn Sie 5 Apotheken abklappern müssen sich die Sache nochmals überlegen :-)
    Ist natürlich klever angelegt, Dummheit mit Faulheit zu bekämpfen. Es bleibt aber dabei dass die selbsternannte Krone der Schöpfung zu großen Teilen erbärmlich ist.

    Zitat von bvoll Beitrag anzeigen
    Als zulässige Tagesgesamtdosis werden 60 mg/kg Körpergewicht angegeben. 150 mg/kg pro Tag können bereits zu Leberversagen führen. Das ist tödlich!
    Wenn die Schmerzen nicht ausreichend gelindert werden, dann neigt ein naiver Mensch dazu, immer weitere Pillen einzuwerfen. Das kann ja nicht schaden, weil Parazetamol rezeptfrei zu bekommen ist. Gefährliche Arzneien sind schließlich rezeptpflichtig...
    Das steht doch auch auf und in der Verpackung. Die meisten Leute können lesen, ob Sie das auch tun ist ihre Entscheidung. Wer "naiv" in dem von Ihnen genannten Fall ist, sollte vielleicht auch keine Messer, Scheren und Licht daheim haben...

    Zitat von noale21 Beitrag anzeigen
    Ja, teilweise ist das Entmuendigung, aber welcher Laie kann absehen was er mit der Einnahme von 5g PCM (10Tabletten) taeglich seiner Leber bzw. 2g (5 Tabletten der 400mcg Dosis)Ibuprofen seiner Magenschleimhaut/Nieren antun kann...und was die daraus entstehenden Folgekosten f. d. Gesunheitssystem sind?
    Steht auf der Verpackung sowie der Beilage.
    Das ist doch doppelter Beschiss. Wieso soll MEIN Leben eingeschränkt werden, weil andere Leute zu blöd sind sich selbst trotz Warnung nichts anzutun UND dann auch noch für die Kosten deren Fehlentscheidungen aufkommen ?
  2. #91

    Zitat von renee gelduin Beitrag anzeigen
    Das ist doch doppelter Beschiss. Wieso soll MEIN Leben eingeschränkt werden, weil andere Leute zu blöd sind sich selbst trotz Warnung nichts anzutun UND dann auch noch für die Kosten deren Fehlentscheidungen aufkommen ?
    Vielleicht weil es noch andere Menschen gibt, welche nicht so toll informiert sind wie Sie?
    Auch Sie werden einmal krank werden, auch Sie werden einmal Alt werden. Und wer weiss, vielleicht sind auch Sie irgendwann einmal nicht in der Lage, den Beipackzettel von vorne bis hinten zu lesen? Und hieraus die entsprechenden Folgerungen zu ziehen?
  3. #92

    Zitat von Peter Werner Beitrag anzeigen
    Vielleicht weil es noch andere Menschen gibt, welche nicht so toll informiert sind wie Sie?
    Auch Sie werden einmal krank werden, auch Sie werden einmal Alt werden. Und wer weiss, vielleicht sind auch Sie irgendwann einmal nicht in der Lage, den Beipackzettel von vorne bis hinten zu lesen? Und hieraus die entsprechenden Folgerungen zu ziehen?
    Mal vom Apotheker der mich individuell informiert abgesehen, steht auf der Packung zunächst ein Hinweis auf die Gebrauchsanweisung und ein erster Warnhinweis nicht überdosiert oder zu lnage einzunehmen.
    In der Beschreibung steht dann noch ein halbes Dutzend Warnhinweise, Dosierungshinweise, etc.pp.
    Wie gesagt, bei Analphabeten kann ich es verstehen, bei Leuten die sowieso unter Aufsicht stehen auch.
    Wie sonst kann man das erfolgreich ignorieren ?
  4. #93

    Zitat von renee gelduin Beitrag anzeigen
    Wie sonst kann man das erfolgreich ignorieren ?
    Das wird nicht ignoriert, sondern nicht ernst genug genommen. Die Zahlen der Menschen die durch diese Schmerzmittel geschädigt werden, belegen das.

    Ganz offensichtlich reicht die Warnung nicht.
    Natürlich könnte man jetzt einfach sagen: darwin-award, müssen sie halt sterben. Aber dann könnte man auch im Strassenverkehr auf alle Sicherheitsmaßnahmen verzichten, nach dem Motto: "weiß doch jeder was passieren kann und wie man so fährt, dass kein Unfall passiert". Ich finds da sympathischer auch die Bürger zu schützen, die Warnhinweise eher weniger ernst nehmen.
  5. #94

    Zitat von liebergast Beitrag anzeigen
    Bei Erkältungen zahlen die Kassen aucn nichts mehr.
    Zu Recht: Erkältungsmedikamente sind teuer und unsinnig.
  6. #95

    Zitat von Peter Werner Beitrag anzeigen
    Vielleicht weil es noch andere Menschen gibt, welche nicht so toll informiert sind wie Sie?
    Auch Sie werden einmal krank werden, auch Sie werden einmal Alt werden. Und wer weiss, vielleicht sind auch Sie irgendwann einmal nicht in der Lage, den Beipackzettel von vorne bis hinten zu lesen? Und hieraus die entsprechenden Folgerungen zu ziehen?
    Was hat das mit der aktuellen Debatte zu tun, dass die Packungen kleiner werden?
  7. #96

    Zitat von Ingmar E. Beitrag anzeigen
    Das wird nicht ignoriert, sondern nicht ernst genug genommen. Die Zahlen der Menschen die durch diese Schmerzmittel geschädigt werden, belegen das.

    Ganz offensichtlich reicht die Warnung nicht.
    Natürlich könnte man jetzt einfach sagen: darwin-award, müssen sie halt sterben. Aber dann könnte man auch im Strassenverkehr auf alle Sicherheitsmaßnahmen verzichten, nach dem Motto: "weiß doch jeder was passieren kann und wie man so fährt, dass kein Unfall passiert". Ich finds da sympathischer auch die Bürger zu schützen, die Warnhinweise eher weniger ernst nehmen.
    Eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Und die Aktion hat meines Erachtens mal so garnix mit dem hehren Schutz der Bürger, sondern einerseits mit Geschäftstüchtigkeit und Lobbyismus, andererseits mit der Lust der Verwaltungen am Gängeln des Bürgers zu tun.
    In den Straßenverkehr übertragen ist das Helmpflicht für Fußgänger. Und nicht, wie sie interpretieren, rechts vor links oder eine andere nötige Regel.
  8. #97

    Zitat von peddersen Beitrag anzeigen
    Eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Und die Aktion hat meines Erachtens mal so garnix mit dem hehren Schutz der Bürger, sondern einerseits mit Geschäftstüchtigkeit und Lobbyismus, andererseits mit der Lust der Verwaltungen am Gängeln des Bürgers zu tun.
    Mag auf dieses Trheradthema zutreffen oder auch nicht. Selbst freiverkäufliche Lebensmittelergänzungsstoffe können bei falscher Anwendung schädlich sein.
    Und auch bei verschreibungspflichtigen Medikamenten gibt es Kritik:
    https://www.barmer-gek.de/barmer/web...Column_t302112
    (Studie: Barmer/GEK)
    Besonders interessant:
    >>Drei Prozent bzw. 120 Millionen Euro der Barmer GEK Arzneimittelausgaben entfallen auf starke Opioide. Einen Großteil geht auf Fentanyl-Verordnungen zurück (41 Prozent). Auffällig ist die massive Verordnung von Fentanylhaltigen Schmerzpflastern in der Erstversorgung – entgegen den Leitlinien, die zu Beginn einer Therapie starke Schmerzmittel wie Morphin oder Oxycodon empfehlen und Fentanylpflaster erst, wenn Patienten nicht mehr darauf ansprechen. Durch die versetzt eintretende Wirkung und eine auch nach Entfernen des Pflasters bestehende Wirkstoffkonzentration ist die Gefahr der Überdosierung gegeben und der Einsatz bei Patienten kritisch, die bis dahin keine Erfahrung mit Opioiden hatten.

    Auch fällt die häufige Verordnung von neuen starken und teuren Schmerzmitteln wie Targin und Palexia auf, obwohl die Studienlage für diese Mittel bisher keine Evidenz zeigt. Daher benötige man weitere Untersuchungen, um den Stellenwert dieser Mittel besser einzuschätzen. Gleichzeitig sei es dringend erforderlich, die Therapie besser auf das Schmerz-Stufenschema der WHO auszurichten.
    Gegängelt wird der "unmündige" Bürger ohnehin, von gutmeinenden Politikern besonders gerne.<<

    Im Vergleich mit anderen Ländern sind die Ärzte in Deutschland betr. der Schmerztherapie viel zu zaghaft (Krebspatienten!) Woher weiß die Kasse! wann eine Verordnung notwendig/angebracht ist? Besuchen sie die Patienten? Oder gucken sie nur auf die Kosten?

    Und wenn Sie noch mehr gutgemeinte Gängelungen brauchen:
    Initiative gegen Verschwendung von Nahrung: Aigner fordert kleinere Portionen auf Speisekarten - Deutschland - FOCUS Online - Nachrichten

    Ok, wir leben hier im absoluten Überfluss.
  9. #98

    Zitat von renee gelduin Beitrag anzeigen
    1. Es gibt aber nicht nur einen Konsumenten, daher müssen Sie schon mit einem Erwartungswert rechnen. D.h. das was Sie bei einem Kunden verlieren der woanders kauft, gewinnen Sie durch einen Kunden der ursprünglich nicht zu Ihnen wollte, aber aus demselben Grund kam, aus dem jemand anderes ging...

    2. Ist natürlich klever angelegt, Dummheit mit Faulheit zu bekämpfen. Es bleibt aber dabei dass die selbsternannte Krone der Schöpfung zu großen Teilen erbärmlich ist.

    ?
    1. Die Bestimmung der Packungsgroessen ist ein wichtiger Teil in der Marketingstrategie fuer Produkte. Wenn man die Preise nicht wahrlos diktieren kann, ist es besser grosse Packungen zu verkaufen. Man verdient einfach mehr Geld. Glauben Sie mir :-)
    2. Das hat nichts mit Faulheit zu tun. Wenn jemand 5 Apotheken abklappern muss, hat er mehr Zeit zum Nachdenken. Man hat also eher die Spontanentscheidungen vermindert.
  10. #99

    Regelungswut

    Zitat von peddersen Beitrag anzeigen
    ... Die Regelungswut der Behörden ist das Problem, was uns am meisten krank macht - nicht irgendein Missbrauch von Medikamenten.
    So ist es.
    Tatsächlich sind doch Informationen über Medikamente heute besser zugänglich. Dass Nebenwirkungen auftreten können ist jedem bekannt, und es liegt bei dem Einzelnen, die Risiken abzuwägen.
    Gilt für Brotmesser und Streichhölzer ja ebenso.

    Wer es drauf anlegt, kauft eben bei zwei Apotheken je eine kleine Packung. Die Verkleinerung der Packungsgröße dient offenbar mehr den Herstellern und Apotheken, weil der Preis pro Tablette steigt.








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