Nato-Konferenz in Berlin: Westerwelle verwirrt Freund und Feind

Hilft Deutschland jetzt in Libyen? Mit Soldaten? Oder Schiffen?*Vor der Nato-Außenministerkonferenz in Berlin drückt sich Guido Westerwelle noch immer vor konkreten Ansagen.*Sein Kurs*sorgt zunehmend*für Irritationen - vor allem in Frankreich.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...756825,00.html
  1. #200

    Der Vergewaltigungsfall

    Zitat von ljhelbo Beitrag anzeigen
    Der militärische Eingriff hat dazu geführt, dass Gadaffi sein geplanter Massaker in Bengazi nicht durchführen konnte. Falls alle sich so wie Westerwelle verhalten hätte, dann gäbe es jetzt niemanden, den dieser Gutmensch zu Hilfe kommen könnte - die wären nämlich alle tot, so wie in Ruanda.
    Ahh ein geplantes Massaker.
    Das ist genau, was Kriegsbefürworter als Kriegsgrund zumindest zu glauben vorgeben.

    Wie sicher sind Sie sich denn dieser "Planung"? Also woher beziehen Sie Ihre Gewissheit, dass da ein Massaker geplant war?
    Jetzt sagen sie bitte nicht "das sagen doch alle" oder "das weis man doch" oder "war das nicht in den Nachrichten?"
    Also bitte?

    Wenigstens China, Indien, Brasilien, Russland und Südafrika, 3 Milliarden Menschen, die Hälfte der Menschen auf dem Planeten, der "internationalen Gemeinschaft", sind offenbar anderer Ansicht

    Und wenn, also nur wenn Zweifel bestünden, ob da ein Massakker gewesen wäre, wäre dann ein Krieg gegen Libyen auch gerechtfertigt?

    Da ging neulich in München in der Fussgängerzone ein Mann an einer Frau vorbei.
    Da schrie einer "der will die Frau vergewaltigen, ich habs genau gesehen!". Die Umstehenden schreien mit "lasst uns den zusammenschlagen" - und alle tun's. Bei der Schlägerei werden viele Menschen verletzt.

    Hinterher wurde der erste Schreier darauf angesprochen, wer denn der Mann gewesen wäre.
    "Ja, das war eigentlich der Ehemann der Frau. Aber der ist auch mein Vermieter und er wollte mir die Wohnung kündigen."

    Zur Information: Gaddafi ist schon seit 40 Jahren unumschränter Machthaber über die, die er angeblich gerade jetzt massakrieren wollte. Und die ersten Schreier (FR und USA) waren tatsächlich von der Verstaatlichung der Ölfelder bedroht.
  2. #201

    :-)

    Zitat von iskin Beitrag anzeigen
    Und zwar auch unter den Franzosen, die die Haltung Sarkozys äußerst kritisch sehen. Und wiso muss Deutschland inder Welt Gewicht haben? Nehmen wir uns doch ein Beispiel an den Schweden, der Schweiz, Brasilien. Die Liste ließe sich noch fortsetzen. Und diese Länder leben auch nicht schlecht. Nur wir Wichtigtuer müssen mal wieder auf der Weltbühne mitmischen.
    Dann kürzen wir mal unsere Beiträge für die UNO auf die von Schweden, oder der Schweiz.
  3. #202

    ttt

    Zitat von Franz_Heidb Beitrag anzeigen
    Das erinnert fatal an die Appeasement Politik vor dem 2. Weltkrieg, was Westerwelle hier abliefert.
    Der Vergleich hinkt schon deshalb, weil Gaddafi keine Forderungen stellt. Gegenteilig waren es in den vergangenen Jahren Sarkozy&Co die Gaddafi aufs Ekligste hofiert haben, um mit ihm Geschäfte machen zu können und damit er afrikanische Flüchtlinge wieder in die Wüste zurückschickt, bevor sie europäischen Boden erreichen.

    Der lybische Konflikt dreht sich letztendlich um die Machtverteilung zwischen zwei Volksgruppen. Die Stämme im Osten wurden in der Monarchie vor Gaddafi bevorzugt, die Stämme im Westen unter der Diktatur von Gaddafi.
    Ein militärischer Sieg der östlichen Stämme dreht das Blatt nur wieder. Ein jahrelanger Bürgerkrieg wie im Irak oder in Afghanistan lässt sich nur politisch/diplomatisch verhindern.
  4. #203

    In der Krise zeigt sich...

    Zitat von drumsmalta Beitrag anzeigen
    Aber ganz genau das ist das Problem. Von Deutschland wird erwartet, in der Frage der Befreieung Libyens und der Neubewertung des Ghaddafiregimes eine Führungsrolle zu übernehmen und zwar gemeinsam mit.....
    das moralische Fundament eines Menschen.
    Das Desaster von Srebrenica, mit dem kollektiven Versagen der EU, hat zu dem Kosovo-Krieg geführt. Da hat sich gerade durch den Aussenminister Fischer gezeigt, was Verantwortung auch ohne Doktor-Titel bedeutet.
    Inklusive der späteren Vertrauensfrage bei Herrn Schröder.

    Erwarten wir denn ernsthaft ein solches Verhalten bei Merkel/Westerwelle.
    Selbst nach dem Debakel Atomkraftverlängerung und plötzlich Moratorium wegen Landtagswahl, über Finanzkrise und EU-Integration, hin zu Aufstand in der Maghreb-Region, erkenne ich nur ein totales Versagen der Regierungsverantwortung.
    In der Lybienfrage in drastischer Weise sogar über die Landesgrenzen hinaus.
    Deutschland in ein wichtiger Machtfaktor in der EU und am Repräsentationssteuer sitzen zwei peinliche Menschen:
    Frau Machterhalt-Zauder und Herr IchbinnichtsausserLuftblase.

    MfG
    Haegar
  5. #204

    Drohung

    Zitat von vubler Beitrag anzeigen

    Was haben wir mit dem Bürgerkrieg in Lybien zu tun?
    Lieber ein Diktator, als ein terroristioscher Gottesstaat! Ich drücke Gaddhafi auf jeden Fall fest die Daumen!
    Durch diese Drohunng kann sich jede Regierung, auch Diktatoren, rechtfertigen.
    Auch früher hat man in Südafrikaner die Regierung immer ihre Zustimmung durch Angstmacherei vor dem Kommunismus gewonnen:
    Wenn die Schwarzen drankommen, wird alles kommunistisch.
  6. #205

    :-)

    Zitat von iskin Beitrag anzeigen
    informieren Sie sich erstmal ehe Sie hier so peinlich unwissend auftreten. Nur ist man gerade dabei, diese in die Steinzeit zurückzubomben. Und angefangen hat der Gaddafi auch nicht mit dem Bürgerkrieg.
    Sie sind der Wirtschaftsminister Gaddafis?? oder woher nehemen Sie ihr Wissen. Blühende Landschaften in der Wüste!

    Hauptsache wirtschaftspolitisch läuft es klasse...egal wie und mit welchen mitteln...

    Mister Allwissend...und nur wenn man solches wissen hat wie sie kann man solche Beiträge von sich geben?? Dann bleibe ich lieber unwissend und schreibe Beiträge mit meinem gesunden Menschenverstand! Ihre Huldigung eines Diktators nimmt erschreckende formen an.
  7. #206

    Westerwelle verwirrt auch mich

    Für meine erste Verwirrung sorgte ein Interview vor einigen Wochen als ihn ein englischer Journalist - natürlich auf englisch - etwas fragte und Guido Westerwelle in deutsch antwortete mit der Begründung er sei der deutsche Außenminister und als solcher spreche er nun mal nur deutsch.

    Gestern Abend wiederum sprach er vor Journalisten in seiner Eigenschaft als deutscher Außenminister - er sprach jedoch englisch - eine Sprache, in der er sich als deutscher Mandatsträger offiziell (siehe oben) nicht äussern will.
    Seine beiden Reden (Libyen betreffend)folgten aufeinander in einem Abstand von gerade mal drei Wochen.
    Gibt's denn nirgendwo noch ein Fettnäpfchen, in das er noch reintreten könnte?
  8. #207

    Er verwirrt?

    Oder er ist verwirrt? Klar ist nur: seine Mitarbeiter im AA sind nicht zu beneiden, die Fachjournalisten ebesowenig. Nun, man ist ja einiges von ihm gewohnt - wieso sollte jemand da überrascht sein. Es ist eben nicht sein Gebiet, die Außenpolitik. Und da er weitgehend immer noch von sich überzeugt ist und dies einhand mit einer gewissen Beratungsresistenz geht, wird sich in Bälde daran auch nichts ändern.

    Was die Franzosen dazu sagen ist relativ irrelevant - sie fahren selbst den härtesten ZickZack-Kursus aller westlichen Industrienationen in der Libyen-Sache: vom hofierten Duzfreund und Vertrauten in Sachen Atomkraftwerkebauen und Rüstungstechnik liefern - flugs zum (Wieder)Bösewicht deklariert und gebombt... - so fix kanns gehen, wenn Super-Sarko von massiven innenpolitischen Problemen ablenken muß, um an der Macht zu bleiben.
  9. #208

    Mörder sind immer nur die anderen

    Zitat von isp Beitrag anzeigen
    Ahh ein geplantes Massaker.
    Das ist genau, was Kriegsbefürworter als Kriegsgrund zumindest zu glauben vorgeben.

    Wie sicher sind Sie sich denn dieser "Planung"? Also woher beziehen Sie Ihre Gewissheit, dass da ein Massaker geplant war?...
    Wohl mit der Gewissheit eines G.W.Bush, dass Saddam massenweise Massenvernichtungswaffen hat. Also muss man, um einen "Genozid" verhindern zu wollen, alle Gegner der "guten Aufständigen" töten - was selbstverständlich dann kein "Genozid" ist, weil "wir" ja "die Guten" sind.
  10. #209

    Traurig.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Hilft Deutschland jetzt in Libyen? Mit Soldaten? Oder Schiffen?*Vor der Nato-Außenministerkonferenz in Berlin drückt sich Guido Westerwelle noch immer vor konkreten Ansagen.*Sein Kurs*sorgt zunehmend*für Irritationen - vor allem in Frankreich.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...756825,00.html
    Deutschland hatte in den letzten 60 Jahren keinen schlechteren Außenminister als Westerwelle.