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Nato-Abzug 2014: 10.000 US-Soldaten sollen in Afghanistan bleiben

REUTERS2014 wollen die USA ihre Truppen aus Afghanistan abziehen. Laut "New York Times" könnten jedoch 10.000 US-Soldaten im Land bleiben - ein Zehntel davon zur Terrorbekämpfung. Die Zahlenspiele bestimmen auch die Zukunft einer zukünftigen Bundeswehr-Operation.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-869293.html
  1. #1

    "Terrorbekämpfung" ist ein"wundervolles" Wort.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    2014 wollen die USA ihre Truppen aus Afghanistan abziehen. Laut "New York Times" könnten jedoch 10.000 US-Soldaten im Land bleiben - ein Zehntel davon zur Terrorbekämpfung. Die Zahlenspiele bestimmen auch die Zukunft einer zukünftigen Bundeswehr-Operation.

    Afghanistan: USA wollen 10.000 Soldaten nach 2014 im Land halten - SPIEGEL ONLINE
    "Terrorbekämpfung" ist ein"wundervolles" Wort. Allein wie stark es so im Raume steht. Kein "normaler" Mensch käme auf die Idee, Terrorbekämpfung nicht gut zu heißen. Es ist ein Zauberwort, das sofort Menschen gefügig macht, sich auf die Seite der Terrorbekämpfer zu stellen; und sobald einer daher kommt und den Begriff hinterfragt, macht er sich automatisch verdächtig, ein Sympathisant des Terrors zu sein.
    Naja, dann lassen "wir" halt mal x- tausend Soldaten zur Terrorbekämpfung im Land....ist doch ne gute Sache.
  2. #2

    Wozu?

    Um schäbige Tümpel zu bewachen, auf deren einen Seite gewaschen und Wasser geholt wird - auf der anderen Seite jedoch die Notdurft verrichtet wird?

    Wenn man da was machen will, dann lautet die Antwort: Bildung, Bildung, Bildung. Und die nur für Kinder.

    Und in vierzig oder fünfzig Jahren können wir die Ergebnisse sehen.
  3. #3

    Der Westen hat in Afghanistan nur Unheil angerichtet.

    Die afghanische Gesellschaft war am liberalsten in der zweiten Hälte der 1970er Jahre unter einer pro-sovietischen sozialistischen Regierung.
    Es war z.B. damals keine Frage, dass Frauen alle Bereiche der Gesellschaft offen standen.

    Anschläge islamistischer Fanatiker mit Unterstützung durch die USA haben die damalige afghanische Rgierung dazu gebracht, die Soviet-Union um militärische Hilfe zu bitten.
    Daraufhin haben die USA über Pakistan eine ganze Armada von Jihadisten aus dem islamischen Raum über Pakistan zum Kampf gegen die Ungläubigen (die Soviet-Armee) nach Afghanistan eingeschleust.
    Nach dem Abzug der Sovietarmee fiel das Land dann in dier Hände rivalisierender War-Lords, die wechselweise die Städte beschossen.
    Diesem Kriegs-Chaos bereiteten erst die Taliban ein Ende, indem sie es durch eine islamistische Schreckensherrschaft ersetzten.

    Der Stellvertreterkrieg, den die USA hier gegen die Sovietunion führten hat Afghanistan mehr als 30 Jahre Krieg gekostet.
    Das Land ist nachhaltig zerstört.

    Die Mehrheit der afghanischen Bevölkerung will keine Beatzungsarmeen.
    Nahezu 50% befürworten den Kampf gegen ausländische Truppen.
    Zunehmend werden diese Truppen mit tödlicher Effizienz mit improvisierten Bomben (IED) angegriffen.
    Im letzten Jahr gab es 16.000 solche Anschläge.
    Improvisierte Sprengsätze gegen Hightech-Armeen | Telepolis

    Die westlichen Truppen müssen da raus.
    Ein "Sieg" welcher Art auch immer ist nicht zu erreichen, es sei denn zum Preis der vollständigen Zerstörung des Landes.
    Und ihre weitere Anwesenheit gibt nur ständig anhaltenden Anlass zu Kriegs- und Terror-Handlungen.
  4. #4

    Zitat von magetasalex Beitrag anzeigen
    "Terrorbekämpfung" ist ein"wundervolles" Wort. Allein wie stark es so im Raume steht. Kein "normaler" Mensch käme auf die Idee, Terrorbekämpfung nicht gut zu heißen. Es ist ein Zauberwort, das sofort Menschen gefügig macht, sich auf die Seite der Terrorbekämpfer zu stellen; und sobald einer daher kommt und den Begriff hinterfragt, macht er sich automatisch verdächtig, ein Sympathisant des Terrors zu sein.
    Naja, dann lassen "wir" halt mal x- tausend Soldaten zur Terrorbekämpfung im Land....ist doch ne gute Sache.
    Hervorragend, Punktlandung. Besser lässt es sich nicht darstellen. Ein weiteres Totschlag - Wort wäre noch > Verschwörunstheorie< damit lässt sich Kritik an einer gleichgeschaltenen Berichterstattung im Ansatz abwürgen.
  5. #5

    Hmm? Freunde oder Besatzer?

    Meint denn wirklich wer es wird Ruhe in Afghanistan werden wenn auch nur ein Soldat aus fremden Landen noch da ist? Was wird denn jetzt geplant? Eine dauerhafte Besatzung doch vermutlich, denn meines Wissens wurden die „Friedensengel“ nie dorthin eingeladen.

    Insoweit ist natürlich der Sprachgebrauch mal wieder sehr verräterisch. Wenn ich mich recht entsinne, sind von der letzten vorletzten Befreiung, damals noch durch Russland, auch keine Truppen in Afghanistan zurückgeblieben.

    Terror-Erzwingungs-Politik … und das dürfte wohl eines der faktischen Ergebnisse sein und Garant dafür, dass es dort keine Ruhe gibt, bevor nicht auch die letzten Besatzer raus sind.

    Für die USA ist Afghanistan natürlich eine herrliche Spielwiese, ein besserer Truppenübungsplatz. Man kann nahezu jedes neue Gerät dort so ziemlich „live“ testen, was Zuhause halt nicht geht. Opfer sind ja der Statistik nach immer nur „Terroristen“, sofern die denn schon die Volljährigkeit erreicht haben. Macht aber insgesamt den Vorgang auch nicht unbedenklicher, sondern eher nur noch einen Schlag perverser.
  6. #6

    Verschwörungstheorie

    Zitat von magetasalex Beitrag anzeigen
    "Terrorbekämpfung" ist ein"wundervolles" Wort. Allein wie stark es so im Raume steht. Kein "normaler" Mensch käme auf die Idee, Terrorbekämpfung nicht gut zu heißen. Es ist ein Zauberwort, das sofort Menschen gefügig macht, sich auf die Seite der Terrorbekämpfer zu stellen; und sobald einer daher kommt und den Begriff hinterfragt, macht er sich automatisch verdächtig, ein Sympathisant des Terrors zu sein.
    Eine sehr gute Analyse, die man genauso gut auf Verschwörungstheorien anwenden kann: In den Augen von Verschwörungstheoretikern ist man ja auch bereits Teil der Verschwörung, sobald man die Verschwörungstheorie anzweifelt :-)
  7. #7

    Nachdenken

    Zitat von der_pirat Beitrag anzeigen
    Wenn man da was machen will, dann lautet die Antwort: Bildung, Bildung, Bildung. Und die nur für Kinder.
    Bildung ist sicher das Letzte, was sich ein Clan-Chef in Afghanistan für seine Schäfchen wünscht. Die Leute könnten ja anfangen nachzudenken.
  8. #8

    Die Bedeutungshoheit des Wortes Abzug

    Der Abzug ohne Abzug zielt nur darauf ab, dass der Westen weiter am Abzug ziehen darf.
  9. #9

    ...

    Zitat von Peter_Lublewski Beitrag anzeigen
    Eine sehr gute Analyse, die man genauso gut auf Verschwörungstheorien anwenden kann: In den Augen von Verschwörungstheoretikern ist man ja auch bereits Teil der Verschwörung, sobald man die Verschwörungstheorie anzweifelt :-)
    Oder umgedreht: Sobald jemand eine Verschwörung (und solche gibt es) beim Namen nennt, wird er mit Leuten gleichgestellt, die glauben das es Nazis auf dem Mars gibt.

    Man kann also nicht nur den positiven "Geschmack" von Worten verwenden um die Wahrheit zu verdrehen, sondern auch den negativen.

    Auch schön in dieser Hinsicht: Gutmensch. Ein verächtliches Schimpfwort für Menschen die Moral ernst nehmen. Die Moralität selber wird dadurch zum Makel.


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