Forum


 

Nationen und ihr Wohlstand: Schlüssel zum Reichtum

REUTERSDas hat sich lange keiner mehr getraut: Zwei US-Wissenschaftler versuchen mittels einer Großtheorie zu erklären, weshalb manche Nationen wohlhabend sind, andere das einfach nicht schaffen. Ein mutiges Unterfangen - und eine faszinierende Lektüre.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...824393,00.html
  1. #80

    Das kam mir auch gleich in den Sinn

    Zitat von Student5 Beitrag anzeigen
    Die Autoren verschieben nur das Problem, wenn sie sagen, daß "kleine Unterschiede" zu großen Weichenstellungen geführt hätten. Denn wie kam es zu diesen "kleinen Unterschieden" - etwa, daß in England der Überseehandel durch eine Kaufmannsschicht betrieben wurde, in Spanien jedoch durch den Adel?

    Die wahre Ursache für den unterschiedlichen Wohlstand ist meines Erachtens ganz einfach: Die Menschen sind verschieden! In Afrika z.B. leben ganz einfach andere Menschen als etwa in Asien.

    Wir sollten auch bedenken, daß Wohlstand eine rein ökonomische Kategorie ist und nichts über die Zufriedenheit der Menschen besagt. Manche Menschen werden durch fehlenden Wohlstand unglücklich, andere nicht. Viel interessanter wäre eine Studie gewesen, die erklärt, warum man gerade in armen Ländern soviele lachende Gesichter sieht.
    als ich den Artikel gelesen habe.
    Vielleicht haben die Menschen in manchen Gegenden der Welt viel länger in paradiesischen Zuständen gelebt, brauchten sich um Ihr Überleben nicht so viele Gedanken zu machen wie im nördlichen Europa. Dieser "Wohlstand" war ihnen gar nicht erstrebenswert und nicht notwendig für ihr Glück und ihre Zufriedenheit.
    Warum es heute notwendig ist, auch diese Gegenden als Wachstumsregionen zu erschliessen, ihnen die "Segnungen" unserer Zivilisation auch flächendeckend angedeihen zu lassen, darauf möchte ich hier nicht weiter eingehen.
  2. #81

    Komische Begruendung

    Zitat von tuobob Beitrag anzeigen
    Das Millionen von Afrikanern in die neue Welt versklavt wurden, dass der erste von Deutschen versuchte Völkermord in Südwestafrika stattfand, dass nur die Kolonialherren über Rechte verfügten usw usf.
    Provokant könnte man auch formulieren: Sie haben nicht mehr alle Tassen Schrank.
    Wobei es komischerweise den Nachkommen der Versklavten ganz wesentlich besser geht als den Menschen in ihrer Heimat. Worauf fuehren sie denn das dann zurueck?
  3. #82

    Schon in dem kurzen Beitrag...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das hat sich lange keiner mehr getraut: Zwei US-Wissenschaftler versuchen mittels einer Großtheorie zu erklären, weshalb manche Nationen wohlhabend sind, andere das einfach nicht schaffen. Ein mutiges Unterfangen - und eine faszinierende Lektüre.

    Nationen und ihr Wohlstand: Schlüssel zum Reichtum - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    der hier im SPON den Aufbau der Theorie skizziert werden einige Argumente aufgezählt, die durchaus interessant sind, jedoch meiner Meinung nach völlig falsch ausgelegt werden.

    Wobei - um hier abschließend eine persönliche Meinung zu haben - müsste man wohl erst einmal das Buch selber lesen.

    Meine persönliche Lebenserfahrung löst in mir nur tiefen Pessimissmus aus, solange das Individuum mehrheitlich gier- , neid- und fremdgetrieben agiert, entsprechend von frühester Kindheit an konditioniert oder extrem benachteiligt wird, ist der Mensch direkt auf dem Weg in indische Verhältnisse, dort kann man heute die Dyspotie beobachten, die morgen global etabliert sein wird.

    Es kann meier Meinung nach nur eine Theorie geben die erfolgreich ist, die lautet, was bietet und die Welt, wie können wir es gerecht verteilen, wo müssen wir die Grenzen des individuellen Reichtums ziehen?

    Sobald der Mensch sich auf diese Parameter - klug und mit der Präverenz auf Nachhaltigkeit - verständigt hat, gäbe es eine Chance.

    Die Welt könnte grandios einfach sein - kompliziert ist sie nur, damit die Ungerechtigkeit sich mit jedem Tag weiter etablieren kann!

    Im Übrigen bin ich nicht der Meinung das eine Reichtumsobergrenze - von theoretisch 100.000 Euro Kaufkraft p.a. pro Person und einer Grundversorgung von 10.000 Euro Kaufkraft p.a. pro Person eine gleichgeschaltete und komplett unmotivierte Gesellschaft hervorbrächte.

    Wer glaubt ernsthaft die 10fache Kaufkraft wäre nicht ein Anreiz sich besonders anzustrengen?

    Sollten Menschen diese eben in 10 Jahresarbeitsstunden erwirtschaften, dann können sie entweder den Rest des Jahres in der Hängematte liegen, oder für den Rest der Menschheit weiter freiwillig ihre so wertvolle Tätigkeit ausüben (die ihnen - denke ich - mehr Freude bereiten dürfte als das "Faullenzen")..

    Fasste man die Summe der sinnvollen Arbeit und die Summe der arbeitswilligen Menschen zusammen, so könnte man wohl ganz einfach 7 Mrd. oder auch 10 Mrd. Menschen mit Nahrung und den zum Leben notwendigen Gütern ausstatten.

    Hätte der Mensch vor vielleicht 10.000 Jahren schon so gedacht, gäbe es heute keine ökologische Kathastrophe, keinen Hungerholocaust, es hätte niemals Kriege gegeben - kurz, das Leben wäre einfach schön.

    Ich bin mir sicher die menschliche Intelligenz hätte längst den Krebs besiegt, wir hätten eine Ethik, die uns entpannt und ohne Angst vor dem Tod existieren ließe, da wir die Lebenszeit als ein schönes Geschenk in einer privilegierten Daseinsform empfänden - nicht als einen Kampf der vom ersten Tag darum geht nicht Verlierer sondern Gewinner sein zu wollen.

    Der Mensch könnte den Egoismus zügeln, er könnte viel individueller sein als er es je war und er könnte wohl völlig vergessen was das Wort Mord bedeutet.

    Der Mensch ist ein wunderbares Wesen - nur leider können sich die Verlierer niemals arktikulieren - da die Gewinner alle Macht in Händen halten - die Gewinner, die niemals genug bekommen können und dafür alles verspielen werden.
  4. #83

    Zitat von Speaker59 Beitrag anzeigen
    jedoch bin ich der Meinung das Religions, Stammes-und Clan Strukturen
    dennoch eine Rolle spielen.
    Eine Religion die 50% ihrer Bevölkerung (Frauen) nicht erwerbstätig wissen will, sondern lieber bei den Kindern und im Haus, hat es schwerer die Volkswirtschaft anzukurbeln und Innovationen hervorzubringen.
    Teilweise über Generationen verfeindete Stämme und Clans versuchen natürlich die Institutionen für ihre Interessen zu nutzen und somit sind Gerechtigkeit und das soziale Miteinander schwerer zu realisieren.
    Ihre Argumentation das feindete Stämme und Clans schlecht für die Wirtschaft sind, sind schlüssig. Im Artikel wird ja gesagt, dass es funktionierende gesellschaftliche Institutionen geben muss.

    Ihr Argument über die erwerbstätigen Frauen, halte ich jedoch für nicht richtig. Im Europa zur Zeit der industriellen Revolution dürften auch die wenigsten Frauen gearbeitet haben. Und ich glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich mal behaupte, dass die meisten technischen Innovationen immer noch von Männern gemacht werden.
    D. h. haber noch nicht, dass Religion wirklich keine Rolle dabei spielt.
  5. #84

    Flott dahergequasselt

    und in endlosen Schlagwort-Einprägstunden bei der Friedrich Ebert Stiftung bei der Halbwahrheitveredelung eingepaukt. Mit einem Schuss DGB - Körnchen schmackhaft gemacht stinkt es nicht mehr so sehr aber es bekommt die notwendige Schärfe.
    Hintergrundwissen Ungenügend
    Detalkenntnisse Keine
    Eigene Meinung Fehlanzeige
    Kadergehorsam Lobenswert

    D kann man bei Foren gut lustig schreiben.
  6. #85

    Es gab schon andere

    Zitat von kuenzer Beitrag anzeigen
    Das Buch "Arm und Reich" von Jared Diamond befasst sich mit dem gleichen Thema, kommt dabei aber sehr wohl zu dem Ergebnis, dass geographische Faktoren eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Nationen spielen.
    die sich mit diesem Thema auseinander gesetzt haben. Neben dem von Ihnen genannten Jared Diamond hat sich auch David Landes in seinem Buch von 1998 "Wohlstand und Armut der Nationen" mit genau diesen Themen beschäftigt. Er kommt dabei zwar zu anderen Schlüssen als Diamond. Wesentlich ist aber, dass diese Fragen eben doch Beachtung finden.
  7. #86

    Darauf gibt's wohl keine einfache Antwort

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das hat sich lange keiner mehr getraut: Zwei US-Wissenschaftler versuchen mittels einer Großtheorie zu erklären, weshalb manche Nationen wohlhabend sind, andere das einfach nicht schaffen. Ein mutiges Unterfangen - und eine faszinierende Lektüre.
    Sicher ist es so, dass kleine Benachteiligungen in der Vergangenheit große Folgeprobleme mit sich ziehen.
    Ich würde aber nicht alles mit Kollonialpolitik erklären.
    Viele Afrikanische Probleme sind auch hausgemacht.
    Ausserdem hat der Westen viele afrikansiche Länder abgeschrieben.
    Diese Länder sind zu unsicher um zu investieren, und man interessiert sich nur, wenn es Rohstoffe gibt.
    Ausserdem muss auch in einem globalen aber geschlossenen Wirtschaftssystem einer der Verlierer sein, wenn ein anderer über seine Verhältnisse lebt.
    Adam Smith war ja kein Afrikaner, sondern Engländer.
    Solche Wirtschaftstheorien und Gerechtigkeitsbegriffe, welche die Englische Kollonialmacht in die ganze Welt exportiert hat, konnte nur entstehen, wenn man selber vom System profitiert.
    Dieser Vorsprung hat sich ja bis heute erhalten.
    Andererseits wandelt sich ja der Planet.
    Wenn die Spannungen im Wohlstandsgefällte zu groß werden, dann
    reguliert sich das von selbst.
    Letztes Jahr wurden in Nordafrika "jahrzehnte" alte Diktatoren vertrieben.
    Die Veränderungen auf der Welt, passieren nicht über Nacht!
    Als mit der Wirtschaftskrise 2008 der Westen einknickte, hat Afrika mit den Schultern gezuckt.
    Quelle: Wirtschaftswachstum: Afrika trotzt der Finanzkrise | Wirtschaft | ZEIT ONLINE
    Ein langfristiger Vorteil der Armutsländer wird sein, dass sie leidensfähiger sind als der behütete Westen.
    Man kann das mit der Medizin vergleichen.
    Wir sind den Bakterien auch nicht im Vorteil, weil wir Antibiotika haben diese Auszurotten. Irgendwann rächt sich der der langfristige Einsatz.
    Einige leidensfähige und selbstausbeuterische Länder (wie China) haben den Westen fast überholt.
    Nach einigen humanitären Katastrophen, die sowohl Afrika als auch den Westen betreffen (z.B. Griechen), gleicht sich der Planet wieder an.
    Der Orkan zieht vorrüber, die Wellen werden kleiner, das Meer flacher (Mataphorisch gesprochen).
  8. #87

    Zitat von Spaceman_Spiff Beitrag anzeigen
    Kein Vermerk zu "Wealth and Poverty of Nations"? Ganz schwache Leistung, Herr Rickens.

    The Wealth and Poverty of Nations - Wikipedia, the free encyclopedia

    Zu seinen Thesen kann man ja durchaus geteilter Meinung sein oder diese wissenschaftlich widerlegen ( wie es die beiden Autoren versuchen, soweit ich das verstanden habe), aber dieses Werk zu dem Thema nicht mal zu erwähnen, zeugt entweder von journalistischer Inkompetenz oder von ideologischer Selbstzensur. Fragt sich nur, was schlimmer ist.
    Das find ich aber auch. David Landes' Buch in diesem Zusammenhang unerwähnt zu lassen, ist sträfliche Ignoranz.
    Ich zitiere aus der in Deutsch übersetzten Ausgabe (ISBN 3-88680-525-5), S. 218f. aus dem Kapitel 14 ("Warum Europa? Warum damals?") zur Entstehung der industriellen Revolution:

    "Sollte ich aber die entscheidenden, spezifisch europäischen Erfolgsursachen nennen, dann wären es die drei folgenden Punkte:
    1. die zunehmende Autonomie der auf dem Denken beruhenden Untersuchung;
    2. die Herausbildung der Einheit der Vielheit, nämlich einer allgemeinen, per se gegen andere antretenden Methode, das heißt die Schaffung einer Beweissprache, die über die Staats- und Kulturgrenzen hinweg anerkannt, verwendet und verstanden wurde; sowie
    3. die Erfindung der Erfindung, das heißt der Übergang zu routinemäßiger Forschung samt ihrer Verbreitung.“

    Dies stellt m.E. eine klare Gegenposition zu dem im Artikel diskutierten Buch dar – sofern die Folgerungen von Herr Rickens korrekt den Impetus der Autoren widergeben.

    Es geht mir nicht darum, eine Position für die eine oder andere Seite zu beziehen, zumal ich das Buch (noch) nicht gelesen habe und ich weiß auch nicht ob die Autoren zu Landes Stellung nehmen.
    Aber *hier* sollte man es schon mal erwähnt haben.
  9. #88

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das hat sich lange keiner mehr getraut: Zwei US-Wissenschaftler versuchen mittels einer Großtheorie zu erklären, weshalb manche Nationen wohlhabend sind, andere das einfach nicht schaffen. Ein mutiges Unterfangen - und eine faszinierende Lektüre.

    Nationen und ihr Wohlstand: Schlüssel zum Reichtum - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Als ich "und eine faszinierende Lektüre" las, und somit klar war, dass der Spiegel diese Studie gutheißt, da wusste ich:

    Diese Studie ist im Einklang mit der linksgrünen Gleichheitsideologie: "Hauptsache, dass weder IQ-Unterschiede noch Islam erwähnt werden."

    Danke, Spiegel, für diese Vorauswahl an gesinnungskonformer Wissenschaft.
  10. #89

    Vielleicht doch Religion

    Schade eigentlich, dass hier Max Webers: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus nie erwähnt wurde.

    Aber dieses Werk gilt ja inzwischen auch als politisch inkorrekt.








TOP



TOP