Nationen und ihr Wohlstand: Schlüssel zum Reichtum

REUTERSDas hat sich lange keiner mehr getraut: Zwei US-Wissenschaftler versuchen mittels einer Großtheorie zu erklären, weshalb manche Nationen wohlhabend sind, andere das einfach nicht schaffen. Ein mutiges Unterfangen - und eine faszinierende Lektüre.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...824393,00.html
  1. #160

    Zitat von kuenzer Beitrag anzeigen
    Das Buch "Arm und Reich" von Jared Diamond befasst sich mit dem gleichen Thema, kommt dabei aber sehr wohl zu dem Ergebnis, dass geographische Faktoren eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Nationen spielen.
    Ich glaube auch, dass Geographie, aber auch Religion und andere Faktoren doch eine Rolle spielen. Schließlich hat auch in Europa die Religion lange dafür gesorgt, dass der Adel mit seinen Privilegien geschützt wird, eben jener, der an einer prosperierenden Kaufmannsschicht nicht interessiert war. Die Kirche war schuld an Unterdrückung von Minderheiten (Ketzer, Andersgläubige) und Frauen. Auch ein Staat wie Indien, wo es immer noch Unberührbare gibt, schuldet dies der Religion. Religion greift tief in das gesellschaftliche System ein.

    Wie optimal dieses System gestaltet ist, davon hängt ab, wie wohlhabend die Gesellschaft wird. Die Politiker gestalten diese nur zum Teil. Eher sind sie ein Produkt des gesellschaftlichen Systems.
    In Russland beispielsweise wird ein starker Mann an der Spitze gewünscht, dort wird trotz mancher Fehler dennoch Herr Putin gewählt. Eine echte Demokratie ist dort offensichtlich gesellschaftlich nicht durchzusetzen. Die bestehenden Strukturen begünstigen eine Elite, die Wirtschaftsleistung kann nicht flächendeckend für allgemeinen Wohlstand sorgen.
  2. #161

    Eine Regierung, die sich den Interessen des Volkes stärker verpflichtet fühlt als...

    Gute Nacht Deutschland!
  3. #162

    Komisch

    Zitat von Kognitor Beitrag anzeigen
    Hier die Antworten:

    1) Sämtliche Länder mit Wasserknappheit und heissem Klima. Zum einen wächst dort nicht viel, zum anderen fordert das Klima eine Einschränkung der Körpertätigkeit.
    2) Die sowjetischen Völker unter Stalin, die Armenier unter den Türken, die Kambodschaner unter Pol Pot, sämtliche Afrikaner während der Sklaverei, insbesondere die Kongolesen unter dem belgischen König Leopold II (unbedingt nachlesen!), usw...
    3) Sie haben das Argument von der Bedingung des Vorhandenseins unabhängiger Institutionen offensichtlich nicht verstanden. Was nützen Bodenschätze, wenn sie nur der Bereicherung einer Elite nützen (siehe Beispiel Mobutu).
    4) Die Kindersterblichkeit ist nicht so hoch wegen der vielen Kinder, es ist genau umgekehrt. Hätten sie sich je mit Demografie befasst, wüssten sie dass diese Korrelation weltweit und in der Zeit eine generelle Regel darstellt. In Europa waren Kindersterblichkeit und Geburtsraten bis vor der industriellen Revolution ähnlich hoch. Erst mit der Entwicklung, die dank der institutionnellen Unterschiede gewährleistet wurde, begann eine Umkehr dieser Tendenz.
    5) Es gibt diesbezüglich Überlagerungen der bedingenden Faktoren, eine einfache Aussage wie die ihrige kann also nicht getroffen werden. Sämtliche Städte mit hohem Schwarzenanteil liegen in den rassistischen ehemaligen Sklavenstaten des Südens. Ausserdem sollte die Auswirkung von Rassismus und Ghettoisierung auf die individuellen Entfaltungsmöglichkeiten nicht unterschätzt werden. Im Text wird übrigens ein gutes Gegenbeispiel zur Hautfarbe genannt: Botswana.
    6) Siehe 5.
    7) Siehe 5.

    Unschwer zu erkennen ist ihr Anliegen, entgegen anderslautender wissenschaftlich recherchierter Argumente, den Eindruck zu erwecken, dass der Erfolg von Nationen gewissermaßen in den erblichen Anlagen ihrer Einwohner zu suchen sei. Diese Vorstellung richtet sich natürlich selbst. Das Vorhandensein solcher Vorurteile und solcherlei Gedankenguts in den Köpfen mancher Menschen ist aber ein nicht erwähnter Grund, warum die betroffenen Länder es doppelt schwer haben. Der erste Feind ist das Vorurteil und das mangelnde Vertrauen in das vorhandene Entwicklungspotenzial.
    1.) Australien ist reich. Dem wilden Westen ging es auch gut. Und Ägypten früher auch.

    2.) Sehen Sie, einige können sich nach weltkriegen erholen, andere können sich nach 400 Jahren nicht "erholen" (waren sie jemals soweit?).

    3.) Wie mehrfach gesagt, bedingt nicht ein funktionierende Regierung ein wohlhabendes Land sondern einzig die Bevölkerung. Die Bevölkerung bildet die Grundlage der Politik

    4.) Umgekehrt? Was ist daran umgekehrt? Viele Kinder durch hohe Kindersterblichkeit? Oder glauben Sie früher wurde in Afrika mehr verhütet?

    5.) Es hat nichts mit der Lage oder den Südstaaten zu tun. Die Ghettos dort sind immer überwiegend schwarz. Die ärmste Stadt der USA liegt an der Grenze zu Kanada: Detroit 90% schwarz, gleichzeitig die gefährlichste Stadt der USA.

    6.) und 7.) Und Sie fragen sich nicht, warum es scheinbar nur die Afro-Amerikaner betrifft und nicht die Asiaten oder die Juden dort? Denen geht es nämlich ziemlich gut. Das ist nämlich die Sache, in den USA sieht man bei Plünderungen (Katrina in New Orleans) die gleichen Menschen wie bei den Plünderungen in Paris und London.

    Diese gab es in Japan nicht, nach dem Tsunamie.
  4. #163

    Zitat von trackerdog Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, welche Bildung sie vorzuweisen haben.
    Ich jedenfalls habe als Dipl.Ing. meinen Beitrag zum Wohlstand dieses Landes geleistet.
    Nur weil meine Meinung nicht mit ihrer Ideologie vereinbar ist, sollten Sie nicht mit der längst stumpfen "Nazikeule" hantieren, was bestenfalls ihre Unfähigkeit zur Argumentation verdeutlicht.
    Übrigens, falls Sie es noch nicht wissen:
    Die Nazis waren LINKE, auch wenn das nach dem Krieg genial vertuscht wurde!
    Vertuscht? von wem denn? Von den bösen Grünen und Muslimen, ne? Nazis als Linke zu bezeichnen ist Schwachsinn.
  5. #164

    der reelle Wert des Goldes

    Zitat von qlcasa Beitrag anzeigen
    ...
    4. Geld bei der Ausgabe durch einen reellen Wert (z.B. Waren, Gold, etc.) gedeckt sein muss (oder zumindest sollte), was ja in den Beispielennicht Rechnung getragen wird;
    ... .
    Nur mal so ganz nebenbei: Was ist eigentlich der reelle Wert des Goldes?
  6. #165

    Zitat von tuobob Beitrag anzeigen
    Das Millionen von Afrikanern in die neue Welt versklavt wurden, dass der erste von Deutschen versuchte Völkermord in Südwestafrika stattfand, dass nur die Kolonialherren über Rechte verfügten usw usf.
    Und dennoch hinterließen sie beim Abzug Infrastrukturen von denen man dort heute träumen würde
  7. #166

    Es ist ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das hat sich lange keiner mehr getraut: Zwei US-Wissenschaftler versuchen mittels einer Großtheorie zu erklären, weshalb manche Nationen wohlhabend sind, andere das einfach nicht schaffen. Ein mutiges Unterfangen - und eine faszinierende Lektüre.

    Nationen und ihr Wohlstand: Schlüssel zum Reichtum - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Es ist eine grassierende Krankheit in Deutschland, aber auch bei unseren europäischen Nachbarn - Missgunst und Neid. Problematisch ist es, weil inzwischen (wieder) Parteien damit ihr Parteienprogramm füllen und Millionen Anhänger finden. Ein Pole schrieb kürzlich, dass es in Polen ähnlich läuft: wenn dort ein Bauer darunter "leidet", dass sein Nachbar mehr Kühe hat als er, betet er nicht dafür, dass er auch bald so viele hat, sondern dafür, dass die Kühe des Nachbarbauern krank werden.
  8. #167

    Selbst wenn wir annehmen das die dritte Welt Staaten so arm sind wäre die alleinige Schuld des Westens - na und?

    Bei der großen Frage wäre das dann lediglich der Teilaspekt "Wieso waren diese Staaten trotz teils Jahrtausenden an Vorsprung am Ende die Schwächeren und konnten von den Kolonialmächten unterworfen werden?"

    Sich zum "Bully" zu entwickeln der sich von den schwächeren nehmen kann was er will ist ebenfalls eine wohlstandsfördernde Eigenschaft.

    Wieso mussten die Zulu mit magischen Symbolen bemalt den englischen Maschinengewehren entgegen stürmen und hatten bis dahin nicht schon längst eigene Maschinengewehre? Auch das ist ein Grund für Armut/Reichtum.
  9. #168

    Zitat von rnauner Beitrag anzeigen
    und dabei einen, vielleicht sogar den entscheidenden Aspekt, warum sich gerade diese ach so zivilisierte angelsächsische Gesellschaft auf diesem Weg den hervorgetan habe, unterschlagen:
    Der Reichtum des sog. Britischen Empire seit dem 16. Jhd. basiert auf dem Völkermord insbesondere in Westafrika (ca. 50 Millionen Menschen, damals!). Die ach so zivilisationshungrigen englischen und schottischen Kaufleute haben ihre neckischen Spielchen mit dem Blut Afrikas - und später Asiens - betrieben. Wahrlich ein ganz besondere Bodenschatz den die Angelsachsen da gehoben haben.
    Und? War das keine "Leistung"? Muss man da nicht fragen wieso Länder mit erheblichen Vorsprung in der Zivilisation nicht in der Lage waren das abzuwehren?

    In die Lage zu kommen sich seinen Wohlstand aus der ganzen Welt zusammenzurauben ist eine erhebliche wohlstandsbegründende Leistung.
  10. #169

    Zitat von Cassandra105 Beitrag anzeigen
    Vor allem scheint Ihnen aber eines nicht klar zu sein: Geld verschwindet nicht einfach.
    Doch, tut es. Es wird auch neu erschaffen. Geld ist nicht wie Energie. Es gibt keinen Gelderhaltungssatz.

    Zitat von Cassandra105 Beitrag anzeigen
    Es fließt. Und der fehlende Wohlstand an einer Stelle liegt maßgeblich an zu viel Wohlstand an einer anderen.
    Quatsch. Unternehmen schaffen Wohlstand. Ja, auch aus dem "Nichts". Das ist das Wesen des Fortschritts. Aus denselben natürlichen Resourcen werden immer höherwertige Produkte und Dienstleistungen erzeugt. Wenn es Unternehmen wie Google, Apple, Daimler oder Bosch nicht gäbe, und wenn es auch die materielle und immaterielle Infrastruktur nicht gäbe, die die Entstehung solcher Unternehmen ermöglicht, dann wären wir ärmer, ohne dass deswegen jemand anders reicher wäre.

    Diese Art von Weiterentwicklung passiert heute prozentual nicht mehr so stark wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts oder noch in den 50er und 60er Jahren, das liegt aber an der verlangsamten technischen Entwicklung (ja, sie hat sich verlangsamt).

    Zitat von Cassandra105 Beitrag anzeigen
    ~8200 Menschen in diesem Land besitzen 22,5% des gesamten Privatvermögens Deutschlands (das derzeit bei über 7,2 Billionen Euro liegt).
    Toll, nur scheinen Sie dem Irrglauben aufzusitzen, dass man diese 22.5% nur gleichmäßig unter den restlichen 80 Millionen Leuten aufteilen müsste, und schon wären die alle um 22.5% reicher. Das ist kompletter Unsinn.