Namenserfinder: Ich hab's - es ist ein Froop!

CorbisTwingo, Froop, Yoghurt-Gums: Professionelle Namenserfinder kassieren für ihre Wortschöpfungen bis zu 150.000 Euro. Manfred Gotta hat unter anderem Smart und Megaperls erfunden. Sein Erfolgsrezept ist der Hä?-Effekt - denn spannend ist nur, was nicht jeder auf Anhieb versteht.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...841683,00.html
  1. #1

    Tabascosauce

    heißt so, weil sie aus Tabascopfefferschoten besteht. Und in Coca-Cola waren anfänglich tatsächlich Spuren von Kokain enthalten, als Fitmacher. Vermutlich sind diese Namen heute deshalb so bekannt und berühmt weil sich die Leute damals eben nicht so viele Gedanken gemacht haben und das Kind beim Namen genannt haben.

    Die Namenskreationen des Herrn Gotta finde ich immer ein bischen holprig.
  2. #2

    Kunstnamen

    Wenn das so einfach ist mit den Kunstnamen, warum nennt Audi seine Elektroautos "Etron". Das hat auf französich eine Bedeutung, die Audi sicher icht möchte.
  3. #3

    Arcandor, Actros, Aventis, Avensis, Novartis... man kann diese ach so originellen Namensschöpfungen doch nicht mehr hören.

    Es ist schon tragisch: da macht sich dieser gute Mann so viele Gedanken und lässt sich dafür natürlich sehr gut bezahlen - und heraus kommt nur schon wieder so ein Kunstwort, wie man es schon tausendmal meint gehört zu haben.

    Den Häh-Effekt mag es ja geben - in der Masse auftretend ist dieser Effekt jedoch flüchtig oder sogar nervend.
  4. #4

    Come in and find out

    Wie u.a. Jürgen Becker so schön sagte: "Kommen Sie rein... und finden Sie (wieder) raus..."

    Was sich manche Unternehmen bei ihren skurrilen Produktnamen und Werbeslogans denken, ist mir immer noch ein Rätsel - auch jetzt, wo ich weiß, dass diese Namensschöpfungen wohl nur selten irgendwo in der Chefetage oder der Werbeabteilung geboren werden. So ein Trash wird stattdessen sogar noch teuer eingekauft, unglaublich!

    Aber wenn man einige Tausender für so etwas hingelegt hat, scheint man damit automatisch voll und ganz zufrieden zu sein - kommt ja schließlich vom Fachmann. Ich glaube, so etwas wird dann immer ratzfatz durchgewunken und abgesegnet, ohne dass man nochmal auch nur einen Gedanken daran verschwendet!

    Das gleiche scheint übrigens auch für Werbespots zu gelten. Die kommen natürlich immer von Werbeagenturen - aber wer um Himmels willen macht beim Unternehmen (d.h. beim Kunden) die "Endkontrolle"? Anscheinend niemand, ansonsten wäre es mir unbegreiflich, wie es einige Werbespots ins Fernsehen (oder Radio) geschafft haben. Bei Froop muss ich jedenfalls sofort an dieses kleine ADHS-Gör mit der überschrillen Stimme denken...da vergeht mir dann sofort auch jeder Appetit auf Joghurt. Oder z.B. das guuute Müüüüüsliiii von dem Seitebacher!! Jaaaa, Seitebacher Müüüüsliii!

    Es gibt ja auch so etwas wie ungewollte Antiwerbung, nicht wahr?! Aber der unangefochtene Spitzenreiter in puncto Peinlichkeit ist immer noch der im Artikel erwähnte Mitsubishi "Wichser".
  5. #5

    Zitat von georgvf Beitrag anzeigen
    Wenn das so einfach ist mit den Kunstnamen, warum nennt Audi seine Elektroautos "Etron". Das hat auf französich eine Bedeutung, die Audi sicher icht möchte.
    Da ist der Name halt Programm! :-D

    Die Franzosen waschen auch mit Persil, obwohl das "Petersilie" bedeutet. Kukident benutzt man auch in Schweden und das bedeutet dort was echt schweinisches. Irgendwann hört man einfach auf, sich Gedanken über die Namen zu machen. Andererseits wollte den Ford Probe in Deutschland niemand haben ...
  6. #6

    Können die Menschen denn überhaupt nichts mehr selber machen? In meiner früheren, ziemlich kleinen Firma fragte man einfach alle Mitarbeiter. Jeder zerbrach sich den Kopf und der, dessen Vorschlag dann genutzt wurde, bekam am Ende ein mittelpreisiges eher nutzloses Geschenk, aber Spaß hallten alle. Ein Problem wurden dann irgendwann die Namensagenturen, die sich Namen für irgendwas gebunkert hatten, obwohl es dazu noch gar kein Produkt gab. Wenn wir also eine Idee hatten, dann hätten wir irgendwelchen Menschen noch mal extra Geld geben müssen. So gestaltete sich die Namenssuche dann irgendwann doch schwieriger und die Namen hörten sich mehr und mehr an wie die Ritter aus einer König-Artus-Sage.
  7. #7

    Ich finde Namen sollten mit dem Produkt zu tun haben selbst wenn es verschlüsselt ist. Adidas = Adolf Dassler. Aral = ARomaten ALiphaten.
    Trotzdem klingen die Worte seltsam und bleiben im Kopf hängen. Absolut sinnlose Kunstnamen sind genauso schnell vergessen wie Gourmetsupper #121
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    [...]Professionelle Namenserfinder kassieren für ihre Wortschöpfungen bis zu 150.000 Euro. Manfred Gotta hat unter anderem Smart [...] erfunden.
    Da verbindet also jemand ein englisches Adjektiv für "klug" mit einem vierrädrigen Elchtest-Blechkasten ("Auto" würde ich das nicht nennen), das aussieht, als ob es noch nicht fertig ist und irgenwann mal die andere Hälfte geliefert wird, bzw. das so aussieht, als sei es zum Schlaglochfüllen gedacht, und dafür bekommt der Jemand mehrere TEURO (das ist vielleicht das einzig Smarte daran). Wenn hier man nicht der Blick für die Relationen verloren gegangen ist; oder ich habe den falschen Beruf.

    Und der Herr Gotta hat das Wort "smart" auch nicht erfunden, allenfalls beim Stöbern im Wörterbuch gefunden.
  9. #9

    Zitat von Mr.Slytherin Beitrag anzeigen
    Oder z.B. das guuute Müüüüüsliiii von dem Seitebacher!! Jaaaa, Seitebacher Müüüüsliii!
    So weit ich weiß: Die Seitenbacher-Werbung ist eine Eigenkreation des Firmenchefs, der in den Spots auch selber zu hören ist.

    Was auf den ersten Blick dilettantisch daherkommt (und es eigentlich auch ist) und zu allerlei Veräppelungen führt (Willy Astor: "Uhh, Ahhh Seitenstecher Müsli, des tut au Dir weh...") ist letzten Endes nicht ganz so unrund. Natürlich kann man darüber den Kopf schütteln. Es ist unfreiwillig komisch. ABER: Sie kennen es. Und noch viele andere. Und damit hat diese Werbung ihr primäres Ziel schon einmal erreicht.