Ein Raucher in der Bushaltestelle stört auch. Ihm deswegen den Klimmstängel aus dem Gesicht zu schlagen ist trotzdem keine angemessene Reaktion.
Der Straßenverkehr wäre wesentlich angenehmer, wenn auch die Pedalritter sich an die STVO halten würden. Immer nur auf die anderen zeigen und "Opfer" spielen funktioniert nicht, und da sind die vermeintlich "schwachen" Verkehrsteilnehmer auf dem Rad ganz vorn dabei.
Letztens wieder gemerkt, was für ein riesen Unterschied es für mich macht, wie sich das Gegenüber im STVO verhält:
Eine Fußgängerin wollte einen Zebrastreifen überqueren: ich fahre gemächlich heran. Die Fußgängerin wartet einen Moment ab und versichert sich, dass ich auch wirklich anhalte. Das wirkt irgendwie freundlicher, vorsichtiger, insgesamt angenehmer. Die Fußgängerin hat Vorrecht hier, trotzdem handelt sie defensiv.
Andere Situation: ein Radfahrer will die Spur wechseln, weil er links abbiegen will. Ich fahr hinter ihm her. Er macht keinerlei Anzeichen zu schauen sondern zieht auf einmal rüber (der Abstand war groß genug) und fährt quer über eine schlecht einsehbare Kreuzung, bei der auch noch rechts vor links gilt.
Was gibt dem Fahrradfahrer das Recht, sich so zu verhalten? Normalerweise müsste er an die Kreuzung heranfahren, sich vergewissen, dass von rechts nichts kommt, es keinen Gegenverkehr gibt UND dass die Verkehrsteilnehmer hinter ihm seine Abbiegeabsicht erkennen können.
Wer stört hier den Frieden im Straßenverkehr mehr? Der Radfahrer oder die PKW-Fahrer?



