kann DER LINKEN sicherlich nicht nachsagen, keine Verantwortung tragen zu wollen. Mit einem solchen Vorwurf machte man es sich zu einfach. Sie übernimmt Verantwortung in vielen Kommunen und hat sie auch in Landesregierungen übernommen. Natürlich hätte sie 2010 Wulff verhindern können, wollte es aber nicht, weil sie Gauck nicht wollte. Das ist ihr gutes Recht. Dennoch war diese Trotzhaltung politisch nicht sehr klug. Sie hat die wichtige Chance nicht erkannt daher auch nicht ergreifen können und somit vertan, die Position - und damit auch ihre eigene - links von Schwarz/Gelb kräftig auszubauen. Es war ihr bedauerlicherweise nicht möglich, über ihren Schatten zu springen, sonst wäre uns möglicherweise vieles erspart geblieben, nicht nur die
Präsidentschaft Wulff. Für dieses Verhalten ist sie mehrfach abgestraft worden. Selbst wenn ein gemeinsames Vorgehen der Oppositionsparteien in der Bundesversammlung die Wahl Wulffs nicht verhindert hätte, wäre das Verhältnis der drei im Nachhinein weitaus entspannter gewesen und die eine oder andere Regierungsbildung auf Länderebene wäre u. U. anders ausgefallen. Auch unter der Situation von 2012 wäre es auf dieser Basis möglich gewesen, der Regierung gemeinsame Kandidatenvorschläge zu
präsentieren. 2010 in einer entscheidenden Situation zu signalisieren: "Nein, dann lieber doch nicht" und sich 2012 empören, wenn die anderen auch so reagieren, zeugt nicht gerade von Realitätsnähe. Das Wutgeschnaube, das sich nun hier in den Foren entlädt, verrät mangelnde politische Souveränität. Schade.